Donnerstag, 29. Mai 2008

Was mir an Wien (nicht) abgehen wird # 3

Die Donau. Wien bezeichnet sich bekanntlich als "Donaumetropole". Aber irgendwie ist die Donau in Wien nicht so richtig da. Sie zeigt sich dort, wo Wien eigentlich Wien und nicht nur ein riesiges Stadterweiterungsgebiet in der Steppe ist, nur in von Menschenhand verfälschter Form, als Kanal, als stehendes Restgewässer. Das ist nicht der stolze Strom, dem Komponisten, Dichter und Maler gehuldigt haben. Das hat den Charme von Baggerseen.

Auch dort, wo die Donau eigentlich Donau sein sollte, da draussen in der Steppe, ist sie über weite Strecken stark begradigt und gebändigt. Eine Notwendigkeit, natürlich. Aber wo gibt es eigentlich sonst eine Metropole, wo die Urquelle des Urbanen, der Fluß, so hinterrücks an der Stadt vorbeigeführt wird?

Nun bewegt sich selbstverständlich auch die Donau zu Linz nicht mehr in ihrem ursprünglichen Flußbett. Aber, sie fließt zumindest mitten durch die Stadt, passiert unmittelbar das Zentrum. Und wenn man den Blick von Linz aus, zB vom Schloßberg, stromaufwärts richtet, so erblickt man bei Wilhering eine breite Biegung. Wie bei einem richtigen Strom eben.


Strandleben, Linz, vorgestern abend

Dienstag, 27. Mai 2008

Anglikanische Rechtskultur

Die Foren von oesterreich.ORF.at sind bekanntlich ein ganz eigenes Biotop, in dem sich so manche eigenwillige Gestalten herumtreiben. Das Internetz ist halt definitv zum Massenmedium geworden und jeder, der eine Tastatur bedienen kann, kann seine Ansichten kundtun. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen, schließlich haben wir gottseidank so etwas wie Meinungsfreiheit und am Stammtisch wird ja sonst auch so einiges geredet. Im Falle der angesprochenen Foren ist es aber nun im Sinne des eigenen Seelenfriedens doch meist das beste, wenn man den dem Artikel hintangefügte Thread geflissentlich ignoriert. Sofern es denn überhaupt noch Postings gibt, den bei vielen Artikeln auf oesterreich.ORF.at findet sich bereits am Ende der Vermerk "zu diesem tragischen Ereignis kann nicht gepostet werden", was ja auch Bände über die Forumskultur spricht.

Manchmal aber liefern die Forumsbewohner in ihrer manischen Besser(un)wisserei dann doch wunderbare Stilblüten ab. Die folgende will ich euch nicht vorenthalten:

Ein gewisser "doncervantes" echauffiert sich hier (grundsätzlich zu Recht) sehr über den Kommentar eines gewissen "knasti" zum Freispruch von Paulus Manker und glaubt, seine Bildung hervorkehren zu müssen..


doncervantes,
knasti, vor 11 Minuten
Ich glaube zu wissen,
dass viele grünen und roten politker volldillos sind....natürlich nur einige :)
danke dem gericht für die erteilte meinungsfreiheit....wurde ja mal zeit.
übrigens: die winter wird sich freuen, gibt es einen präsedenzfall zu ihrer anklage :)

Erstens Knasti heisst das Wort "Präzedenzfall" und nicht Präsedenzfall, das hat nichts mit Präsens(Gegenwart) zu tun sondern der Begriff entstammt der ANGLIKANISCHEN [Hervorhebung im Original!] Rechtskultur und leitet sich aus dem lateinischen Wort "precedere" oder dem englischen "pecedent" ab, was so viel wie vorangehen bedeutet...



Naja, lasst sie spielen..

Samstag, 24. Mai 2008

Neokonservative Zukunftselite

Wenn die neokonservative Zukunftselite laut nachdenkt..

In Concert # 2


Moneybrother, 18.5.2008, Posthof, Linz


Da morgen für mich schon das nächste musikalische Posthof-Ereignis ansteht (diese Herren treten auf), wird es Zeit, ein wenig dem letzten Sonntag und dem letzten Gast im offensichtlichen Alternative Rock-Slot der Veranstaltungslocation am Linzer Hafen zu gedenken: Moneybrother.

Der Act Moneybrother, das sind 6 Schweden rund um den charismatischen Frontmann Anders Wendin, Künstlername Moneybrother. Sie bespielten einen relativ ordentlich gefüllten Mittleren Saal des Posthofes. Gekommen war ein ziemlich bunt gewandetes Völkchen von Alternative Rock-FreundInnen, altersmäßig gut gemischt, von 16 bis Mitte 35. Die Musik von Moneybrother scheint eine gewisse Generationen übergreifende Kraft zu haben.

Auch wenn Anders Wendin am Anfang verkündete, man werde nicht allzu lang spielen, da das Publikum ja morgen zur Arbeit müsse: Es wurde ein durchaus ausgiebiges Konzert mit einer ganzen Reihe von Zugaben.
Und das war gut so! Denn die Moneybrother-Truppe wurde ihrem Ruf als starke Liveband mehr als gerecht, zeigte, wie man hohes musikalisches Können mit Leidenschaft und einer durchwegs positiven Arbeitsauffassung verbindet.

Auch die im Ansatz der Gefahr von Monotonie ausgesetzten, immer wieder eingeschobenen Soul-Balladen wurden dank des inspirierten wie augenzwinkernden Einsatzes von Sänger Wendin nicht zu lang. Und die zweite Spielart der Moneybrother-Musik, die Springsteeneske Soul-Rock-Wand funktioniert live und in Farbe sowieso prächtigst!

Das Schöne an Moneybrother Anders Wendin und seinen Mitstreitern ist, dass man sie einfach sympathisch finden muss. Sie sind sympathisch, weil sie tolle Musiker sind, die trotzdem nicht in bierernstes Fricklertum verfallen, sondern mit viel Humor, Begeisterung und Verve zu Werke gehen. Man muss sie mögen, weil da geradlinig gerockt und im nächsten Moment wieder gejammt wird wie bei einer Jazzband - und beide Anzüge passen. Man muss Moneybrother mögen, weil sie ihr Publikum gerne mal ein bisschen auf den Arm und doch (oder gerade deshalb) sehr, sehr ernst nehmen. Und man muss Anders Wendin mögen, den sowieso, auch oder gerade weil er manchmal Anflüge leicht verrückten Verhaltens zeigt.

Moneybrother, das ist Heart´n´Soul´n´Rock´n´Roll.

Meine Herren, es hat mich sehr gefreut!







Mit der Weltklassenummer "Reconsider Me" begann die Karriere von Moneybrother - gleich die erste Single von Anders Wendin + Band wurde in Schweden zum Sommerhit. Hier live dargeboten im Stockholm des Jahres 2005:

Mittwoch, 21. Mai 2008

Übermut - Schande - Selbsthass - Komik

England. Wo sonst als in England könnte jemand mit so einer Frisur Bürgermeister einer Millionenmetropole werden?

Womit das zu tun hat? Mit einer Mischung aus Selbstüberschätzung, Masochismus und Drang zur Komik vielleicht, die der englischen Seele zu Eigen ist. Zumindest, wenn man Michael Palin glauben darf, dem großen Humoristen of Monty-Python-fame. Und, Hand aufs Herz, wem erscheint seine äußerst lesenswerte Analyse der englischen Psyche (sehr interessant übrigens insbesondere auch seine Ausführungen zum komplexbeladenen Verhältnis zu den Deutschen) angesichts letzter Schlagzeilenereignisse aus dem UK (Mosley, Heathrow) nicht irgendwie treffend!?

Dank an Albert bzw. Jan.

Sonntag, 18. Mai 2008

Videohitparade # 4

Heute abend geht in Québec City das Finale der Jubiläums-Eishockey-Weltmeisterschaft 2008 (100 Jahre Internationale Eishockey-Föderation) über die Eisfläche. Mein Blog hat zu diesem Turnier bisher geschwiegen. Und auch das "Traumfinale" Kanada vs. Russland werde ich nicht sehen, da heute Moneybrother im Posthof zu erleben sind.

Um dieses Turnier, das mich als jemand, der Reiseländer gerne nach stattfindenden Eishockey-Weltmeisterschaften auswählt, natürlich nicht kaltlässt, dennoch gebührend zu würdigen, gibt es heute eine kleine Videohitparade.

Die Themenvorgabe lautete diesmal: der schöne Kufensport und die Kreativität der Werbeagenturen.

  • zehn



Die NHL - ein hartes Pflaster.

  • neun



(Ehemaligen) BewohnerInnen des Gründbergheimes wird diese Geschichte vielleicht ansatzweise bekannt vorkommen.

  • acht



Auch Superstars sind nur Menschen.

  • sieben



Schwedische Zwillinge zu Besuch.

  • sechs



Sidney Crosby auf Heimaturlaub.

  • fünf



Hier haben sich die Leute von DMB also die Inspiration geholt..

  • vier



Roberto Luongo und die Perfektion.

  • drei



Das traurige Schicksal eines an der NHL und insbesondere an Mats Sundin zerbrochenen franko-kanadischen Eishockeykeepers.

  • zwei




Zumindest begab sich Francois Dupuy aber nicht ins Kriminal - so wie Lee Worley.

  • eins



Klassisch: Wayne Gretzky & Mats Sundin.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Sittenbild G.O.P.

John McCain präsentiert sich ja gerne als etwas, das eigentlich wie ein Widerspruch in sich selbst anmutet: als ein Präsidentschaftskandidat der Republikaner nämlich, der Distanz zu amoralischen Lobbyistenbanden und quasi-mafiösen Verstrickungen mit dem big business hält.

Die aktuelle Affäre um seinen Wahlkampf-Manager Doug Goodyear zeigt uns eindrucksvoll, dass da doch eine gehörige Portion Scheinheiligkeit mit im Spiel sein dürfte.

Und sie wirft ein Schlaglicht auf das Milieu, in dem sich ein amerikanischer Politiker, im Besonderen ein Vertreter der G.O.P., bewegt. Ein Milieu, in dem Leute zu Reichtum, Ansehen und Ehren kommen wie Doug Goodyear. Jemand, der, wenn er nicht gerade für seine Hauptauftraggeber ExxonMobile, Microsoft, AT&T, die Pharmaceutical Research and Manufacturers of America oder die Republikanische Partei und deren Kandidaten umtriebig ist, auch schon mal schnell eine kleine Imagekampagne für die Militärjunta von Burma übernimmt (an dieser Stelle darf einem jetzt ruhig speiübel werden).

Es zeigt sich somit auch wieder einmal eindrucksvoll, welche values in diesen Seilschaften der Gierigen wirklich zählen. Diejenigen, die sich verzinsen lassen.

Eine Einladung zum Laden

Seit heute Vormittag steht die aktuelle radio amnesty-Sendung zum Thema Brasilien zum jederzeitigen Stream bzw. Download bereit.

Zum Stream bzw. Download im Cultural Broadcasting Archive.

Dienstag, 13. Mai 2008

Sonne, Klänge, Feiertage

Einige Impressionen von einem sonnigen verlängerten Pfingstwochenende inklusive LinzFest..


Hier spielen dEUS.



Profi beim Stadtportrait.



Das Schloss.



Natacha Atlas.









Immer gut: Sonne trifft Donau.






Am neu gestalteten Linzer Pfarrplatz.

Freitag, 9. Mai 2008

Radio Amnesty am 12.5., 13.5. und 19.5. 2008

Brasilien ist ein Land der Gegensätze. Auf der einen Seite Wirtschaftswachstum, Rohstoffreichtum und sonniges Lebensgefühl, auf der anderen eine zwischen Arm und Reich tief gespaltene Gesellschaft mit enormen sozialen und daraus folgenden Menschenrechtsproblemen.

Am Land: Großgrundbesitzer und mit ihnen verbandelte Politiker, Beamte und Juristen führen einen Krieg gegen die besitzlose(re)n Bevölkerungsgruppen, die Kleinbauern, Landlosen und Indigenen, die durch Landbesetzungen und andere Aktionen passiven Widerstandes versuchen, auf sich aufmerksam zu machen und für sich eine Lebensgrundlage zu erstreiten. Viele geben jedoch auf und versuchen ihr Glück in den ausufernden Metropolen.

In den Städten: In den wachsenden Armenvierteln, den Favelas, leben die Menschen in einem Kreislauf aus Armut, häuslicher Gewalt, Bandenkriminalität, Drogenmissbrauch und Polizeiwillkür.

Diesem Land und seinen Menschenrechtsproblemen wollen wir von Radio Amnesty auf den Grund gehen. Mit einem wohlinformierten und geistreichen wie streitbaren Studiogast aus Brasilien.


Radio Amnesty: Brasilien, Land der Gegensätze

Moderation: Georg Zenta
Studiogast: Dr. Antonio Andrioli, Entwicklungssoziologe an der Johannes Kepler - Universität Linz
weiterer Gast: Mag. Martin Walther, für das Brasilien-Netzwerk von amnesty international Österreich

am Mo, 12.5.2008, 19.00-20.00 Uhr im Freien Rundfunk Oberösterreich (Radio FRO)
am Di, 13.5.2008, 14.00-15.00 Uhr ebenda
am Mo, 19.5.2008, 16.00-17.00 Uhr im Freien Radio Freistadt

Zum Livestream von Radio FRO..


Zum Cultural Broadcasting Archive (radio amnesty-Sendungen können hier downgeloadet werden)..

Zur amnesty international Fotoausstellung "We live in fear" (über Polizeigewalt in den Favelas) auf der Seite der Brasilien-Koordinationsgruppe von amnesty Deutschland..

Donnerstag, 8. Mai 2008

McMusicCheck

Der McMusicCheck ist die Schnellkritik für frisch in meinen Wahrnehmungskosmos eingedrungene Musik. Der McMusicCheck ist rasch und impulsiv und erhebt nicht den geringsten Anspruch auf Objektivität. Beurteilungen durch den McMusicCheck sind Momentaufnahmen ohne Anspruch auf dauernde Gültigkeit. Der McMusicCheck erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es handelt sich um jeweils 5 aus dem neuen Material willkürlich herausgepickte Singles und gegebenenfalls ein Album.



The Boxer Rebellion - Exits (LP)

Diese Band aus London, zu der mich dieses an sich sehr verehrenswerte Musik-Blog geführt hat, hat einen leicht pathetisch anmutenden Namen, was ganz gut anzeigt, in welche Richtung es hier musikalisch geht. TBR sind bisher vor allem als Vorband der Editors in Erscheinung getreten, was ein weiterer Indikator für ihren Stil ist (wobei TBR auch oft in Richtung 80er-Jahre U2 abdriften..). Im Gegensatz zu den von mir sehr geschätzten Editors haben sie aber ihre musikalische Mitte leider noch überhaupt nicht gefunden. Während die 80er-Pathos-Wave-Pop-Ballade "We Have This Place Surrounded" von ihrem auf lastfm fast komplett downloadbaren Debütalbum "Exits" (2005) noch zu gefallen weiss, ist der Rest der Scheibe bedauerlicherweise überambitionierter, verunglückt-überladener Schnickschnack ohne Weg und Ziel.


Breumm - Ingen Verdens Ting

Breumm sind Dänen und ihre Musik scheint die Impulse der sehr virilen Indie-Pop und Electro-Szenen ihres Landes sehr stimmig zu integrieren. Sehr vielversprechend! Ihre Inspirationsquelle befindet sich ohrenscheinlich im selben Zeitalter wie bei The Boxer Rebellion, nur dass sie deutlich besser sind. Meine erste Assoziation war komischerweise Tears For Fears, das ist ja aber auch nicht die allerschlechteste. Breumm singen übrigens auf dänisch, was dazu führen dürfte, dass ihnen eine Weltkarriere versagt bleiben wird und sie außerhalb Skandinaviens eher Geheimtipp bleiben werden (siehe Nephew, Under Byen..).


dEUS - The Architect

Hm, ist das TV On The Radio?! Nein, das ist dEUS mit dem neuen Album "Vantage Point". Nicht sonderlich originell, aber ganz okay. Bin gespannt auf die FM4-Bühne beim LinzFest.
Nachtrag: Live spielen dEUS tatsächlich in einer anderen Kategorie! Starke Performance.


Kordan - Fantasy Nation

Wieder so ein kleines Wave-Wunder aus dem Reiche des Coast-Is-Clear-Blogs. Könnte Spass machen.


Portishead - Machine Gun

Samples und musikalische Nachahmungen von Schnellfeuerwaffen sind anscheinend der neueste Trend in der Welt der populären Musik. M.I.A. hat dieses Phänomen in den Mainstream, pardon Alternative-Mainstream, eingeführt. Kommen tut das aus dem Baltimore Club, der Clubmusik einer Stadt, in der dieser Sound für eine bittere Realität steht. Nun lassen also auch Portishead aus Bristol im Pressekontakt verlauten, dass die "Welt brutaler geworden" ist und man deswegen diesen Song aufgenommen habe. No braq, oida!! Über sowas kann man in Baltimore vermutlich nur lachen. In Wahrheit ist diese Nummer, wenngleich soundtechnisch natürlich schon glänzend hergerichtet, völlig überflüssig und nur marketingtechnisch von Interesse. Besides: Wer braucht eigentlich noch Trip-Hop oder Post-Trip-Hop, oder wie immer man das auch jetzt bezeichnen mag?


Santogold - Lights Out

Laut BBC eines der großen Dinger 2008 und sowas wie die neue M.I.A.
(nur halt aus Brooklyn). Die Musik von Santogold ist irgendwie aus Dub, R´n´B, Rock (Santogold war früher Sängerin einer Skapunk-Band) und Wavepop zusammengebastelt. Und klingt tatsächlich ganz interessant. Und im Übrigen doch ein Stück eingängiger und poppiger als M.I.A.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Was mir an Wien (nicht) abgehen wird # 2


Traulich schimmert die "Werkstatt"..(diesen Montag gegen 20.30 Uhr)

Wenn ich Wien so etwas wie ein Stammlokal habe, dann ist es am ehesten die "Werkstatt" in der Schönbrunnerstraße 61 im 5. Wiener Gemeindebezirk (Nähe Pilgramgasse). Die "Werkstatt" heisst eigentlich "WerkzeugH", was wiederum für "Werkzeughaus" steht. M. und ich nennen sie aber aus irgendwelchen Gründen schon seit geraumer Zeit "Werkstatt". Ist halt so. Punkt.

Die Werkstatt habe ich vor gut einem Jahr kennengelernt, weil eine Freundin dort ihre Geburtstagsfeier veranstaltet hat. Das Lokal und seine KellnerInnen waren mir auf Anhieb sympathisch, wenngleich es damals noch eine äußerst knappe Speisekarte gab. Dies wurde mit der eben erst erfolgten Neueröffnung begründet und es wurde Besserung gelobt. Und die Besserung trat ein, und wie!

Mittlerweile ist die Speisekarte zwar immer noch knapp, aber nicht mehr zu knapp und ausserdem ziemlich spektakulär. Selten, dass man als gastronomischer Laie ohne Nachfrage beim Kellnerwesen das Auslangen findet. Essen vom ganzen, runden Globus, von der Afrikanische Baumrindensuppe bis zu..you name it!

Manchmal beschliesst die nette Crew, die laut M. teilweise einem Robert Rodriguez- oder Quentin Tarantino - Casting entsprungen sein könnte, dann auch einfach irgendeine Spezialaktion zu starten und die anwesende Gästeschaft mit zB Palatschinken zu beschenken.

Die Werkstatt ist eben nicht Nullachtfünfzehn. Das kommt auch in der Einrichtung zum Ausdruck, die auf eigenwillige Weise vielfältig, ja bunt zusammengewürfelt, und dennoch harmonisch daherkommt. Da merkt man den Background der WerkzeugH-Macher in der Szene der Architekturkundigen. Die Werkstatt ist ein Lokal von (relativ) jungen Kreativen für junge Kreative.

Die Werkstatt ist immer gut gefüllt, aber aus irgendwelchen mysteriösen Gründen ist immer exakt ein Tisch frei (zumindest unter der Woche). Ich weiss nicht, wie die das machen.

Achja, und ein Blog hat die Werkstatt auch..

PS: Ja, das WerkzeugH wird mir schon abgehen..Und das feine Bier, das sie dort servieren!

Dienstag, 6. Mai 2008

Fouad Free!

Fast hätte ich es gar nicht mitbekommen, die Weltnachrichten berichten ja nicht über solche Dinge. Wirklich wichtige Informationen muss man sich heutzutage eben nur allzu oft selbst besorgen.

Fouad Al-Farhan ist am Morgen des 26.4. freigelassen worden!

Treue Leser dieser Seiten werden sich an seine Geschichte erinnern, ich habe über sie im Jänner mehrmals gebloggt. Al-Farhan, ein IT-Unternehmer aus Jeddah, hatte auf seinem Weblog staatliche Stellen und führende Persönlichkeiten Saudi-Arabiens kritisiert sowie ein Mehr an Demokratie und Freiheit gefordert und war deswegen am 10.12.2007 in eine Art "Sicherheitsverwahrung" genommen worden. Trotz Protesten einer internationalen Öffentlichkeit und diplomatischer Bemühungen der USA ist er bis vorletzten Samstag in Haft verblieben. Seine Angehörigen durften ihn während des 137 Tage dauernden Arrests genau zweimal besuchen, erstmals am 6.1.2008, also fast einen Monat nach der Verhaftung, sein Schwiegervater. Die Zuziehung eines Anwaltes wurde Fouad Al-Farhan nicht gestattet, konkrete Anschuldigungen wurden ihm bis heute nicht mitgeteilt, es kam auch zu keiner Anklageerhebung. Die Entlassung des Bloggers erfolgte ohne Angabe von Gründen.

Zum Artikel in den Arab News.

Zur Seite von "Free Fouad", einer von Freunden des Inhaftierten lancierten Kampagne.


Freitag, 2. Mai 2008

A Football Star´s Life

Nicht so Fußball-affine Seelen werden diesen Spot vielleicht noch nicht gesehen haben.

Sollte man aber.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Land der Ungeheuer


In Zeiten des global-medialen, pseudo-intellektuellen Österreich-auf-die-Couch-Legens und Zusammenhänge-zwischen-Holocaust-Kampusch-und-Amstetten-Findens kann man dem Independent nur dankbar sein.