Dienstag, 28. September 2010

Das böse Wiedersehen

Früher einmal war es ein richtig gutes Gefühl, nach Österreich zurück zu kehren. Ich meine das ganz unironisch und ohne jede Übertreibung. Ich erinnere mich noch gut an jene Momente als Kind, als ich nach einem Urlaub im Ausland die österreichische Staatsgrenze überquert habe und dieses warme Gefühl verspürte: hier bin ich zuhause, in einem erstaunlich sauberen, friedlichen und freundlichen Land.

Möglicherweise ist es einfach das Licht der Nostalgie, das im Rückblick alles so warm erscheinen lässt. Oder, man hatte als Kind einfach noch mehr emotionale Bindung zum Heimatlichen und Vertrauten und daran erinnert man sich nun. Vielleicht liegt es ja daran.

Aber, fest steht, diesmal war von diesem warmen Gefühl gar nichts mehr übrig. Ich kam aus den USA, bei allem vorhandenen Respekt beileibe kein Land, in dem ich leben möchte (und der dreiwöchige Aufenthalt hat diese Meinung eher noch bestärkt), doch Österreich erschien mir nicht mehr als dieses vergleichsweise freundliche Land.

Denn in Österreich war Wahlkampf und das schon seit längerem, was ich "dank" Internet auch in den USA mitbekommen hatte. Da erfährt man dann, dass die steirische FPÖ spielerisch auf Gebäude schießen lässt, in denen Muslime beten. Oder, dass dieselbe Partei im Wiener Wahlkampf die Schraube des politischen Hasses mit immer neuen, immer schlimmeren Provokationen in bunter Comicform weiter dreht, die noch dazu mutmaßliche Nazi-Codes enthalten - oder mit Blut-und-Boden-Metaphorik auf Wiener Plakatwänden.

Die ÖVP tut derweil, was sie seit Jahren tut: sich als Partei der Mitte zu inszenieren und gleichzeitig weit nach rechts schwenken, immer bedacht, der FPÖ nicht die rechte Fahrspur alleine zu überlassen. Mit einer Innenministerin, die sich in einem Rausch befindet, in dem sie meint, ein Asylrecht, dass ohnehin schon quer zu den menschenrechtlichen Vorgaben steht, immer noch weiter verwässern zu können. Und, im Verein mit einer Staatssekretärin schlägt sie vor, Langzeitarbeitslose zur Quasi-Zwangsarbeit heranzuziehen. Ja, und über die erschütternde Bilanz der rechten Universitätspolitik sagen Zahlen mehr als sämtliche Worte. Unheimliche Zeiten.

Was die Migranten betrifft, scheint man sich in Österreich mittlerweile ohnehin in fast allen politischen Lagern und relevanten Medien einig zu sein: "Migration" schreibt man nur mehr in enger räumlicher Verbindung mit "Problem". Diese dümmlich-vereinfachende Denkschule spielt der blauen Partei in die gierig nach neuen Regierungsämtern ausgestreckten Hände - eine Partei, die man längst nicht mehr "bloß" als rechtspopulistisch bezeichnen kann, wie zu Zeiten Jörg Haiders. Die aber trotzdem als potenzielle Mehrheitsbeschafferin gern gesehen ist, wie die mangelnde Abgrenzung der beiden "großen" Parteien in der Steiermark von den Minarett-Ballermännern eindrucksvoll beweist. Nein, die rechten Rüpel sind doch zumindest ein schönes As im Ärmel der Koalitionsverhandler..

Und was tut sich sonst links der beiden Rechtsparteien? Die SPÖ macht den Eindruck, sich bis heute nicht von dem kolossalen Gusenbauer-Bauchfleck im Angesicht der Volkspartei inklusive großem Ministerien-Räumungsschlussverkauf befreien zu können. Und die Grünen, die sich selbst als Wall gegen eine zunehmend Menschen verachtende Politik sehen wollen, üben sich in egomanisch-eitler Selbstzerfleischung und gleiten nebenbei auch im Wahlkampf plötzlich auf FPÖ-Niveau, wenn sie Comics, in denen Hitler und Stalin Frau Fekter direkt aus der Hölle politische Ratschläge erteilen, für lustige Späße halten.

Und das ist vermutlich nur ein Auszug der geschehenden Grauslichkeiten, von denen mir in meiner Abwesenheit sicherlich einige entgangen sind.

Nein, es hat wahrlich schon mehr Spaß gemacht, heimzukommen.

Donnerstag, 23. September 2010

Das gute Wiedersehen

Zurück in Österreich und ein bisschen Zeit zum Bloggen - und zu schauen, was sich in der Zwischenzeit hier so ereignet hat.

Das Positive zuerst: Red Bull Salzburg hat sowohl gegen Austria Salzburg als auch gegen Blau-Weiß Linz verloren. Das freut mich für alle, die davon träumen, den Fußball aus der bedrückenden Umarmung der Millionäre zu befreien - auch wenn das natürlich nur Momentaufnahmen sind. Aber lustig isses allemal.

Bleiben wir kurz beim Sport: Thomas Muster hat es geschafft, sympathisch zu werden. Mit 43 Jahren noch den Jungspunden Paroli zu bieten, verdient unseren Respekt. Und ist überhaupt nicht lächerlich, auch wenn das manche Langeweiler in diversen Zeitungen behaupten mögen.

Und, dann natürlich das ganz Positive: Unsere Katzen sind gesund und sehr munter. Die Kleinen düsen schon durch die ganze Wohnung, erklimmen den gigantischen Kratzbaum in unserem Wohnzimmer, kämpfen mit unseren Schuhen, liefern sich Titelkampf-würdige Wrestling-Matches und jagen mit großer Begeisterung den Schweif ihrer Mutter.

Das führt dazu, dass Felicitas, die Mutter, immer wieder Versuche unternimmt, sich an Orte absetzen, von denen sie meint, dass sie für die Kleinen schwer zu erreichen sind, um sich so ein paar Augenblicke Ruhe zu gönnen.

Gestern zum Beispiel: der Wäschezuber. Aber die Mini-Katzen schafften es, sich da irgend wie hineinzubugsieren und - hopp - war Felicitas wieder draußen. Zu ihrem Glück entdeckten die Kleinen dann, dass der Zuber die ideale Arena ist, um Kampfspiele zu veranstalten.

Zum Beispiel: Wer schnappt den Schwanz vom Schwesterchen?!


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Das kann dann auch in zwangloses Raufen übergehen..

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Das böse Wiedersehen behandele ich vielleicht auch noch, falls es mich wirklich freut, über österreichische Innenpolitik zu schreiben.

Sonntag, 19. September 2010

USA-Blog # 14

San Francisco ist eine schöne und bunte Stadt. Aber, ein Tag ist definitiv zu wenig, um eine wirklichen Eindruck von der "City on the Bay" und ihrer großen Vielfalt zu bekommen. Immerhin, man erkennt: hier verschmilzt amerikanische mit europäischer und asiatischer Urbanität in glücklicher Weise.

Am Union Square.


Auch die Möwen schätzen die Cheesecake Factory im obersten Stock von Macy´s am Union Square.


San Francisco rühmt sich, die gekrümmteste Straße der Welt zu besitzen, die Lombard Street. Man beachte den grünen Bereich in der Bildmitte.


Reger Verkehr vor Alcatraz.


Auf der Golden Gate Bridge.



Cable Car.



Morgen geht es dann zurück nach Hause. Wir freuen uns schon auf unsere kleine Katzenfamilie, die Dank unserer Katzenhüter Sabine, Toby, Claudia, Georg und Mariana unsere Abwesenheit gut überstanden hat.

Samstag, 18. September 2010

USA-Blog # 13

Zwei Tage ohne Internet in Santa Cruz, aber egal, das Wiedersehen nach 25 Jahren war schön.



Am Weg dorthin: die unterhalb des Hearst-Castle gelegene William Randolph Hearst Memorial Beach in San Simeon. Hier konnten erstmals die Füße in den Ozean gesteckt werden.


Der "Giant Dipper" ist ein Wahrzeichen von Santa Cruz. Diese Achterbahn wurde 1924 errichtet.



Am Municipal Wharf begegnet man Seelöwen.



Blick vom Wharf auf das am nördlichen Ende der Monterey-Bucht gelegene Santa Cruz.

Mittwoch, 15. September 2010

USA-Blog # 12

Im Herzen der kalifornischen Unterhaltungsindustrie:


Walt und Mickey, Disneyland.



Hollywood Boulevard.



Mann´s Chinese Theatre.



Wir walken am Fame.



Auch nach dem irdischen Ende lebt die Inszenierung weiter: Gedenkstatue für Johnny Ramone am Hollywood Forever Cemetery.



Das Grabmal von Hollywood-Schauspieler Douglas Fairbanks ebenda.

Danach machten wir uns auf zum Highway No. 1, den wir morgen bis Santa Cruz befahren werden. Auf dem Weg dorthin:



Die alte spanische Mission von Santa Barbara, die "Königin der Missionen".

Montag, 13. September 2010

USA-Blog # 11


Im Joshua Tree National Park gibt es..richtig..jede Menge Joshua Trees.



Und einladende Klettterfelsen.



Im Vordergrund: eine Eisbärenkehrseite, im Hintergrund: der Glockenturm im Balboa Park von San Diego (Aufnahhmeort: San Diego Zoo).



Pazifik!



San Diego, an demselbigen gelegen.

Road Tunes # 6

Samstag, 11. September 2010

USA-Blog # 10

Am Weg zurück nach Kalifornien :







Das Valley of Fire nordöstlich von Las Vegas.






Die Kelso-Sanddünen in der Mojave-Wüste gehören zu den größten der westlichen USA.



Die Wüste ist ein faszinierender Ort und sie lebt.


Morgen geht es in den Joshua Tree National Park und dann nach San Diego.

Freitag, 10. September 2010

USA-Blog # 9

Gestern sind wir in einem schlichten und internetlosen Motel abgestiegen, da alle Hotels und Lodges in unmittelbarer Nähe des Bryce Canyon gerammelt voll waren. Dafür habe ich heute morgen im Motel-eigenen Steakhaus ein Steak gefrühstückt.

Der Bryce Canyon ist aber auch definitiv einen Besuch wert, wie wir heute festgestellt haben.












Danach fuhren wir..


durch den Red Canyon, sowie..



durch den eigenwilligen wie beeindruckenden Zion Mountain National Park..



nach St. George im südlichen Utah. Die Stadt wurde einst vom Mormonen-Führer Brigham Young persönlich gegründet und dazu bestimmt, Baumwolle wirtschaftlich konkurrenzfähig herzustellen, was jedoch misslang. Die Baumwollfelder sind verschwunden, geblieben ist der Beiname "Dixie" und der älteste noch bestehende Mormonentempel der Welt (eingeweiht 1877). In St. George haben wir Kaffee und Cola getrunken, uns mit einer Kellnerin unterhalten, die noch nie in ihrem Leben von Vienna, Austria gehört hat und sind dann zu unserer jetzigen Unterkunft im südlichen Nevada weiter gereist.

Mittwoch, 8. September 2010

USA-Blog # 8

Grand Canyon, früher Morgen:






Monument Valley, später Nachmittag/Abend:







USA-Blog # 7

Gestern gings von Las Vegas nach Williams, Arizona, in die Nähe des Grand Canyon. Erfreulicher Nebeneffekt: die Temperaturen sanken von über 40 Grad im östlichen Kalifornien und südlichen Nevada auf moderate 30 in Nordarizona.

Am Weg: der Hoover-Damm.



Es ist nicht gestattet, am Hoover-Damm Getränke zu konsumieren oder auf den Damm zu schießen.



Produkt des Dammbaus: der Lake Mead.



Diese kleinen Gesellen freuen sich über die Auswirkungen des Dammtourismus.

Dienstag, 7. September 2010

Road Tunes # 5

Heute gibt es kein USA-Blog, nicht mangels Internet (Best Western hält das Versprechen, uns überall ans Netz zu hängen), sondern aus Zeitgründen. Erstens haben wir eben ein ausgiebiges und ausgezeichnetes Abendessen in Williams, Arizona, hinter uns gebracht, für welches ein kochendes Zwillingspaar (vermutlich aus der Navajo-Nation, aber in Nordarizona gibt es mehrere Völker der Native Americans) wirklich grandiose Steaks gezaubert hat. Zweitens müssen wir gleich in die Federn, wollen wir doch morgen den Grand Canyon möglichst bei Sonnenaufgang erleben.

Daher hier nur eine kurze Hommage an die Route 66, an der wir uns derzeit befinden:



Morgen hoffe ich dafür gleich zwei Einträge zu schaffen.

Montag, 6. September 2010

USA-Blog # 6

Einem zahnlosen Shoshonen mit Rastalocken sei Dank, unser Auto hat es gestern bis Las Vegas geschafft. Das hat uns zwei Tage der Gegensätze beschert - zuerst das Death Valley und dann Las Vegas. Und der klare Sieger nach Punkten: das Death Valley. Erstaunlich, dass die Menschen feindliche Wildnis soviel sympathischer erscheinen kann als die moderne, Menschen gemachte Oase. Aber gegen die Schönheit des Nationalparks wirkt Vegas wie ein von hyperaktiven Ameisen aufgetürmten Haufen im großen Wald der Natur und Kultur, ein recht kläglicher Versuch, das, was in der Welt ästhetisch und groß ist, in billiger Weise nachzubilden.

Man muss fairer Weise sagen, dass wir Las Vegas am Samstag des Labor Day-Wochenendes erwischt haben, also voller Menschen aus allen Teilen der USA, hauptsächlich Horden von gerade trinkreif gewordenen Adoleszenten sowie Latino-Großfamilien. Aber, der Trubel alleine war es nicht, der uns Vegas schal erscheinen ließ. Es war vielmehr die enttäuschende Erkenntnis, dass sich unter der glänzenden Oberfläche, die auf den ersten Blick sehr wohl zu beeindrucken vermag, nichts verbirgt, was irgendwie von Interesse wäre: kein Sinn für echte Schönheit, keine feinen Differenzierungen, immer nur die gleichen Geld saugenden Spielhöllen und labyrinthisch angelegten Einkaufszentren.

Die Nachbildungen von Venedig, Paris, New York, Ägypten oder Rom, die man hier vorfindet, blenden aus weiterer Entfernung sowie aus den Prospekten der Reiseveranstalter heraus den Betrachter. Aber, bei näherem Augenschein entpuppen sich diese nur als plumpe Kulissen, die den großen Vorbildern nicht im Allerentferntesten das Wasser reichen können. Egal, was einem Hollywood und die globalen Werbeanstrengungen der Casino-Magnaten einreden wollen: Las Vegas ist kein Ort, den man unbedingt besucht haben muss.

Ganz anders das Death Valley: Bilder und Fernsehdokumentationen können das Faszinierende an dieser Landschaft nur ungenügend wiedergeben, man muss es selbst erlebt haben. Unter diesem Vorbehalt stehen auch die folgenden Bilder.


Der Tiefpunkt unserer Reise war zugleich ein Höhepunkt: Badwater liegt 86 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefste Punkt der westlichen Hemisphäre.


Eine Salzkruste überzieht hier den Boden.



Badwater von Artist´s Palette aus gesehen.



Artist´s Palette, eine mehrfärbige Felsformation.



Wasserspiele des riesigen Brunnen des Bellagio-Hotels in Las Vegas. Im Hintergrund ein falscher Eiffelturm.


Der "Strip", tagsüber vom Stratosphere Tower aus gesehen.


Immerhin, meine Freundin hat den einarmigen Banditen $ 4,25 abgeknöpft.