Freitag, 31. Dezember 2010

Silvestermenü

Wegen Katzenbeaufsichtigung sind wir zu Silvester diesmal ganz privat und zuhause.

Aber man kann es sich ja auch so sehr schön machen. Großes Neujahrs-Trara samt Knallerei ist sowieso nicht wirklich was für mich.

1. Gang: Tomaten auf Blätterteigscheiben


2. Gang: Salat im Glas


3. Gang: Tzatziki


4. Gang: Tortillas


5. Gang: Tiramisu


6. Gang: "Russen" (jetzt gleich, wenn wir das noch schaffen)


Dazu: Ein Riesling, trocken, Herzog von Württemberg, 2008, den wir von hier mitgebracht haben.




Den Katzen, wegen denen wir eigentlich zuhause geblieben sind, war Silvester völlig gleichgültig..


Ich hoffe, dass ihr ähnlich angenehm in das neue Jahr hinein geraten seid und wünsche euch, dass sich solch ein Trend 2011 fortsetzt!

Dienstag, 28. Dezember 2010

Fokus auf 2010

So ein Jahr mit all seinen Rückblicken auf das vorangegangene eilt ganz schön schnell dahin! Nur noch wenige Tage und 2010 ist Geschichte.

Natürlich wollen wir nicht nur 2009 gedacht haben, auch 2010 hat ein Anrecht darauf, in den Fokus genommen zu werden.

Ich darf daher wieder ganz herzlich dazu einladen, mir eure Selektion für das abgelaufene Jahr zur servieren. Selbstverständlich werden unter allen TeilnehmerInnen wieder fünf fantastische Preise verlost. Diese Preise werden im Jänner auf ebendiesem Blog vorgestellt.

Die Kategorien der Jahresumfrage sind dieselben geblieben. Sie lauten:

Bester Film, 2010 im Kino gesehen

Am liebsten gehörtes Musikalbum 2010 (muss nicht 2010 erschienen sein)

Am liebsten gehörtes Musikstück 2010 (muss nicht 2010 erschienen sein)

Bestes Konzert 2010

Lieblingsbuch 2010

Das Schönste überhaupt im Jahr 2010


Nur die Frage nach dem Fußballweltmeister sparen wir uns diesmal aus naheliegenden Gründen.

Beantwortungen bitte wie immer per Kommentar, an einwinzer@gmx.at oder auf jedem anderen euch bekannten Weg! Sie werden bis Ende Jänner angenommen. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt dann bis spätestens Ende März 2011.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Rückblog # 12: Die große Entscheidung

Kinder, wie die Zeit vergeht..Aber, was lange währt, wird endlich gut. Hier sind sie also, die Resultate der Auslosung der GewinnerInnen unter den TeilnehmerInnen der Jahresumfrage 2009!

Wer wird gezogen und darf daher in die Schatzkiste des Winzers greifen?



Auslosung2010I from Ein Winzer on Vimeo.



Auslosung2010II from Ein Winzer on Vimeo.



Auslosung2010III from Ein Winzer on Vimeo.



Auslosung2010IV from Ein Winzer on Vimeo.



Auslosung2010V from Ein Winzer on Vimeo.




Die GewinnerInnen werden von mir im Laufe der nächsten Tage kontaktiert.


Anm.: Es kam insoferne zu einer kleinen Panne, als "A.W." bei der Beschriftung der Lose irrtümlich als "A.S." bezeichhnet wurde. Ein Freudscher Verschreiber. Es wurden jedoch nachträglich durch den Rechtsbeistand (aka "Glücksfee") sämtliche Lose nochmals überprüft und es konnte festgestellt werden, dass alle weiteren Lose ohne Fehl und Tadel waren. Der Fehler konnte daher keine Auswirkungen auf den Ausgang haben, da jedes Los zweifelsfrei einer Teilnehmerin/einem Teilnehmer zuordenbar war. Für die Korrektheit des Abgelaufenen steht mein Rechtsbeistand gerne mit seinem guten Namen, seiner ganzen Ehre und seinem Vermögen gerade.

Samstag, 25. Dezember 2010

Lebkuchenhaus


Design: Internet
Umsetzung: Sarah
Figur: Der ausrangierte Melchior aus der Weihnachtskrippe (wurde einst durch neuere Version ersetzt) hat endlich (wieder) ein Zuhause gefunden

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Rückblog # 11: Das Schönste überhaupt im Jahr 2009, die Jahresumfrage

A.W., Werber: "Oranje Boven. "

C.B., Studentin (Jus): "Als wir unser Hundebaby abgeholt haben."

Ednett, Blogger: "...dass es endlich um ist...""

F.A., Musikpädagoge und Organist: "Improvisieren im Ostergottesdienst am Ostersonntag."

G.S., Pfleger: "Zu erfahren, dass ich Vater werde."

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Audimaxismus."

I.W., Pensionistin: "Viele anregende Städtereisen und insbesondere auch in die Kulturhauptstadt Linz."

J.G., Studentenbetreuer: "Mit Jesus leben."

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "Eleni Mandell in Wels, Nachtspaziergang in Prag."

J.S., Steuerberaterin: "Steuerberater-Angelobungsfeier, weil ab da alles abgeschlossen war und viele nette Leute mit mir gefeiert haben."

M.K.-M., Filmemacher: "Diverse Aktionen mit meiner Freundin."

M.P., Student (Informatik): "Meine Maturaprüfung, einfach klasse. So viel Nervösität und alles, und am Ende gar nix passiert."

P.F., PR-Mann: "Minus ein Martin bisher."

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "Ist Linz. Mit allem, was dazu gehört (auch dem einen oder anderen Linzer)"

S.F., Pädagogin: "Schwanger zu sein."

S.K., Bildungsreferentin: "Die erste warme Dusche nach dem Weitwandern in Kungsleden in Schweden."

T.F., Redakteur: "Die Geburt meines Kindes."

V.S., Kulturschaffende: "k.A."

W.H., Angestellter: "Die bestandene Steuerberater-Prüfung meiner Freundin. "

Am 26.12.2010 ist der heiß ersehnte Moment gekommen (ja, ich habe euch gehört!) und die große Auslosung der fünf Preise unter den TeilnehmerInnen der Jahresumfrage 2009 wird veröffentlicht! Wer hätte das gedacht.

Rückblog # 10: Lieblingsbuch 2009, die Jahresumfrage

A.W., Werber: "Helmut Schmidt: Ausser Dienst "

C.B., Studentin (Jus): "Daniel Glattauer: Der Weihnachtshund"

Ednett, Blogger: "Marco Paolini: Der fliegende See"

Ein Winzer, Blogger: "Daniel Alarcon: Lost City Radio"

F.A., Musikpädagoge und Organist: "Sherko Fatah: Das dunkle Schiff"

G.S., Pfleger: "Tiziano Terzano: In Asien. Mentalität-Kultur-Politik"

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Alek Popov: Die Hunde fliegen tief"

I.W., Pensionistin: "Irene Dische: Großmutter packt aus"

J.G., Studentenbetreuer: "George Fox: Tagebuch"

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "Albert Camus: Die Pest"

J.S., Steuerberaterin: "Franz Kafka: Amerika"

M.K.-M., Filmemacher: "Thomas Bernhard: Der Untergeher"

M.P., Student (Informatik): "k.A."

P.F., PR-Mann: "Dan Simmons: Ilium"

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "Andreas Eschbach: Der König von Deutschland"

S.F., Pädagogin: "Yadé Kara: Selam Berlin"

S.K., Bildungsreferentin: "Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes"

T.F., Redakteur: "Fachliteratur zum Thema Baby"

V.S., Kulturschaffende: "Maureen Furniss: Art in Motion - Animation Aesthetics "

W.H., Angestellter: "Ryszard Kapuscinski: Afrikanisches Fieber "

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Rückblog # 9: Bestes Konzert 2009, die Jahresumfrage

A.W., Werber: "Pearl Jam, Rotterdam Ahoy, 13.8.2009"

C.B., Studentin (Jus): "Die Ärzte, Linz, 3.7.2009"

Ednett, Blogger: "Ma Valise, Leverkusen, 30.5.2009"

Ein Winzer, Blogger: "Stimmgewitter Augustin/Kreisky, Traun, 18.4.2009"

F.A., Musikpädagoge und Organist: "Cross Nova, Bad Ischl, 25.7.2009"

G.S., Pfleger: "Dennis Alcapone & Winston Reedy"

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Ohrbooten, Berlin, 19.12.2009"

I.W., Pensionistin: "Österreichisch-Ungarische Haydn Philharmonie (Adam Fischer), Joseph Haydn: Die Schöpfung, Eisenstadt, Haydn-Festspiele"

J.G., Studentenbetreuer: "Hausmusikabend KHG-Heim"

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "Eleni Mandell, Wels, 26.4.2009"

J.S., Steuerberaterin: "Es ist sich leider keines ausgegangen."

M.K.-M., Filmemacher: "Kreisky, Traun, 18.4.2009"

M.P., Student (Informatik): "k.A."

P.F., PR-Mann: "Philip Glass: Kepler (Oper)"

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "k.A."

S.F., Pädagogin: "Hans Söllner"

S.K., Bildungsreferentin: "k.A."

T.F., Redakteur: "Grace Jones, Frequency, 21.8.2009"

V.S., Kulturschaffende: "Pearl Jam, Berlin Wuhlheide, 15.8.2009 "

W.H., Angestellter: "k.A."


Ich habe versucht, die Konzerttermine so weit wie möglich zu rekonstruieren. Falls es mir einmal nicht gelungen sein sollte, bitte ich um Nachsicht oder Korrektur.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Rückblog # 8: Am liebsten gehörtes Musikstück 2009

A.W., Werber: "Michael Jackson - Don´t Stop Till You Get Enough"

C.B., Studentin (Jus): "Clueso - Gewinner

Ednett, Blogger: "Tiken Jah Fakoly - Ouvrez les frontieres"

Ein Winzer, Blogger: "The Qemists feat. Mike Patton - Lost Weekend (The Qemists Got Your Money Remix)"

F.A., Musikpädagoge und Organist: "Richard Strauss - Rosenkavalier (im TV)"

G.S., Pfleger: "Art of Fighting - Heart Translation"

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Soko - I´ll kill her"

I.W., Pensionistin: "W.A. Mozart - Requiem in d-Moll (Streichquartettfassung)"

J.G., Studentenbetreuer: "Joshua Mills - The Glory Realm (es geht los an Minute vier)"

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "Randy Newman - Mr. President (Have Pity On the Working Man)"

J.S., Steuerberaterin: Modest Mouse - "Trailer Trash"

M.K.-M., Filmemacher: "The Beatles - With a Little Help from my Friends""

M.P., Student (Informatik): "Annette Louisan - Drück die 1"

P.F., PR-Mann: "Qntal - Ozymandias 1"

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "La Roux - Bulletproof sowie Tim Minchin - "White Wine in the Sun (das passt dann, wenn die Umfrage veröffentlicht wird)"

S.F., Pädagogin: "Tori Amos - Bouncing Off Clouds"

S.K., Bildungsreferentin: "Spooman - Guata Tag"

T.F., Redakteur: "Der erste Schrei von Charlotte"

V.S., Kulturschaffende: "Soap & Skin - Spiracle sowie Shantel - Eight Bars Later"

W.H., Angestellter: "Etwas von Pete Doherty"


Eine sehr eklektische Auflistung, sehr schön! Ich glaub, ich mach mir einen Sampler daraus..

Montag, 20. Dezember 2010

Rückblog # 7: Am liebsten gehörtes Musikalbum 2009, die Jahresumfrage

Und weiter mit der Veröffentlichung der Umfrageergebnisse! Ich bin optimistisch, dass wir das noch bis Ende 2010 hinkriegen.

A.W., Werber: "Pearl Jam - Backspacer"

C.B., Studentin (Jus): "Sportfreunde Stiller - MTV Unplugged in New York"

Ednett, Blogger: "Katzenjammer- Le Pop"

Ein Winzer, Blogger: "The Men They Could Not Hang - Smugglers and Bounty Hunters"

F.A., Musikpädagoge und Organist: "Robert Schumann - Genoveva (Dresdner Philharmonie - Kurt Masur)

G.S., Pfleger: "Manic Street Preachers - Journal for Plague Lovers"

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Nitin Sawhney - Human"

I.W., Pensionistin: "Franz Schubert - Sonate in B-Dur (Valery Afanassiev)

J.G., Studentenbetreuer: "Diverse - Best Worship Songs...Ever"

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "The Rolling Stones - Beggars Banquet"

J.S., Steuerberaterin: "Alles von CocoRosie"

M.K.-M., Filmemacher: "Dixie Chicks - Taking The Long Way Home"

M.P., Student (Informatik): "k.A."

P.F., PR-Mann: "Element of Crime - Mittelpunkt der Welt"

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "Ist ganz sicher das, was in Kalenderwoche 35 im Jahr 2010 auf Platz eins ist" Das wäre dann: "Hansi Hinterseer- Ich hab dich einfach lieb"! Ich hab dich auch lieb, Schatz..

S.F., Pädagogin: "Gianluigi Troversi Nonett - Round About A Midsummer´s Dream"

S.K., Bildungsreferentin: "Anouk - Who´s Your Momma"

T.F., Redakteur: "Die Laute meiner Tochter (täglich gehört)"

V.S., Kulturschaffende: "Bell Etage - With a Flying White Flag "

W.H., Angestellter: "Alles von CocoRosie"

Samstag, 18. Dezember 2010

Rückblog # 6: 2009 im Kino, die Jahresumfrage

Welche Filme sind bei den TeilnehmerInnen der Jahresumfrage 2009 am stärksten haften geblieben? Hier kommt die Antwort.

A.W., Werber: "Adam Elliot - Mary and Max"

C.B., Studentin (Jus): "Danny Boon - Willkommen bei den Sch´tis"

Ednett, Blogger: "Danny Boyle- Slumdog Millionaire"

F.A., Musikpädagoge und Organist: k.A.

G.S., Pfleger: "Clint Eastwood - Gran Torino"

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Wolfgang Murnberger - Der Knochenmann"

I.W., Pensionistin: "Wolfgang Murnberger - Der Knochenmann"

J.G., Studentenbetreuer: k.A.

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "Michael Haneke - Das weiße Band, eine deutsche Kindergeschichte"

J.S., Steuerberaterin: "Quentin Tarantino - Inglorious Basterds"

M.K.-M., Filmemacher: "James Cameron - Avatar, Aufbruch nach Pandora"

M.P., Student (Informatik): "Jim Jarmusch - The Limits of Control"

P.F., PR-Mann: "James Cameron - Avatar, Aufbruch nach Pandora"

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "Michael Haneke - Das weiße Band, eine deutsche Kindergeschichte"

S.F., Pädagogin: "Clint Eastwood - Gran Torino"

S.K., Bildungsreferentin: "Ari Folman - Waltz with Bashir"

T.F., Redakteur: "Quentin Tarantino - Inglorious Basterds"

V.S., Kulturschaffende: "Danny Boon - Willkommen bei den Sch´tis"

W.H., Angestellter: "Quentin Tarantino - Inglorious Basterds"


Eine Auswertung dieser Umfrage (unter Berücksichtigung meiner Stimme) ergibt folgendes Bild:

Inglorious Basterds 3 Votes
Avatar
Gran Torino
Das Weiße Band
Der Knochenmann
The Limits of Control
Willkommen bei den Sch´tis je 2
Mary and Max
Slumdog Millionaire
Waltz with Bashir je 1

Wir dürfen Herrn Tarantino herzliche Glückwünsche übermitteln!



Dienstag, 14. Dezember 2010

Rückblog # 4, 2009 im Kino, Teil 4/4

02 (ex aequo) J.J. Abrams - "Star Trek" 4

Ich hatte eigentlich immer ein zwiespältiges Verhältnis zu "Star Trek". Auf der einen Seite haben mich als Kind die vermeintlichen (siehe da) technischen Errungenschaften fasziniert, mit denen einen das Star Trek-Universum beglückte - der Phaser, der Replikator, der Beamer (das war noch bevor es wirklich ein Gerät dieses Namens gab, das aber dann nicht annähernd so cool war). Auch die unendlichen, ach so unentdeckten Weiten dieses Universums, das mit jeder Folge, mit jeder Staffel wuchs, wussten zu beeindrucken. An jeder Ecke stolperte man hier über eine neue außerirdische Zivilisation. Diese waren nicht immer freundlich gesinnt, was den Spannungsfaktor erhöhte, auch wenn man sich zuweilen fragte, wie sie es mit Gesellschaftssystemen und ethischen Vorstellungen aus der Bronzezeit ins Raumschiffzeitalter geschafft hatten. Aber das machte zunächst nichts, denn, seien wir uns ehrlich, "Star Trek" war für den durchschnittlichen, halbwegs anspruchsvollen österreichischen Fernsehkonsumenten im Bereich der Science-Fiction einfach konkurrenzlos . Da war einfach nicht viel anderes. Mit der Zeit erkannte man dann auch, dass sich die Autoren durchaus Mühe machten, keine bloße Unterhaltung abzuliefern. Da wurden tiefschürfende philosophische Fragestellungen aufgeworfen und abgehandelt, schwierige ethische Konflikte waren von den Charakteren zu bewältigen (zB "wenn etwas denkt, fühlt und handelt wie ein Mensch, muss man es dann auch so behandeln?"). Dies alles vollzog sich vor dem Hintergrund einer durchaus reflektierten säkular-humanistischen Weltsicht. Aber bei allen Aufs und Abs, die sich im Laufe der (qualitativ durchaus schwankenden) Serien und Staffeln einstellten, blieben doch zwei Mängel bestehen, die eigentlich ein und derselbe waren: Auf der inhaltlichen Ebene musste man feststellen, dass die zahlreichen außerirdischen Gesellschaften erstaunlich lieblos gezeichnet waren. Zwei, drei grundsätzliche Charakterzüge, ein paar Titel und Institutionen, ein bisschen Make-Up zur Erweiterung der menschlichen Schädel-Physiognomie - und fertig war eine komplette Rasse von Milliarden Individuen. Eine differenziertere Betrachtungsweise dieser erschreckend uniformen Kulturen (einschließlich der menschlichen) wurde verweigert.Soziale, politische wie rechtliche Zusammenhänge und kulturelle Phänomene fristeten ein Nischendasein. Wie funktionieren diese Gesellschaften wirklich, wie leben diese Menschen, woran glauben sie, welche Musik hören sie, wie feiern sie? Wie sieht die Literatur, die Kunst dieser fernen Epoche aus und warum, verdammt noch einmal, zitieren diese Raumschiffskapitäne dauernd Literatur aus Jahrhunderten, über die sie sich eigentlich weit überlegen fühlen? Auf nichts von all dem hat "Star Trek" je wirklich geantwortet, außer durch Versatzstücke und Andeutungen. Wenn unsere jetzige Gegenwart schon so vielfältig und bunt ist, warum muss eine Zukunft, in der Tausende verschiedene Spezies aufeinander treffen, dann so monoton und grau-in-grau aussehen? Auf der formalen Ebene entsprach dem immer eine teilweise schwer aushaltbare Steifheit der Darsteller und die Kammerspielartigkeit der Inszenierungen. Zuweilen agierten diese Charaktere als hätten sie einen Besen im Rücken. Brachen dann einmal Emotionen durch den kühl-rationalen Panzer, wirkte das oft reichlich aufgesetzt. Auch wenn man diesen Figuren intellektuell fasziniert folgte, das Herz war nie wirklich dabei. Ich mochte "Star Trek" dennoch immer gerne, denn wer einmal mit einer solchen Parallel-Welt vertraut ist, der wird immer wieder empfänglich dafür sein. Gerade die gerne geschmähten "Star Trek"-Filme deuteten für mich das wirklich vorhandene Potenzial immer wieder an. Aber, ich habe mir immer eine kleine Revolution gewünscht, dass da einmal einer kommt, die Besen aus den Rückgraten nimmt und damit ordentlich durchkehrt. Damit ich "Star Trek" vorbehaltlos mögen kann, etwa so wie einen nahen Verwandten, an den man irgendwie zwangsläufig gebunden und dem man auch zugetan ist, der nun auf einmal so handelt, wie man es sich immer gewünscht hat. J.J. Abrams´ "Star Trek" ist ein Schritt in die richtige Richtung. Durch einen netten dramaturgischen Kniff wird hier tabula rasa gemacht und es wird möglich, ja zwingend, das ganze "Star Trek"-Universum neu zu bauen. Dass man sich dabei J.J. Abrams´ bedient hat, ist bezeichnend, steht er doch für eine ganze Generation von Regisseuren qualitativer neuer Serien. Der Film selbst ist ziemlich gut geworden, aber das ist nicht das, was ihn zu etwas Bedeutendem macht. Dies ist vielmehr der Umstand, dass es sich hier um einen in der Filmgeschichte bislang einzigartigen Befreiungsschlag handelt. Ich bin voll guter Hoffnungen.


01 Jim Jarmusch - "The Limits Of Control" 4

Etwas weniger Worte will ich verlieren zum besten Film, den ich 2009 im Kino gesehen habe. Hier muss ich die "Vorgeschichte" für mich nicht so genau analysieren (das bisherige Werk von Jim Jarmusch), lediglich die Frage stellen: Wie schafft er das, der Jim Jarmusch? Wie schafft er es, einen Film gefühlte Stunden ruhig und scheinbar ereignislos dahin laufen zu lassen und es trotzdem zu bewerkstelligen, dass man sich nicht langweilt? Im Falle von "Limits of Control" muss man konstatieren, dass hier wahrlich nicht viel passiert. Ja, es ist eine Art Agententhriller, aber einer, bei dem man nie wirklich erfährt, wer hier eigentlich warum gegen wen agiert. Die Hauptfigur, ein junger Schwarzafrikaner (wunderbar dargestellt von Isaach de Bankolé) erhält zu Beginn einen mysteriösen Auftrag, dessen Inhalt erst am Ende halbwegs klar wird. Auf dem Weg dorthin begegnet er mysteriösen Menschen, mit denen er philosophische Worte wechselt und erhält mysteriöse Hinweise. Diese bringen ihn anscheinend irgendwie weiter, ohne dass der Betrachter des Films genau versteht, warum. Auch wandelt er durch Kunstausstellungen und erweist sich als versunkener Betrachter von Kunstwerken. Seine Reise vollzieht sich vor der Kulisse spanischer Städte, schließlich landet er in einer gleißend-kargen Landschaft im Hochgebirge (vielleicht die Pyrenäen oder die Sierra Nevada), wo es zum finalen Showdown mit einem weißen, ältlichen Amerikaner (Bill Murray) kommen soll. Auch dieser wird nicht sonderlich lange oder spektakulär sein. Jim Jarmusch räumt selbst ein, dass die Geschichte in diesem Film, in dem er seinen Stil der Verlangsamung und des Minimalismus auf eine Spitze treibt, zweitrangig ist. Es ging ihm vielmehr darum, eine intensive Atmosphäre zu schaffen. Und dies gelingt ihm auf berückende Weise. Die große Filmkunst des Regisseurs ist dabei der Hauptfaktor, aber auch die schwirrende Musik von Boris sowie Sunn O)), die den Soundtrack maßgeblich prägt, trägt maßgeblich dazu bei. "Limits of Control" ist nicht ein Film im eigentlichen Sinn, sondern eine Aneinanderreihung von grandiosen Bildern und rätselhaften Aussagen. Jeder dieser Momente kann, soll vielleicht sogar in seiner ganzen atmosphärischen Entrücktheit für sich stehen. Jarmusch arbeitet dabei mit vielen ruhigen, langen Einstellungen, die auch als Werke der bildenden Kunst an die Wand hängen könnten. So wie sein Hauptakteur durch den Prado marschiert, wandelt ein Zuschauer, der dafür offen ist, durch diesen Film. Und auch der Prado erzählt schließlich keine Geschichte und weiß dennoch zu berühren! Am Ende erlaubt sich Jarmusch noch so etwas wie eine ironische Brechung, in dem er Elemente eines "richtigen" Thrillers andeutet. Und man kann, wenn man will, in dem abschließenden Dialog und Kampf sogar einen politischen Verweis sehen. Schließlich wird der Film in den USA am 1.5.2009 veröffentlicht, nicht lange nach der Vereidigung von Barack Obama zum amerikanischen Präsidenten.


Und die Winzars 2009 gehen an...


Bester Film: Jim Jarmusch - "The Limits of Control"
Beste Regie: Jim Jarmusch - "The Limits of Control"
Bestes Drehbuch: Roberto Orci & Alex Kurtzman - "Star Trek"
Beste Filmmusik: Diverse - "The Limits of Control"
Beste Hauptdarstellerin: Anne Hathaway - "Rachel´s Wedding"
Bester Hauptdarsteller: Christoph Waltz [sic!] - "Inglorious Basterds"
Beste Nebendarstellerin: Diane Kruger [sic!] - "Inglorious Basterds"
Bester Nebendarsteller: Josh Brolin - "Milk"



Und demnächst: die Filmwahl der Jahresendumfragen-TeilnehmerInnen...

Montag, 13. Dezember 2010

Kim got the blues

Dank WikiLeaks wissen wir jetzt, was Nordkora wirklich will: ein Eric Clapton-Konzert in Pjöngjang!

Das wäre doch was: der alte Herr nimmt seine Gitarre, spielt "Tears In Heaven". Und im Gegenzug reißen die Stalinisten ihre Atomanlagen nieder.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Stadien des Verfalls

Sollte man auf die Not-to-do-Liste setzen: Ein großes Stadion in Minnesota bauen. Mit großem Dach aus Glasfasern. Und dann auf die Schneeräumung vergessen.



Dank an Linda!

Theater, Theater

Dass ich ins Theater komme, ist eigentlich ein seltenes Ereignis. Nicht, dass mich das Theater nicht interessieren würde, aber irgendwie ergibt es sich nur selten. Bis zu diesem Wochenende war es daher auch schon wieder eine Weile her.

Dieses Wochenende war ich dafür gleich zweimal bei den Brettern, die die Welt bedeuten (sollen).

Zuerst Freitag abends in der Linzer Tabakfabrik bei "Der Lechner Edi schaut ins Paradies". Dieses Stück ist eine Art Mischung aus den gesammelten Werken von Nestroy, dem "Kapital" von Karl Marx und "Terminator". Das klingt witzig und das ist es teilweise auch. Der Hintergund der Zeitreisegeschichte um die Titelfigur, seine Freundin und eine mit Persönlichkeit (aber ohne "Herz", wie sie immer wieder betont) ausgestattete ausrangierte Maschine aus der Schuhproduktion ist aber ein trauriger: Autor Jura Soyfer verfasste sein Werk im Jahre 1936, mitten im repressiven Ständestaat und drei Jahre nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland. Soyfer war Marxist und demzufolge war sein Aktionsradius auf geheime Wiener Kellertheater beschränkt. Nur drei Jahre später war er tot, im Konzentrationslager Buchenwald dem Typhus erlegen. Da war er gerade siebenundzwanzig. Was aus diesem politischen Autor geworden wäre, wenn man ihn nicht so früh zu Tode gebracht hätte, lässt sich nur mutmaßen. Dem "Lechner Edi" merkt man die Jugendlichkeit seines Urhebers durchaus an, aber es ist schon ein Stück von beachtlicher Qualität. Soyfer wirbelt hier gekonnt Zeit und Raum durcheinander und schickt seinen Helden gemeinsam mit Freundin und Maschine in die Vergangenheit, wo sie die Wurzel ihres gegenwärtigen Elends - der Edi ist genauso wie die Maschine arbeitslos - auszumerzen gedenken, den menschlichen Fortschritt. Diese rückwärts gewandte Reaktion auf aktuelle Probleme stellt sich aber natürlich nicht als sehr tragfähig heraus. Der menschliche Fortschritts- und Entdeckerdrang lässt sich eben nicht aufhalten. Er lässt sich nur weise verwalten, was beim marxistisch geprägten Soyfer in letzter Konsequenz wohl bedeutet: durch ein Kollektiv von möglichst gleich Gestellten. Voraussetzung einer gerechten Gesellschaft ist aber - und das ist die Lehrbotschaft, mit der das Stück endet - dass wir alle gemeinsam die Verantwortung dafür tragen, wie mit den Ressourcen des menschlichen Fortschritts und der technologischen Entwicklung umgegangen wird. Der moderne Mensch muss erkennen: "Auf uns kommt es an!"

Der "Lechner Edi" ist mit seinen Science-Fiction- und fantastischen Elementen und seinen zeitlosen politischen wie geschichtsphilosophischen Fragestellungen ein sehr modernes Stück, auch wenn es erkennbar in der alten Wiener Theatertradition mit ihren Couplets, Strizzis und süßen Mädeln wurzelt. In dieser Brückenfunktion liegt ein faszinierender Aspekt dieses Werkes, das in der Linzer Tabakfabrik durch die Bühne04 sehr fokussiert und ohne unnötigen Ballast umgesetzt wurde. Bei den Schauspielern schien es mir zwischendurch vereinzelt leichte energiemäßige Durchhänger zu geben, die Performance steigerte sich aber zu einem guten Finale. Dem Finale folgte ein Publikumsgespräch, bei dem eher an einander vorbei geredet wurde. Ein Hauptdarsteller überzeugte jedoch vom Anfang bis zum Ende: die Tabakfabrik. Dieses ehemals von geschäftigen Arbeitern bevölkerte Gebäude ist nicht nur äusserlich eine Schönheit, sondern auch inwendig. Lang gezogene Gänge führen einen zum Aufführungsort, der großen Lösehalle (nach dem Ablösen der Tabakblätter benannt). Schon der Gang durch die Gänge und großen, leeren Hallen ehemaliger industrieller Produktion wird so auf eindrucksvolle Weise zum Teil der Inszenierung und verweist auf die Thematik des gegebenen Stückes.


Der Große Saal des Posthofes ist da als Spielstätte schon weit weniger beeindruckend als die Tabakfabrik (der eine weiter gehende kulturelle Nutzung sehr zu wünschen wäre), erfüllt aber seinen Zweck. Und im Falle der Compagnie Philippe Genty und ihrer "Voyageurs Immobiles" genannten Inszenierung sollte man seine Augen auch fest auf die Bühne gerichtet haben. Denn hier entfaltet sich ein interessanter Bühnenzauber, bei dem darstellerische Kunst, Illusionskunst, Musik, Tanz und ein sich ständig verwandelndes Bühnenbild ineinander greifen. Weil sich das herumgesprochen haben dürfte, war der Posthof Samstagabend sehr gut gefüllt. Der achtköpfigen Truppe gelang es auch tatsächlich das - sehr gesetzte - Publikum in ihren Bann zu ziehen.

"Voyageurs Immobiles" verbindet visuelle Effekte für jedermann mit dem künstlerischen Anspruch, surrealistische Traumbilder auf die Bühne zu bringen. Dabei werden bewusst nationale Grenzen überschritten, das Ensemble ist multikulturell, spricht in verschiedenen Sprachen und verwendet musikalische Einflüsse aus der gesamten Menschheit. Die Welt der Träume und die Kraft der Imagination sollen universell sein. Aber hinter der surrealen Ebene des Gezeigten stecken reale Themen: der Weg des Menschen durch sein Leben mit all seinen inneren und äußeren Kämpfen bildet einen erkennbaren Rahmen. Dazu werden auch die großen politischen Themen unserer Zeit behandelt, wie das Spekulationsunwesen an den Börsen oder Migration. Die gesamte Vorstellung dauert neunzig Minuten, was gerade die richtige Länge ist, wohl auch für die Darsteller, die unerhört akkurat und konzentriert arbeiten müssen, damit die Illusionen gelingen und das sehr ambitionierte visuelle Konzept aufgeht.




Zusammenfassend: Zwei Theaterabende, die das Potenzial von Theater abseits von Repertoire-Klassikern mit Darstellern in grauen Mänteln (die es vermutlich auch geben muss) sichtbar machen .

Freitag, 10. Dezember 2010

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Dienstag, 7. Dezember 2010

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats November 2010

Sunset Rubdown - Idiot Heart
Montréal, Québec
Gewonnene Ränge: + 13

"You can´t always get what you want" sangen weiland schon die Stones. Dem jugendlichen Herz fällt es zuweilen schwer, das zu akzeptieren. Schon Ikarus wusste nicht, wo er haltmachen sollte und verbrannte sich infolgedessen die Flügel. Die Kunst am Erwachsenwerden liegt vermutlich darin, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und dennoch oder gerade deshalb seinen Selbstwert zu konsolidieren. Der Weg zu diesem hehren Ziel endet aber - seien wir uns ehrlich - nie wirklich. Denn ohne eine Basis aus Träumen, Wünschen, Utopien fehlt uns jeglicher Antrieb. Es ist etwas Nomadisches in unserer Seele, das uns vorwärts treibt. Dieser Trieb will auch gefüttert und genährt werden - und er nimmt manchmal derart überhand, dass das erwachsene, verantwortungsbewusste Ich ganz schön ins Wanken geraten kann. Dann wird man rastlos, unzufrieden - und wird einem das bewusst, so verflucht man das idiotische Herz.

Montag, 6. Dezember 2010

Am Bahnorama

In Wien wird ein neuer Hauptbahnhof gebaut. Dass eine Metropole in der Mitte Europas nur Kopfbahnhöfe besitzt, ist zweifellos ein Anachronismus, der beseitigt gehört.

Bei den Bauarbeiten setzt man auf ein gewisses Maß Transparenz und macht daraus möglicherweise sogar noch ein Geschäft: Ein "Bahnorama" getaufter Turm inklusive Café und Ausstellung verschafft Ein- und Überblicke auf das Großprojekt und versucht sich an positiver Stimmungsmache.













Sonntag, 5. Dezember 2010

Eine eigene Wissenschaft

"Wissens, da Woifersberg is a eigene Wissenschaft!" hat ein erfahrener Taxifahrer einmal zu meinem Vater gesagt, nachdem dieser ihm mitgeteilt hatte, wo die Fuhre hingehen sollte.

In den Zeiten vor dem Aufkommen von Navigationsgeräten in Autos war es zuweilen einigermaßen schwierig, den Menschen den Weg zu unserem Wiener Zuhause zu erklären. Vor allem an der letzten Hürde scheiterten viele - das richtige Ende unserer Wohnstraße zu finden.

Immerhin hat man aber vor einiger Zeit doch beschlossen, dass man den Auswärtigen eine Unterstützung gewähren muss.



Alles klar?

Samstag, 4. Dezember 2010

Rückblog # 4, 2009 im Kino, Teil 3.5/4

05 Michael Haneke: "Das weiße Band - eine deutsche Kindergeschichte" 4

"Das weiße Band" ist Michael Hanekes filmische Auseinandersetzung mit den Wurzeln des Faschismus. Es ist verdienstvoll, dass er dabei tief gräbt, zurück geht in ein äußerlich biederes norddeutsches Dorf kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die Menschen, die diese Ansiedlung bevölkern, kann man durchaus typisch nennen. Da ist der Pastor, der meint, seine Schäfchen und insbesondere die eigenen Kinder mit strenger Härte auf dem Pfad der Tugend halten zu können. Da gibt es den Gutsherrn, der sich überheblich über der restlichen Dorfbevölkerung wähnt. Einem Lehrer begegnen wir, der mit wachsender Sorge die Geschehnisse verfolgt, aber eigentlich nur sein eigenes Glück finden möchte, dazu einen moralisch abgekommenen Arzt. Und natürlich die Kinder, getaucht in unschuldiges (schwarz-)weiß. Doch das Unheil nimmt schon seinen Lauf. Nicht im Sinne einer langsamen Entwicklung mit sich steigender Spannung wie in einem konventionellen Thriller. Gleich zu Beginn geschieht ein Unglück und es folgen weitere, wie Nadelstiche. Die große Katastrophe, auf die der Film hinaus will, liegt noch in der fernen Zukunft, doch die einzelnen, unheilvollen Ereignisse weisen in ihre Richtung. Am Ende ist es das wehrloseste, unschuldigste Mitglied der Gemeinschaft, das die aufgestaute Wut am schlimmsten trifft. Haneke taucht seine Geschichte in eine kalte Atmosphäre, klar und eindringlich. "Das weiße Band" tritt einem entgegen wie ein in Eis gehauenes Monument. Seinen Charakteren gegenüber zeigt sich Haneke gewohnt mitleidlos. In seiner kalten, hoffnungslosen Welt gibt es nicht viel Empathie und es wird auch nicht viel davon eingefordert. Gnadenlos treibt er seine Figuren in die Enge und sieht ungerührt zu, wie sie sich immer tiefer ins Unheil verstricken, bis sie ganz darin versinken. Das entspricht zweifellos der Manier dieses Regisseurs und man würde sich wünschen, dass es ihm einmal gelingen würde, etwas vielschichtiger und damit weniger pessimistisch zu filmen. Von diesem, aus meiner Sicht nicht ganz unbedeutenden, Kritikpunkt abgesehen ist "Das weiße Band" aber über weite Strecken (das Ende wirkt ein wenig ratlos, was aber vielleicht Absicht ist) ein beeindruckender Film, dicht und packend, mit souveränen schauspielerischen Leistungen veredelt.


04 Quentin Tarantino: "Inglorious Basterds" 4

Drehen wir das Zeitrad ein wenig weiter. Die nationalsozialistische Herrschaft lastet mittlerweile schwer über weiten Teilen Europas. In Frankreich führt eine kleine, illustre Truppe amerikanischer (und großteils jüdischer) Kämpfer einen Guerillakrieg gegen die Nazis. Da wird den deutschen Besatzern in entlegenen Waldgebieten aufgelauert, um sie dann mit großer Brutalität hinzumetzeln. Sinn und Zweck dieser Aktionen besteht anscheinend darin, den Nazis Angst einzujagen, insbesondere vor dem so genannten "Bärenjuden" (gespielt von Eli Roth). Über die Sinnhaftigkeit dieses (Ausgangs-)Szenarios braucht nicht nachgedacht zu werden, es handelt sich um einen Tarantino-Film, das Comichafte ist also Teil der Inszenierung. Auch der Umstand, dass hier Brutalität wie Sadismus zuweilen sehr unverhohlen und fast lustvoll zur Schau gestellt werden, folgt einem bekannten Muster des Regisseurs. Und die comicartigen Überzeichnungen und Verzerrungen im Gefüge des Streifens können diesen Makel nicht in vollem Umfang kaschieren, zumal der Plot sicherlich nicht der beste ist, den Tarantino je zustande gebracht hat. Aber dann hat "Inglorious Bastards"eben auch seine ganz großen Stärken, die ihn deutlich über den Durchschnitt hinausheben. Da ist einmal die ungemeine Detailverliebtheit, mit der sich der cineastische Weltbürger Quentin Tarantino der Thematik angenommen hat. Von historischer Genauigkeit kann zwar keine Rede sein (s. oben), aber die Atmosphäre der dargestellten Epoche ist erstaunlich gut eingefangen, was vor allem einer exzellenten Ausstattung und einer teilweise überraschenden, aber treffsicheren Auswahl der Darstellerriege zu verdanken ist. Herausragend, und das ohne jedes Wenn und Aber, ist dabei freilich Christoph Waltz. Die abgefeimte Mischung aus Intellekt, Manieren und purem Sadismus, die er seinem Oberst Hans Landa verleiht, gehört mit zum Besten, was man bisher auf der Kinoleinwand gesehen hat. Interessant, dass ihm ein befreundeter Filmregisseur einmal geraten hat, sein Karriereglück zunächst nicht in den USA zu suchen, weil er ihm das Schicksal ersparen wollte "ein Leben lang in Kriegsfilmen im Hintergrund im Stechschritt vorbeizumarschieren". Dieses Lebenskonzept dürfte aufgegangen sein. Waltz´ Performance ist dermaßen zum Niederknien, dass sie alleine die anti-faschistische Rachefantasie "Inglorious Basterds" zu einem Film macht, den man einmal gesehen haben sollte.


02 (ex aequo) Ron Howard: "Frost/Nixon" 4

Im Fernsehen gibt es weniges, das mühsamer zu verfolgen ist, als Interviews mit Politikern. Sie weichen Fragen aus, winden sich auf mehr oder minder elegante Weise, geben allgemein gehaltene Stehsätze von sich, anstatt sich festzulegen. Aus einer Reihe von Interviews mit einem Politiker einen fesselnden Film zu machen, ist daher mit Sicherheit keine geringe Herausforderung - selbst, wenn der Interviewte Richard Nixon heißt und sich in einem schwachen Moment zu der Aussage hinreißen lässt, dass der amerikanische Präsident sich für nichts rechtfertigen müsse, weil er über dem Gesetz stehe. "Frost/Nixon" ist der Beleg dafür, dass dieses Unterfangen gelingen kann. Das Werk von Ron Howard ("Apollo 13", "A Beautiful Mind") handelt von der Begegnung des britischen Journalisten David Frost mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Richard Milhouse Nixon, die im Jahr 1977, also drei Jahr nach dem unrühmlichen Ende der Präsidentschaft Nixon, für einer Interviewserie zusammen kamen. Howard inszeniert diese reale Begebenheit mit einigen fiktiven Freiheiten und als äußerlich nüchternes psychologisches Duell, bei dem der Profi Nixon zu Anfang die Oberhand hat, ehe sich das Glück zu drehen beginnt. Der Film fokussiert, wie schon der Titel deutlich macht, ganz auf die beiden Hauptakteure, die von Michael Sheen (Frost) und Frank Langella (Nixon) portätiert werden. Vor allem der Letztere liefert eine fast beängstigend gute Darstellung der verkörperten historischer Figur ab und fügt der beachtlichen Reihe von herausragenden "Nebendarsteller"-Leistungen im letzten Jahr eine weitere hinzu. Es ist faszinierend zu beobachten, wie dieser Nixon zunächst scheinbar abgeklärt, souverän und auch überheblich, im Stile eines "elder statesman", auftritt, sodann aber sein Welt- und Selbstbild ins Wanken gebracht wird. Am Ende tritt er uns nachdenklich gegenüber und zeigt sportlichen Respekt vor seinem Kontrahenten. Dieser Nixon erscheint durchaus nicht als historisches Ungeheuer, als purer Bösewicht, sondern als menschliches Wesen. Umgekehrt ist Frost keine makellose Heldengestalt, sondern ein Mann am Rande seiner Karriere, der eine ordentliche Portion Glück benötigt, um die gestellte Herausforderung zu bestehen. Regisseur Ron Howard verzichtet zur Gänze auf pathetische Schwarz-Weiß-Malerei, obwohl er zugleich durchaus klar macht, wer hier das moralische Recht auf seiner Seite hat. In diesem feinen Naturalismus liegt die große Qualität dieses sonderbar ruhigen wie intensiv-packenden Filmes.

Montag, 29. November 2010

Leslie Nielsen

Manche Filme liebt man ein Leben lang, weil man ihnen als sehr junger Mensch sehr unbedarft gegenüber getreten ist. Der Sci-Fi-Kinderfilm Star Wars ist möglicherweise ein besonders schönes Beispiel dafür. Wenn man ihn (so wie ich) erst als Erwachsener zum ersten Mal sieht, kann er einem dermaßen infantil erscheinen, dass man dem getriebenen Kult hernach völlig verständnislos gegenüber steht.

Vielleicht trifft das ja auch auf "Naked Gun" zu. Aber, das kann ich nicht wirklich beurteilen, hier bin ich derjenige, der als Halbwüchsiger in den Bann gezogen wurde und folglich zu einer objektiven Bewertung nicht mehr wirklich fähig ist. Ich habe die ersten beiden Teile der Film-Trilogie um den von Leslie Nielsen porträtierten Polizisten Frank Drebin unzählige Male gesehen, öfter als irgend ein anderes Produkt der Kinoindustrie. Es wurde zu einem regelrechten Familienritual, jedes halbe Jahr entweder den ersten oder den zweiten (pardon: zweieinhalbten) Teil in das VHS-Gerät zu schieben.

Wann immer ich Leslie Nielsen später zu Gesicht bekam, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen, stieg ein glückliches Gefühl in mir hoch. Welche Qualität diese Streifen hatten, in denen er nun auftrat und in denen teilweise doch recht krampfhaft versucht wurde, den Geist der ersten beiden Teile von "Naked Gun" zu reproduzieren, spielte dabei keine Rolle.

Wahrscheinlich liegt die Ursache dafür aber nicht nur in den angenehmen Kindheitsgefühlen, die ich mit "Naked Gun" verbinde.

Viel eher dürfte es auch damit zu tun haben, dass Leslie Nielsen wirklich ein genialer Komödiant war.


Samstag, 27. November 2010

Nikolos des Grauens?

Schenkt man Greenpeace Vertrauen, die eine eingehende Untersuchung der Schokolade-Nikoläuse des Landes durchgeführt haben, so darf man derzeit eigentlich nur mehr solche der Marke EZA kaufen. Alle anderen untersuchten Schokoladeheiligen stehen nämlich Greenpeace zufolge im Verdacht, entweder mit Hilfe von Gentechnik zustande gekommen zu sein, zur Zerstörung des Regenwaldes beizutragen oder gesundheitlich bedenkliche Zusatzstoffe zu enthalten.

Donnerstag, 25. November 2010

Nord oder Süd, wen interessierts

Verdammt schwer zu merken..



Gründerväter, auch verdammt schwer zu merken..



Anmerkung: George Washington wurde kurz zuvor von Glenn Beck erwähnt und mit Sarah Palin verglichen. Glück für sie.

Dienstag, 23. November 2010

Ohren(ge)fälliges # 17

Rodrigo Y Gabriela - Buster Voodoo
Dublin, Irland - Ciudad de Mexico, Mexiko

Diesen Oktober hätten Rodrigo Y Gabriela eigentlich auf ausgiebiger Tour in den Vereinigten Staaten sein sollen. Doch ein Arzt hatte etwas dagegen. Der Doktor handelte aus bestem Wissen und Gewissen heraus, denn Gabriela Quintero hatte sich ihren rechten Arm dermaßen lädiert, dass eine Pause zwingend vonnöten war, um dauerhafte Schäden zu verhindern. Nicht wirklich verwunderlich, wenn man die Spielweise der mexikanischen Gitarristin in Betrachtung zieht..



Rodrigo Y Gabriela sind Grenzgänger. Gabriela Quintero und ihr Kompagnon Rodrigo Sanchez starteten ihre musikalische Karriere in einer Thrash Metal-Band in Mexiko City. Sie erkannten jedoch, dass dies nicht das Ende ihrer musikalischen Fahnenstange sein konnte und setzen sich über den Ozean ab - nach Irland. Auf der grünen Insel angekommen, begannen sie mit ihren akustischen Gitarren durch die Pubs von Dublin zu ziehen und sich für ihren perkussiven Stil mit folkloristischen Einschlägen ein Publikum zu erarbeiten.
2005 standen die beiden überzeugten Veganer dann mit ihrem selbst-betitelten Album "Rodrigo Y Gabriela" überraschend auf Platz eins der irischen Albumcharts. Dass ihre musikalischen Wurzeln im Rock liegen, zeigen sie regelmäßig mit Aneignungen von Stücken wie "Stairway to Heaven" oder der Metallica-Nummer "Orion". Ihre stärksten Momente entstehen aber, wenn sie sich an ihren eigenen Nummern abarbeiten.

Sonntag, 21. November 2010

Kreationismus an der Uni Linz: Der Vortrag von Phillip Bell

Am Montag, den 8.11.2010 war auf der Linzer Johannes Kepler-Universität ein Vortragender zu Gast, der versucht hat, die dortige akademische Gemeinde vom Konzept des "Intelligent Design" zu überzeugen. Meine Freundin Sarah war unter den ZuhörerInnen. In weiterer Folge ihr Bericht.


Am Montag hatte ich das Vergnügen, einen Vortrag eines waschechten Kreationisten, Philip Bell, an der Uni Linz zu hören. Mal abgesehen davon, dass ich mich darüber geärgert habe, dass religiöse Pseudowissenschaftler an der Uni vortragen können, hab ich doch versucht, so objektiv an die Sache heranzugehen wie möglich.

Leider war meine Objektivität sofort beim Teufel, als Herr Bell gleich am Anfang auf einer Folie Richard Dawkins schlicht und einfach aus dem Zusammenhang falsch zitiert hat und diesen so hingestellt hat, als würde er als Atheist und Evolutionsbiologe nicht nur nicht an Götter glauben, sondern auch das Christentum für gefährlicher für als alle anderen Religionen halten. Das war sein Eingangszitat, obwohl er immer wieder betont hat, dass er aus wissenschaftlichen, nicht aus religiösen Gründen von Intelligent Design überzeugt ist.

Das war generell im späteren Vortrag immer wieder direkt oder indirekt zu hören. Ein "echter" Christ darf nicht an die Evolutionstheorie "glauben", ehrenhafte Christen und ehrenhafte Wissenschaftler glauben an Gott und demzufolge an Intelligent Design und Kreationismus. Mich persönlich hat es ein wenig geärgert, dass keiner der anwesenden Menschen gegen diese Seitenhiebe protestiert hat, da es jede Menge Christen gibt, die durchaus ihren Glauben mit der ET vereinbaren können, und ich gehe davon aus, dass auch unter den Hören einige waren.

Der Hörsaal war relativ voll, Leider hab ich die Leute nicht gezählt, aber gute 100 Hörer werden es schon gewesen sein. Wenn ich die Reaktionen der Hörer richtig gedeutet habe, waren 3/4 ziemlich kritisch Herren Bells Ansichten gegenüber, 1/4 wird wohl aus tatsächlichem (und religiösem?) Grundinteresse am ID gekommen sein.

Zum Vortragsinhalt:

Zuerst hat Herr Bell klargestellt, dass er durchaus mal an die Evolutionstheorie geglaubt hat (weil ihm das die institutionalisierte Schulwissenschaft ja schon von klein auf beigebracht hatte, er wurde quasi gezwungen) und selber auch wissenschaftlich tätig war; er hat Zoologie studiert. Weiters ist er aufgrund der Beweise zum Kreationisten geworden, das hat nach seiner Aussage ganz und gar nichts mit seinem Glauben zu tun.

Dann hat er mal angefangen, alle Wissenschafter an sich als unglaubwürdig hinzustellen, indem er zuerst unterstellt hat, alle Wissenschaftler halten sich für unfehlbar und absolut objektiv (oder werden dafür gehalten), und dann gezeigt hat (was sonst?), dass das natürlich nicht so ist.

Als Nächstes hat er die wissenschaftliche Methode erklärt, eben dass man Beweise brauche und diese dann bewerten muss und objektiv an die Sache herangehen muss, dass man keine der Theorie widersprechenden Beweise auslassen darf etc.. alles ganz richtig, klar und nachvollziehbar, an diesem Punkt des Vortrags hätte ihm wohl jeder zugestimmt. Er selber ist natürlich nach eigener Aussage furchtbar mutig, sich gegen den Mainstream zu stellen und den etablierten Wissenschaftlern Stirn zu bieten und ihnen zu zeigen, dass deren Beweise auch anders interpretiert werden können, er ist quasi ein einsamer Kämpfer gegen die Wissenschaftselite.

Ja, die Beweise... hier muss ich dazu sagen, dass ich keine Expertin bin was Biologie oder Evolution betrifft und zudem nur ein paar Stichworte notiert habe. Es kann also gut sein, dass ich Details falsch verstanden habe oder falsch wiedergebe. Natürlich kann ich die Beispiele auch nicht entkräften, aber es sind eh nur "Beweise", keine Beweise.

Generell zweifelt Herr Bell nicht an, dass es innerhalb einer Art auch massive Unterschiede und Veränderungen geben kann. Er führt als prominentes Beispiel die Vielfalt der Hunde an, natürliche Selektion aufgrund (veränderter) Umwelteinflüsse hält er für wahr. Als Art gilt in seinem Verständnis alles, was sich untereinander Fortpflanzen kann, auch wenn die nachkommen unfruchtbar sind. Aber den "Urwolf", die "Urkatze", das "Urpferd" hat natürlich Gott geschaffen.

Seine "Beweise" unterteilen sich in zwei Sorten: Die Beweise, die zeigen, wo sich Evolutionswissenschaftler mal geirrt haben (als würde ein Irrtum irgendwas anderes beweisen... ) und jene, nach dem Motto: das ist so komplex, das kann nur auf einmal entstanden sein, es gibt keine Zwischenstufen.

Zur ersten Kategorie führt er den Birkenspanner an, hier meint er, alle Schullehrbücher seinen falsch, weil der Birkenspanner zwar sehr wohl seine Farbe wechselt, aber dabei sein Genom nicht verändert. Und außerdem sind alle Fotos von weißen Birkenspannern auf dunkler Birke (und andersrum) gefälscht, dafür habe man tote Birkenspanner genommen, das ganze sei nie beobachtet worden.

Als zweites Beispiel führt er den Ambulocetus an, den pakistanischen Wal. Von diesem wurde wohl in den 90ern ein Schädelknochen gefunden, und damals nahmen Wissenschaftler an, dass das Tier bereits (zum Großteil) im Wasser lebte und so eine Übergangsform vom landlebenden Säugetier zum Wal darstellte. Einige Jahre später aber wurde ein weiters, besser erhaltenes Skelett gefunden, das gezeigt hat, dass der Wal doch ein Landtier war. Hier hat ihn besonders gestört, dass in einem aktuellen Lehrbuch ("99% Ape: How Evolution Adds Up") dieser Irrtum immer noch nicht ausgebessert wurde. (Das Lehrbuch ist aber wohl eher ein populärwissenschaftliches Buch über die Evolutionstheorie, Herr Bell hat dieses Buch des öfteren kritisiert)

Interessant fand ich sein erstes Beispiel aus der Kategorie "zu komplex": es gibt einen Vorgang der absichtlichen Zellzerstörung, die vor allen im Embryonalstadium stattfindet, die Apoptose. Zum Beispiel wird die menschliche Hand zuerst wie ein Paddel gebildet und damit Finger entstehen, sterben die Zellen zwischen den Fingern "mit Absicht" ab. Im Gegensatz dazu scheinen bei der Embryonalentwicklung beim Frosch die Finger zu wachsen. Ein weiters Beispiel für Apoptose sind Fledermausflügel, die dünne Membran zwischen den Fingerknochen kommt durch unvollständige Apoptose zustande. Der Vorgang der Apoptose ist fürchterlich komplex. Unglaublich viele ganz bestimmte Hormone und Aminosäuren müssen in der richtigen Reihenfolge, am richtigen Ort, in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt gebildet werden und sich gegenseitig beeinflussen, damit das ganze funktioniert und die Babys nicht mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern geboren werden. Herr Bell meint, dass dieser Vorgang auf einmal designt werden musste, da keine kleinen Vorstufen denkbar wären.

Dann hat er über den F1-ATPase Rotationsmotor gesprochen, eine Art Zellmotor, hier bin ich zugegebenermaßen komplett ausgestiegen, er meinte jedenfalls, dass dieser komplexe Motor bereits vor den ersten Lebewesen (oder zumindest vor den ersten Lebewesen mit sexueller Fortpflanzung) dagewesen sein müsste, weil ohne diesen Motor Leben unmöglich wäre.

Dann kam noch eine Geschichte mit einem Dinosaurierfund, leider hab ich weder Fundort, noch Jahr, noch Dinosaurierart notiert, in dessen Knochen man Knochenmark fand, welches noch weich war, sodass der Dinosaurier Bells Meinung nach höchstens ein paar 1000 Jahre tot sein konnte, nicht Jahrmillionen.

Im ganzen Vortrag kamen auch immer wieder die üblichen Argumente, wie wir sie aus Diskussionen mit Kreationisten kennen, immer wieder mal zwischendurch, mal direkter, mal weniger direkt.

  • Mutationen können nur böses bewirken
  • schaut euch diesen Laptop/Flugzeugträger/Wolkenkratzer an, ihr wisst, da steckt ein Designer dahinter, als muss das bei einem noch komplexeren Ding auch der Fall sein.
  • Wissenschaftler irren (manchmal), also habe ich mit allen, was ich sage, recht; sobald ich einen Irrtum finde.
  • Es ist absolut unvorstellbar, dass aus einer Zelle sowas großartiges und perfektes wie der Mensch werden kann.
  • Evolution konnte nie beobachtet werden

Und wann immer er zum Glauben kam, hat er damit eingeleitet, dass das nichts mit seiner "wissenschaftlichen" Arbeit zu tun hat, dass er zwar Christ sei, aber dass das seine persönliche Sache wäre, und wenn er jetzt was dazu sagt, dann hat das nichts mit ID zu tun. Trotzdem wurden, teils mehrfach, folgende Dinge erwähnt:

  • Wer an Gott glaubt, muss an ID glauben
  • Evolutionisten glauben ja eh auch nur, denn wenn irgendein Zwischenglied fehlt (zB zwischen Dinosaurier und Vogel) dann glauben diese ja auch nur, dass es was dazwischen gibt.
  • Evolutionswissenschaftler mögen keine religiösen Menschen, ganz besonders keine Christen.
  • Die Bibel ist das direkte Sprachrohr Gottes

Während und vor allen nach dem Vortrag hat Herr Bell auch noch einige Fragen beantwortet, ich muss zugeben, dass er das recht geschickt gemacht hat, er hat immer zuerst den Fragesteller gelobt oder gar zugestimmt, bevor er entweder tatsächlich geantwortet hat, oder der Frage geschickt ausgewichen ist. Vor allen der Kritik, ID sei gar keine Theorie im wissenschaftlichem sinne, konnte er sich nicht stelle. Hier wurde die Diskussion gleich theologisch. Das Argument war hier, dass wenn Newton bei seiner Philosophiae Naturalis Principia Mathematica Gott erwähnt, und Newtons Theorien wissenschaftlich sind, dann ist es ID auch. Dass man für Newtons Theorie nicht an Gott glauben muss, um diese nachzurechnen, zu verstehen oder für richtig zu halten, für ID aber einen braucht, um die Entstehung der Arten zu erklären, hat er trotz mehrmaligen Nachhaken aus dem Publikum ignoriert.

Aber generell war Herr Bell ein geschickte Rhetoriker und ein durchaus charismatischer Vortragender, ich fand ihn nicht unsympathisch. Unsympathischer fand ich ne Handvoll (christlicher, gläubiger?) Zuhörer neben mir, die bei jeder kritischen Frage gleich gemault haben, aber das ist ne andere Geschichte.

Ansonsten war der Vortrag entgegen seiner ersten Ankündigungen gespickt mit religiösen Andeutungen, hat aber nichts erklärt. Man kann eine eigene Theorie nicht beweisen, indem man Irrtümer an anderen Theorien findet, und alle Beweise, die vorgebracht wurden, waren allerhöchstens Hinweise dafür dass die Evolutionstheorie noch nicht alles ganz konkret erklären kann (als hätte das jemals jemand behauptet), und dass es seit Darwin immer wieder auch Fehler gemacht wurden (was niemals von irgendwem bestritten wurde) , aber er hat nicht einen Punkt vorgebracht, der auch nur als Hinweis für ein Intelligent Design durchgehen könnte.


Mit freundlicher Genehmigung von Astrodictium Simplex.

Freitag, 19. November 2010

Web of Trust

Viele Mitmenschen begegnen dem Internetz mit einer gewissen Blauäugigkeit. Da kann es nicht schaden, diesen Link zu verbreiten.

Mittwoch, 17. November 2010

Irland

Verhält sich derzeit wie ein Wirtschaftskrimineller, der vor die Wahl gestellt wird, entweder ein paar Jahre in der Knast zu gehen oder als Gegenleistung für seinen Rückzug aus allen geschäftlichen Unternehmungen eine Millionenabfindung zu kassieren..und der den Knast wählt.

Lauter böse Dinge

Bei der CSU ist man derzeit offensichtlich hochgradig verwirrt.

Dienstag, 16. November 2010

Rückblog # 4, 2009 im Kino, Teil 3/4

Das Jahr zieht ja wirklich schnell vorbei..

2009 im Kino, Platz 9-6

09 Danny Boyle: "Slumdog Millionaire" 3.5

Dieser Film war der Sensationserfolg des Jahres 2008. Bei der Oscarverleihung 2009 räumte "Slumdog Millionaire" acht Goldstatuetten ab. Etwas komisch nur, dass die hervorragenden indischen Darsteller komplett leer ausgegangen sind, während Danny Boyles Werk in den nicht-darstellerischen Kategorien groß auftrumpfte. "Slumdog Millionaire" ist kein indischer Streifen, kein Triumph der Weltkinos, darüber können auch asiatische Klänge und exotische Settings nicht hinwegtäuschen. "Slumdog Millionaire" ist ein romantisches Hollywooddrama, das ein Brite inszeniert hat. Da wandelt die Story speziell gegen Ende auch schon Mal am Rande des vorhersehbaren Kitsches und der Berechnung. Bevor aber jetzt der Verdacht aufkommt, dass hier so etwas wie post-kolonialistisches Ausbeutungskino vorliegt, muss festgehalten werden: Boyle gelingen zwischenzeitlich immer wieder beeindruckende Einblicke in das zeitgenössische indische Leben. Und die setzt er in bewährter Manier auch bildlich eindrucksvoll in Szene.


08 Gus Van Sant: "Milk" 3.5

Das berühmteste Zitat von Harvey Milk lautet: "If a bullet should enter my brain, let it destroy every closet door." Am 28. November 1978 wurde der erste offen homosexuelle Stadtrat von San Francisco im Rathaus seiner Stadt erschossen. Milks Traum war es, dass sich alle Homosexuellen des Landes outen würden ("coming out of the closet"), sich damit ihre wahre Zahl und Stärke erweisen würde und sie damit die ihnen zustehende Rechte und den ihnen gebührenden Respekt erkämpfen könnten. Die Bluttat seines eben erst zurück getretenen Stadtratskollegen Dan White hatte weniger einen schwulenfeindlichen als mehr einen persönlichen Hintergrund (Milk hatte sich dagegen ausgesprochen, dass White von Bürgermeister Giorgio Moscone - der am selben Tag ebenfalls durch White ermordet wurde - das Amt eines Stadtrats zurück erhalten sollte). Nichtsdestotrotz machte dies Harvey Milk zu einer regelrechten Ikone der amerikanischen Homosexuellenbewegung. In Gus van Sants Film "Milk" wird er von Sean Penn dargestellt, eine Wahl, über die sich grundsätzlich sicherlich streiten lässt, die aber schließlich in schau spielerischer Hinsicht erwartungsgemäß überzeugt. Der raue Sean Penn mutiert voll und ganz zum gewandten Politiker Harvey Milk. Weit beeindruckender noch als Penn: Josh Brolin als Stadtrat Dan White, der dieser tragischen Nebenfigur eine unheimliche Faszination einzuhauchen vermag. Gus van Sant inszeniert die schicksalshafte Verstrickung dieser beiden Männer mit großer Liebe zum (historischen) Detail und in einem fast dokumentarischen Tonfall. Nur das (historisch vorgegebene) Ende ist gar arg pathetisch geraten und fällt damit aus dem Rahmen. Dennoch ist "Milk" natürlich ein ungemein wichtiger Film; in einer Welt, in der Homosexuelle in viel zu vielen Ländern der Erde noch immer verfolgt oder zumindest diskriminiert werden und sich ein Bischof Küng vor deren Netzwerken fürchten muss.


07 Jonathan Demme: "Rachel´s Wedding" 3.5

Ein Familienfest, genauer gesagt eine Hochzeit. Die Schwester der Braut kommt frisch aus dem Drogenentzug, ihre Stimmungslage ist durchaus labil. Konflikte zwischen den Familienmitgliedern scheinen unausweichlich und brechen auch aus. Die Ereignisse werden - beinahe einem Hochzeitsvideo gleich - mit der Handkamera aufgezeichnet. Es handelt sich hier aber nicht um einen skandinavischen Film, sondern um ein Werk von Jonathan Demme, der in den 90er Jahren mit "Das Schweigen der Lämmer" und "Philadelphia" Hollywood-Geschichte schrieb. Demme gelingt mit "Rachel Getting Married" ein kleiner Überraschungscoup. Der Film ist zweifellos dem Genre des Familiendramas zuzuordnen, schafft es aber zugleich, nicht in einer Pose der düsteren Verzweiflung zu erstarren, sondern bei allem Ernst leichtfüßig und auch humorvoll zu bleiben. Jene Momente, in denen etwas Hollywood-Pathos durch zu glühen scheint, werden durch die ruckelige Handkamera-Machart und einen feinen Sinn für clevere Wendungen wirkungsvoll entschärft. Zudem zeigt Anne Hathaway als Schwester der Braut eine ausgezeichnete darstellerische Leistung, mit der es sich schön mitleiden, aber auch - freuen lässt. Insgesamt ein Film, der dazu geeignet ist, Erwartungshaltungen immer wieder über den Haufen zu werfen. Meine erste positive Überraschung des vergangenen Kinojahres.


06 Sacha Baron Cohen: "Brüno" 3.5

Sprechen wir doch noch ein bisschen über Erwartungshaltungen. Bei "Brüno" machte ich mich eigentlich auf das Schlimmste gefasst: ordinäre Witze, zotiges Geblödel, hyperaktive Nervigkeit. Natürlich ist in diesem Film auch genug von diesen Dingen enthalten. Aber im Gegensatz zu dem völlig sinnfreien "Borat", hat sich Herr Cohen bei seinem neuen Werk um so etwas wie einen halbwegs stimmigen Plot bemüht. Die Hauptfigur, ein homosexueller österreichischer Modejournalist, reist in die USA, um dort berühmt zu werden. Brüno präsentiert sich uns dabei als ein wahrer Ausbund an egozentrischer Eitelkeit und Kamerageilheit. Aber er treibt diese - entsprechend Cohens bekannter Methode - auch auf entlarvende Art und Weise auf die Spitze. Ebenso wie er seine Gesprächspartner entlarvt, indem er sie in sein Spiel hineinzieht. Während er in "Borat" letztlich doch ziemlich fragwürdige Witzchen über zentralasiatische und nordamerikanische Zivilisationen zum besten gab, zielt er diesmal relativ treffsicher auf den weltweiten Kult der schönen Oberflächlichkeit, auf ausufernden Individualismus und den Hang zur Selbstdarstellung. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum das Publikum sowie das Kulturfeuilleton mit dem Streifen weniger anfangen konnte als mit "Borat". Ach ja, und das Ende ist sowieso wünderbar (Achtung: Spoiler!).

Sonntag, 14. November 2010

In Concert # 22: Wir sind Helden, 13.11.2010, Posthof, Linz

"Wir sind Helden" sind gestern abend im (nicht ausverkauften, aber recht ordentlich besuchten) Linzer Posthof aufgetreten. Mittwoch und Donnerstag war man schon in der Arena in Wien zu Gast, heute abend steht Graz auf dem Programm. Das macht in Summe nicht weniger als vier Abendauftritte in fünf Tagen. Wer da noch glaubt, das Tourleben in einer bekannten Musikgruppe sei das pure Vergnügen, der hat nicht richtig nachgedacht. Frau Holofernes´ Stimme war es denn auch anzumerken, diese wirkte doch etwas angekratzt. Hinzu kamen Soundprobleme, die zwar kaum das Publikum vor der Bühne, dafür aber die Band auf derselbigen betrafen ("Wir hören hier immer ouhhh...").

Es zeugt von hoher Professionalität, wenn trotz derartiger Widrigkeiten anstandslos ein fast zwei-stündiges Konzert gegeben wird, bei dem nahezu alle wohlbekannten Stücke aus dem eigenen Ouevre dargeboten werden (prominente Ausnahme: "Nur ein Wort"). Da hat man von prominenten Kollegen aus der großen Popwelt schon andere Dinge erlebt.

Wenn einem dann aber auch noch der Eindruck vermittelt wird, dass die Musiker auf der Bühne das auch noch irgend wie gerne tun, dann kann man das mit dem Begriff "Professionalität" nicht mehr hinreichend beschreiben. Dann muss man ganz klar sagen: "Wir sind Helden" sind nicht nur hochprofessionelle Künstler, sie sind eine integere Band. Soll heißen: Die Werte, für die sie in ihrer medialen Darstellung stehen, die vertreten sie auch auf einer konkreten Bühne. Hier wird einem - so zumindest mein Eindruck - nicht zynisch ein Konsumprodukt vor die Füße geknallt, hier ist die Liebe zur Begegnung mit dem Publikum und zum Zelebrieren des Augenblicks durchaus spürbar. Guten Tag, ich will diese zwei Stunden meines Lebens nicht zurück! Womit die gar nicht unernst gemeinte Frage beantwortet wäre, die die Band irgendwann zu Mitte ihres Linzer Auftritts gestellt hat.

Auch wenn die Rahmenbedingungen dann vielleicht doch kein ganz durchgängig magisches Konzerterlebnis möglich gemacht haben, so bleibt doch der Eindruck einer freundlichen Begegnung mit sympathischen wie charismatischen Künstlern. Und das ist beileibe nicht das Schlechteste, was man heutzutage über einen Konzertbesuch sagen kann.

Im Gegensatz zum kurzen, aber schon viel versprechenden Auftritt am diesjährigen Frequency konnten die Helden in Linz naturgemäß nicht nur mehr in die Länge, sondern auch musikalisch mehr in die Tiefe gehen. Viele Nummern aus dem neuen, nachdenklich-introvertierteren Album "Bring mich nach Hause" wurden gespielt, aber auch die eine oder Coverversion. So auch als vorletztes Stück, "Let the Sun Shine In". Dieses kam ohne jede Ironie daher, hymnisch und entschlossen. Die Helden stehen offenkundig zu dem, wovon sie überzeugt sind und verlieren sich und ihre grundlegenden Werte nicht aus den Augen.

Wesentlich verantwortlich dafür wird auch die lange Pause sein, die sich die Musiker vom Musikgeschäfts-Wahnsinn gegönnt haben. Drei Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. Seit damals wurden Kinder gemacht, es wurde viel nachgedacht und sicherlich auch viel gute Musik gehört. Ein schönes Beispiel dafür, wie man es schaffen kann, sich nicht selbst zu verlieren.


Freitag, 12. November 2010

Musikernothilfe?

Schurkisch. Auf das Mitleid mit dem Not leidenden Musikertum setzen:


A propos Internetz-Unholde: Ich sehe mich veranlasst, der Kommentarfunktion einen Menschen-Erkennungs-Filter hinzuzufügen. Der Dauerbeschuss durch russische, US-amerikanische und gualtemaltekische Spamserver geht mir jetzt doch schon gehörig auf die Nerven. Ich will nicht mehr auf "Ablehnen" klicken müssen..

Ihr dürft und sollt natürlich weiterhin Kommentare posten. Der neue Türsteher wird euch gleich durchwinken. Falls es Probleme gibt, ersuche ich um Rückmeldung.

Donnerstag, 11. November 2010

Australasien

Endlich die gerechte Retourkutsche für all die demütigenden Verwechslungen!



Wir würden ja auch nicht wollen, dass die Koreaner unseren Bundespräsidenten in einem Sträflingsanzug oder mit einem Buschmesser porträtieren.

Ich möchte an dieser Stelle noch loswerden, dass ich sehr stolz auf das bin, was unsere Burschen in Korea gegen die kommunistische Aggression geleistet haben.

Mittwoch, 10. November 2010

Kopenhagen in Buchstaben, Teil II

N wie Nörrebro

Ein ehemaliges Arbeiterviertel, dass sich jetzt zum "Kreuzberg Kopenhagens" (Reiseführer) entwickelt. Das französisch angehauchte Café Sebastopol am Sankt Hans Torv gibt es seit Mitte der Neunziger und es rühmt sich, eines der ältesten Kaffeehäuser des Viertels zu sein. Das sagt viel über die Kaffeehauskultur in Kopenhagen (recht amerikanisch, wenig berauschend) und auch über Nörrebro. In selbigem Bezirk befindet sich auch ein großer Friedhof, auf welchem die drei berühmtesten Dänen begraben sind: Hans Christian Andersen, Niels Bohr und Sören Kierkegaard.


O wie Oeresund

Meerenge zwischen Seeland (Dänemark) und Schonen (Südschweden), die mit einer mächtigen Brücke überwunden wurde. Wenn man in Kopenhagen in den Zug steigt, ist man daher in einer halben Stunde in Malmö. Das macht mehr Sinn als jeder Koralmtunnel, man sieht allerdings aus dem Zug heraus nur wenig von der Brücke und vom Sund, weil der fahrbare Untersatz recht tief unten im Brückengestänge durchrauscht. Dafür kann man hinterher sagen, dass man auch einmal in Malmö gewesen ist (sehenswert: die Festung Malmohuset und der Rathausplatz).

P wie Preise

Kopenhagen ist nichts für Menschen, die wenig Geld haben oder ausgeben wollen. Die Dänen können sich das anscheinend leisten, wie man an den vielen Kindern erkennen kann, die von jungen Leuten in Kinderwägen durch die Gegend geschoben werden (Statistik und mögliche Gründe).

Q wie Q

Buchstabe, der im Dänischen eigentlich nur in Fremd- und Lehenswörtern auftaucht

R wie Reihenhäuser

Jene in der Nähe des Festungsanlagen-Parks Kastellet gehören zu den ältesten Europas. Auch eine der ältesten Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen des Kontinents befindet sich in Kopenhagen: die Stroget. Innovative Stadtplaner, diese Kopenhagener.

S wie Shawarma

Dänemark ist nicht Dönermark, hier mag man "Shawarma", obwohl das eigentlich genau so ausschaut und vermutlich auch schmeckt.

T wie Tivoli

Ausgerechnet im Oktober geschlossen. Der direkte Vergleich mit Disneyland wäre vielleicht nicht unspannend gewesen.


U wie Untergrundbahn

Kommt in Kopenhagen ganz ohne Fahrer daher, was gut funktioniert.

V wie Victoria

Kronprinzessin von Schweden. Macht Königin Margarethe von Dänemark seit einiger Zeit massiv Konkurrenz, wie Wikipedia offenbart: Rund 50 Jahre nach der Entwicklung der Margrethe-Schüsseln wurde von den Jacob-Jensen-Designstudios die verbesserte Variante Victoria herausgegeben. Diese Schüssel ist nach der schwedischen Thronfolgerin Victoria von Schweden benannt. Victoria wurde mit einem besseren Griff, Ablauflöchern am Gummiring (damit Spülwasser ablaufen und trocknen kann), einer Aufhängöse und einer Materialverstärkung des Ausgusses versehen. Das freut uns für Victoria!


X, Y
wie ...lassen wir das

W wie Wache, königliche

Es gibt drei nach Farben unterscheidbare Gardebataillone, die beim Schloss Amalienborg, dem Kopenhagener Sitz der Königin, Wache tun. Es handelt sich samt und sonders um Wehrpflichtige, die nach Körpergröße ausgewählt und in die drei Bataillone einsortiert werden (die Großen, die ganz Großen und die Allergrößten..). Am Mittwoch haben sie besonders viel zu tun, da stehen Staatsbesuche am Programm. Wachablösen kann man aber mittags auch an allen anderen Tagen erleben.

Z wie Ziffern

Die Dänen haben mit den lateinischen Ziffern eher weniger am Hut. Bei den Kronjuwelen im Schloss Rosenberg wurde ich nach der Bedeutung des ominösen Symbols "VI" gefragt. Auch die dänischen Monarchen schreibt man im Dänischen mit arabischen Ziffern, was sich zum Teil auch auf den Kronjuwelen und in den königlichen Schlössern wieder findet. Es handelt sich hier wohl um ein Resultat der hiesigen Reformation.