Dienstag, 29. Juni 2010

Schilda ist überall

Fast jeden Tag sind wir Nachbarskinder nach der Schule auf die kleine Wiese unterhalb unserer Sackgasse Fußball spielen gegangen - Einer gegen Einen, der Dritte stand im Tor. Sportanlagen gab es bei uns am Stadtrand nicht und die großen Waldwiesen waren zu weit weg und für unser Spiel zu uneben.

Aus heutiger Sicht erscheint es erstaunlich, mit wie wenig Platz wir ausgekommen sind, um uns sportlich zu betätigen. Jetzt ist auf der kleinen Wiese an Fußballspielen allerdings nicht mehr zu denken, denn jetzt sieht die Wiese so aus:



Ein Basketball-Korb mitten auf einer grünen, leicht abschüssigen Wiese. Basketball, das ist der Sport, bei dem man den Ball pausenlos gegen den Boden prallen lässt, während man sich fortbewegt. Ein Spiel, das nie, niemals auf Rasenplätzen ausgetragen wird, das man auf Hartplätzen spielt. Im Gegensatz zu Fußball, zum Beispiel.

Wer auch immer sich diese Genialität einfallen hat lassen (ich tippe hier auf einen völlig verunglückten Kompromiss): Gratulation..

Freitag, 25. Juni 2010

Game, Set, Eternity!

Es soll ja Menschen geben, die behaupten, dass dieses Match abgesprochen war. Ich kann mir das nicht vorstellen und wenn, dann würde ich mich schon fragen, wie diese Spieler ticken würden. Wer, bitte, möchte bis in alle Ewigkeit in sämtlichen Rekordbüchern der Menschheit als Verlierer eines Wimbledon-Erstrundenmatches aufscheinen?


Montag, 21. Juni 2010

In Concert # 20: Bob Dylan, 12.6.2010, Linz

Bob Dylan kann sich ja auch nicht alles aussuchen. Vielleicht, dass er ohne Vorband auftritt, vielleicht, dass er nie im Leben auch nur mehr eine Zeile von "Blowin´in the Wind" anstimmen wird. Aber sicher nicht den Ort, an dem er, wenn ihn sein Tourplan einmal ins oberösterreichische Linz verschlägt, gastiert.

Diese von einer von Kleinanzeigen gesponserten Zeitung gesponserte Halle hat das zauberische Flair einer DDR-deutschen Kulturarena. Man wartet darauf, dass jeden Augenblick der Rostocker Matrosenchor auf der Bühne erscheint und für Margot Honecker "Auferstanden aus Ruinen" intoniert. Diese Konzertlocation gehört schleunigst eingepackt und nach Dnjepropetrowsk oder meinetwegen auch nach Attnang verfrachtet.

Bob Dylan kann das eigentlich egal sein. Er verkörpert sowieso eine eigene Liga. Der Musiker aus Minnesota hat in seiner besten Zeit an einem Nachmittag mehr große Songs verfasst als die Konkurrenz in einem ganzen Musikerleben. Er hat Moden entfacht und gleich wieder mit ihnen gebrochen, er hat Trends losgetreten und sich sodann verächtlich nach ihnen umgeblickt. Er hat sich immer dagegen gewehrt, zu einer Ikone stilisiert zu werden und ist gerade deshalb eine geworden. Er hat sich allem Öffentlichmachen zum Trotz eine geheimnisvolle, mysteriöse Seele bewahrt. Er ist trotz aller Pop-Erfolge und der kultischen Verehrung, die ihm folgende Musikergenerationen zuteil werden ließen, durch alle persönlichen Auf und Abs einem unverrückbaren künstlerischen Ethos treu geblieben.

Und dann steht dieser mittlerweile 69-jährige Herr auf der Bühne und man merkt, dass er vor allem auch eines ist: ein inspirierter, ein leidenschaftlicher Musiker. Dylan und seiner Band sieht und hört man die gut 100 Konzerte, die sie im Jahr spielen, nicht an. Ein starker, druckvoller Sound schallt durch die trostlose Halle. Bob Dylan wirkt agil und guter Dinge. Er eröffnet die Darbietung mit Stücken von seiner bluesigen Seite, die ihn sein ganzes Legendenleben lang begleitet hat und die in den bislang letzten Phasen seines Schaffens einigermaßen dominant wurde. Dann arbeitet er sich zurück in der Zeit und widmet einem seiner zahlreichen Karrierehöhepunkte einen ausgiebigen Schwerpunkt - dem Album "Highway 61 Revisited", seinem epochalen Rock-Meisterwerk. "Like A Rolling Stone" lässt er vernehmen und ebenso "Highway 61 Revisited". Das alles in der verfremdeten und verschlungenen Form, die für ihn typisch ist - unverwechselbar verwechselbar. Auch Songs wie "Ballad of Hollis Brown" und "Forever Young" kommen zu Ehren.

Nachdem die Stimmung in der Halle lange Zeit nicht enthusiasmiert, aber doch sehr wohlwollend ist, kommt es am Ende zu bewegenden Standing Ovations für den Meister. Dann gehen sehr rasch die Lichter an und man wir von den DDR-Ordnern zügig und harsch aus der Halle komplementiert. Ein kalter, wenig stimmungsvoller Abschluss nach einem gut 2- stündigen und damit nicht überlangen Konzert. Aber da kann der bald 70-jährige Künstler nichts dafür, der an diesem Abend unzweifelhaft großen Sport abgeliefert hat.

Mir kamen allerdings Berichte zu Ohren, wonach sich Herr Dylan nach Konzertende durchaus auffällig flott per Limousine aus dem Staube gemacht haben soll. Möglicherweise war ihm die Location doch nicht ganz egal. Vielleicht braucht er aber auch einfach nur seinen Schlaf, um für sein nächstes Konzert gerüstet zu sein.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Atmosphäre

Schrecklich sind sie, diese Vuvuzelas. Tröten monton vor sich hin, erzeugen eine Lärmkulisse wie bei einem Rockkonzert. Scheren sich nicht darum, was auf dem Spielfeld geschieht, kommentieren nicht das Geschehen auf dem Rasen. Warum werden die eigentlich nicht verboten? Warum bringt die FIFA diesen südlichen Afrikanern nicht Manieren bei?

Was sich die erdreisten, ihrer Fußballbegeisterung einfach so auf ihre eigene Art und Weise Ausdruck zu verleihen! Haben hunderte Jahre kolonialer Versklavung und Jahrzehnte braver Apartheid-Pädagogik denn wirklich keine braven, zivilisierten Menschen aus diesen Wilden gemacht? Haben wir ihnen denn nicht beigebracht, wie man den Fußball spielt und wie man ihn zelebriert?

Nun, zum Glück gibt es diese Momente, wo die westliche Zivilisation die Oberhand behält. Heute zum Beispiel, beim Spiel Frankreich gegen Mexiko: Ein französischer Fußballer erobert den Ball, die Vuvuzelas schweigen gerade, ein wahrer Orkan von Buh-Rufen ergießt sich von den Rängen der mexikanischen Zuschauer auf das Spielfeld. Der deutsche Kommentator ist schwer ergriffen: "Endlich richtige Fußballatmosphäre hier, nicht dieses ständige Getröte!"

Genau. Wir wollen wieder kollektive Schmähungen des ballführenden Spielers und des Schiedsrichters hören, wir wollen englische Chöre, die besoffen "God Save the Queen" grölen. Wir wollen deutsche Fans, die die Holländer beschimpfen und umgekehrt. Wir wollen wieder, wie das diese deutsche Moderatorin so schön gesagt hat, "innere Reichsparteitage" feiern! Nicht dieses unbeschwerte afrikanische Getröte und Getrommle! Und, wir wollen, bitte, auf gar keinen Fall, von unserem post-kolonialistischen Thron heruntersteigen und einfach einmal akzeptieren, dass einem kein Zacken aus der Krone fällt, wenn man harmlose Äußerungen fremder Kulturen akzeptiert, ohne gleich zum Halali zu blasen.


PS: Die Vuvuzelas kann man übrigens auch ausschalten, wie man hier nachlesen kann (Dank an Albert). Und dann gibt es auch noch diesen Knopf, der sich Lautstärkenregler nennt. Der hat auch den Vorteil, dass man den Fußballkommentator oder die sprechenden Studioattrappen in der Halbzeitpause nicht mehr so gut versteht.

Dienstag, 15. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, VIII

Gruppe H

Willkommen in Tiki-Taka-Land.


Spanien ist derzeit nicht nur die beste Mannschaft Europas, sondern die beste der Welt. Ein kleiner Beleg dafür gefällig? Im letzten Vorbereitungsspiel panierte "La Furia Roja" Polen, seines Zeichens Teilnehmer der letzten Welt- und Europameisterschaft mit 6:0. Wenn der spielerische Motor der Iberer bei der WM auf Hochtouren kommt, dann kann das für jeden Gegner ganz bitter werden. Aber so eine Weltmeisterschaft ist lang und viele unangenehme Gegner pflastern den Weg dessen, der ganz nach oben will. Wie es gegen die Spanier gehen kann, haben die US-Amerikaner beim letzten Confederation´s Cup gezeigt: Hartes Forechecking, konsequentes Stören des Spielaufbaus, unablässiges, frühes Attackieren - und der kombinationsfreudige spanische "Tiki Taka"-Fußball hat es schwer. Ob aber in der Vorrundengruppe H ein Gegner existiert, der dieses Kunststück zustande bringt, darf bezweifelt werden. Motto: Tiki-Taka-Tor!

Die Schweiz verfügt über eine junge und talentierte Mannschaft. Die Quali hat die "Nati" schwach begonnen (unter anderem setzte es ein peinliches 1:2 gegen Luxemburg), sie hat sich dann aber enorm gesteigert - der Gruppensieg wurde eingefahren. In der Vorbereitung gab es dann aber wieder einige Rückschläge (man unterlag Norwegen, Uruguay und Costa Rica), ein 1:1 gegen das allerdings schwächelnde Italien gab wieder etwas Mut. Hinter der möglichen Performance der Eidgenossen "an der WM" (wie man in unserem Nachbarland sagen würde) steht ein großes Fragezeichen. Motto: Auf Schweizer Uhrwerke ist mehr Verlass..

Honduras gilt als einer der krassesten Aussenseiter in diesem Turnier. Die WM-Qualifikation an sich muss bereits als großer Erfolg für die Mittelamerikaner gewertet haben. Gleiches haben "los catrachos" nämlich erst einmal zuwege gebracht, 1982. Damals schlug man sich übrigens sehr achtbar. Bemerkenswertestes Resultat: ein 1:1-Unentschieden gegen den Gastgeber - Spanien..Motto: Dabei sein ist alles?

Chile wiederum gilt manchen als Geheimtipp für WM-Großtaten. In der Südamerika-Qualifikation wurde "La Roja" Zweite, nur ganz knapp hinter Brasilien. Trotzdem fragt man sich bei einem näheren Blick auf den 23-Mann-Kader der Südamerikaner, wo die Substanz für die ganz großen Taten herkommen soll. Kann diese Mannschaft wirklich an jenes Chile anschließen, das 1998 mit Salas und Zamorano das Achtelfinale erreichte? Motto: Was kommt nach Zamorano und Salas?



Pfff...endlich haben wirs geschafft. Wer dem Blog jetzt noch treu ist, dem sei versprochen: es wird nicht nur um Fußball gehen, in den nächsten Wochen!

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, VII

Gut, von einer "Vorschau" kann man eigentlich nicht mehr sprechen. Da ich beim Radio eingespannt war, hat mich die WM leider überholt.

Aber, was solls, zu Ende bringen will ich die ganz subjektive WM-Vorschau natürlich dennoch. Alles andere wäre den restlichen Mannschaften gegenüber nicht ganz gerecht. Nachdem mir jetzt auch noch die Elfenbeinküste und Portugal den Gefallen getan haben, nicht allzu viel an der Ausgangposition zu verändern, folgt hiermit die

Gruppe G

Ein flotter Dreier um den Aufstieg.


Brasilien hat fünfmal den Weltmeistertitel errungen. Theoretisch könnte Italien diese Zahl mit einer erfolgreichen Titelverteidigung einstellen (wobei..die Skandal-WM von 1934 gehört eigentlich zur Gänze annulliert, aber das ist eine andere Geschichte). Das wird aber wohl eher nicht passieren. Viel wahrscheinlicher erscheint es da schon, dass die "Selecao" zum sechsten Mal den Weltmeisterschaftspokal abräumt. Die Brasilianer verfügen über ein Spielerpotenzial, aufgrund dessen sie mehrere Topmannschaften über einander stapeln könnten. Topfavorit sind sie dennoch nicht, denn Spaniens Mannschaft ist derzeit noch einen Tick besser. Motto: Der immerwährende Favorit.

Die mit Abstand mutigste WM-Wette? Nordkorea erreicht das WM-Finale gegen Südkorea und das Spiel wird zu Ende gespielt. Wenn das wirklich passiert, könnte die "Chollima" auch gleich Weltmeister werden. Die am wenigsten mutige WM-Wette: die Nordkoreaner fliegen in der Vorrunde raus. Damit ist eigentlich zu rechnen. Bleibt nur zu hoffen, dass das für die Spieler nicht ähnliche Konsequenzen hat wie für diesen bedauernswerten nordkoreanischen Wirtschaftsminister. Motto: Links, zwei, drei, vier...

Das Team der Elfenbeinküste gehört von der Qualität der Einzelspielern ausgehend zu den stärksten Teams des WM-Turniers. Ob das Kollektiv dieses Versprechen einlösen kann, bleibt abzuwarten. Beim diesjährigen Afrikacup war nach einer 2:3-Pleite gegen die Algerier bereits im Viertelfinale Endstation. Diese Niederlage in Verbindung mit einer politischen Krise in der Cote d´Ivoire kostete den höchst erfolgreichen Vahid Halihodzic überraschend das Traineramt. Er wurde durch den als Trainer von Nationalteams bislang eher glücklosen Schweden Sven-Göran Eriksson ersetzt. Diese fragwürdige Entscheidung kurz vor der WM belastet die Titelchancen der "Elefanten" ebenso wie die mangelnde Fitness von Didier Drogba und die hohe Erwartungshaltung im eigenen Land, dessen sozialer Friede stark vom Auftreten der Fußballauswahl abhängt. Motto: Viele Talente, viele Bürden.

Die Portugiesen haben diesmal die WM-Qualifikation nur ganz knapp geschafft. Erst das Playoff gegen Bosnien-Herzegowina brachte das ersehnte Ticket. Die Zeiten der "Goldenen Generation" scheinen also trotz Namen wie Christiano Ronaldo und Deco vorüber zu sein. Doch vielleicht ist gerade der Umstand, dass die "Seleccao" diesmal niemand so richtig auf der Rechnung hat, eine Chance für die in der Vergangenheit in den entscheidenden Augenblicken nervlich nicht immer hundertprozentig stabilen Portugiesen. Die Qualität im Team ist nämlich nach wie vor sehr beachtlich. Motto: Die kleine Fußballgroßmacht.

Montag, 14. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, VI

Gruppe F

Ein Solo für Italien?


Ja, es stimmt, die "Squadra Azurra" hat zuletzt nicht wirklich groß aufgezeigt. Die Niederlage gegen Mexiko im letzten Vorbereitungsspiel brachte nicht unbedingt Stimmung ins italienische Lager. Dafür hat es die Auslosung sehr gut mit dem Weltmeister gemeint. Paraguay, Neuseeland, Slowakei, das ist zweifelsohne die machbarste Gruppe, die ein Gruppenkopf bei dieser WM zugelost bekommen hat. Andererseits: besagte Mannschaften werden gerade gegen die Italiener hochmotiviert sein, haben nichts zu verlieren, Italien hingegen alles. Nach der Vorrunden-Pflicht käme dann die KO-Runden-Kür. Und da sollte kein Gegner die - bekanntlich mit hoher Spielintelligenz gesegneten - Italiener unterschätzen. Man spaziert ja schließlich auch nicht mit der Geldbörse in der Gesäßtasche durch Rom. Motto: Nur weil wir nicht in Form sind, heißt das noch lange nicht, dass wir euch nicht schlagen können.

"La Albirroja", die Nationalmannschaft Paraguays hat eine exzellente WM-Qualifikation abgeliefert - dritter Platz, nur ein mageres Pünktchen hinter Brasilien und ganze fünf Punkte vor Argentinien. Dass man die "Guaranies" nicht unterschätzen darf, haben sie aber auch bei den letzten WM-Endrunden immer wieder eindrucksvoll bewiesen. Die Paraguayer sind - ähnlich wie die Nachbarn aus Uruguay - ein kleines Volk, das am Fußballplatz mit äußerstem Einsatz und großer Entschlossenheit zu Werke geht. Das Achtelfinale ist durchaus in Reichweite. Motto: Die dritte Macht am Kontinent.

Neuseelands große Fußballstunde schlug, als sich der große ozeanische Rivale, Australien, der asiatischen Föderation anschloss und damit den Weg freimachte für den Sieg in der Ozeanien-Qualifikation. In dieser bezwangen die "All Whites" Großmächte wie Neukaledonien, Fidschi und Vanuatu und gelangten somit in das Playoff gegen den Vierten der Asien-Qualifikation, Bahrain - auch das ein Gegner, der wohl etwas einfacher zu schlagen ist als die Australier, was auch ganz knapp gelang. Der größte Trumpf der Neuseeländer: Sie haben bei der WM eigentlich nichts zu verlieren (böse Zungen sagen allerdings: nichts verloren). Zuletzt zeigte man in Testspielen durchaus auf. Motto: Nothing to lose.

Auch die Slowaken kommen als weitestgehend unbeschriebenes Blatt zur Weltmeisterschaft - es ist ihr erste - und könnten somit frei aufspielen. Im Gegensatz zu Neuseeland haben sie aber zwei echte Starspieler in ihren Reihen: Martin Skrtel vom FC Liverpool und - vor allem - Marek Hamsik vom SSC Neapel, ein Mann dem die Zukunft gehört. Wer die Slowaken noch vor einigen Jahren gesehen hat, wundert sich über die rasante Entwicklung, die deren Fußball in der Zwischenzeit genommen hat. Es scheint fast, als hätte der Sport mit dem runden Leder in unserem östlichen Nachbarland dem Eishockey den Rang abgelaufen. Achtelfinale, warum eigentlich nicht? Motto: Alle für Hamsik, Hamsik für alle.

Sonntag, 13. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, V

Gruppe E

Alles auf Orange.


Eines ist ziemlich sicher: Die Niederlande werden uns wieder mit kreativem, passsicherem und klugem, kurz: mit schönem Fußball begeistern. Die Frage ist nur: wie lange? Irgendwann einmal im Laufe eines langen Turnieres beginnen sich diese holländischen Individualisten üblicherweise in die Quere zu kommen und dann verhakt sich etwas im Getriebe der "Oranjes". Dann reichen die beschriebenen Talente plötzlich nicht mehr aus, um gegen die stärksten Gegner des jeweiligen Championats zu bestehen. Dabei kann der Fußballfreund eigentlich nicht anders, als sich zu wünschen, dass die "Elftal" lange eine Bühne erhält, um ihre Kunst zu präsentieren. Eine Kunst, die, das muss man hier allerdings einräumen, auch hart erarbeitet ist - auch durch eine nicht immer ganz saubere Gangart und eine ordentliche Portion Aggressivität. Auch an diesem Punkt besteht immer etwas die Gefahr, dass die "Elftal" aus dem Ruder läuft. Man darf gespannt sein, wie lange das diesmal nicht passiert. Die Vorrundengruppe E darf für die Niederlande jedenfalls keine Hürde darstellen. Motto: Wer in Schönheit stirbt, ist auch tot.

Die Dänen kommen diesmal nicht direkt aus dem Urlaub, was - wenn man der Fußballhistorie glauben darf - ihre Chancen auf den ganz großen Wurf stark schmälern wird. Auch gibt es schon lange keine Laudrup-Brüder mehr, die einst die Brasilianer schwindlig spielten. Immerhin haben sich die Dänen endlich wieder einmal für ein Großereignis qualifiziert (zuletzt: 2004) und halten damit die Flagge des in Stagnation befindlichen skandinavischen Fußballs hoch. Personell ist "Danish Dynamite" gar nicht schlecht besetzt, Namen wie Kjaer, Agger, Kroldrup, Poulsen, Jensen, Tomasson, Bendtner und Rommedahl stehen für inernationale Qualität. Das Rennen um Platz 2 in Gruppe E ist offen und Dänemark wird hier sicher mitmischen. Motto: Danish Dynamite - handle with care.

Japan hat zuletzt nicht unbedingt durch große fußballerische Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Bei der letzten Asienmeisterschaft wurde man im Spiel um Platz Drei vom Irak geschlagen und somit nur Vierter, auch die WM-Qualifikationsgruppe konnte nicht gewonnen werden. Trotzdem muss man bei "Nippon Daihyo" immer auf der Rechnung haben: Einsatzwille, Laufbereitschaft, eine Taktik der Nadelstiche. Zumindest eines werden die Japaner sicher immer sein: ein unangenehmer Gegner. Motto: Lauf, Nippon, lauf!

Kamerun wird von vielen Bei-der-WM-schau-ich-Fußball-Menschen immer noch für die beste Mannschaft Afrikas gehalten. Dieses Renommee rührt vom denkwürdigen Auftreten der "unbezähmbaren Löwen" bei der Weltmeisterschaft 1990 her, als man im Auftaktspiel Weltmeister Argentinien mit 1:0 bezwang und dann bis ins Viertelfinale vorstieß. Ich erinnere mich nur zu gut, dass ich damals ins Bett geschickt wurde, als die Verlängerung gegen England anfing und mich sehr darüber ärgerte. Dafür habe ich Kamerun bei jener WM nicht verlieren gesehen. Der ganz große Gewinner war ohnehin der afrikanische Fußball, ab jenem Zeitpunkt musste er ernst genommen werden. Für 2010 haben die Kameruner wieder eine starke Qualifikation gespielt. Und sie haben Samuel Eto´o. Das Achtelfinale wird nicht leicht, es ist aber möglich. Motto: In den Fußstapfen Roger Millas.

Amnesty informiert: Fußball gegen Rassismus

Moderation: Martin Walther
Studiogäst: Robert Hummer, Museum Arbeitswelt Steyr; Andreas Reiter, ARGE Tor (Initiative der Blau-Weiß-Fans gegen Rassismus im Stadion)

am Mo, 14.6.2010, 19.00-20.00 Uhr im Freien Rundfunk Oberösterreich (Radio FRO)
am Di, 15.6.2010, 14.00-15.00 Uhr ebenda
am Mo, 21.6.2010, 16.00-17.00 Uhr im Freien Radio Freistadt

Zum
Livestream von Radio FRO.

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, IV

Gruppe D

Die so genannte "Todesgruppe".

Deutschlands Fußballnationalmannschaft ist in Österreich alles andere als beliebt. Hier ist die Meinung weit verbreitet, dass sie unattraktiv spielen, viel zu viel Glück haben und überhaupt den Erfolg nicht verdient haben, weil sie Deutsche sind. Da kann die DFB-Elf aber nichts dafür, diese Einschätzung wurzelt in einem tief sitzenden Minderwertigkeitskomplex vieler Österreicher. Tatsächlich müsste man Respekt vor den Deutschen habeohen. Ihr balltechnisches Talent gestaltete sich über Jahrzehnte vergleichsweise bescheiden, dennoch hat kaum ein Team so viele große Finale erreicht wie die Deutschen. Die deutsche Fußballnationalmannschaft funktioniert wie eine große Fußballdampfwalze, die sich mit unbeirrbarer Konsequenz und Konsistenz auf ihre Gegner zuschiebt. Die Deutschen machen kaum Fehler und sind körperlich immer in einer Topverfassung. So werden sie wohl auch bei dieser Weltmeisterschaft wieder den einen oder anderen technisch talentierteren Gegner in den Boden stanzen. Aber, halt, der deutsche Fußball ist im Wandel! Zu den altbewährten "deutschen Tugenden" gesellt sich zunehmend auch Ballverliebtheit und technisches Vermögen. Die Multikulturalität der deutschen Gesellschaft und deren zweite Generation ist dafür verantwortlich. Was, wenn eines Tages diese beiden Welten eine vollständige Synergie ergeben? Wird Deutschland dann überhaupt noch zu schlagen sein? Motto: Bitte einsteigen, nächster Halt: WM-Finale.

Australien belächelt heute keiner mehr. Das wahrscheinlich sportlichste Volk der Erde hat sich auch den Fußball erobert. Mit beachtlichem Erfolg. Die Australier pflegen - trotz vieler aus dem südlichen Europa stammender Akteure - eine eher britisch anmutende Spielweise, intensiv und kompromisslos. Bei der letzten WM konnte nur ein inferiorer Schiedsrichter die "Socceroos" daran hindern, Italien - und damit den späteren Weltmeister - aus dem Bewerb zu werfen. Wir erhoffen mehr davon für 2010! Motto: The fifth continent- last but not least!

Die Serben sind ein sehr spezielles Volk, gastfreundlich und herzlich, aber auch voll tiefer Leidenschaften und zuweilen von einem überstarken Nationalismus heimgesucht. Und ihre Fußballer sind entsprechend unberechenbar. Ja, sie brennen für ihr Land, aber wenn es nicht nach Wunsch läuft, dann kann die Leidenschaft allzu rasch in pures Leiden umschlagen und nichts geht mehr. Das fußballerische Vermögen ist bei den "Weißen Adlern" sehr groß, aber es über ein ganzes Turnier umzusetzen, das wird die große Herausforderung sein. Motto: Serbien - Mannschaften für Leidenschaften.

Ghana blickt vor allem unruhig auf das Duell mit den Deutschen. Da wird es zum Aufeinandertreffen der beiden Boateng-Brüder kommen. Der, eine, Kevin-Prince, hat den deutschen Spielmacher Michael Ballack mit einem brutalen Foul im englischen Pokalfinale aus dem WM-Bewerb getreten. Der andere, Jerome, hat den Kontakt zu seinem Bruder für beendet erklärt. Schicksale in einer globalisierten Welt. Der arme Michael Essien kann zwar nichts dafür, aber es stellt vermutlich eine gewisse ausgleichende Gerechtigkeit dar, dass nun auch der Starspieler der Ghanaer bei dieser WM fehlen wird. Nur, dass das vielleicht doch nicht ganz so ausgleichend und gerecht sein könnte. Denn Essien wird den "Black Stars" vermutlich noch mehr fehlen als Ballack den Deutschen. Motto: Brüderzwist im Hause Boateng.

Samstag, 12. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, III

Gruppe C

Pflichtsieg für England.


Es wäre dem Mutterland des modernen Fußballs zu gönnen, wenn es endlich wieder einmal mit dem WM-Titel klappen würde. Und diesmal vielleicht, wenns geht, ohne ein Tor, das keines war. Das wäre auch deshalb erfreulich, weil dann das allgemeine Jammern und Wehklagen in England über vergebene Elfmeter und andere Widrigkeiten endlich ein Ende hätte. Die angelsächsische Seele könnte dringend so eine Politur gebrauchen. Was die Qualität der Einzelspieler betrifft, sind die "Three Lions" zweifellos auf Augenhöhe mit den großen WM-Rivalen. Und: Fabio Capello hat es offensichtlich geschafft, aus der Versammlung von Anführern ein mannschaftliche Einheit zu formen. An Leidenschaft und Einsatzwillen dürfte es englischen Kickern ohnehin nicht gebrechen. Motto: Football ´s Coming Home!

Der härteste Kontrahent der Engländer in der Vorrundengruppe C sind die USA. Die Amerikaner sind in allen Mannschaftsteilen stark besetzt und gehen in der Regel bei Weltmeisterschaften hochmotiviert zur Sache. Die beste Visitenkarte der "Sons of Sam" ist aber ihre Leistung beim letztjährigen Confederation´s Cup, der WM-Generalprobe auf südafrikanischem Boden. Dort schlugen die US-Amerikaner niemand geringeren als Spanien und brachten Brasilien an den Rand einer Niederlage. Mit Vuvuzela-Wall-of-Sound, Höhenlage und den klimatischen Bedingungen im südlichen Afrika kommen die Amerikaner also offensichtlich bestens zurecht. Das Achtelfinale müsste drinnen sein. Motto: Soccer - Alive and Kicking!

Den Algeriern muss ich ankreiden, dass sie im entscheidenden Playoff-Spiel die theoretisch beste Mannschaft Afrikas, Ägypten eliminiert haben. Wobei man es ihnen natürlich nicht wirklich verübeln kann, dass sie damals die notorische Nerven- und Auswärtsschwäche der "Pharaonen" ausgenützt haben. Bei der WM werden die Gegner den "fennecs" (Wüstenfüchsen) solche Gefallen aber nicht tun. Die Urheimat des großen Zinédine Zidane ist Außenseiter und das Erreichen des Achtelfinales wäre schon ein großer Erfolg. Ausgeschlossen ist das freilich auch nicht ganz, denn nordafrikanische Mannschaften sind generell schwer auszurechnen. Motto: Die Wüste lebt!

Für Slowenien gilt ähnliches wie für Algerien. Auch sie haben die Gunst des K.O.-Modus ausgenützt und eine an sich stärkere Mannschaft an der WM-Teilnahme gehindert - in diesem Fall Russland. Die "Grünen Drachen" (das klingt eher nach einem Chinarestaurant als nach einer südosteuropäischen Fußballmannschaft) sind dementsprechend klarer Außenseiter. Motto: Kroatien kriegt Land, dafür fahren wir zu WM.

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, II

Gruppe B

Eine etwas intensivere Aufwärmrunde für Argentinien.

Diego Armando Maradona hat angekündigt, im Falle eines Weltmeistertitels Argentiniens nackt durch Buenos Aires zu laufen. Sein Kotrainer Carlos Bilardo will sich in diesem Fall sogar vom Schützen des Siegestreffers "von hinten nehmen" lassen (Zitat!). Unter diesen Umständen kann man der argentinischen Fußballnationalmannschaft, Argentinien und der Welt nur wünschen, dass Argentinien nicht Weltmeister wird. Mein Tipp: Argentinien kommt ins Finale, verliert dann aber ohne dort einen einzigen Treffer erzielt zu haben. Die personellen Voraussetzungen für den Titelgewinn hätten die Argentinier natürlich, bei den "Albiceleste" werden mehr Weltklasseangreifer auf der Bank sitzen, als bei der Konkurrenz im Kader steht. Gegen die kompromisslosen Defensivkünstler von Südkorea und Griechenland könnte es aber knifflig werden. Motto: Gewinnen verboten..

Die Zeiten, als Nigeria als die ganz große Hoffnung Afrikas galt, sind vorbei. Die "Super Eagles" sind aber nicht zu unterschätzen, beim letzten Afrikacup wurden sie immerhin Dritter. An einem guten Tag kann diese athletisch-elegant auftretende Mannschaft jeden gefährden, aber an der Beständigkeit hat es zuletzt immer wieder gehapert. Wenn sie im Auftaktspiel gegen Argentinien mitzuspielen versuchen, befürchte ich Schlimmes. Falls sie aber ins Tor treffen sollten, hoffe ich, dass sie wieder springen werden wie die Weltmeister.. Motto: Große Sprünge??

Südkorea verbindet man immer noch mit dem starken Auftreten bei ihrer Heim-WM 2002. Mit unbändigem Kampfgeist und auch dank einer gewissen Heimtendenz mancher Referees erreichte man sensationell das Halbfinale und wurde schließlich WM-4. Dieses Bild von den "Taeguk Warriors" verdeckt aber ein wenig, dass es Südkorea bei insgesamt sieben Teilnahmen bei Endrunden sonst nie geschafft hat, die WM-Vorrunde zu überstehen. Der Beweis der Konkurrenzfähigkeit außerhalb der eigenen Landesgrenzen steht also noch aus. Ob aber ein ausgewiesener Starspieler (Park Ji-Sung) dafür ausreicht, bleibt angesichts der zuletzt erzielten Ergebnisse fraglich. Motto: Muss i denn, muss i denn...

Es mag abgedroschen und billig sein, aber man muss es sagen: die Griechen sind offensichtlich Spezialisten darin, über ihren Verhältnissen zu leben. Ich spreche hier selbstverständlich nur vom Fußball. 2004 haben sie - mit der Hilfe von Otto Rehhagel - gezeigt, wie man aus keinem Talent mit eisenharter taktischer Disziplin und eiskalter Konsequenz einen Europameistertitel machen kann. Viele haben sie damals dafür verflucht. Ich zähle mich durchaus dazu (auch wenn mein Respekt für die damalige sportliche Leistung der "Phalanx" mittlerweile deutlich gestiegen ist), hatte ich doch vor dem Viertelfinale ein Gelöbnis getan. Ich versprach, im (zugegeben absurden) Falle eines griechischen Titelgewinnes zusammen mit einem Mitbewohner in meinem damaligen Studentenheim eine große griechische Party zu schmeißen. Und auch zu finanzieren. Irgendwie hab ich da jetzt ein merkwürdiges Déja-Vu. Motto: Wir feiern, ihr zahlt.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, I

Gruppe A

Stark und enorm ausgeglichen. Wird spannend.

Südafrika mag in sportlicher Hinsicht vielleicht der am wenigsten talentierte und aussichtsreiche Fußball-Großveranstaltungsgastgeber aller Zeiten sein - von Pepis Österreichern selbstverständlich abgesehen. Seit der Aufbruchsstimmung zum Ende der Apartheid-Ära samt Afrika-Cup-Triumph ist es mit "Bafana Bafana" eigentlich rapide bergab gegangen. Aber, der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen - getragen von einer Schallwelle von ohrenbetäubendem Vuvuzela-Noise-Rock werden sich die Kapkicker die Seele aus dem Leib rennen. Das Achtelfinale ist durchaus möglich. Motto: Viel Lärm um nichts??

Mexiko war lange Jahre mein Geheimtipp für diese Fußballweltmeisterschaft. Nach den Vorbereitungsniederlagen gegen die beiden europäischen Großmächte Niederlande und England muss man das ein wenig relativieren. Andererseits haben "El Tri" gerade den Weltmeister 2:1 geschlagen und letztes Jahr im Finale des Gold Cup die starken US-Amerikaner in New Jersey - und somit auf eigenem Geläuf - mit 5:0 gedemütigt. Jaja, die Mexikaner schießen scharf und haben auch dieses Jahr das Visier aufs WM-Achtelfinale (dass sie seit 1994 immer erreicht haben) eingestellt. Und, sie haben den Spieler mit dem vielleichten coolsten Namen bei dieser WM: Cuauthémoc Blanco. Motto: Kein schnelles Aus für Mexiko!

Uruguay gilt traditioneller Weise als eine als südamerikanische Fußballmannschaft getarnte Holzfäller-Truppe. Der zweifache Weltmeister (der Tag des ersten Titelgewinnes wurde damals umgehend zum uruguayischen Nationalfeiertag erklärt) verfügt aber über zwei der weltbesten Stürmer (den schusstarken Suarez und den gut gefönten Forlan), was die "Celeste"brandgefährlich macht. Motto: I´m a lumberjack and I´m okay!

Frankreich könnte immer noch um den Weltmeistertitel mitspielen, wenn die "Bleus" nicht vor einigen Jahren in die Hände eines gewissen Raymond Domenech gefallen wären. Wenn er nicht gerade auf einer riesigen, bizarren Orgel spielt, seine tückisch dreinblickende Perserkatze streichelt oder mit seinem Hofastrologen Rücksprache hält, ist er damit beschäftigt eine - immer noch - mit Weltklasse-Spielern gespickte Mannschaft am Siegen zu hindern. So sehr, dass der arme Henry gezwungen ist, die Hand zu Hilfe zu nehmen und sich plötzlich den Anfeindungen von selbst ernannten Fußballmoralaposteln ausgesetzt sieht (dabei müsste man ihm eigentlich dankbar sein, weil er uns Trapattoni bei der WM erspart hat). Frankreich tut sich traditionell schwer mit resolut auftretenden Außenseitern. Parbleu, da haben sie sich die richtige Gruppe ausgesucht! Motto: Honi soit qui mal y pense.

Dienstag, 8. Juni 2010

Nicht so schüchtern

Also, es ist mit bewußt, diese Wandspruchwahl ist nicht besonders attraktiv. Zu eindeutig scheint der Ausgang, zu bescheiden ist das Angebot. Aber, Demokratie, das ist doch, wenn man trotzdem hingeht, oder? Und überhaupt, noch ist nichts entschieden!

Letztes Mal haben sich neunzehn Personen beteiligt, diesmal sind es derweil nur deren acht. Da ist also definitiv noch Luft nach oben. Nicht vergessen: wir wollen es von euch wissen!

Sonntag, 6. Juni 2010

Das Winzer-Experiment # 5: Einmachsuppe und Erdbeerpudding


Der Ruhm.


Jaja, lang ists her, seit ich das letzte Mal im Rahmen des Winzer-Experimentes zum Kochlöffel gegriffen habe. Am 29.9.2009 war das, um genau zu sein. Nun wollte ich vermeiden, dass die Jahresfrist verstreicht und bin daher gestern kulinarisch wieder in die Gänge gekommen.

Die derart lange aufgeschobene Aufgabenstellung: Einmachsuppe und Erdbeerpudding. Im Sinne der (Wieder-)Einsteigerfreundlichkeit wurde beim Pudding nicht ex ovo begonnen, sondern auf Pudding-Pulver von Dr. Oetker zurück gegriffen. Da es dieses nicht in der Geschmacksrichtung Erdbeer gab, wählte ich außerdem Schokolade. Das muss erlaubt sein.

Die Umsetzung gestaltete sich nicht übermäßig schwierig. Es wurden keine Joker verbraucht. Die Kocherei brachte mich aber dennoch gehörig ins Schwitzen - buchstäblich. Es waren gleichzeitig mehrere Kochplatten in Betrieb, unsere Küche hat die Größe einer Nußschale und die Temparatur in unserer Wohnung betrug ungefähr 100 Grad.

Am Ende stand eine warme Suppe, die etwas eigenartig schmeckte. Das lag zunächst einmal daran, dass ich das Salz vergessen hatte. Dafür hatte ich bei den Pfefferkörnern gar nicht gespart und vermutlich auch relativ viel Mehl erwischt (bei der Zubereitung dieses Gerichts wird Mehl mit Butter vermischt, das Ganze angeschwitzt und dann in eine zuvor hergestellte Knochensuppe gegeben). Dafür ist der "Erdbeerpudding" ganz wunderbar gelungen (und nichts, aber auch gar nichts, angebrannt).

Fürs nächste Mal gelobe ich wieder mehr Fokussiertheit. Dann sind hoffentlich auch die äußeren Bedingungen wieder günstiger.


Die Suppe.


Nächstes Mal: Gemischte Rohkostplatte mit Joghurt

Freitag, 4. Juni 2010

Jürgen Melzer

Jürgen Melzer ist so etwas wie der wieder gekehrte Thomas Muster. Nur auf sympathisch. Und er kann Volleys spielen. Nur das mit dem unbändigen Einsatzwillen hat bisher nicht so ganz geklappt. Daran arbeitet er aber momentan sehr intensiv.

Gegen Nadal wird heute wohl Endstation sein. Zuerst das Fünfsatz-Match gegen Djokovic und dann gegen den besten Sandplatzspieler der Welt antreten, das ist unter normalen Umständen (d.h. Nadal agiert in Normalform) zu viel.

Trotzdem kann sich das österreichische Tennis bei Melzer bedanken. Dank seiner Klasseleistung beschäftigt sich auch keiner ernsthaft mit den anderen Talenten des Landes, die sich zeitgleich in der Bundesliga vergnügen.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Geldspeichervergleich

Das Forbes-Magazin weiß es ganz genau: Dagobert Duck ist nicht mehr die reichste fiktive Gestalt der Welt.

Dank an Johannes R.