Montag, 30. Juli 2007

Torregen im Salzkammergut?

A propos Salzkammergut. Es ist an der Zeit, auf eine kleine sportliche Sensation hinzuweisen, die dem einen oder anderen vermutlich schon aufgefallen ist, die aber in ihrer Tragweite vielleicht unterschätzt wird: Dieses Land meiner Vorfahren ist (zumindest soweit mir bekannt) erstmals im professionellen Fußball vertreten!

Das Salzkammergut war ja bisher nicht unbedingt dafür bekannt, allzu viel an sportlichen Erfolgen zu produzieren, sieht man vielleicht von den Seglern, Naturbahnrodlern, Gamsbartolympiasiegern und den Gmundner Basketballern ab.

Ab der Saison 2007/2008 spielen aber nun die Fußballer des SV Bad Aussee in der "Red Zac Erste Liga", der zweiten österreichischen Spielklasse, und damit theoretisch um den Aufstieg in unsere oberste Liga mit.

Morgen beginnt für die Ausseer das Abenteuer bezahlter Fussball mit der Partie gegen Parndorf, allerdings in..auweh..Leoben (das Panoramastadion von Bad Aussee ist derzeit noch nicht Zweitliga-tauglich). Glück auf!

Donnerstag, 26. Juli 2007

Der Duft des Regens

Ischler Idyllen..(hier war freilich Winter)



Eine der nicht so guten Auswirkungen des Wegganges aus Linz besteht darin, dass Bad Ischl - und damit auch der Teil meiner Familie, der dort lebt - in recht weite Ferne gerückt ist. Zu weit für ein "kurzes" Wochenende. Deswegen hab ich mir jetzt den kommenden Montag freigenommen und werde wieder einmal dort sein.

Gut möglich, dass es ziemlich viel regnet, aber das ist gar nicht schlimm. Die Ischler Luft ist fantastisch, wenn es regnet!

Dienstag, 24. Juli 2007

Leserpost # 1

Leser Stefan R., selbst ein Einwanderer aus dem Raum Grieskirchen, möchte sich offensichtlich lobenswerter Weise an dem in diesem Blog eröffneten Wien-ethnologischen und linguistischen Diskurs beteiligen!

Er schreibt:

anbei der link zu einer sehr kurzweiligen linguistischen feldstudie des wienerischen. möchte insbesondere auf die innerstädtische (feindselige?) distanzierung des wieners von seinesgleichen jenseits der bezirksgrenzen hinweisen. auf www.radio886.at unter der rubrik "morning show" den jingle "zu heiß" anhören. mfg stefan.

Lieber Stefan,

Besonders interessant finde ich die von dir in den Raum gestellte Ungewissheit hinsichtlich der Beantwortung der Frage, ob hier "Feindseligkeit" vorliegt oder nicht! Tatsächlich erscheint dies anscheinend dem Nicht-Wiener oft in höchstem Maße unklar, ja verstörend. Tiefer in die Thematik einzudringen ist an dieser Stelle leider nicht möglich, es sei nur auf das - freilich sicherlich als etwas polemisch einzustufende - Zitat von Robert Musil verwiesen:
"Wien ist der einzige Ort auf der Welt, wo die Abneigung gegeneinander zum Gemeinschaftsgefühl gesteigert ist!"

Montag, 23. Juli 2007

"Österreich"-Blog # 2

"Die vor dem Parlament gefundene Bombe war voll funktionsfähig: Nur weil Sprengstoff fehlte, kam es zu keiner Tragödie. ´Es hätte viele Tote gegeben`, sagt die Polizei."
("Österreich", 23.7.2007 , Seite 1, Heraushebungen nicht im Original)


Lachen? Weinen? Ich weiss es nicht, aber irgendwie muss man mit "Österreich" ja doch Verständnis haben: "Bombenattrappenhirn" kommt halt weit nicht so gut wie "Bombenhirn" (sodann auf Seite 2). Und dann käme vielleicht gar noch jemand auf die Idee, den Herrn Fellner als "Zeitungsattrappenherausgeber" zu bezeichnen!!

Herz der Heuchelei

Eine Reise ins Herz der Heuchelei..




Generation Chickenhawk: The Unauthorized College Republican Convention Tour from huffpost and Vimeo.



Dank dafür und für ein lässiges Wochenende an Paul F.!

Freitag, 20. Juli 2007

Meidling-Kreolisch

Jetzt, wo sich mein arbeitsbedingter Aufenthalt im Zwölften dem Ende zuneigt, habe ich dieses Meidling fast schon ein bisschen ins Herz geschlossen..

Auch aus ethnologischer Sicht ist Meidling ein interessantes Pflaster. Zur Untermauerung meiner These, dass dort ein eigene Kreolsprache am Entstehen ist, das folgende Bildmaterial (alles in umittelbarster Nähe meiner Arbeitstätte gesammelt, ich musste nicht weit laufen):


"Jubeläumsangebot"


"Frische Fisch"


"Dönner"
(Man beachte auch die Schnitzelsemmel..)


"Jede PIZZA zummit nehmen"

Dienstag, 17. Juli 2007

Ohrenfälliges # 8

Nice Surprises?

Man muss keine großen Haken schlagen, um von der elektronischen Musik (s. gestern) zu Radiohead zu gelangen. Die Band aus Oxford war in der zweiten Hälfte der 90er führend darin, Rock- und Popmusik mit Elementen der elektronischen Musik zu verknüpfen. Mit "OK Computer" gelang es ihnen 1997 auf diese Weise ein weithin als Klassiker der Popgeschichte eingestuftes Werk zu schaffen.

Mich hat "OK Computer" nie restlos begeistert. Sicher, das musikalische Genie, dass hier zum Leuchten kommt, ist groß. Leider ist da aber auch noch die Stimme von Thom Yorke, dieses zumindest zeitweise doch recht nervige selbstmitleidige Genöle und Gejeiere. Bezüglich musikalischem Gejeiere verspüre ich persönlich doch eine nicht ganz unbeträchtliche Abneigung, darum können mir zB auch die U2 der 80er Jahre so ziemlich gestohlen bleiben (Ausnahme: "Sunday, Bloody Sunday"), darum werde ich mich auch mit einigem aus dem Hause Arcade Fire nie ganz anfreunden können.

Jetzt ist es aber so, dass uns das Internetz-Magazin respektive -Blog stereogum.com ein tolles Geschenk macht: Für begrenzte Zeit gibt es dort jetzt kostenfrei ein komplettes Tribute-Cover-Album zu "OK Computer" abzuholen! Mit von der Heldenverehrungspartie sind dem Indie-Rock-Adepten wohlbekannte Namen wie etwa die Cold War Kids, My Brightest Diamond, Marissa Nadler oder John Vanderslice.

Gut oder schlecht? Keine Ahnung, ich höre mich selber gerade erst rein! Jedenfalls wird hier das zweifellos ziemlich herausragende Songmaterial von "OK Computer" einer Neuinterpretation unterzogen, ohne dass Thom Yorke mitsingt. Sehr interessant.

Zum Download von "OK X - A Tribute to OK Computer "!

Montag, 16. Juli 2007

Ishkur´s Guide to Electronic Music

Die elektronische Musik ist ein Irrgarten. Ein Irrgarten, der klingt, dröhnt, brummt, scheppert, fiept, piept, rauscht, klickt und surrt. Ein Irrgarten, in dem es zuckt, vibiriert, in dem es einen durchrüttelt und durchschüttelt. Welcher Wanderer soll sich da schon zurecht finden?

Eine Möglichkeit wäre es, viel elektronische Musik zu hören, sehr, sehr viel. Aber selbst erklärte Freaks und Vielhörer der elektronischen Musik geben nur allzu oft offen zu, dass ihnen der Einblick in die feinsten Verästelungen und Verzweigungen dieser sonischen Welt fehlt.

Jetzt kann man natürlich einfach beschliessen, dass einem das alles egal ist und sich von den Beats und der Musik forttragen lassen, ohne weitere Fragen zu stellen. Das ist natürlich legitim.

Wenn man es aber doch auf die intellektuelle Tour will, so könnte man sich vielleicht damit behelfen, dass man behauptet, dass es ohnehin keine musikalischen Genres gäbe, dass letztlich jeder Artist, sofern er oder sie nicht einen anderen eins-zu-eins kopiert, sein eigenes Genre ist. Das stimmt natürlich irgendwie. Wir wissen aber auch, dass das doch ziemlich realitätsfern ist. Denn Genrebezeichnungen, die Taxonomie der Musik, sind wesentliche Grundlage der Kommunikation über Musik. Es genügt eben nicht einfach mit Adjektiva herumzuschmeissen und die Arten der Klangerzeugung zu benennen, das würde die Kommunikation über Musik zum unerträglichen Mühsal machen ("Du, da spielen so zwei Gitarren, ein Schlagzeug und ein Bass und dann scheppert es und..."). Systematisierungen und Genres (auch gerne, gerade von den Musikschaffenden selber, verächtlich "Schubladen" genannt) sind somit notwendige Voraussetzung der außermusikalischen Kommunizierbarkeit von Musik (zugegeben, das "außermusikalisch" würden nicht alle Musiker so sehen, aber das ändert an der Sache nichts).

Nun gibt es zum Glück aber auch noch eine andere Möglichkeit unser Problem anzugehen: "Ishkur´s Guide to Electronic Music"! Hier findet man eine wunderbare Taxonomie der elektronischen Musik. Mit reichlich Hörbeispielen! Das mit den Hörbeispielen ist besonders wichtig, denn nur dadurch entfaltet sich der wirklich didaktische Effekt. Nichts bleibt graue Theorie! Somit: Nichts wie auf in die Seelenhaftigkeit des House, in die Gefühlswelten des Trance, in die Kühle des Techno, in das Funkensprühen des Breakbeat, in die Rauheit des Jungle, in die Härte des Hardcore, in die Experimentierfreude des Downbeat!


Ishkur´s Guide to Electronic Music


PS: Dass der Verfasser dieser Seite eine gewisse Subjektivität und Unwissenschaftlichkeit seiner Beurteilungen einräumt, soll uns nicht stören (siehe den "Disclaimer"). Die Kommunikation über Musik ist immer von einer gewissen Subjektivität überschattet. Wir haben es hier nichtsdestotrotz mit einer äußerst unterhaltsamen und gut gemachten Annäherung zu tun. Viel Spaß! Und natürlich: Dance!

Sonntag, 15. Juli 2007

No Nuke Anymore

Der dreitägige Schlafentzug ist vorbei, das Nuke ist ausgeraucht. Was bleibt, sind Erkenntnisse und auch eine Frage. Sie werden in der Folge eher unzusammenhängend angeführt, was durchaus mit dem gegenwärtigen Zustand meines Kopfinneren korrespondiert.

Erkenntnis: Das Nuke verfügt über den schönsten mir bis dato bekannt gewordenen Zeltplatz eines Musikfestivals in Österreich. Er zieht sich am Traisentalradweg entlang, ist grün und teilweise waldig und trägt gewiss zusammen mit den unüberspürbar in der Luft liegenden Reggae-Vibes zur irgendwie doch sehr entspannten Atmosphäre dieser Veranstaltung bei.

Erkenntnis: Das Nuke ist mit runden 35.000 Besuchern um ein Merkliches kleiner dimensioniert als Nova Rock & Frequency. Das bedeutet aber immer noch, dass das Areal des Festivals eine gewisse Größe hat, was wiederum bedeutet, dass man doch einiges zu laufen hat. Vor diesem Hintergrund werde ich, denke ich, immer mehr zum Große-Festivals-Verweigerer.. (nichts gegen körperliche Bewegung, aber das Herumgerenne auf einem Festivalgelände muss nicht unbedingt sein).

Frage, ganz allgemein: Warum tut man sich eigentlich die Haupacts auf der großen Bühne an? Damit man sagen kann, man ist dabei gewesen?? Es ist jedenfalls definitiv so, dass man in der Regel ein wesentlich erfüllenderes Konzerterlebnis auf der kleineren Zweitbühne verpasst, wenn man sich unter die Menschenmassen begibt, um irgendwelche aberwitzig kleinen Gestalten auf der entfernten Bühne beim Werkeln zu beobachten.

Erkenntnis: Es ist nicht ganz leicht, nach drei Tagen Nuke (und einem durchschlafenen Sonntag-Nachmittag) einen Blogeintrag dazu zu verfassen. Denn auch wenn das Erlebte noch frisch sein mag, der Kopf ist es gerade eben nicht. Aber hiermit wär das ja trotzdem geschafft.

Das obligatorische Ranking der Auftritte (siehe Pfingst-Open-Air) bahnt sich gerade einen Weg durch meinen Schädel, wird also bald hier auf diesen Seiten zu finden sein!

So, ich glaube, ich gehe jetzt dann wieder schlafen..

Montag, 9. Juli 2007

Linz

Ich sitze vor meinem Stammcafé und genieße die letzten Momente eines sonnigen Linzer (Sonn-)Tages. In dem Moment läutet mein Telefon. Ein Freund fragt mich, ob ich ihn denn nicht vorher gehört hätte. Er habe mich gerade vorhin von seinem Auto aus die Donaulände queren sehen. Da habe er gehupt. Ich erinnerte mich an das Hupen, hatte es aber falsch gedeutet, für den feindseligen Akt eines ungeduldigen Autofahrers gehalten, nicht für einen freundlichen Gruß.

Im selben Moment sehe ich, dass am anderen Ende des Cafés eine langjährige Mitbewohnerin aus meinem Studentenheim sitzt und mir zuwinkt.

In genau demselben Moment geht ein anderer ehemaliger Heimkollege an dem Strassencafé vorbei.

Das Wochenende war voller solcher Momente. Das war nur der sonderbarste. Das ist das, was ich damals gemeint habe. Das ist Linz, und das ist dieses Familiäre an der Kleinstadt (als die ich das Linz, das ich bewohnt habe - das Linz auf jener Achse von etwa dem Hauptbahnhof bis zur Universität draussen in Auhof - ohne zu zögern bezeichnen möchte), das mir in meiner neu-alten großen Stadt einfach abgehen muss.


Das Lentos ist vermutlich nur ersonnen worden, um an sonnigen Tagen fotografiert zu werden.


Die Bücherwelle an der Mozartkreuzung. Soo viele gute Bücher, soo wenig Zeit!


Nette Leit!

Sonntag, 8. Juli 2007

Wehrhafte Landesjugend

Dieses Wochenende hab ichs wieder einmal nach Linz geschafft. Krebs-New Wok-Meier-Strom-Levante- Dolce-Meier. Gute Abfolge, gutes Wochenende. Nette Gesellschaft + Begegnungen übrigens auch. Aber dazu morgen noch etwas mehr. Beim Leberkäse-Pepi war ich übrigens eigenartiger Weise nicht.

Aber was bitte war das? Horden von Kleinkindern zogen durch die Strassen, allesamt bis an die Zähne bewaffnet! Sie schwangen Schwerter, Hellebarden, waren mit Pfeil und Bogen ausgestattet. Was war da los? Waren es die Scharen eines neuen, von den Regierungen Bayerns und Polens ausgesandten Kinderkreuzzuges, die gerade die oberösterreichische Hauptstadt passierten? Dann freilich hiesse es aufpassen, denn solche Kreuzfahrerheere nehmen bekanntlich gerne im Vorübergehen ganze Landstriche auseinander, noch lange bevor sie das Heilige Land erreichen. Seis drum, dass diese Gotteskrieger klein waren, schliesslich könnte man ja argumentieren, dass auch die Linzer Innenstadt nicht besonders groß ist, kein Konstantinopel.

Oder betrog mich mein Blick, und es waren gar keine normalen Kinder, sondern Pöstlingberg-Grottenbahnzwerge, die, aufgebracht über die schrecklichen Arbeitsbedingungen, nun mit ihren antiquierten Waffen die Menschenwelt zu stürmen versuchten, sich anschickend, dem Herrn Landeshauptmann Auge in Auge gegenüber zu treten?!

Der Hauptplatz barg des Rätsels Lösung. Von großen Plakaten schauten uns der Landeshauptmann und der Präsident des oberösterreichischen Familienbundes entgegen. Es war der oberösterreichische Familienbund, der unsere Kleinkinder gerüstet hatte! Am Landes-Ritterfest!

Angesichts dieser Wehrhaftigkeit künftiger Generationen muss einem um die Landesverteidigung nicht bange werden! Der Event-Findigkeit oberösterreichischer Landespolitiker seis gedankt. Die ganze Eurofighter-Debatte hätte man sich also theoretisch auch sparen können.

Freitag, 6. Juli 2007

Ausnahmsweise eine Begebenheit vom Fortgehen...

(Gestern Nacht gegen 22.30 vor dem Hotel Imperial in Wien. Zwei leicht angeheiterte Gestalten sind auf dem Weg zum Club Ost. Ein Mann im Livree ist im Dunkel des Einganges postiert.)

S. (fröhlich, mit simuliertem spanischem Akzent): "Hotel Imperrial!!"

Mann im Livree (leicht nasal, aus der Entfernung, aber sehr bestimmt) : "..in Wien !"

(Ende)

Mittwoch, 4. Juli 2007

Futurismus

2007, wow! Anscheinend beginnt jetzt wirklich das 21. Jahrhundert..

Aber irgendwie kaum zu glauben.

Dienstag, 3. Juli 2007

Nuke Anyone?



Ich hab jetzt meine Karte in der Tasche. Anscheinend fährt unabhängig voneinander auch meine nahezu komplette Kollegenschaft dorthin. Da würde mich schon interessieren, wer noch?

Er/sie/es kann sich ja melden.

Für InteressentInnen: www.nuke.at

Montag, 2. Juli 2007

Kino-Halbjahreswertung

Allzu oft war ich dieses Jahr ja noch nicht im Kino. Das hat natürlich vor allem mit dem neuen Lebensrhythmus zu tun, aber auch mit anderen Faktoren, zB auch der vergangenen Stanley Cup-Finalserie. Die gesehenen Streifen reihen sich wie folgt:

1. Gore Verbinski: "Fluch der Karibik - Auf zum Ende der Welt" ****1/2 (14.6., Village Cinemas, Wien)

Ja, was soll ich sagen, ich fand ihn herrlich. Da wären Captain Jack Sparrow = Johnny Depp und insbesondere auch Geoffrey Rush als Captain Barbossa. Dann die gute Frau Knightley, die ist schon auch ganz sympathisch, und sogar der treudoofe Orlando Bloom passt da gut rein. Ich mag ja so große Geschichten, die abseits unserer technifizierten Moderne angesiedelt sind und insbesondere gefällt es mir, wenn Handlungsstränge nach dem Jeder-gegen-Jeden-Prinzip gewoben sind. Dies alles zusammen mag meine Begeisterung erklären (vielleicht auch ein bisschen der Umstand, dass die Erwartungen niedrig waren..).

2. Christopher Nolan: "The Prestige" **** (6.1., Haydn, Wien)

Was Christopher Nolan anpackt, wird (fast) immer zum erfreulichen Ereignis - sowohl erzählerisch als auch (und vor allem) ästhetisch. So auch hier. Die Schilderung der erbitterten Feindschaft zweier Bühnenzauberer im Viktorianischen London schafft es, über die ganze Länge des Filmes immer wieder faszinierend zu sein (fein: David Bowie als Nikola Tesla).

3. Robert De Niro: " Der gute Hirte" **** (17.3., Village Cinemas, Wien)

Unaufgeregte und nüchterne, aber stets spannungsvolle Darstellung von Vorgängen rund um die Gründung der CIA. Gefiel mir persönlich besser als das vergleichbare "Good Night, And Good Luck" von Clooney aus dem Vorjahr.

4. Jonathan Dayton, Valerie Faris: "Little Miss Sunshine" **** (28.2., Actors, Wien)

Der Independent-Kino-Hit des (Halb-)Jahres. Nicht ganz zu Unrecht, und vor allem: schönes Ende, an dem mit der typisch amerikanisch-sozialdarwinistischen Institution der Misswettbewerbe für Kinder Schlitten gefahren wird.

5. Clint Eastwood: "Letters From Iwo Jima" ***1/2 (2.3., Apollo, Wien)

Höchster Respekt vor der Eastwood´schen Idee, die Ereignisse rund um die Eroberung der Pazifikinsel Iwo Jima (eigentlich: Ioto ) aus zwei Perspektiven zu schildern, zuerst aus US-amerikanischer ("Flags Of Our Fathers"), nun eben aus japanischer. Man kann das in gewisser Weise als konsequente Weiterbildung seines unbestechlich-realistischen Erzählstils sehen: Zwei Filme, zwei Blickwinkel. Beeindruckend war schließlich auch das Mitschwingen zeitpolitischer Töne. Auch in formaler Hinsicht: absolut geglückt! Gleichwohl, zum wirklich großen Film fehlt ein Stück: die Story selbst hätte vielleicht doch ein paar Ideen mehr vertragen.

6. Alejandro Gonzaléz Inárritu: "Babel" ***1/2 (10.2., Moviemento, Linz)

Die Sache mit den sich in einander verwebenden (Kurz-)Geschichten ist nun auch nichts Neues mehr. "Babel" ist ein sehr solide Variation davon, bietet teilweise eindrucksvolle Szenen und Bilder, aber auch ein gewisses Übermaß an Aufgesetztheit. Nicht restlos überzeugend.

7. Edgar Wright: "Hot Fuzz - Zwei Bad Boys räumen auf" **1/2 (22.6., Village Cinemas, Wien)

Ungefähr so muss sie aussehen, die Vorstellung von Briten, die sich ausmalen, wie Amerikaner sich vorstellen, wie Briten eine Action-Komödie im amerikanischen Stil machen. Aber gut, Tony Blair war auch peinlich. Der Film ist da vergleichsweise unterhaltsamer.

PS: Ich habe nicht vergessen, dass ich noch die zweite Hälfte der Kino-Bestenliste 2006 schulde! Ich werde mich bemühen, das bald, wenn auch vielleicht in etwas verknappter Form, nachzureichen.