Donnerstag, 29. April 2010

New York, New York

New York City hat etwas von einem fernen Planeten, auf den Reste der Menschheit am Ende ihrer irdischen Ära ausgewandert sind - futuristisch und pluralistisch. In New York fühlt man sich trotz seiner riesigen Ausmaße irgendwie zuhause. Weil hier jeder reinpasst, weil keiner auffällt. Hier kann man am schönsten in der Masse untergehen.

New York City ist natürlich auch ausgesprochen fotogen, gleichzeitig aber auch eine ziemliche fotografische Herausforderung. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dem wirklich immer ganz gerecht geworden bin, aber ein paar ganz schöne Bilder sind sicherlich dabei.

Mittwoch, 21. April 2010

Ich habe gewählt


Ich habe meine Stimme bei der diesjährigen Bundespräsidentenwahl abgegeben.

Dazu habe ich mich einer Wahlkarte bedient, da ich am Wahltag außer Landes bin (sofern der Vulkan nicht doch noch was dagegen hat - dann fällt meine Freundin um ein paar ruhige Tage um..).

Das Traurige an dieser Bundespräsidentenwahl ist ja, dass Figuren aus dem Gruselkabinett der Ideologiegeschichte enorme Bildschirm- und Medienpräsenz erhalten haben.

Das ist zu einem Gutteil auch die Schuld von Schwarz und Grün, die auf das Aufstellen von GegenkandidatInnen verzichtet haben. Aber auch der regierende Bundespräsident trägt eine gewisse Mitverantwortung. So sehr ich es persönlich verstehen kann, dass sich Fischer nicht mit Rosenkranz und Gehring an einen Tisch setzen will, so sehr frage ich mich auch, ob das wirklich so eine gute Idee war. Einerseits entsteht der Eindruck, dass Heinz Fischer ein wenig Angst vor gelebter Demokratie hat, andererseits wurde den beiden Mitbewerbern viel Zeit und eine großartige Plattform geboten, um ihre abstrusen Anschauungen unters Volk zu bringen.

Wer übrigens an der ideologischen Schlagseite der FPÖ-Kandidatin und ihres Umfeldes auch nur eine Sekunde gezögert hat, dem sei diese Lektüre empfohlen. Unglaublich, eigentlich.

Rosenkranz, das ist wohl nichts anderes als eine (weiterer) blauer Testballon, wie tolerant die österreichische Bevölkerung gegenüber offenem Rechtsextremismus bereits geworden ist.

Daher: zur Wahl gehen und Fischer wählen. Ich darf Österreich ein schönes Wahlwochenende wünschen..

Montag, 19. April 2010

In Concert # 15: Indie-Native-Festival # 2, 17.4.2010, Posthof, Linz

Die österreichische Indiepop-Szene blüht und gedeiht. Einen kleinen Eindruck davon konnte man sich auch letzten Samstag beim Indie-Native-Festival im Linzer Posthof machen. Vier Bands traten ab 20:00 Uhr in dessen Mittleren Saal auf die Bühne.

Zuerst taten das Pascal A Band, von denen wir aber nur einen guten dreiviertel Song mitbekamen, da wir uns durch die frühlingshafte Stimmung zu einem längeren Aufenthalt vor dem Posthof hatten verleiten lassen. Der dreiviertel Song hörte sich aber sehr gut an, kraftvoll-schmissige Rockgitarren verschafften uns einen guten Einstieg in den Konzertabend. Das Internet beweist: es handelt sich um eine Band, deren Stärken (derzeit) eindeutig im Livebereich liegen.

Es folgten Lehnen, eine Band aus Wien, die den Versuch unternimmt, so etwas wie die österreichische Antwort auf Placebo zu sein. Auch hier stach der ausgezeichnete Sound positiv ins Ohr. In Bezug auf Songwriting sollte man aber vielleicht noch etwas mehr den Variantenreichtum entdecken, um das Publikum nicht allzu sehr zu ermüden. Das Potenzial dazu sollte angesichts der instrumentalen Qualitäten des Quartetts aber wohl vorhanden sein.




Der dritte Act: Bernhard Eder. Dass der Oberösterreicher mit Wahlheimat Berlin ein ganz ein Guter ist, das kann grundsätzlich bereits als bekannt voraus gesetzt werden. Dass er aber im eigenen Land immer noch mit vergleichsweise geringer Publikumsbeteiligung am Beginn seiner Auftritte konfrontiert ist, erstaunt doch etwas. Immerhin verschafft das aber vielen Menschen "Aha"-Effekte, wenn sie dann mit offenen Ohren und Herzen in seinen Bann gezogen werden. Während andere die Hallen leer spielen, spielt Bernhard Eder sie voll.




Schließlich ein weiterer bekannter Name, der "Headliner": Garish. Bei ihrem KAPU-Auftritt vor zwei Jahren haben die Burgenländer noch gemutmaßt, dass sie in Hinkunft im Posthof Hausverbot haben werden. Das hat sich nicht bewahrheitet. Zum Glück, denn Garish sind live eine der besten Indiepop-Bands des Landes.

Sonntag, 18. April 2010

Samstag, 17. April 2010

Lift

Es gibt Tage, da wünsche ich mir in mein Wohnhaus einen Lift hinein.

Gestern am frühen Abend, zum Beispiel. Da war ich in einem Kaffehaus am Pfarrplatz verabredet und wollte daher dorthin gehen.

Erster Versuch: Beim Verlassen des Hauses bemerke ich, dass ich mein Mobiltelefon nicht eingesteckt habe. Daher geht es wieder die Stiegen hinauf, das Handy holen.

Zweiter Versuch: Diesmal komme ich bis zur nächsten Straßenecke. Ich stelle fest, dass es regnet, der Regen an Heftigkeit zunimmt, ich aber keinen Regenschutz mithabe. Ich mache kehrt, laufe die Stiegen hinauf. Oben angekommen tausche ich meine Jacke gegen einen Regenmantel.

Dritter Versuch: Wieder am Bürgersteig angelangt. Das ist jetzt wirklich blöd: Mein Mobiltelefon ist nicht in den Taschen des Regenmantels, es steckt immer noch in der Jacke, die oben am Kleiderbügel hängt. Die Ersteigung des Wohnhauses muss wiederholt werden.

Wie gesagt, es gibt Tage, da wünsche ich mir in mein Wohnhaus einen Lift hinein.

Freitag, 16. April 2010

Tanz auf zwei Hochzeiten

Bisher hat sich mein Freundes- und Bekanntenkreis dem Band der Ehe eigentlich konsequent entzogen. Die einzige Hochzeit, auf der ich bisher anwesend war, war jene von einem meiner beiden Cousins und das ist auch schon wieder einige Jahre her.

Nun haben mich doch einmal zwei Einladungen von hochzeitenden Freunden erreicht. Und siehe da: beide Feiern finden am selben Tag statt. Ironie des Schicksals.

Nun wäre ich natürlich beide Male gerne anwesend. Aber 12.30 Uhr St. Gilgen und 15.00 Uhr Seitenstetten, geht das? Kann man eigentlich diesen Typen mit der roten Kappe aus dem Fernsehwerbespot auch als Privatchauffeur mieten?

Dienstag, 13. April 2010

Amnesty informiert: Das Erbe der Ära Bush

Die Präsidentschaft von George W. Bush war in menschenrechtlicher Hinsicht geprägt vom so genannten "War On Terror" und dem Irakkrieg. Mehr als ein Jahr nach dem Ende der Ära Bush stellt sich die Frage, was davon geblieben ist. Was wurde aus den Opfern der durch die Vertreter Amerikas begangenen Menschenrechtsverletzungen? Was aus den TäterInnen? Wie bewältigt die neue Administration unter Barack Obama dieses Erbe?

"Amnesty informiert" versucht Antworten auf diese Fragen zu finden und bringt ein Interview mit Barbara Herold, der Autorin und Regisseurin des Theaterstückes "Cover Girl".

Die am 12.4.2010 erstmals auf Radio FRO ausgestrahlte Sendung steht im Cultural Broadcasting Archive zum Streamen oder Downloaden bereit.

Sonntag, 11. April 2010

Invasion

Es ist unheimlich, wenn man von einem (Amnesty-Mitgliederversammlungsbedingten) Wien-Wochenende nach Linz heimkehrt, die Tür aufsperrt und eine laute männliche Stimme in den eigenen vier Wänden reden hört.

Noch dazu, wenn sich dann herausstellt, dass es sich bei dem Eindringling offensichtlich um den FM4-Moderator Martin Pieper handelt.

Bei näherem Heranpirschen kann man dann feststellen, dass sich der Radiomoderator offensichtlich in der Küche eingeschlossen hat und dort Selbstgespräche führt.

Man fragt sich, ob das schon alles ist. Lümmeln Ostermayer und Edlinger auf meiner Couch und ziehen sich meine Johnny Cash-Platten rein? Liegen Stermann und Grissemann in meinem Bett und schlafen einen Rausch aus? Befindet sich etwa Martin Blumenau gerade bei mir am Klo?

Mitnichten, eine Auseinandersetzung mit berufsjugendlichen Hausbesetzern bleibt aus. Es war nur der Radiowecker, den meine Freundin in der Küche platziert und nicht ausgesteckt hat. Die Invasion ist abgesagt.

Donnerstag, 8. April 2010

Lichter in Wien

LICHTER IN WIEN

Ein Zeichen gegen Rassismus, Asyl- und Fremdenrecht in Österreich

Schweigemarsch in der Wiener Innenstadt

anlässlich 40 Jahre Amnesty International Österreich

Samstag, 10. April 2010, abends


Treffpunkt:

Herbert-von-Karajan-Platz (neben der Wr. Staatsoper), Abmarsch: 21.00 Uhr

Die TeilnehmerInnen der Mitgliederversammlung werden mittels Bustransfer vom Tagungsort in die Stadt gebracht. Abfahrt vom Kardinal König Haus: 20.15 Uhr

Ablauf der Kundgebung:

Schweigemarsch mit Fackeln und Transparenten (Slogans wie: „Flucht ist kein Verbrechen – keine Schubhaft!“, „Keine rassistische Diskriminierung“, „Bleiberecht ist Menschenrecht“ und „40 Jahre Amnesty International Österreich“).

Wir verteilen AI-Info-Materialien und Blumen, an denen die Slogans befestigt sind,an die PassantInnen.

Route: Herbert-von-Karajan-Platz – Albertinaplatz – Neuer Markt – Graben – zum Innenministerium (Ende der Kundgebung)

Dauer der Kundgebung: ca. eine Stunde

Danach gemütliches Beisammensein im Augustinerkeller.

Mittwoch, 7. April 2010

Chakalaka

Gut. Ich gebs ja zu: Mein "Winzer-Experiment" ist einigermaßen ins Stocken geraten. Aber ich gelobe Besserung und werde infolgedessen bald wieder zum Kochlöffel greifen.

Als Zwischenhappen gibts ein Gericht, das ich heute zubereitet habe. Es handelt sich allerdings um ein Tiefkühlgericht , weswegen es nicht zur Versuchsanordnung und daher nicht zum genannten Experiment zählt.

Aber was Neues isses trotzdem:



Ich mag ja Tiefkühlpizza, ich gebs zu (und das am Weltgesundheitstag). Es ist Pizza und Pizza ist eigentlich fast immer gut. Und wenn dann eine neue Marke auf den Markt geworfen wird, die verspricht, extra-scharf zu sein, dann kann ich mich natürlich nicht beherrschen.

"Chakalaka" ist übrigens eine würzige afrikanische Sauce (wegen der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft). Und würzig ist die Pizza wirklich. Und scharf auch. Wohltuend-angenehm scharf, würde ich sagen. Aber das Schärfeempfinden ist natürlich ein sehr subjektives Messinstrument. Geschmacklich ist "Chakalaka" allerdings nicht unbedingt in der Topliga der im Tiefkühlregal sowie im Sortiment des Herstellers auffindbaren Produkte.

Sonntag, 4. April 2010

Schicksalswetter

Normalerweise ist das so: Sobald meine Freundin auch nur einen Fuß auf den Boden des Salzkammerguts setzt, schieben sich dunkle Wolken vor die Sonne, der Himmel öffnet seine Schleusen und es wird kalt und unwirtlich. So hat sie diesen zauberhaften Landstrich eigentlich bisher immer nur trüb und reizlos erlebt.

Wer das Salzkammergut kennt, weiß, dass es hier schon einmal ein paar Tage durchregnen kann. Dafür können dann wieder Zeiten voll strahlendstem Sonnenschein folgen. Zwischen diesen beiden Zuständen gibt es nicht viel. Es ist also durchaus eine Glückssache, wie einen diese Gegend empfängt.

Aber in unserem konkreten Fall ist das Sample an sich bereits aussagekräftig. Die Mächte, die das Wetter steuern, welche auch immer das sein mögen, betrachten es offensichtlich als running gag, pünktlich das Tiefdruckgebiet einzuschalten, wenn meine Freundin im Salzkammergut aufkreuzt.

Diesmal haben wir das Schicksal aber (unbewußt) ausgetrickst und das ging so:

Meine Freundin hat am Donnerstag laut und deutlich verkündet, dass sie voraussichtlich erst am Sonntag nach Bad Ischl fahren kann, da sie bis zu diesem Tag in Wien sein müsse. Sie hat mich außerdem ersucht, sie am Freitag in der Früh aufzuwecken, wenn ich aufstehe, um mich für die Arbeit fertig zu machen, damit sie einen Termin in Wien nicht verpasst. Soweit so gut - dachte sich wohl auch das Wetter und hat eine Schlechtwetterfront für den Salzkammergut-Sonntag in Marsch gesetzt.

Nur dass ich in meiner fürchterlichen Morgendusseligkeit vergessen habe, meine Freundin rechtzeitig aus den Federn zu holen. Mein Schatz musste daher im Eilzugstempo seine Sachen zusammen klauben und zum Bahnhof rasen. Sachen zum Übernachten hatte sie nicht dabei.

Als sie infolgedessen schon am Samstag im Salzkammergut eintraf, herrschte strahlend schönes Wetter. Erst am Sonntag setzte der Regen ein.

Ich weiß allerdings nicht, ob man das Wetter auch bewußt ausspielen kann oder ob es jetzt ohnehin gewarnt ist, weil es mein Blog liest.