Dienstag, 24. Februar 2009

Onion der Woche

Es gibt so viele feine Episoden der Web-Satire "Onion News Network" (Motto: "Making You Seem Better Informed"), dass man ruhig eine wöchentliche Rubrik einrichten kann. Zumindest vorübergehend.

Diesmal, ein Klassiker: der Zusammenbruch des Internet im Jahre 2007!


Montag, 23. Februar 2009

Nimm ein Packerl...

Ich möchte unbedingt im Produktdesign von Kellogg´s arbeiten! Dort kann man sich anscheinend hemmungslos austoben, ohne dass einem irgendwer auf die Finger klopft. Oder es sind ganz einfach die halluzinogenen Drogen, die dort verteilt werden, die die Vorstellungskraft der Produktdesigner in Bereiche bringen, wo noch nie ein menschlicher Geist zuvor war!

Die berühmt-berüchtigten essbaren Legosteine waren da nur ein erstes Appetithäppchen. Die Kellogg´s-Genies haben offensichtlich beschlossen, weitere Ebenbilder von Dingen zum Mit-Milch-Übergiessen-und-Geniessen freizugeben, die nie im Leben jemand freiwillig in den Mund nehmen würde oder sollte:





Ich weiß ja nicht, aber als langjähriger Wiener assoziiere ich da nichts Zimtiges. Eher etwas anderes. Aber das überlasse ich eurer Fantasie.

Sonntag, 22. Februar 2009

Eine Antwort auf Internetbetrug

Man sollte vielleicht doch erwägen, selbst ernannte afrikanische Prinzen, Rechtsanwälte und Bankangestellte nicht so ohne weiteres zu ignorieren.

Schließlich kann man mit Ihnen ziemlich viel Spaß haben.

Dank für den Tip an Christoph!

Samstag, 21. Februar 2009

Der west-östliche Georg # 1

Georg Z., mein guter Freund aus Studentenheimtagen, befindet sich derzeit dort, wo das geographische Europa nach Asien hin am westlichsten endet und das geographische Asien aus europäischer Perspektive - etwas großzügig gesprochen - am wenigsten weit im Osten anfängt: am Bosporus. Er lebt dort in seinem momentanen Aggretatszustand als Austauschstudent im asiatischen Teil der Stadt in einer WG und erkundet die in jeder Hinsicht pulsierende Metropole Istanbul. Und ab und zu wird er uns, so hat ers zumindest angekündigt, hier davon berichten.

Die erste Nachricht, die mich erreicht, stimmt mich allerdings eher nachdenklich.

Na da habe ich mir wieder ein tolles Land ausgesucht 
zum Erasmus studieren. Als ich nämlich - durch deinen
Blog darauf aufmerksam geworden - versucht habe youtube
zu erreichen kam folgendes Bild zum Vorschein.
Jetzt merke ich erst wie "schiach" es sich anfühlt in einem
Land mit so offensichtlicher Internetzensur zu leben.

Gruß aus Istanbul,
Georg


Freitag, 20. Februar 2009

Mittwoch, 18. Februar 2009

WINZ 09 - Duell der Donaumetropolen # 1


Meine Freundin Sarah hat sich anscheinend fürs erste einmal genug über ihre neue Heimat Linz gewundert. Jetzt geht sie nämlich daran, mit wissenschaftlich-empirischen Methoden die beiden Donaumetropolen Linz und Wien (ersteres wirklich an der Donau, letzteres mehr am Donaukanal) einem strengen Vergleich zu unterziehen. Das entspricht auch viel mehr ihrem Naturell als das bloße Wundern.

Sarahs erster Testbericht:


Ich werde ja sehr, sehr bald nach Linz ziehen.. die Wohnung in Wien ist schon fast leer, das Chaos verlagert sich immer weiter Richtung Westen.. naja, egal.

Aus diesem Anlass habe ich beschlossen, mal diese beiden Städte zu vergleichen.. es wird einige verschiedene, unter streng wissenschaftlichen Kriterien abgehaltene Versuche geben, deren Ergebnis nur von der jeweiligen Bevölkerung abhängt. Natürlich werde ich die Art der Tests nicht im Vorhinein bekanntgeben, aber sobald einer abgeschlossen ist, werde ich ihn präsentieren.

Und welcher Ort eignet sich besser als der Blog meines Winzers, der ja quasi die offizielle Mischform aus Wiener und Linzer ist? (Mah he, ich hoffe, ich werde nicht auch sowas...)
Und, der erste Test ist bereits abgeschlossen, hier das Ergebnis:

Der Postkartentest.

Ich habe 10 Postkarten mit neutraler Rückseite (immer was lustiges, nichts „stadtbezogenes,“ also keine typischen Ansichtskarten) beschriftet, adressiert und frankiert. Und dann habe ich sie liegen gelassen, fünf Karten in Wien, fünf in Linz. Ziel war es, herauszufinden, ob die Leute, die diese Karten finden, sie aufgeben oder einfach wegwerfen.

Ich habe die Karten Mitte Dezember unter der Woche an sehr öffentlichen Orten liegen gelassen. In Linz bei einem Billa auf der Landstraße, einem McDonalds ebendort, im Lentos Café, in einer Straßenbahn und am Bahnhof auf einem Bahnsteig am Hauptbahnhof.
Im Wien ebenfalls bei einem Billa und einem McDonalds (beide Mariahilferstraße) im Kaffeehaus Prückel, in der Straßenbahnlinie Eins und am Westbahnhof.

Angekommen sind bloß vier Postkarten, ich hatte mit mehr gerechnet.

Aus Linz sind die Karten aus dem Billa und vom Bahnhof angekommen, beide wurden am selben Tag, als ich sie „ausgesetzt“ hatte, die vom Billa in Linz, die vom Bahnhof wurde interessanterweise in Wien aufgegeben.

In Wien wurden die beiden erfolgreichen Karten jeweils erst am nächsten Tag aufgegeben, wieder kam die aus dem Billa an, außerdem jene, die ich in der Straßenbahn liegen gelassen habe. Auf dieser wurde zusätzlich vom Finder vermerkt: "Gruß aus der Linie 1. MK"

Also, gewonnen hat der Billa.. Nein, das wäre zu einfach. Nach angekommen Postkarten würde es Unentschieden stehen, aber Unentschieden ist langweilig, deswegen gebe ich einen Zusatzpunkt für die nette zusätzliche Nachricht auf der Postkarte aus der Einser- Linie.

Der erste Punkt geht also an Wien!

(Herzlichen Dank an die Empfänger, auch an jene sechs, die leer ausgegangen sind, ich bitte euch, fühlt euch dennoch herzlichst gegrüßt!)

Dienstag, 17. Februar 2009

Auf der Flucht

Das alte Simpsons-Sofa hat schon viel erdulden müssen. Ich kann verstehen, wenn es jetzt zu türmen versucht..

Montag, 16. Februar 2009

Rückblog 08 # 2: Das Jahr 2008 in Postings, letzter Teil

September

Im Monat September, wenn die Blätter fallen, war ich viel damit beschäftigt, zurückzublicken. Einen Rückblick widmete ich selbstverständlich dem hochkarätig besetzten Frequency-Festival. Ich wusste von religiösen Erlebnissen mit den Hives ebenso zu berichten wie von persönlichen mit Adam Green.

Bald gesellten sich dazu ebenfalls schöne Erinnerungen an ein Wochenende im Waldviertel.

Eine Rechnung hatte ich noch mit dem Jahr 2007 offen. Meine Am-liebsten-gewonnene-Platten-Liste dieses Jahrganges, die ich in der Mußezeit der ersten Jahreshälfte sehr ambitioniert begonnen hatte, war noch immer nicht zu Ende gebracht worden. Das erledigte ich jetzt noch schnell, bevor es in meinem Leben wieder betriebsamer werden würde.

Gewählt wurde auch, in diesem September. Ich war schon im Wahlkampf sehr live dabei, was aber noch eher der Kategorie Zufall zuzurechnen war. Nachdem die Urnen ausgewertet waren, fühlte ich mich aber dann auf einmal mehr politisiert denn je. Allzu oft braucht der abgestumpfte Mensch leider eine Katastrophe, um sich wieder bewusst zu werden, was wichtig ist und was zählt.

Oktober

Man begab sich also gleich ein wenig auf Ursachenforschung.

Im Sinne eines wieder auflebenden politischen Diskurses war es mir nun zudem wichtig, dass auch andere Blickwinkel auf den gesellschaftlichen Ist-Zustand in meinem Blog verstärkt präsent waren.

Wie schnell sich die politisch-gesellschaftliche Geographie aber auch wieder verändern kann, das wurde uns noch in diesem Monat eindrucksvoll vor Augen geführt. Durch ein plötzliches Ereignis, das dazu führte, dass unser südöstliches Bundesland zunächst noch weiter in Richtung Realitätsverweigerung abdriftete. Das aber zugleich regionalpolitische Tabula Rasa machte und die Zukunft wieder wie ein weißes Blatt erscheinen ließ.

November

Das Arbeitsleben hatte mich im November zumindest insoweit wieder, als ich wieder frühmorgens aus den Federn musste - Schulung war angesagt. Dementsprechend war wieder ein neuer Lebensrhythmus zu finden und zu etablieren. Dies führte aber auch dazu, dass es in meinem Blog wieder ruhiger wurde. Immerhin fand ich noch die Zeit, mich mit dem überaus historischen Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen auseinanderzusetzen.

Ebenfalls erwähnenswert: mein Besuch in Stockholm, wo es recht frisch aber auch recht schön war.

Dezember

Der letzte Monat des Jahres stand vor allem im Zeichen intensiver NGO-Aktivitäten. Am 10. Dezember feierte die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ihren 60. "Geburtstag", was meine Amnesty-Gruppe zu zahlreichen Aktionen motivierte. Und als Gruppensprecher muss man da natürlich möglichst vorbildlich mitanpacken.

So kam es, dass ich bei einer Kundgebung eben so dabei war wie bei einem Flashmob (der eigentlich ein Smartmob war), dass ich wieder einmal eine Radiosendung auf Radio FRO bestritt und außerdem zusammen mit MitstreiterInnen erstmals ein Interview auf Radio Oberösterreich gab. Und einen ganzen Haufen Amnesty-Türanhänger habe ich in einem meiner alten StudentInnenheime auch noch aufgehängt. Und das alles zeitgleich mit dem Beginn meiner Arbeitstätigkeit im Dienste des allgegenwärtigen Konsumenten.

So war ich sehr erfreut, als es zu Weihnachten wieder ruhiger zugehen durfte.

Freitag, 13. Februar 2009

Angriff der Alpenandroiden

Ich glaube, irgendwann einmal hat ein findiger Schweizer Mechaniker angefangen, Maschinen zu bauen, die so aussehen wie Menschen, aber sich nicht so verhalten, sondern vielmehr präzise und emotionslos wie Roboter das tun, was man ihnen anschafft. Diese Leistung wurde allerdings von der Welt genauso geheimgehalten wie das Rezept für Schweizer Schokolade oder die Herkunft der Gelder auf den Schweizer Bankkonten. Diese Maschinenmenschen wurden insbesondere immer dann eingesetzt, wenn es galt, nationale Krisen zu meistern.

Schon Wilhelm Tell dürfte einer gewesen sein, wie der berühmte Apfelschuss beweist. Auch Schweizer Politiker rekrutieren sich (bis auf wenige Ausnahmen wie Blocher) aus dieser metallenen Garde, was man daran erkennt, dass Sie schwierige Themen nüchtern und emotionslos zu diskutieren und rational zu behandeln pflegen. Wo eine politische Diskussion hierzulande bereits nach wenigen Minuten in übles Geifern ausartet, bleibt man im Land der Präzionsuhren in der Regel sachlich und ruhig.

Viele der leibhaftigen Schweizer haben sich mittlerweile vermutlich ganz aus dem Alltagsleben zurückgezogen, in weitverzweigte Bunkersysteme im Untergrund, die zu ungestörten Almen und Alpentälern führen oder in die Karibik. Nur ihre Konten haben sie da gelassen, die nun von gefühllosen, blechernen gewinn-maximierenden Bankmanagern verwaltet werden. Die "wahren" Schweizer leben den Traum von Paul Lafargue. Ihre Stellvertreter wurden natürlich laufend weiterentwickelt. Während von Wilhelm Tell aus nachvollziehbaren Gründen keine bildlichen Darstellungen mehr existieren (aber wer weiß, vielleicht existiert er selbst ja noch in der Tiefe eines Bunkers), haben die heutigen Geräte ("Eidgenosse 2.0") bereits einen hohen Grad an Perfektion erreicht und sind von realen Menschen kaum mehr zu unterscheiden. Sie verfügen offensichtlich auch bereits über gewisse moralisch-ethische Qualitäten, ein Gewissenschip wurde entwickelt. Erste Versuche dazu, vermutlich mit primitiven Lochkarten, hat es anscheinend schon im 16. Jahrhundert gegeben. Diese frühen technischen Wunderwerke dürften aber noch etwas unpräzise gearbeitet und zur Überreaktion geneigt haben, was unter anderem den Calvinismus zur Folge hatte.

Der neueste klare Anhaltspunkt für meine These heißt Carlo Janka. Janka hat für die Schweiz heute den Weltmeistertitel im Riesentorlauf errungen. Am selben Tag haben die Welt und er erfahren, dass sein verunglückter Teamkollege Daniel Albrecht erfreulicher Weise aus dem künstlichen Tiefschlaf aufgewacht, ansprechbar und auf dem Weg der Besserung ist.

Das ist seine Reaktion darauf:


Janka sagt gerade (bitte leicht mechanische Sprechweise dazudenken) sinngemäß, dass er sich sehr freut, dass er jetzt Riesentorlaufweltmeister ist.

Den exakt selben Gesichtsausdruck hatte er aufgesetzt als er zu Daniel Albrecht befragt wurde. Exakt den selben Gesichtsausdruck hat Carlo Janka immer.

Vor diesem Interview ist Janka (Typenbezeichnung "Deep Ski") den Hang mit einer wie von einem Prozessor gesteuerten, un-menschlichen Präzision und einer immensen Coolness hinunter gezirkelt, das einem ganz anders wurde! Nur im oberen Streckenabschnitt hatte er einen etwas gröberen Softwarefehler zu verzeichnen (vermutlich kommt die große eidgenössische Steuerzentrale im Matterhorn auch nicht ohne Windows-Betriebssystem aus).

Unheimlich!

Donnerstag, 12. Februar 2009

Kunst!




"Zitat Quadrat", Veronika Schubert

Kunst kommt von Können, oder?

Also: Könntet ihr mir vielleicht ein wenig beim Einrichten meiner Wohnung behilflich sein?

Es ist nämlich so: Ich habe viele weiße Wände, die ich zu befüllen gedenke. Und das möchte ich mit Kunstwerken tun, die FreundInnen geschaffen haben. Ganz unabhängig davon, mit welchem Anspruch oder welcher Professionalität. Das obige Beispiel stammt von einer professionellen Künstlerin, aber das ist keine Voraussetzung. Drei Kunstwerke habe ich insgesamt schon. Ich bin auch bereit, dafür zu bezahlen (oder andere Arrangements zu treffen). Ganz unabhängig davon, mit welchem Anspruch oder welcher Professionalität das Kunstwerk daherkommt.

Das ist also quasi eure Chance, in meiner Privatgalerie vertreten zu sein. Vielleicht wird man ja eines Tages sagen, dass hier alles angefangen hat, eine Szene entstanden ist, wer weiß!?

Mittwoch, 11. Februar 2009

Pasta Arrabiata

Banküberfälle sind definitiv nichts, worüber man sich amüsieren sollte. Da werden Menschen bedroht und traumatisiert.

Trotzdem kann man sich ein Schmunzeln hier nicht so recht verkneifen. Es passt einfach so gut..

Sonntag, 8. Februar 2009

Rückblog 08 # 2: Das Jahr 2008 in Postings, Teil 2

Mai

Es war Mai und ich war in Linz wieder angekommen. Ich hatte Arbeit, eine Unterkunft und das Gefühl, dass ich mir Linz ganz neu erobern musste. Alles hatte sich in dem Wiener Jahr verändert, Umstände zuvorderst, aber auch Personen und Einstellungen. Ich genoss nun die Ruhe, die ich zuvor zeitweise noch als bedrückend empfunden hatte und war eigentlich wieder sehr gerne da. Ich hatte bei F.s überaus netten Großeltern Aufnahme gefunden. Natürlich war ich aber immer noch heftig am Vergleichen. Das werde ich aber wohl immer irgendwie.

Erfreuliches trug sich derweil in anderen Teilen der Welt zu. Fouad Al-Farhan wurde freigelassen.
Es war interessant, einen Menschenrechtsfall einmal als Berichtender Schritt für Schritt, Meldung für Meldung zu verfolgen. Es ist mein festes Vorhaben, dies 2009 zu wiederholen, ja zu institutionalisieren, in einer Rubrik "Fokus Menschenrechte"!

Juni

Die Euro kam, war und nahm dieses Blog im Sturm. Von 19 Beiträgen im Juni beschäftigten sich 9 zumindest am Rande mit der schönsten Ledersache der Welt. Manchen LeserInnen war das dann auch schon ein bisschen zuviel, aber ich konnte eben nicht anders. Ich musste einfach über meine Erfahrungen in der Fanzone berichten, Analysen von holländisch-schweizerisch-kolumbianischen Beuteösterreichern einholen und die ORF-Kommentatoren einem gnadenlosen Lackmustest unterziehen. Schließlich wagte ich sogar eine kühne Prognose bezüglich des Ausganges des Turnieres, die nur haarscharf von der Realität verfehlt wurde.

Nicht nur Euphorisches, auch Tragisches gab es in jenem Monat aus der Sportwelt zu vermelden, als einer unser großen, alten Helden seinen letzten Return ins Netz schlug.

Juli

Anfang Juli erstrahlte der Stern Fußball-Spaniens heller denn je zuvor. Zudem traf ich einen echten Alt-Star Eis essend am Linzer Hauptplatz an.

Und selbst in regnerischen Nächten leuchteten in jenem Sommermonat helle Sterne am Firmament.

August

Obwohl mein seit Anfang Mai bestehendes Arbeitsverhältnis eher noch provisorischer Natur war, war der Erntemonat ein intensiver Jahresabschnitt. Das lag zum einen daran, dass ich schon wieder am Umziehen war. Aber auch mein ganz privater Schicksalsstern führte meine Wege immer wieder nach Wien. Und zuguterletzt ist der Erntemonat auch der Festivalmonat, weswegen ich wegen Frequency und Bock Ma´s einige zusätzliche Kilometer zurücklegte.

Auch politisch war einiges los. In Österreich dämmerte ein unheilvoller Urnengang heran, im Kaukasus brach sogar ein dummer, jedoch leider handfester Krieg aus.

Donnerstag, 5. Februar 2009

The Men They Could Not Pack

Was ist lästiger als nach dem Kauf einer Doppel-CD (The Men They Could Not Hang - "Smugglers and Bounty Hunters") festzustellen, dass die CD 2 darin zweimal enthalten ist?

Richtig: Nach erfolgter Reklamation und Nachbestellung die Entdeckung zu machen, dass man nun das exakte Gegenstück in Händen hält. Man kann sich jetzt zweimal die CD 1 anhören.

Verrückt. Vielleicht kann sich jetzt bitte Angela Merkel einschalten. Die hat ja mittlerweile sogar dem Papst schon sehr erfolgreich gesagt, was er zu tun hat.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Rückblog 08 # 2: Das Jahr 2008 in Postings, Teil 1

Das Jahr 2008 war ein Jahr markanter, zuweilen dramatischer Umwälzungen. In die Annalen der Geschichte wird es wohl in erster Linie als das Jahr der hereinbrechenden (wirtschaftlichen) Krise eingehen. Die Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten hat dazu am Ende des Jahres einen euphorischen Kontrapunkt gesetzt. Die Begeisterung um den Hoffnungsträger Obama muss aber natürlich vor dem Hintergrund der Krise gesehen werden. In Zeiten der allgemeinen Verunsicherung tendieren die Menschen dazu, messianische Figuren herbeizusehnen. Bezeichnend wie etwa die, zweifellos mit einem untrüglichen populistischen Gespür ausgestattete, Kronen Zeitung nun den neuen Präsidenten zum Supermann stilisiert. Ein Medium, in dem Menschen dunkler Hautfarbe normalerweise nur mit dem Zusatz "Drogendealer" vorkommen.

Auch für mich persönlich war 2008 ein Jahr des Wandels - und dass, wie kaum ein anderes zuvor.

Dieses Blog hat dieses Jahr begleitet. Freilich nicht im Sinne einer getreulichen Chronik. Vielmehr fasst es, wenn man es retrospektiv liest, schlicht und einfach zusammen, was mich in diesem Jahr jeweils gerade besonders beschäftigt hat, was mir interessant, was mir mitteilungswürdig erschien. Es ist ein sehr subjektiver Blick auf das Jahr ´08.

Jänner

Das Jahr begann für mich ein bisschen müde und ziemlich ratlos. Ein bisschen müde, weil ich im Jahr zuvor geglaubt hatte, parallel das Leben eines arbeitenden Menschen und das eines Studenten führen zu können. Die Umstellung brauchte Zeit und Kraft. Rhythmen und Gewohnheiten waren zu überdenken und zu ändern. Ratlos war der Beginn, weil ich nicht wusste, wo es mit mir hingehen sollte - geographisch, beruflich, persönlich.

Ich bloggte viel - kein Wunder, ich hatte ja genug Zeit. Das Ergebnis war sehr durchmischt: Musik, Sport, Politik. Wenig Persönliches, dafür viel im Internetz Aufgegabeltes. Kein Wunder, mein Leben war schließlich in einen sonderbaren Ruhezustand getreten. Ich beschäftigte mich mit dem Schicksal von Fouad Al-Farhan, dem saudischen "Kollegen", dem sein Engagement für das Recht, kritisch zu denken, zum Verhängnis geworden ist.

Außerdem fand ich erneut im "Venedig des Traunviertels" Obdach - im malerischen Kirchdorf. Dort verweilte ich eine Woche und versuchte J.s Haushalt nicht allzu sehr durcheinander zu bringen.

Februar

Der hohe bloggereitechnische Produktivitätslevel blieb auch im Februar aufrecht. 21, zum Teil recht ausführliche, Postings stehen zu Buche. Ich zog mich zeitweise ins Salzkammergut zurück. Dort gehe ich hin, wenn ich mir der Dinge in aller Ruhe klar werden will. Dort verfolgte ich also auch das sonderbare, "freundschaftliche" 3:3 unserer Fußball-Nationalelf gegen den großen, nördlichen Rivalen. Mein sogleich unter dem unmittelbaren Einfluß des Gesehenen verfasster, nicht gerader Hickersberger-affiner, Beitrag katapultierte mein Blog in nie dagewesene (und nie beabsichtigte)Sphären. Ein Fußballblogger und Online-Standard-Poster hatte den Link über den betreffenden Artikel unters Volk gebracht und mein Blog sogleich in seinem Standard-Posting zu einem der "besten Fußball-Blogs" (der Welt?!) geadelt. Ich hatte damals noch einen Counter installiert und konnte mich bis zur Aufklärung der Angelegenheit über die ständigen Zugriffe auf mein Blog nur wundern.

Die vorhandene Zeit und Muße nützte ich auch dazu, ein Geständnis abzulegen. In einem Akt befreiender Offenheit bekannte ich meine peinlichsten Lieblingssongs.

Auch Politik war in diesem Monat Thema. Ich schrieb meine Gedanken zur Debatte über das Mehrheitswahlrecht nieder und äußerte mich zum nunmehrigen Favoriten auf die US-Präsidentschaft, Barack Obama.

März

Anfang März hatte ich ein spirituelles Erweckungserlebnis, wie es in Phasen der Orientierungslosigkeit nun einmal vorkommen kann. Ein Eremit, der üblicherweise in kontemplativer Versenkung vor seinem Fernseher die Wunder des Kosmos ergründet, weihte mich ein in die Welt von Kanal Telemedial. Es folgte eine kurze esoterische Phase inklusive Gründung einer kleinen Sekte und dem einen oder anderen gemeinschaftlichen telemedialen Abend.

Ich begann mich wieder mehr und mehr auf Linz einzurichten, auch wenn ich noch ein eher provisorisches Dasein fristete.

Große Sportereignisse standen vor der Tür. Während ich die Olympischen Spiele in China sehr kritisch sah, fieberte ich der Euro schon regelrecht entgegen und verfolgte mit Interesse die Vorbereitungen.

April

Plötzlich war ich wieder ganz in Linz. Eben hatte ich noch in Wien die größte Pizza der Welt verdrückt, da fand ich mich schon im Linzer Neustadtviertel wieder und sinnierte darüber nach, was mir an Wien (nicht) abgehen würde. Die Zukunft war ein ungewisses Land. Aber, immerhin, die Dinge waren wieder in Bewegung.

Dienstag, 3. Februar 2009

Buddy Holly

Seit genau 50 Jahren ist er tot und trotzdem lebt er weiter: Buddy Holly. Seine Mischung aus Rock´n Roll, Folk und Pop war wegweisend für die Musik der 60er Jahre. Und damit für die populäre Musik des gesamten weiteren 20. Jahrhunderts.



Buddy Holly: "Peggy Sue", 1958, mit verständnisvoller Einleitung.

Sonntag, 1. Februar 2009

In der krummen Au

Cesky Krumlov (Krumau) liegt in einer omegaförmigen (schönes Wort, danke, Wikipedia) Schleife der Moldau in Südböhmen unweit der oberösterreichischen Grenze. Der Ort war in der Vergangenheit ein bedeutender Herrschaftssitz, zuletzt waren die Schwarzenberg hier zuhause. In Krumau befindet sich das zweitgrößte Baudenkmal Tschechiens (nach dem Hradschin), das sehr imposante und zugleich verspielte Krumauer Schloss. Den architektonischen Höhepunkt bildet die aus mehreren übereinander gelegten Bögen gebildete "Mantelbrücke", die zwei Höfe des Schlosses miteinander verbindet. Das Städtchen selber gehört zu den schönste Renaissancestädten Europas und scheint auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO auf. Die Lage von Cesky Krumlov nahe am Eisernen Vorhang und der damit verbunden Dornröschenschlaf haben es weitgehend vor planwirtschaftlichem Vandalismus bewahrt.

Vom Reiz von Krumau war auch Egon Schiele (1890-1918) sehr angetan. Die Mutter des Künstlers stammte aus dieser Stadt und er ist sogar 1911 kurzzeitig ganz dorthin gezogen. Sein Traum vom freien Leben an der Moldau scheiterte aber letztlich am Widerstand der konservativen Kleinbürger, die einen freigeistigen Künstler, der "unsittliche" Werke schuf, nicht in ihrer Mitte dulden wollten. Trotzdem hat Krumau auf Schiele Zeit seines kurzen Lebens eine starke Faszination ausgeübt. Einige seiner bekanntesten Ölgemälde stellen "sein" Krumau dar. Weil sich die Zeiten geändert haben und weil es fremdverkehrswirtschaftlich gut zu verwerten ist, wird das Andenken an den großen Meister der Wiener Moderne heute in Krumau hoch gehalten, insbesondere in dem durchaus einen Besuch lohnenden Egon Schiele Art Zentrum.

Im Sommer versinkt Krumau heute ganz im touristischen Trubel. Gestern, an jenem verschneiten Wintertag, an dem ich das Städtchen das erste Mal besucht habe, hat es sich beschaulich und idyllisch gezeigt. So fiel es umso leichter, zu verstehen, was Schiele dermaßen angesprochen hat (abgesehen davon kann ich derartige Tendenzen ohnehin gut nachvollziehen, mein Krumau ist halt Bad Ischl).

Durch das Schiele Zentrum ist Kunst und durch den Tourismus ist zudem das Kunsthandwerk in Krumau auffällig im Ortsbild verankert. Unser Besuch in Krumau galt Veronika, die nur einen Schneeballwurf vom Schiele Zentrum entfernt als Stipendiatin gerade selbst an einem Kunstwerk schafft. Eine inspirierende Nachbarschaft ist das dort wohl auf jeden Fall.

Die Bilder von diesem sehr schönen Aufenthalt in Krumau sind recht schön geworden. Das wiederum erfordert keine allzu große Kunst, das ist bei diesem Objekt nahezu unvermeidlich.



Egon Schiele, Kleine Stadt II (1912/1913)