Montag, 31. August 2009

Bock Ma´s 2009

Die Burgruine Altwartenburg befindet sich auf einem kleinen, mit Wäldern, Almen und Feldern bedeckten Hochplateau über Timelkam. Es ist ein Vorläufer der hohen Berge, die man am Horizont sieht. Die Alpen beginnen sich hier aufzustauen.

Südseitig fällt das Festivalgelände in eine tiefe Schlucht hinab. Aus diesem Grund wurden wir von unserem ersten Kampierplatz vertrieben. Verständlicherweise, denn auch ich könnte als Veranstalter kaum recht gut schlafen, wenn ich wüßte, dass da am Abgrund gefeiert wird..

Und gefeiert wurde das Bock Ma´s wieder. Wenn auch auf die typische Bock Ma´s-Art: entspannt und friedlich. Dabei schienen mir diesmal noch mehr Besucher gekommen zu sein, als in den vergangenen beiden Jahren. Lediglich der Gewitterregen, der am Freitagabend hereinbrach, sorgte dann dafür, dass sich die Zeltreihen etwas lichteten. Außerdem wäre beinahe die der Gastronomie dienende Holzkonstruktion neben der Bühne unter dem Druck der Regenmassen zusammengebrochen. Das war insoferne ganz spannend, als wir ausgerechnet dort (von unserem Haus-Meteorologen vor dem Wetterumschwung gewarnt) Zuflucht gesucht hatten und dann von einem laut schreienden Mann hinausevakuiert wurden. Aber auch das ging dann in Bock Ma´s - Manier vonstatten: die Leute verließen das sinkende Schiff gelassen.



Musik wurde natürlich auch wieder gemacht. Das Lineup war qualitativ dichter denn je.



Kreisky waren Donnerstag abends dran und waren die erste Band, die wir nach unserem Eintreffen zur Gänze erlebten (von Les Hommes Sauvages hatten wir nur die letzten Akkorde vernommen). Und erneut erlebten wir paranoiden österreichischen Weltschmerz auf internationalem Niveau.



Skaputnik brachten am Freitag mittels Ska-Rhythmusgewitter das Publikum in Wallung, bevor das reale Wetterereignis dasselbige vertrieb.

Von Ja, Panik haben wir daher nichts mitbekommen, da waren wir in unseren Zelten.



Beim ordentlichen bayerischen Balkan Beat von Kein Vorspiel war es wieder halbwegs trocken und wir wieder dabei.



Am letzten Tag, dem Samstag, versuchten Ghettoman & the Firemen Crew das Publikum mit solidem Reggae wieder munter zu kriegen.



Die Upperclass Shoplifters aus Graz sehen aus als wären sie noch keine 18, haben aber aus Electro, Indie und Punk einen Sound gebraut, der sich schon als sehr eigenständig behauptet. Die österreichische Indie-Rock-Sensation der Zukunft? (Foto: Georg Zenta)



Rentokill machen politischen Punk Rock, der zwar laut und akkurat vorgetragen wurde, im Vergleich zu den meisten anderen Acts am Bock Ma´s aber etwas angestaubt wirkte und daher das Publikum nicht wirklich mitriss.



Da Staummtisch aus Wels und Österreichs Hip-Hop-Hauptstadt Linz könnten Stadionrocker sein, wenn sie in Stadien spielen und Rock machen würden - will sagen: etwas plakativ, aber spaßig!



Tumido, ersatzgeschwächt, arbeiteten sich grummelnd und schrammelnd durch eineinhalb Nummern. Für eine eher spezielle Neigungsgruppe.

Danach wurde dem Publikum durch das Stimmgewitter Augustin & Seven Sioux, die sich gut ergänzten, respektabel eingeheizt.



Abschließend dann Gustav, die, wie schon 2007, soundmäßig auf der Bock
Ma´s Bühne eher unterging, aber dennoch zu faszinieren vermochte.

Alles in allem ein sehr schön durchgemischtes Programm, das die Möglichkeiten dieses Festivals sehr gut ausschöpfte, wohltuend nach den abgehalfterten Altrockern am Frequency..Okay, Polemik, Übertreibung, aber das musste sein!



Keine abgehalfterten Altrocker, sondern hoffungsvolle Jungspunde. Auf ein Neues im Jahr 2010..

Mittwoch, 26. August 2009

Simon´s Cat

Das Internet ist seltsam. Millionen Menschen sehen sich etwas an, was sie tagtäglich in ihrem Wohnzimmer erleben.

Ist aber zweifellos sehr gut gemacht.

Montag, 24. August 2009

Das Winzer-Experiment # 1: Tiroler Knödel

Der Zeitaufwand war beträchtlich, aber das Ergebnis konnte sich schmecken lassen. Ich habe mich durch den kabbalistischen Code eines Kochbuches gekämpft und letzten Mittwoch Tiroler Knödel fabriziert.

Ich hatte drei Joker zur Verfügung und habe alle genutzt - mit unterschiedlichem Erfolg. Die Frage, was man mit den Stängeln der Petersilie anfangen sollte, hat mir mein Freundin-Joker beantwortet (weg mit den Stängeln). Die immer noch virulente Frage, was zum Geier "glasig rösten" bedeutet, konnte ich mithilfe meines Telefon-Jokers beantworten (da hatte ich ja noch ein Telefon). Und zum Schluss nutze ich meinen Internet-Joker, um herauszufinden, welche Techniken beim Knödelformen en vogue sind. Der versagte allerdings und lieferte mir nur etliche Resultate zum Thema "was ich gerade falsch gemacht habe".

Seisdrum, die Knödel waren zwar optisch und haptisch noch nicht der Weisheit letzter Schluss, dafür haben sie aber wirklich sehr gut geschmeckt. Und, auch der Erkenntnisgewinn war beachtlich. So muss sich Demokrit gefühlt haben, als er seine Atomtheorie begriffen hat - der Semmelknödel besteht tatsächlich aus lauter kleinen Semmelstücken, unglaublich! Das macht Mut für weitere Experimente. Die Schicksalswahl fiel für nächste Woche auf "Roten Paprika-Salat".


Aber, falls ihr den Meister selbst sehen wollt, bitte (Jamie Oliver darf sich schon weinend in seinem Loft verkriechen):


PS: Aus Speicherplatzgründen bleiben diese Videos voraussichtlich nicht unbegrenzt online, also lasst euch das nicht entgehen!

Sonntag, 23. August 2009

Frequency 2009

Ich widme dem Frequency 2009 nur ein verhältnismäßig kurzes Post, da es nur ein sehr kurzes Festival für mich war.

Zur Hälfte war das ja geplant, den Donnerstag ließ ich wegen der Arbeit weg. Den Freitag mit Bloc Party und Radiohead als Hauptattraktionen hätte ich aber eigentlich schon fest eingeplant gehabt. Hätte. Ein Zwischenfall mit meinem Mobiltelefon inklusive Verkettung unglücklicher Umstände, auf die ich hier jetzt nicht näher eingehen möchte, zwang mich zu einer Kursänderung Richtung Wien.

Gestern begab ich mich dann doch noch aufs Frequency, eine knappe Entscheidung, denn es regnete und das Lineup war auch nicht gerade berauschend (was aber grosso modo für das gesamte Festival galt). Aber die Gefühlsentscheidung erwies sich als richtig, es war ein sehr angenehmer Abend in netter Gesellschaft.

In musikalischer Hinsicht geschah die Auswahl eher zufällig, denn das Programm war nicht sehr zwingend und außerdem hatte ich kein Mobiltelefon, was Alleingänge erschwerte.

MIA.: Die positive Überraschung aus meiner Sicht. MIA. aus Berlin sind ja von der Indie-Musikpresse in der Vergangenheit gerne verbal geprügelt und immer wieder als üble Hedonisten, Mainstreamer, Kapitalisten oder zeit(und ungerechter-)weise gar als rechtslastig gebrandmarkt worden. Zweifellos sind die Texte, die sie zur Aufführung bringen, nicht gerade tiefgründig oder umwerfend und auch ihr musikalischer Ausdruck findet in Bezug auf Originalität rasch sein Plafond. Aber MIA. sind auch eine starke Liveband mit ausgezeichnetem Livesound und einer durchaus mitreissenden Performance. Leichte Livekost, sehr bekömmlich.

Mando Diao: Weniger bekömmlich der Auftritt der schwedischen Indie-Rock-Stars Mando Diao. Während man ihren radiotauglichen Singles beim Abspielen aus der Konserve noch in aller Regel einen gewissen Unterhaltungswert attestieren muss, stoßen sie beim Liveauftritt ganz klar an ihre Grenzen. Ein schlecht vorgetragener Wikinger-Plünderzug durch die Musikgeschichte ist das, was hier dargeboten wird - die 60er Jahre als Geisterbahn. Das Auftreten der Band pendelt zudem lustlos in der Belanglosigkeit herum, verliert sich irgendwo im weiten Feld zwischen Extro- und Introvertiertheit in der grauen Mitte. Für den durchschnittlichen MD-Fan (16, weiblich, Poster an der Wand) reicht das freilich.

Kreisky: Im Grunde gilt, was bereits hier gesagt wurde. Nur, dass Kreisky noch ein Stück fokussierter und intensiver, mächtiger klangen als damals. Und dass trotz eines Athritis-geplagten Bassisten (fraglich, siehe Kommentare!). Auf ein Neues am Bock Ma´s-Festival nächste Woche (Frage: wie lange hält Herr Wenzl dieses Pensum durch?)!

The Prodigy: Auch hier sei auf die Vergangenheit verwiesen und im Wesentlichen der Status Quo festgestellt. Die Hunde, die Herr Flint auf seinem Leibchen beschwor ("My dogs will kill you!"), haben niemanden aufgefressen, aber ein bisschen gezwickt haben sie schon.

Donnerstag, 20. August 2009

Alle meine Fieber

Festivalfieber: Ich gehe unleugenbar auf die Dreißig zu, beginne gewisse Verschleißerscheinungen des Arbeits- und sonstigen Alltags verstärkt zu spüren, und dennoch: die Festivalitis hat mich anscheinend noch im Griff. Ich gehe immer noch auf Musikfestivals wie als wäre es..äh..2005..

Gut, ein bisschen moderater ist das schon geworden, man beginnt zu selektieren. So habe ich am Donaufestival in Krems in einer Jugendherberge genächtigt. Am Frequency dieses Wochenende werden wir dank K. überhaupt nicht am Festivalort St. Pölten untergebracht sein, sondern in der Waldesruhe des Wiener Waldes. Und das Bock Ma´s am Wochenende darauf hat das Prädikat "ur-gemütliches Festival" sowieso schon lange sicher.

Das Frequency ist ja nun schon ausverkauft. Für das Bock Ma´s gibt es freilich noch Karten und jeder, der mag, ist herzlich eingeladen, sich uns und dieser guten Sache anzuschließen!


Kochfieber: Ja, ich habe mein Versprechen gehalten und das große Experiment gestartet. Es war durchaus eine Herausforderung, bei der ich meine Joker ziehen musste, aber das Ergebnis war einigermaßen erstaunlich. Aber, da möchte ich noch nicht zuviel verraten, denn da folgen nächste Woche, wenn wieder Zeit ist, Details in Schrift und Bild.

Mittwoch, 19. August 2009

Buchers To-Do-Liste

Josef Bucher werkt also weiter an der Fassade jenes Potemkinschen Dorfes, das einst Jörg Haider begründet hat und das er gerne als dessen Vermächtnis bezeichnet: einer "liberalen" österreichischen Rechtspartei, einer "FPÖ der Mitte" (was für eine Antithese).

Damit hofft der BZÖ-Chef offensichtlich wieder einmal jene Naiven einzusacken, die sich für "gemäßigt" und "vernünftig" halten und trotzdem ein kleines bisserl rechts wählen wollen, weil "es ja so nicht weitergeht".

Das Bucher-BZÖ tut jedenfalls derzeit schon wieder so, als hätte ein Trend in Richtung Wirtschaftsliberalimus etwas mit einer Politik der gemäßigten Mitte zu tun - das hat er nicht, das hat die jüngste Geschichte eindrucksvoll gezeigt. Und auch die Tatsache, dass man jetzt verstärkt die Gleichstellung homosexueller Menschen vorantreiben möchte (auch ein Vermächtnis des verstorbenen Landeshauptmannes?), macht das BZÖ noch nicht zu einer weltoffenen Partei. Denn solche Tendenzen gibt es mittlerweile bekanntlich auch schon in der gesellschaftspolitisch konservativen ÖVP.

Wenn Herr Bucher also wirklich das BZÖ in eine "liberale Partei" umformen möchte, dann empfehle ich ihm folgende Tätigkeitsliste (er kann sie sich ja gerne im Badezimmer auf den Spiegel picken):

- Schließung gegenwärtiger und Verhinderung zukünftiger, einer "Zwischenlösung" (Petzner) dienender "Straflager" für Asylwerber
- Rücknahme und menschenwürdige Unterbringung aller Asylwerber, die rechtswidriger Weise und unter Einsatz einer polizeilichen Drohkulisse durch die Kärntner Behörden in das Flüchtlingslager Traiskirchen verbracht wurden
- Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten entsprechend den Vorgaben der
auch in Kärnten gültigen österreichischen Verfassungsordnung
- Rücktritt sämtlicher Kärntner BZÖ-Politiker, die derartige Rechtsbrüche zu verantworten haben
- Parteiausschluss sämtlicher BZÖ-Politiker, die den alkoholbedingte Unfalltod von Jörg Haider mit einer jüdischen Weltverschwörung in Zusammenhang bringen
- Parteiausschluss von Ewald Stadler (falls nicht schon im vorigen Punkt enthalten)
- Beschränkung der politischen Aktivitäten von Peter Westenthaler auf ein Schrebergartenfeld in Wien-Simmering

Möglicherweise wird nach all diesen Reformen vom BZÖ nichts mehr übrig sein.

Aber das wäre es doch wert, Herr Bucher!

Dienstag, 18. August 2009

9,58



Damals, als ich anfing mich für Sport zu interessieren, galt jeder, der die 100 Meter in unter 10 Sekunden bewältigt, als große sportliche Sensation.

Nunmehr raste also Usain Bolt, die menschliche Kanonenkugel, in einer unfassbaren Zeit von 9,58 auf einer angeblich gar nicht so schnellen Bahn zum Weltrekord.

Die Rekordflut der letzten Jahren in den Doping verseuchten Gefilden des modernen Hochleistungssports hat mich eigentlich nicht mehr interessiert, jede Bestleistung hatte automatisch den schalen Beigeschmack der potenziell regelwidrigen Leistungssteigerung. Und die nächste Dopingprobe hing ohnehin wie ein Damoklesschwert über dem Helden und seiner Tat.

Aber selbst wenn Bolt gedopt sein sollte, ist er ein Jahrhundertathlet. Die Art und Weise wie da gestern die Konkurrenz demoliert wurde, war einzigartig. Da konnte der US-amerikanische Rivale noch so fokussiert wirken und pathetisch seine Gebete sprechen während Bolt seine extrovertierte jamaikanische Feelgood-Show abzog - am Ende hatte Tyson Gay ("Tyson Gay", klingt eigentlich wie eine schlechter Witz, für den dich ein ehemaliger Boxweltmeister in deine Einzelteile zerlegt..) zwar beinahe den Weltrekord egalisiert, aber von der karibischen Rakete dennoch nur eine Staubwolke gesehen.

Das war ein magischer Moment, der uns da vorgestern ins Wohnzimmer geliefert wurde. Und Magie hat das ja so an sich, dass hinter ihr die Realität - zumindest vorübergehend - verschwindet.

Sonntag, 16. August 2009

Flashmob

Soso. Linz09 wandelt also origineller Weise auf unseren Spuren (angeblich hatten sie sogar die Chuzpe, das als den "ersten Linzer Flashmob" zu verkaufen - das war selbstverständlich schon der unsere nicht).

Und, bei aller Liebe, ein ziemlich lahmer Flashmob ist das geworden. Auch die videomäßige Aufarbeitung durch unseren Haus-Regisseur Paul F. war deutlich origineller.

Wie es auch gehen kann, haben die schwedischen Kollegen auf dem Stockholmer Sergels Torg mit ihrem Michael Jackson-Tribute gezeigt. Beeindruckend!


Freitag, 14. August 2009

Das Winzer-Experiment # 1

Manchmal sollte man vielleicht einen an sich originellen Gedanken einfach beiseite schieben und lieber den Mund halten.

Gestern zum Beispiel, da liegt dieses Kochbuch auf dem Tisch, und ich sage: "Ich werde jetzt dieses Kochbuch auf irgendeiner Seite aufschlagen, blind mit dem Finger draufzeigen und das, was ich erwische, das werde ich nächste Woche bei einer günstigen Gelegenheit kochen. "

Immerhin haben mir schon viele Leute gesagt, dass mensch eigentlich auch ein paar Rezepte beherrschen sollte und also auch ich. Ich wiederum war lange der Ansicht, dass es im ausgehenden 20./ beginnenden 21. Jahrhundert eine ausreichende Kenntnis dieser Kulturtechnik darstellen muss, wenn man Mikrowellen bedienen und Fertiggerichte in den Ofen schieben kann. Dass bei der Essenszubereitung auch der Weg das Ziel sein kann, das wäre mir nie in den Sinn gekommen.

Aber da war doch ein gewisser Zweifel, der nagte. Kochen schien zwar mühsam und zeitaufwendig zu sein, aber bei jenen Menschen, die es praktizierten, bemerkte man dann doch allzu oft einen sonderbaren Ausdruck der Befriedigung. Außerdem schienen sie mir eine stärkere Bindung zu dem zu besitzen, was sie hernach in sich hineinschoben. Es war ein bisschen wie in dem berühmten Bonmot von Brendan Behan über die Eunuchen, das er den Kritikern gewidmet hat: man sah ständig zu, war dabei, aber man verstand irgendwie nicht so ganz.

Vielleicht sollte man die Kocherei ja doch zumindest einmal probieren. Aber, aller Anfang ist schwer. Was die Sprache des Kochens betrifft, bin ich ein absoluter Analphabet. Es hat mich ganz einfach nie interessiert, meine Aufmerksamkeitsspanne im gastrokulinarischen Bereich war stets minimalst.

Und jetzt ist mein Finger da gelandet:





Tiroler Knödel können sogar zehnjährige Pfadfinder am Lagerfeuer herstellen, behauptet meine Freundin. Aber ich bin kein zehnjähriger Pfadfinder und ein Lagerfeuer kann ich bei mir in der Wohnung auch nicht anzünden (auch wenn ich so etwas schon versucht habe). Und dann ist da auch noch dieses Küchenchinesisch.

Was bitteschön bedeutet denn "glasig rösten"?? Ich weiß, wie man glasig schaut (ich verbitte mir übrigens zu diesem Thema jegliche anspielungsreichen Kommentare). Aber glasig rösten ?

Und was bitte sind "versprudelte Eier"? Aus dem Supermarktregal kenne ich Freilandeier und Bioeier, aber versprudelt?

Da meine Freundin sehr begeistert war, wird das Experiment durchgeführt (hoffen wir, dass sie das nicht noch bereut). Ich werde die Sache auf diesen Seiten am Kochen und euch damit am Laufenden halten.

Donnerstag, 13. August 2009

Schlagzeile des Jahres

Ich denke, ich habe meine Schlagzeile des Jahres gefunden:

Michael Jackson verdiente seit seinem Tod 100 Millionen Dollar
(orf.at, 13.8.)


Na, da kann man ja nur ganz herzlich gratulieren! Hoffentlich gibt er nicht wieder alles auf einmal aus.

Mittwoch, 12. August 2009

Vergessene Kapitalen # 4

Im Fluss der Geschichte sind viele Städte versunken, die einmal zu großen Hoffnungen Anlass gegeben haben. Auch viele einstige Hauptstädte heute noch existierender Staaten sind nahezu dem Vergessen anheim gefallen. Hier werden sie wieder emporgeholt.

Staat: Griechenland

Hauptstadt: Nafplio (1829-1834)

Montag, 10. August 2009

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats Juli 2009

Monatsmeister des Monats Juli 2009:


Woodpigeon - Oberkampf
Calgary, Alberta / Indiefolkpop
Gewonnene Ränge: +10

s.
Monatsmeister des Monats Juni


The Thermals - Now We Can See
Portland, Oregon / Lo-Fi Punk
Gewonnene Ränge: +5

Sie sehen aus wie die nettest möglichen Indie-Kids von nebenan. Und in etwa das dürften sie auch sein. Die Thermals aus Portland, Oregon haben Ihre erstes Album für wohlfeile $60 gemacht. Rauer Lo Fi-Punk war das, gemixt vom genialen Chris Walla, dem Keyboarder und Produzenten von Death Cab For Cutie. Mittlerweile ist ihr Sound radiotauglicher geworden und hat sie an die Spitze der Indie-Charts katapultiert, aber die grobkörnig-wilde Seele der Thermals-Musik ist immer noch vorhanden und macht ihren unverwechselbaren Charme aus. Die Gestaltungsmittel der Band sind dabei eher reduziert, auf Albumlänge kann das rasch ein bisschen viel des Wenigen werden. Aber ihre besten Nummern entfalten eine energetische und frische Kraft, die sie zu herausragenden Singles stempelt. So auch "Now We Can See" vom neuesten Album-Wurf gleichen Namens. Hier sitzen die Akkorde wieder prächtig am rechten Fleck, ebenso wie wohl die Herzen der sympathischen Kids aus dem Westen von Oregon (einem kurios-gespaltenen Staat mit ultra-liberalem Westen und ultra-konservativem Osten). Denn die haben schon mal zu Beginn ihrer Karriere vor einigen Jahren einen $50.000-Werbedeal (das sind 833,3 Debütalben) mit Hummer ausgeschlagen.



Donnerstag, 6. August 2009

Ach, Attnang

Um Menschenrechtsverletzungen hautnah zu erleben muss man nicht in ferne Länder reisen oder sich hinter die verschlossenen Türen von Polizeianhaltezentren schmuggeln.

Man kann sich zum Beispiel auch in den Zug setzen und nach Attnang-Puchheim fahren.

Dort wird "Mosquito", ein Schallsystem, das einen hochfrequenten Pfeifton aussendet, den nur Jugendliche hören können, verwendet, um junge Störenfriede aus dem Hof des Schlosses Puchheim zu vertreiben.

Das Problem dabei ist nicht, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Zusammenrottung von Gruppen zu verhindern, die anderen Menschen das Leben schwer machen.

Das Problem ist, dass "Mosquito" so fein auf sein Ziel eingestellt ist wie eine Selbstschussanlage oder eine Streumine. Jeder Jugendliche, ebenso wie jeder Erwachsene mit sensiblem Gehör, egal aus welchem Grund er sich im Wirkungsbereich der Anlage befindet, wird von dem Pfeifton physisch attackiert. Das ist von Haus aus und zwangsläufig unverhältnismäßig, diskriminiert ganze Bevölkerungsgruppen und stellt daher eine Menschenrechtsverletzung dar. Zudem werden Jugendliche damit pauschal kriminalisiert.

"Mosquito" ist außerdem Ausdruck einer kurzsichtigen Art der Kriminalitätsbekämpfung, die glaubt, Probleme lösen zu können, indem sie diese räumlich verlagert.

Es ist ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, wenn sie glaubt, Probleme mit jenen jungen Menschen, die sie selbst hervorgebracht hat, lösen zu können, in dem sie überzogene und unverhältnismäßige Mittel und gar - wie in unserem Beispiel - physische Gewalt einsetzt. Was in der Spirale des "Law-and-Order"-Populismus als nächstes kommt, wenn sich herausstellt, dass die jungen Devianten sich nicht in Luft auflösen, nur weil man sie ein wenig abgedrängt hat, mag man sich dann gar nicht ausmalen.

Dienstag, 4. August 2009

Straight Outta Kärnten

Manche Stimmen aus dem Popkulturjournalismus halten K.I.Z., die Pseudo-Gangster-Rapper aus Berlin, für brillante Satiriker. Man lobt ihre teils radikalen, teils subversiven Texte und vergleicht sie mit den frühen Ärzten.

Ich sehe und höre das ehrlich gesagt ein bisschen anders.

Ich finde, dass da (Achtung: nicht ganz jugend- und geschmackssicher, daher trumpfen K.I.Z. vermutlich derzeit in den deutschen Kinderzimmern dermaßen auf..) schon eher mit dem derben Holzhammer draufgekloppt wird.

Aber es hat immerhin Österreich-Bezug und daher will ich euch das nicht vorenthalten.