Sonntag, 27. September 2009

Der Schatz

Einen solchen Schatz zu finden, davon träumt wohl jeder Schatzsucher.

Ein Arbeitsloser mit einem Metalldetektor hat den "Schatz von Staffordshire", einen imposanten Hort aus dem frühen Mittelalter, entdeckt. Dieser Fund, der aus mehr als 1500 Einzelstücken besteht, wird bereits als bedeutendstes Zeugnis der angelsächsischen Ära der englischen Geschichte gehandelt.

Die Bilder davon gibt es hier zu sehen und sie sind sehr beeindruckend.

Freitag, 25. September 2009

Ein Winzer trifft..

Josef Pühringer

Es war einen wunderschöner Spätsommertag, ich glaube, es war das Jahr 2003. Ich saß in Bad Ischl auf der Esplanade beim Zauner, als ich der Anwesenheit des Landeshauptmannes am Nebentisch gewahr wurde. Ich hatte ihn zuerst gar nicht bemerkt, da er nahezu in einem der großen Sessel verschwand, die man einige Jahr zuvor angeschafft hatte, nachdem niemand geringerer als Helmut Kohl einmal in einem der eng gebauten Vorgängermodelle stecken geblieben war und von der Ischler Freiwilligen Feuerwehr hatte herausgeschnitten werden müssen (der erste Teil dieser Geschichte stimmt, der zweite nicht). Er war von einem Schwadron dunkel gekleideter 20-Jähriger umgeben , die ungemein betroffen dreinschauten, vielleicht weil sie alle bei der JVP waren, aber nur ein Mineralwasser hatten bestellen dürfen. Der Landeshauptmann schaute auch ganz verdrießlich, offensichtlich bitzelte er gerade heftig in sich hinein. Eine gefährliche Situation. Man rechnete irgendwie damit, dass er jeden Augenblick implodieren könnte und ein riesiges schwarzes Loch alles rundherum verschlingen würde, ein Drama aus schreienden Menschen und fliegenden Zaunerstollen.

Die Legende will es ja, dass sich Josef Pühringer jeden Sommer einige Tage in Ischl aufhält, so wie dazumals der Kaiser selig. Nur, dass Pühringer nicht in der Kaiservilla residiert, sondern im Hotel des Ischler ÖVP-Chefs, des ewigen Zweiten der hiesigen Bürgermeisterwahlen. Die befindet sich allerdings in unmittelbarer Nachbarschaft der Kaiservilla. Die halten sie vermutlich frei, falls der Chef der Raiffeisen-Bank einmal spontan in Ischl vorbeischauen möchte.


Erich Haider

Damals, als ich noch im ersten meiner beiden sozialdemokratischen Studentenheime wohnte - genau genommen war es das Jahr 1998 - ereilte uns eines Tages durch unseren radikal-sozialistischen Hausmeister eine mysteriöse Einladung. Die WIST (das war der Heimträger) freue sich sehr darauf, uns kennen zu lernen, hieß es da. Wir seien ganz herzlich ins Hauptheim zu Würstel und Bier eingeladen. Einfach so. Weil man uns so gern habe. Da ich an jenem Abend in Wien war, wurde leider nichts daraus. Daher konnte ich auch nicht die persönliche Bekanntschaft von Erich Haider machen, der dann, so wurde berichtet, zufällig auch anwesend war und mit sehr berührenden Worten seinen harten Lebensweg (Arbeiterkind - Informatikstudium - Ehefrau - SPÖ) schilderte. Er verstehe die Nöte der Studentenschaft und gönne ihnen daher Bier und Würstel von Herzen. Man solle das bei der kommenden Wahl bitte bedenken.

Meine erste persönliche Begegung mit Herrn Haider hatte ich letztes Jahr. Am Vortag hatte sich der wesentlich bekanntere Politiker gleichen Namens auf fahrlässige Art und Weise selbst ums Leben gebracht. Der lebende Haider nahm sehr hastig ein Amnesty-Flugblatt entgegen und verschwand Richtung OK-Platz. Wenige Wochen später schaute er dann auch noch durch meine Bürotüre.


Rudolf Anschober

Herrn Anschober habe ich das erste Mal auf einer Grünen Wahlparty am Uhrfaraner Jahrmarktgelände getroffen, das mag so ca. 2006 gewesen sein. Ich war mit D. und Freundinnen von D. dort, wir wollten primär die Sofa Surfers sehen. Rudi Anschober und Gabriela Moser standen bei einem Tischchen und tranken Sodawasser. Dann kamen die Sofa Surfers und die windschiefe Holzkonstruktion der Jahrmarktbude wackelte wie wild.

Letztes Jahr habe ich Rudi Anschober dann mehrmals in Kaffehäusern gesehen, am hellichten Tag und umgeben von kleineren Menschentrauben. Er war braungebrannt, wie eine lebende Werbefläche für Solarenergie. Vielleicht waren aber auch nur Unmengen von Kaffee dafür verantwortlich.


Manfred Haimbuchner

Manfred ist, ironischer Weise, der einzige Spitzenkandidat mit dem ich per Du bin (zumindest waren wir das, als wir uns das letzte Mal trafen). Er war tatsächlich einer der ersten, mit dem ich mich nach den Vorlesungen auf der Linzer Uni länger unterhalten habe. Abgesehen von der Tatsache, dass sein Vater ein blauer Bürgermeister war, in dessen Fußstapfen er zu treten beabsichtigte, war er eigentlich ein auffällig netter Komilitone. Er erkundigte sich als einziger danach, wie es mir als Neuzuwanderer nach Oberösterreich so ergehe. Ich gab zu, dass ich mich noch sehr fremd fühlte, weswegen ich sogar zum Wienerwald essen ginge. Er lachte mitleidig.

Allerdings soll er im Alkohol geschwängerten Kontext seiner Burschenschaft, in deren Bude angeblich Bilder von sonderbaren Gestalten aus der Vergangenheit an der Wand hängen, auch ganz andere Dinge über Neuzuwanderer gesagt haben. Da war ich aber nicht dabei, davon habe ich nur gehört.


Ursula Haubner

Vielleicht ist mir SEINE Schwester einmal in Bad Ischl begegnet, als sie dort noch an der "Knödlakademie" Kochen und Stricken unterrichtet hat. Aber da war ich dann noch ganz klein und ER war gerade erst FPÖ-Obmann geworden. Sie ist ja auch erst dank IHM politisch groß rausgekommen. Sie ist aber die einzige Spitzenkandidatin, die mir persönlich nicht erinnerlich ist, dafür bin ich IHM schon einmal begegnet (und das tieftraurige "Auf Wiederschauen", dass ER mir damals entgegenwarf, macht mich heute nachdenklich..). Und in Wahrheit gehts ja auch nur um IHN, wie das BZÖ landauf, landab auf allen Plakatwänden verkündet.

Mittwoch, 23. September 2009

Das Winzer-Experiment # 4: Frittierter Kraken

Das Buch-Orakel ist gnadenlos. Das, worauf mein Finger in dem alten, aber zeitlosen Kochbuch fällt, das wird gemacht. Fast ohne Widerrede. Eine Ausnahme gibt es nur dann, wenn die Wahl auf ein Gericht fällt, das von meinen Fähigkeiten als blutiger Anfänger derart weit entfernt ist, dass jeder Versuch einer kulinarischen Wahnsinnstat gleichkommt. Unlängst wollte das Buch Wildpastete, aber nach kurzem Blick auf die ellenlange Zutatenliste habe ich abgewunken.

"Gebackener Tintenfisch" klingt zwar eher exotisch, ist aber eigentlich ein deppeneinfaches Gericht. Zumal das Weichtier laut unserem Kochbuch in Wahrheit nicht herauszubacken, sondern (wie mich meine Freundin belehrt hat) lediglich zu frittieren war.

Aber dann war da die Tücke des Objekts. Zuerst in zoologischer Hinsicht: Laut Internetz verwendet man für das Gericht "Gebackener Tintenfisch" am besten einen Kalmar oder eine Sepie. Keinen Kraken. Tintenfisch ist eben doch nicht gleich Tintenfisch. Mangels gründlicher Recherche (und nicht ausreichend differenzierendem Kochbuch - von wegen "Tintenfisch", Herr Ruhm!) lag aber in meiner Küche nun ein Kraken zum Verkochen bereit.


Der war zwar gereinigt, aber, wie man sieht, durchaus noch als Kraken identifizierbar. Das ist für einen gelernten Endkonsumenten von vorfabriziertem Essen doch etwas Neues. Und eine klitzekleine Überwindung.

Zusätzlich stellte sich auch noch die Frage, was von dem faszinierenden Tierchen nun in die Pfanne sollte und was man lieber beiseite schnitt. Das Internetz (der erste verwendete Joker) gab die Auskunft, dass der Kopf tunlichst zu entfernen sei. Dies nicht definitiv, sondern, wie im Internetz üblich, als Mehrheitsentscheidung, aber immerhin. Daher: Kopf ab.



Das hatte allerdings zur Folge, dass die ursprünglich 500g Tintenfisch eine nicht unerhebliche Reduktion erfuhren und nach vollzogener Zubereitung nur mehr ein eher spärliches Mahl ergaben. Dieses war dafür durchaus genießbar - auch dank der laut Kochbuch vorzunehmenden Zugabe von Sauce Tartare.

Nur in optischer Hinsicht war ich nicht hundertprozentig zufrieden. Ich hatte mir in meiner küchentechnischen Ahnungslosigkeit erwartet, dass die Tentakelhaftigkeit der Speise nicht mehr so deutlich hervorsticht. Diese Illusion hat mir aber schon während des Kochens mein zweiter(Freundinnen-)Joker genommen.



Immerhin, nächstes Mal wirds dann deutlich bodenständiger (wenn auch nicht unbedingt einfacher): Einmachsuppe und Erdbeer-Pudding


Montag, 21. September 2009

Aus aktuellem, traurigem Anlass

Die Vorarlberg-Wahl ist geschlagen und das hier ist leider aktueller denn je..

A propos trauriger Anlass: Sieht so aus als würde meine Satire zur Realität werden. Eric Papilaya war zum Beispiel auch bei mir in der engeren Auswahl (er hat es aber dann doch nicht ganz auf die Liste geschafft).

Samstag, 19. September 2009

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats August 2009

The Thermals - Now We Can See
Portland, Oregon / Lo-Fi Punk
Gewonnene Ränge: +8


Super Viral Brothers - Hot Chocolate + Polar Bear Rug (Dada Life Remix)
Stockholm, Schweden / Electro Pop
Gewonnene Ränge: +8

Popmusik, das wissen wir alle, kann nur allzu rasch auf unerfreuliche Weise ins Banale, Superfizielle kippen. Im besten Fall ist das Ergebnis einer solchen Entwicklung harmlose Belanglosigkeit. Zuweilen kann aber das offensichtliche Ungleichgewicht zwischen plumpem oder simpel-pathetischem Auslöser und hervorgerufener euphorischer Reaktion einer
Publikumsmasse nachdenklich stimmen. Die Band Laibach hat sich damit in ihrer künstlerisch-provokanten Arbeit beschäftigt, wenn auch mit starker Einbeziehung des historisch-politischen Kontextes (deren Nachahmer Rammstein zeigen, wie rasch man dann von der intellektuellen Meta-Ebene wieder im Fahrwasser des Fragwürdigen landen kann).

Unbestreitbar bleibt aber, dass es ein menschliches Grundbedürfnis gibt, zusammen zu feiern und Songs, die jeder auf Anhieb versteht, gemeinsam mitzusingen. Daran ist per se nichts Schlechtes, die menschliche Gemeinschaft braucht Rituale, die Bindung schaffen. Es stimmt jedoch zuweilen etwas nachdenklich, wenn diese Bindung von DJ Ötzi, Scooter oder Hansi Hinterseer hergestellt wird.

Anstatt wie Laibach die Macht und Massenwirksamkeit des Pop durch künstlerische Mittel herauszustellen und in einen düsteren historischen Zusammenhang zu bringen (was eine spannende und wichtige Arbeit darstellt), kann man aber auch ganz einfach Popmusik machen, zu der sich großartig feiern lässt, deren Refrains jedem gleich ins Ohr gehen und die dennoch nicht plump oder auf eine stumpfe Art pathetisch daherkommt.

"Hot Chocolate + Polar Bear Rug" von den Super Viral Brothers ist ein schönes Beispiel dafür. Partymusik mit Witz ist das, was dieses in Stockholm beheimatete Duo, das aus einem amerikanischen Sänger mit Opernausbildung und einem schwedischen Elektronik-Bastler besteht, hier in die Welt hinaussendet. Sozusagen DJ Ötzi in einer viel, viel besseren Welt. Und "Hot Chocolate + Polar Bear Rug" ist erst der Anfang, man darf gespannt sein, was da noch nachkommt.

Zunächst das offizielle Video der Originalversion, das sensible Seelen als etwas Ekel erregend empfinden mögen. Dabei werden hier nur zwei der großartigsten Dinge auf Erden gefeiert: Schokolade und das Wunder der Geburt!




Diese Remix-Version findet sich derzeit in meinen Top 25.

Mittwoch, 16. September 2009

Neues Leuchten

Meine Freundin hat unlängst DAS da bei uns im Wohnzimmer aufgehängt:



Das ist ein Luster. Dass er so aussieht, als sei er direkt aus dem Requisitenfundus der 60er Jahre - Fernsehserie "Bezaubernde Jeannie" entwendet worden, wo er als Innendekoration für die Wohn-Lampe der Titelheldin fungiert hat, ändert nichts daran. Das ist unser neuer Luster.

Manchmal erschrecke ich, wenn ich ihn sehe, manchmal bin ich angetan. Alles in allem ist mein Verhältnis zu dieser neuen Lichtorgel noch eher ambivalent.

Objektivierende Kommentare sind durchaus erwünscht.

Sonntag, 13. September 2009

Das Jackson Tribute II - Die Provinzposse

Nichts kann so billig sein, dass es nicht doch für irgend jemanden von Wert ist. Die Absage des Wiener Michael Jackson-Tribute-Konzertes, zum Beispiel, nutzt der Seite-eins-Kolumnist "dm" der Oberösterreichischen Nachrichten in der gestrigen Ausgabe zu dumpf-populistischem Wien-Bashing.

Nach einigen halbsatirischen Worten über den bekannten Geschehensablauf rund um das im Rohr krepierte Mega-Event, kommt die Schlusspointe: "Und in Wien zollt man nicht Michael Jackson Tribut, sondern der eigenen Unfähigkeit." Hoho, *schenkelklopf*!

Das ist nicht nur eine platte Vereinfachung und pauschale Beleidigung einer großen Gruppe von Menschen (aller Wiener, nämlich), sondern zudem angesichts einer nicht unbeträchtlichen Zahl groß angekündigter und dann doch gescheiterter Linz09-Events besonders peinlich.

Und es entbehrt im Übrigen auch der objektiven Grundlage. Denn dass die Stadt Wien für die gelungene Organisation eines Welt-Ereignisses mit gewaltigem Werbewert und beachtlicher Umwegrentabilität eine Förderung in Aussicht stellt, ist im Kulturbetrieb Gang und Gäbe. Dass die (noch unverbindliche) Förderzusage schließlich wieder zurück gezogen wurde, ist angesichts des offenkundigen Scheiterns der Organisatoren nur professionell. Bei der Entscheidung, ein mögliches Engagement der Stadt Wien derart öffentlich zu verkünden, mögen Wahlkampferwägungen der Wiener SPÖ eine Rolle gespielt haben. Das hat aber noch lange nichts mit einer genetisch oder sonstwie bedingten grundlegenden Unfähigkeit der Wiener zu tun, sondern ist bekanntes Politiker-Verhaltensmuster.

Die Oberösterreichischen Nachrichten täten gut daran, sich zu überlegen, ob sie derartige Ausfälle in Zukunft verantworten wollen, wollen sie als Regionalzeitung und nicht als Provinzblatt durchgehen.

Samstag, 12. September 2009

Das Jackson-Tribute

Warum das Jackson-Tribute eigentlich absagen?

Es gibt doch genug österreichische Künstler, die für ein paar Bier auf jedem Kirchenrummel auftreten. Und manche davon sind sogar richtig talentiert.

Hier die exklusive Setlist der Initiative "Rettet das Jackson-Tribute":

Mondscheiner - "Bad"
Kreisky - "Heal the World"
Fritz Svihalek - "Thriller"
Gary Howard - "They Don´t Care About Us"
Attwenger feat. Markus Rogan - "Beat It"
Manuel Ortega - "Blood On The Dancefloor"
Michi Tschugnall - "One More Chance"
Hans Krankl - "Man In The Mirror"
The Rounder Girls - "We Are The World"
Opus - "Live is Life"

Weitere Vorschläge werden gerne entgegen genommen..

Donnerstag, 10. September 2009

Das Winzer-Experiment # 3: Bauern-Omelette

Das war kein Geniestreich. Das so genannte Bauern-Omelette war eine Art Kartoffelauflauf. Bröckelwerk statt Konsistenz, wenigstens genießbarer als Roter Paprika - Salat ohne Zwiebel! Woran es gelegen hat? Keine Ahnung. Zu wenig Ei, zu große Kartoffelstücke?

Schwamm drüber und Deckel drauf.

Ah ja, das Positive sollte doch erwähnt werden: Ich habe nur zwei von drei Joker verbraucht und definitiv Lernerfolge demonstriert. Zb das mit dem "glasig rösten": Kein Joker mehr nötig! Das wunderliche Wort "versprudeln": kein Joker! Allerdings musste ich den Internet-Joker ziehen, um herauszufinden, wie lange die verfluchten Kartoffeln brauchen, um fertig gekocht zu sein. Und dann brauchte ich auch noch die Hilfe der Freundin um den Aggretatszustand des Schutthaufens in der Pfanne angemessen beurteilen zu können.

Vielleicht hätte ich den dritten Joker auch noch einsetzen sollen. Und zwar rechtzeitig.

Nächste Woche (haltet euch fest):
Gebackener Tintenfisch

Dienstag, 8. September 2009

Vergessene Kapitalen # 5

Im Fluss der Geschichte sind viele Städte versunken, die einmal zu großen Hoffnungen Anlass gegeben haben. Auch viele einstige Hauptstädte heute noch existierender Staaten sind nahezu dem Vergessen anheim gefallen. Hier werden sie wieder emporgeholt.

Heute, ein Sonderfall..

Staat: Montserrat

Hauptstadt: Plymouth

Sonntag, 6. September 2009

Das Winzer-Experiment # 2: Roter Paprika - Salat

Hochmut kommt vor dem Fall.

Da habe ich mich über das gute Gelingen meines Debütgerichts Tiroler Knödel offensichtlich so sehr gefreut, dass ich in der Folge den Roten Paprika - Salat sträflich unterschätzt habe!

Man denkt ja, so ein Salat ist eine ganz simple Angelegenheit. Immerhin habe sogar ich in der Vergangenheit desöfteren Salate gemacht, indem ich einfach diverse Zutaten zusammen geschmissen habe, die mir salatig genug erschienen. Man denkt also, dass man einen solchen Salat sozusagen ganz locker vom (Kochbuch-)Blatt kocht.

Aber einen Fehler darf man definitv bei keinem Rezept machen: nicht rechtzeitig hineinzuschauen! Denn als ich es schließlich tat, erfuhr ich, dass die Paprika zuerst "eine Weile" im Backofen angebraten werden müssen, bis man die Haut abziehen kann. Und dann müssen sie auch noch eine ganze Stunde in gekochtem Rotweinessig gebeizt werden.

Diesen zeitlichen Aufwand hatte ich nicht vorhergesehen! Was ich auch nicht bedacht hatte, war, dass jede warme Fensterbank schneller Nahrung grillen kann als unser so genannter Backofen.

Der Paprikasalat war daher erst so gegen 23.20 Uhr fertig. Und das auch nur, weil meine Freundin Feuerwehr spielte und beim Häuten der Paprika zu Hilfe kam.

Dabei war das kulinarische Ergebnis den getriebenen Aufwand eigentlich gar nicht wert. Rote Paprika und Rotweinessig passen einfach nicht zusammen. Grüne Paprika wären wohl die bessere Wahl gewesen.

Immerhin kam ich dadurch noch zum Improvisieren. Ohne Anleitung des Kochbuches schnitt ich quasi im Affekt fast eine komplette Zwiebel in den Salat. Was dieses Gericht genießbar machte.






Den Roten Paprika - Salat habe ich letzte Woche zubereitet. Dann fiel das Los auf "Bauern-Omelette". Es konnte aber diese Woche noch nicht in die Tat umgesetzt werden, da ich krank war. Nächste Woche wird das selbstverständlich nachgeholt.

Freitag, 4. September 2009

Amerikas sündigste Ecken

Wissenschaftler der Universität von Kansas haben die statistischen Daten der USA herangezogen, um die Verteilung der Intensität der sieben christlichen Todsünden über das gesamte Bundesgebiet zu ermitteln.

Das Ergebnis dürfte evangelikale Fernsehprediger eher weniger freuen.

Aber zum Glück glaubt man im "Bible Belt" ja nicht so sehr an die "Wissenschaft"..

Donnerstag, 3. September 2009

Erzfeinde # 3

Gelsen.

Bei den Gelsen hat die Evolution offensichtlich nicht ganz sauber gearbeitet. Gelsen geben ein, für ihre Größe beachtliches, surrendes Geräusch von sich.

Das in Angriff genommene Wirtstier kann daher das Kommen der Stechmücke antizipieren und Abwehrmaßnahmen ergreifen (unsereins betätigt den Lichtschalter und greift sich das nächstbeste Buch, dessen Einband nicht zu heikel ist). Das ist, im Lichte der Evolutionstheorie betrachtet, ein klarer Nachteil im Kampf ums Weitervererben, der eigentlich schon längst verschwunden sein sollte.

Und auch mir als Wirtstier wäre es lieber, die kleinen Plagegeister wären geräuschlos unterwegs. Die mikroskopischen Mengen Blut, die sie mir abzapfen, kann ich verschmerzen und auch der Juckreiz am nächsten Tag ist meist rasch vorüber.

Aber die nicht-durchgeschlafenen Nächte verzeihe ich ihnen nie.

PS: Der biologische Zweck des enervierenden Stechmücken-Geräusches liegt darin, dass die Blut saugenden Weibchen damit paarungswillige Männchen anlocken. Hernach suchen sie uns dann heim, um an die für die Eiablage benötigten Proteine zu gelangen! Der Juckreiz ist das Ergebnis einer allergischen Reaktion auf das dabei gespritzte gerinnungshemmende Mittel.

PS2: Der Mensch (insbesondere die Untergattung Tourismusmanager) hasst die Stechmücke mittlerweile so sehr, dass er zu ziemlich dämlichen Maßnahmen greift, um sie zu bekämpfen. So wird in verstärktem Maße auf das bacillus thuringiensis zurück gegriffen, das in rauen Mengen über Flußauen und Seegebieten verteilt wir, weil es die dortige Moskito-Brut vernichtet. Das bacillus thuringiensis rafft allerdings nicht nur Stechmücken dahin, sondern auch andere Insektenarten und auch die Grünalge, die Grundlage derartiger Ökosysteme. Es ist eine Variation des Milzbrandbazillus und seine Langzeitfolgen sind nicht absehbar.

Da fragt man sich dann schon, ob nicht doch die surrende Stechmücke evolutionsmäßig am längeren Ast sitzt..

Quelle: Wikipedia