Montag, 29. November 2010

Leslie Nielsen

Manche Filme liebt man ein Leben lang, weil man ihnen als sehr junger Mensch sehr unbedarft gegenüber getreten ist. Der Sci-Fi-Kinderfilm Star Wars ist möglicherweise ein besonders schönes Beispiel dafür. Wenn man ihn (so wie ich) erst als Erwachsener zum ersten Mal sieht, kann er einem dermaßen infantil erscheinen, dass man dem getriebenen Kult hernach völlig verständnislos gegenüber steht.

Vielleicht trifft das ja auch auf "Naked Gun" zu. Aber, das kann ich nicht wirklich beurteilen, hier bin ich derjenige, der als Halbwüchsiger in den Bann gezogen wurde und folglich zu einer objektiven Bewertung nicht mehr wirklich fähig ist. Ich habe die ersten beiden Teile der Film-Trilogie um den von Leslie Nielsen porträtierten Polizisten Frank Drebin unzählige Male gesehen, öfter als irgend ein anderes Produkt der Kinoindustrie. Es wurde zu einem regelrechten Familienritual, jedes halbe Jahr entweder den ersten oder den zweiten (pardon: zweieinhalbten) Teil in das VHS-Gerät zu schieben.

Wann immer ich Leslie Nielsen später zu Gesicht bekam, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen, stieg ein glückliches Gefühl in mir hoch. Welche Qualität diese Streifen hatten, in denen er nun auftrat und in denen teilweise doch recht krampfhaft versucht wurde, den Geist der ersten beiden Teile von "Naked Gun" zu reproduzieren, spielte dabei keine Rolle.

Wahrscheinlich liegt die Ursache dafür aber nicht nur in den angenehmen Kindheitsgefühlen, die ich mit "Naked Gun" verbinde.

Viel eher dürfte es auch damit zu tun haben, dass Leslie Nielsen wirklich ein genialer Komödiant war.


Samstag, 27. November 2010

Nikolos des Grauens?

Schenkt man Greenpeace Vertrauen, die eine eingehende Untersuchung der Schokolade-Nikoläuse des Landes durchgeführt haben, so darf man derzeit eigentlich nur mehr solche der Marke EZA kaufen. Alle anderen untersuchten Schokoladeheiligen stehen nämlich Greenpeace zufolge im Verdacht, entweder mit Hilfe von Gentechnik zustande gekommen zu sein, zur Zerstörung des Regenwaldes beizutragen oder gesundheitlich bedenkliche Zusatzstoffe zu enthalten.

Donnerstag, 25. November 2010

Nord oder Süd, wen interessierts

Verdammt schwer zu merken..



Gründerväter, auch verdammt schwer zu merken..



Anmerkung: George Washington wurde kurz zuvor von Glenn Beck erwähnt und mit Sarah Palin verglichen. Glück für sie.

Dienstag, 23. November 2010

Ohren(ge)fälliges # 17

Rodrigo Y Gabriela - Buster Voodoo
Dublin, Irland - Ciudad de Mexico, Mexiko

Diesen Oktober hätten Rodrigo Y Gabriela eigentlich auf ausgiebiger Tour in den Vereinigten Staaten sein sollen. Doch ein Arzt hatte etwas dagegen. Der Doktor handelte aus bestem Wissen und Gewissen heraus, denn Gabriela Quintero hatte sich ihren rechten Arm dermaßen lädiert, dass eine Pause zwingend vonnöten war, um dauerhafte Schäden zu verhindern. Nicht wirklich verwunderlich, wenn man die Spielweise der mexikanischen Gitarristin in Betrachtung zieht..



Rodrigo Y Gabriela sind Grenzgänger. Gabriela Quintero und ihr Kompagnon Rodrigo Sanchez starteten ihre musikalische Karriere in einer Thrash Metal-Band in Mexiko City. Sie erkannten jedoch, dass dies nicht das Ende ihrer musikalischen Fahnenstange sein konnte und setzen sich über den Ozean ab - nach Irland. Auf der grünen Insel angekommen, begannen sie mit ihren akustischen Gitarren durch die Pubs von Dublin zu ziehen und sich für ihren perkussiven Stil mit folkloristischen Einschlägen ein Publikum zu erarbeiten.
2005 standen die beiden überzeugten Veganer dann mit ihrem selbst-betitelten Album "Rodrigo Y Gabriela" überraschend auf Platz eins der irischen Albumcharts. Dass ihre musikalischen Wurzeln im Rock liegen, zeigen sie regelmäßig mit Aneignungen von Stücken wie "Stairway to Heaven" oder der Metallica-Nummer "Orion". Ihre stärksten Momente entstehen aber, wenn sie sich an ihren eigenen Nummern abarbeiten.

Sonntag, 21. November 2010

Kreationismus an der Uni Linz: Der Vortrag von Phillip Bell

Am Montag, den 8.11.2010 war auf der Linzer Johannes Kepler-Universität ein Vortragender zu Gast, der versucht hat, die dortige akademische Gemeinde vom Konzept des "Intelligent Design" zu überzeugen. Meine Freundin Sarah war unter den ZuhörerInnen. In weiterer Folge ihr Bericht.


Am Montag hatte ich das Vergnügen, einen Vortrag eines waschechten Kreationisten, Philip Bell, an der Uni Linz zu hören. Mal abgesehen davon, dass ich mich darüber geärgert habe, dass religiöse Pseudowissenschaftler an der Uni vortragen können, hab ich doch versucht, so objektiv an die Sache heranzugehen wie möglich.

Leider war meine Objektivität sofort beim Teufel, als Herr Bell gleich am Anfang auf einer Folie Richard Dawkins schlicht und einfach aus dem Zusammenhang falsch zitiert hat und diesen so hingestellt hat, als würde er als Atheist und Evolutionsbiologe nicht nur nicht an Götter glauben, sondern auch das Christentum für gefährlicher für als alle anderen Religionen halten. Das war sein Eingangszitat, obwohl er immer wieder betont hat, dass er aus wissenschaftlichen, nicht aus religiösen Gründen von Intelligent Design überzeugt ist.

Das war generell im späteren Vortrag immer wieder direkt oder indirekt zu hören. Ein "echter" Christ darf nicht an die Evolutionstheorie "glauben", ehrenhafte Christen und ehrenhafte Wissenschaftler glauben an Gott und demzufolge an Intelligent Design und Kreationismus. Mich persönlich hat es ein wenig geärgert, dass keiner der anwesenden Menschen gegen diese Seitenhiebe protestiert hat, da es jede Menge Christen gibt, die durchaus ihren Glauben mit der ET vereinbaren können, und ich gehe davon aus, dass auch unter den Hören einige waren.

Der Hörsaal war relativ voll, Leider hab ich die Leute nicht gezählt, aber gute 100 Hörer werden es schon gewesen sein. Wenn ich die Reaktionen der Hörer richtig gedeutet habe, waren 3/4 ziemlich kritisch Herren Bells Ansichten gegenüber, 1/4 wird wohl aus tatsächlichem (und religiösem?) Grundinteresse am ID gekommen sein.

Zum Vortragsinhalt:

Zuerst hat Herr Bell klargestellt, dass er durchaus mal an die Evolutionstheorie geglaubt hat (weil ihm das die institutionalisierte Schulwissenschaft ja schon von klein auf beigebracht hatte, er wurde quasi gezwungen) und selber auch wissenschaftlich tätig war; er hat Zoologie studiert. Weiters ist er aufgrund der Beweise zum Kreationisten geworden, das hat nach seiner Aussage ganz und gar nichts mit seinem Glauben zu tun.

Dann hat er mal angefangen, alle Wissenschafter an sich als unglaubwürdig hinzustellen, indem er zuerst unterstellt hat, alle Wissenschaftler halten sich für unfehlbar und absolut objektiv (oder werden dafür gehalten), und dann gezeigt hat (was sonst?), dass das natürlich nicht so ist.

Als Nächstes hat er die wissenschaftliche Methode erklärt, eben dass man Beweise brauche und diese dann bewerten muss und objektiv an die Sache herangehen muss, dass man keine der Theorie widersprechenden Beweise auslassen darf etc.. alles ganz richtig, klar und nachvollziehbar, an diesem Punkt des Vortrags hätte ihm wohl jeder zugestimmt. Er selber ist natürlich nach eigener Aussage furchtbar mutig, sich gegen den Mainstream zu stellen und den etablierten Wissenschaftlern Stirn zu bieten und ihnen zu zeigen, dass deren Beweise auch anders interpretiert werden können, er ist quasi ein einsamer Kämpfer gegen die Wissenschaftselite.

Ja, die Beweise... hier muss ich dazu sagen, dass ich keine Expertin bin was Biologie oder Evolution betrifft und zudem nur ein paar Stichworte notiert habe. Es kann also gut sein, dass ich Details falsch verstanden habe oder falsch wiedergebe. Natürlich kann ich die Beispiele auch nicht entkräften, aber es sind eh nur "Beweise", keine Beweise.

Generell zweifelt Herr Bell nicht an, dass es innerhalb einer Art auch massive Unterschiede und Veränderungen geben kann. Er führt als prominentes Beispiel die Vielfalt der Hunde an, natürliche Selektion aufgrund (veränderter) Umwelteinflüsse hält er für wahr. Als Art gilt in seinem Verständnis alles, was sich untereinander Fortpflanzen kann, auch wenn die nachkommen unfruchtbar sind. Aber den "Urwolf", die "Urkatze", das "Urpferd" hat natürlich Gott geschaffen.

Seine "Beweise" unterteilen sich in zwei Sorten: Die Beweise, die zeigen, wo sich Evolutionswissenschaftler mal geirrt haben (als würde ein Irrtum irgendwas anderes beweisen... ) und jene, nach dem Motto: das ist so komplex, das kann nur auf einmal entstanden sein, es gibt keine Zwischenstufen.

Zur ersten Kategorie führt er den Birkenspanner an, hier meint er, alle Schullehrbücher seinen falsch, weil der Birkenspanner zwar sehr wohl seine Farbe wechselt, aber dabei sein Genom nicht verändert. Und außerdem sind alle Fotos von weißen Birkenspannern auf dunkler Birke (und andersrum) gefälscht, dafür habe man tote Birkenspanner genommen, das ganze sei nie beobachtet worden.

Als zweites Beispiel führt er den Ambulocetus an, den pakistanischen Wal. Von diesem wurde wohl in den 90ern ein Schädelknochen gefunden, und damals nahmen Wissenschaftler an, dass das Tier bereits (zum Großteil) im Wasser lebte und so eine Übergangsform vom landlebenden Säugetier zum Wal darstellte. Einige Jahre später aber wurde ein weiters, besser erhaltenes Skelett gefunden, das gezeigt hat, dass der Wal doch ein Landtier war. Hier hat ihn besonders gestört, dass in einem aktuellen Lehrbuch ("99% Ape: How Evolution Adds Up") dieser Irrtum immer noch nicht ausgebessert wurde. (Das Lehrbuch ist aber wohl eher ein populärwissenschaftliches Buch über die Evolutionstheorie, Herr Bell hat dieses Buch des öfteren kritisiert)

Interessant fand ich sein erstes Beispiel aus der Kategorie "zu komplex": es gibt einen Vorgang der absichtlichen Zellzerstörung, die vor allen im Embryonalstadium stattfindet, die Apoptose. Zum Beispiel wird die menschliche Hand zuerst wie ein Paddel gebildet und damit Finger entstehen, sterben die Zellen zwischen den Fingern "mit Absicht" ab. Im Gegensatz dazu scheinen bei der Embryonalentwicklung beim Frosch die Finger zu wachsen. Ein weiters Beispiel für Apoptose sind Fledermausflügel, die dünne Membran zwischen den Fingerknochen kommt durch unvollständige Apoptose zustande. Der Vorgang der Apoptose ist fürchterlich komplex. Unglaublich viele ganz bestimmte Hormone und Aminosäuren müssen in der richtigen Reihenfolge, am richtigen Ort, in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt gebildet werden und sich gegenseitig beeinflussen, damit das ganze funktioniert und die Babys nicht mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern geboren werden. Herr Bell meint, dass dieser Vorgang auf einmal designt werden musste, da keine kleinen Vorstufen denkbar wären.

Dann hat er über den F1-ATPase Rotationsmotor gesprochen, eine Art Zellmotor, hier bin ich zugegebenermaßen komplett ausgestiegen, er meinte jedenfalls, dass dieser komplexe Motor bereits vor den ersten Lebewesen (oder zumindest vor den ersten Lebewesen mit sexueller Fortpflanzung) dagewesen sein müsste, weil ohne diesen Motor Leben unmöglich wäre.

Dann kam noch eine Geschichte mit einem Dinosaurierfund, leider hab ich weder Fundort, noch Jahr, noch Dinosaurierart notiert, in dessen Knochen man Knochenmark fand, welches noch weich war, sodass der Dinosaurier Bells Meinung nach höchstens ein paar 1000 Jahre tot sein konnte, nicht Jahrmillionen.

Im ganzen Vortrag kamen auch immer wieder die üblichen Argumente, wie wir sie aus Diskussionen mit Kreationisten kennen, immer wieder mal zwischendurch, mal direkter, mal weniger direkt.

  • Mutationen können nur böses bewirken
  • schaut euch diesen Laptop/Flugzeugträger/Wolkenkratzer an, ihr wisst, da steckt ein Designer dahinter, als muss das bei einem noch komplexeren Ding auch der Fall sein.
  • Wissenschaftler irren (manchmal), also habe ich mit allen, was ich sage, recht; sobald ich einen Irrtum finde.
  • Es ist absolut unvorstellbar, dass aus einer Zelle sowas großartiges und perfektes wie der Mensch werden kann.
  • Evolution konnte nie beobachtet werden

Und wann immer er zum Glauben kam, hat er damit eingeleitet, dass das nichts mit seiner "wissenschaftlichen" Arbeit zu tun hat, dass er zwar Christ sei, aber dass das seine persönliche Sache wäre, und wenn er jetzt was dazu sagt, dann hat das nichts mit ID zu tun. Trotzdem wurden, teils mehrfach, folgende Dinge erwähnt:

  • Wer an Gott glaubt, muss an ID glauben
  • Evolutionisten glauben ja eh auch nur, denn wenn irgendein Zwischenglied fehlt (zB zwischen Dinosaurier und Vogel) dann glauben diese ja auch nur, dass es was dazwischen gibt.
  • Evolutionswissenschaftler mögen keine religiösen Menschen, ganz besonders keine Christen.
  • Die Bibel ist das direkte Sprachrohr Gottes

Während und vor allen nach dem Vortrag hat Herr Bell auch noch einige Fragen beantwortet, ich muss zugeben, dass er das recht geschickt gemacht hat, er hat immer zuerst den Fragesteller gelobt oder gar zugestimmt, bevor er entweder tatsächlich geantwortet hat, oder der Frage geschickt ausgewichen ist. Vor allen der Kritik, ID sei gar keine Theorie im wissenschaftlichem sinne, konnte er sich nicht stelle. Hier wurde die Diskussion gleich theologisch. Das Argument war hier, dass wenn Newton bei seiner Philosophiae Naturalis Principia Mathematica Gott erwähnt, und Newtons Theorien wissenschaftlich sind, dann ist es ID auch. Dass man für Newtons Theorie nicht an Gott glauben muss, um diese nachzurechnen, zu verstehen oder für richtig zu halten, für ID aber einen braucht, um die Entstehung der Arten zu erklären, hat er trotz mehrmaligen Nachhaken aus dem Publikum ignoriert.

Aber generell war Herr Bell ein geschickte Rhetoriker und ein durchaus charismatischer Vortragender, ich fand ihn nicht unsympathisch. Unsympathischer fand ich ne Handvoll (christlicher, gläubiger?) Zuhörer neben mir, die bei jeder kritischen Frage gleich gemault haben, aber das ist ne andere Geschichte.

Ansonsten war der Vortrag entgegen seiner ersten Ankündigungen gespickt mit religiösen Andeutungen, hat aber nichts erklärt. Man kann eine eigene Theorie nicht beweisen, indem man Irrtümer an anderen Theorien findet, und alle Beweise, die vorgebracht wurden, waren allerhöchstens Hinweise dafür dass die Evolutionstheorie noch nicht alles ganz konkret erklären kann (als hätte das jemals jemand behauptet), und dass es seit Darwin immer wieder auch Fehler gemacht wurden (was niemals von irgendwem bestritten wurde) , aber er hat nicht einen Punkt vorgebracht, der auch nur als Hinweis für ein Intelligent Design durchgehen könnte.


Mit freundlicher Genehmigung von Astrodictium Simplex.

Freitag, 19. November 2010

Web of Trust

Viele Mitmenschen begegnen dem Internetz mit einer gewissen Blauäugigkeit. Da kann es nicht schaden, diesen Link zu verbreiten.

Mittwoch, 17. November 2010

Irland

Verhält sich derzeit wie ein Wirtschaftskrimineller, der vor die Wahl gestellt wird, entweder ein paar Jahre in der Knast zu gehen oder als Gegenleistung für seinen Rückzug aus allen geschäftlichen Unternehmungen eine Millionenabfindung zu kassieren..und der den Knast wählt.

Lauter böse Dinge

Bei der CSU ist man derzeit offensichtlich hochgradig verwirrt.

Dienstag, 16. November 2010

Rückblog # 4, 2009 im Kino, Teil 3/4

Das Jahr zieht ja wirklich schnell vorbei..

2009 im Kino, Platz 9-6

09 Danny Boyle: "Slumdog Millionaire" 3.5

Dieser Film war der Sensationserfolg des Jahres 2008. Bei der Oscarverleihung 2009 räumte "Slumdog Millionaire" acht Goldstatuetten ab. Etwas komisch nur, dass die hervorragenden indischen Darsteller komplett leer ausgegangen sind, während Danny Boyles Werk in den nicht-darstellerischen Kategorien groß auftrumpfte. "Slumdog Millionaire" ist kein indischer Streifen, kein Triumph der Weltkinos, darüber können auch asiatische Klänge und exotische Settings nicht hinwegtäuschen. "Slumdog Millionaire" ist ein romantisches Hollywooddrama, das ein Brite inszeniert hat. Da wandelt die Story speziell gegen Ende auch schon Mal am Rande des vorhersehbaren Kitsches und der Berechnung. Bevor aber jetzt der Verdacht aufkommt, dass hier so etwas wie post-kolonialistisches Ausbeutungskino vorliegt, muss festgehalten werden: Boyle gelingen zwischenzeitlich immer wieder beeindruckende Einblicke in das zeitgenössische indische Leben. Und die setzt er in bewährter Manier auch bildlich eindrucksvoll in Szene.


08 Gus Van Sant: "Milk" 3.5

Das berühmteste Zitat von Harvey Milk lautet: "If a bullet should enter my brain, let it destroy every closet door." Am 28. November 1978 wurde der erste offen homosexuelle Stadtrat von San Francisco im Rathaus seiner Stadt erschossen. Milks Traum war es, dass sich alle Homosexuellen des Landes outen würden ("coming out of the closet"), sich damit ihre wahre Zahl und Stärke erweisen würde und sie damit die ihnen zustehende Rechte und den ihnen gebührenden Respekt erkämpfen könnten. Die Bluttat seines eben erst zurück getretenen Stadtratskollegen Dan White hatte weniger einen schwulenfeindlichen als mehr einen persönlichen Hintergrund (Milk hatte sich dagegen ausgesprochen, dass White von Bürgermeister Giorgio Moscone - der am selben Tag ebenfalls durch White ermordet wurde - das Amt eines Stadtrats zurück erhalten sollte). Nichtsdestotrotz machte dies Harvey Milk zu einer regelrechten Ikone der amerikanischen Homosexuellenbewegung. In Gus van Sants Film "Milk" wird er von Sean Penn dargestellt, eine Wahl, über die sich grundsätzlich sicherlich streiten lässt, die aber schließlich in schau spielerischer Hinsicht erwartungsgemäß überzeugt. Der raue Sean Penn mutiert voll und ganz zum gewandten Politiker Harvey Milk. Weit beeindruckender noch als Penn: Josh Brolin als Stadtrat Dan White, der dieser tragischen Nebenfigur eine unheimliche Faszination einzuhauchen vermag. Gus van Sant inszeniert die schicksalshafte Verstrickung dieser beiden Männer mit großer Liebe zum (historischen) Detail und in einem fast dokumentarischen Tonfall. Nur das (historisch vorgegebene) Ende ist gar arg pathetisch geraten und fällt damit aus dem Rahmen. Dennoch ist "Milk" natürlich ein ungemein wichtiger Film; in einer Welt, in der Homosexuelle in viel zu vielen Ländern der Erde noch immer verfolgt oder zumindest diskriminiert werden und sich ein Bischof Küng vor deren Netzwerken fürchten muss.


07 Jonathan Demme: "Rachel´s Wedding" 3.5

Ein Familienfest, genauer gesagt eine Hochzeit. Die Schwester der Braut kommt frisch aus dem Drogenentzug, ihre Stimmungslage ist durchaus labil. Konflikte zwischen den Familienmitgliedern scheinen unausweichlich und brechen auch aus. Die Ereignisse werden - beinahe einem Hochzeitsvideo gleich - mit der Handkamera aufgezeichnet. Es handelt sich hier aber nicht um einen skandinavischen Film, sondern um ein Werk von Jonathan Demme, der in den 90er Jahren mit "Das Schweigen der Lämmer" und "Philadelphia" Hollywood-Geschichte schrieb. Demme gelingt mit "Rachel Getting Married" ein kleiner Überraschungscoup. Der Film ist zweifellos dem Genre des Familiendramas zuzuordnen, schafft es aber zugleich, nicht in einer Pose der düsteren Verzweiflung zu erstarren, sondern bei allem Ernst leichtfüßig und auch humorvoll zu bleiben. Jene Momente, in denen etwas Hollywood-Pathos durch zu glühen scheint, werden durch die ruckelige Handkamera-Machart und einen feinen Sinn für clevere Wendungen wirkungsvoll entschärft. Zudem zeigt Anne Hathaway als Schwester der Braut eine ausgezeichnete darstellerische Leistung, mit der es sich schön mitleiden, aber auch - freuen lässt. Insgesamt ein Film, der dazu geeignet ist, Erwartungshaltungen immer wieder über den Haufen zu werfen. Meine erste positive Überraschung des vergangenen Kinojahres.


06 Sacha Baron Cohen: "Brüno" 3.5

Sprechen wir doch noch ein bisschen über Erwartungshaltungen. Bei "Brüno" machte ich mich eigentlich auf das Schlimmste gefasst: ordinäre Witze, zotiges Geblödel, hyperaktive Nervigkeit. Natürlich ist in diesem Film auch genug von diesen Dingen enthalten. Aber im Gegensatz zu dem völlig sinnfreien "Borat", hat sich Herr Cohen bei seinem neuen Werk um so etwas wie einen halbwegs stimmigen Plot bemüht. Die Hauptfigur, ein homosexueller österreichischer Modejournalist, reist in die USA, um dort berühmt zu werden. Brüno präsentiert sich uns dabei als ein wahrer Ausbund an egozentrischer Eitelkeit und Kamerageilheit. Aber er treibt diese - entsprechend Cohens bekannter Methode - auch auf entlarvende Art und Weise auf die Spitze. Ebenso wie er seine Gesprächspartner entlarvt, indem er sie in sein Spiel hineinzieht. Während er in "Borat" letztlich doch ziemlich fragwürdige Witzchen über zentralasiatische und nordamerikanische Zivilisationen zum besten gab, zielt er diesmal relativ treffsicher auf den weltweiten Kult der schönen Oberflächlichkeit, auf ausufernden Individualismus und den Hang zur Selbstdarstellung. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum das Publikum sowie das Kulturfeuilleton mit dem Streifen weniger anfangen konnte als mit "Borat". Ach ja, und das Ende ist sowieso wünderbar (Achtung: Spoiler!).

Sonntag, 14. November 2010

In Concert # 22: Wir sind Helden, 13.11.2010, Posthof, Linz

"Wir sind Helden" sind gestern abend im (nicht ausverkauften, aber recht ordentlich besuchten) Linzer Posthof aufgetreten. Mittwoch und Donnerstag war man schon in der Arena in Wien zu Gast, heute abend steht Graz auf dem Programm. Das macht in Summe nicht weniger als vier Abendauftritte in fünf Tagen. Wer da noch glaubt, das Tourleben in einer bekannten Musikgruppe sei das pure Vergnügen, der hat nicht richtig nachgedacht. Frau Holofernes´ Stimme war es denn auch anzumerken, diese wirkte doch etwas angekratzt. Hinzu kamen Soundprobleme, die zwar kaum das Publikum vor der Bühne, dafür aber die Band auf derselbigen betrafen ("Wir hören hier immer ouhhh...").

Es zeugt von hoher Professionalität, wenn trotz derartiger Widrigkeiten anstandslos ein fast zwei-stündiges Konzert gegeben wird, bei dem nahezu alle wohlbekannten Stücke aus dem eigenen Ouevre dargeboten werden (prominente Ausnahme: "Nur ein Wort"). Da hat man von prominenten Kollegen aus der großen Popwelt schon andere Dinge erlebt.

Wenn einem dann aber auch noch der Eindruck vermittelt wird, dass die Musiker auf der Bühne das auch noch irgend wie gerne tun, dann kann man das mit dem Begriff "Professionalität" nicht mehr hinreichend beschreiben. Dann muss man ganz klar sagen: "Wir sind Helden" sind nicht nur hochprofessionelle Künstler, sie sind eine integere Band. Soll heißen: Die Werte, für die sie in ihrer medialen Darstellung stehen, die vertreten sie auch auf einer konkreten Bühne. Hier wird einem - so zumindest mein Eindruck - nicht zynisch ein Konsumprodukt vor die Füße geknallt, hier ist die Liebe zur Begegnung mit dem Publikum und zum Zelebrieren des Augenblicks durchaus spürbar. Guten Tag, ich will diese zwei Stunden meines Lebens nicht zurück! Womit die gar nicht unernst gemeinte Frage beantwortet wäre, die die Band irgendwann zu Mitte ihres Linzer Auftritts gestellt hat.

Auch wenn die Rahmenbedingungen dann vielleicht doch kein ganz durchgängig magisches Konzerterlebnis möglich gemacht haben, so bleibt doch der Eindruck einer freundlichen Begegnung mit sympathischen wie charismatischen Künstlern. Und das ist beileibe nicht das Schlechteste, was man heutzutage über einen Konzertbesuch sagen kann.

Im Gegensatz zum kurzen, aber schon viel versprechenden Auftritt am diesjährigen Frequency konnten die Helden in Linz naturgemäß nicht nur mehr in die Länge, sondern auch musikalisch mehr in die Tiefe gehen. Viele Nummern aus dem neuen, nachdenklich-introvertierteren Album "Bring mich nach Hause" wurden gespielt, aber auch die eine oder Coverversion. So auch als vorletztes Stück, "Let the Sun Shine In". Dieses kam ohne jede Ironie daher, hymnisch und entschlossen. Die Helden stehen offenkundig zu dem, wovon sie überzeugt sind und verlieren sich und ihre grundlegenden Werte nicht aus den Augen.

Wesentlich verantwortlich dafür wird auch die lange Pause sein, die sich die Musiker vom Musikgeschäfts-Wahnsinn gegönnt haben. Drei Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. Seit damals wurden Kinder gemacht, es wurde viel nachgedacht und sicherlich auch viel gute Musik gehört. Ein schönes Beispiel dafür, wie man es schaffen kann, sich nicht selbst zu verlieren.


Freitag, 12. November 2010

Musikernothilfe?

Schurkisch. Auf das Mitleid mit dem Not leidenden Musikertum setzen:


A propos Internetz-Unholde: Ich sehe mich veranlasst, der Kommentarfunktion einen Menschen-Erkennungs-Filter hinzuzufügen. Der Dauerbeschuss durch russische, US-amerikanische und gualtemaltekische Spamserver geht mir jetzt doch schon gehörig auf die Nerven. Ich will nicht mehr auf "Ablehnen" klicken müssen..

Ihr dürft und sollt natürlich weiterhin Kommentare posten. Der neue Türsteher wird euch gleich durchwinken. Falls es Probleme gibt, ersuche ich um Rückmeldung.

Donnerstag, 11. November 2010

Australasien

Endlich die gerechte Retourkutsche für all die demütigenden Verwechslungen!



Wir würden ja auch nicht wollen, dass die Koreaner unseren Bundespräsidenten in einem Sträflingsanzug oder mit einem Buschmesser porträtieren.

Ich möchte an dieser Stelle noch loswerden, dass ich sehr stolz auf das bin, was unsere Burschen in Korea gegen die kommunistische Aggression geleistet haben.

Mittwoch, 10. November 2010

Kopenhagen in Buchstaben, Teil II

N wie Nörrebro

Ein ehemaliges Arbeiterviertel, dass sich jetzt zum "Kreuzberg Kopenhagens" (Reiseführer) entwickelt. Das französisch angehauchte Café Sebastopol am Sankt Hans Torv gibt es seit Mitte der Neunziger und es rühmt sich, eines der ältesten Kaffeehäuser des Viertels zu sein. Das sagt viel über die Kaffeehauskultur in Kopenhagen (recht amerikanisch, wenig berauschend) und auch über Nörrebro. In selbigem Bezirk befindet sich auch ein großer Friedhof, auf welchem die drei berühmtesten Dänen begraben sind: Hans Christian Andersen, Niels Bohr und Sören Kierkegaard.


O wie Oeresund

Meerenge zwischen Seeland (Dänemark) und Schonen (Südschweden), die mit einer mächtigen Brücke überwunden wurde. Wenn man in Kopenhagen in den Zug steigt, ist man daher in einer halben Stunde in Malmö. Das macht mehr Sinn als jeder Koralmtunnel, man sieht allerdings aus dem Zug heraus nur wenig von der Brücke und vom Sund, weil der fahrbare Untersatz recht tief unten im Brückengestänge durchrauscht. Dafür kann man hinterher sagen, dass man auch einmal in Malmö gewesen ist (sehenswert: die Festung Malmohuset und der Rathausplatz).

P wie Preise

Kopenhagen ist nichts für Menschen, die wenig Geld haben oder ausgeben wollen. Die Dänen können sich das anscheinend leisten, wie man an den vielen Kindern erkennen kann, die von jungen Leuten in Kinderwägen durch die Gegend geschoben werden (Statistik und mögliche Gründe).

Q wie Q

Buchstabe, der im Dänischen eigentlich nur in Fremd- und Lehenswörtern auftaucht

R wie Reihenhäuser

Jene in der Nähe des Festungsanlagen-Parks Kastellet gehören zu den ältesten Europas. Auch eine der ältesten Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen des Kontinents befindet sich in Kopenhagen: die Stroget. Innovative Stadtplaner, diese Kopenhagener.

S wie Shawarma

Dänemark ist nicht Dönermark, hier mag man "Shawarma", obwohl das eigentlich genau so ausschaut und vermutlich auch schmeckt.

T wie Tivoli

Ausgerechnet im Oktober geschlossen. Der direkte Vergleich mit Disneyland wäre vielleicht nicht unspannend gewesen.


U wie Untergrundbahn

Kommt in Kopenhagen ganz ohne Fahrer daher, was gut funktioniert.

V wie Victoria

Kronprinzessin von Schweden. Macht Königin Margarethe von Dänemark seit einiger Zeit massiv Konkurrenz, wie Wikipedia offenbart: Rund 50 Jahre nach der Entwicklung der Margrethe-Schüsseln wurde von den Jacob-Jensen-Designstudios die verbesserte Variante Victoria herausgegeben. Diese Schüssel ist nach der schwedischen Thronfolgerin Victoria von Schweden benannt. Victoria wurde mit einem besseren Griff, Ablauflöchern am Gummiring (damit Spülwasser ablaufen und trocknen kann), einer Aufhängöse und einer Materialverstärkung des Ausgusses versehen. Das freut uns für Victoria!


X, Y
wie ...lassen wir das

W wie Wache, königliche

Es gibt drei nach Farben unterscheidbare Gardebataillone, die beim Schloss Amalienborg, dem Kopenhagener Sitz der Königin, Wache tun. Es handelt sich samt und sonders um Wehrpflichtige, die nach Körpergröße ausgewählt und in die drei Bataillone einsortiert werden (die Großen, die ganz Großen und die Allergrößten..). Am Mittwoch haben sie besonders viel zu tun, da stehen Staatsbesuche am Programm. Wachablösen kann man aber mittags auch an allen anderen Tagen erleben.

Z wie Ziffern

Die Dänen haben mit den lateinischen Ziffern eher weniger am Hut. Bei den Kronjuwelen im Schloss Rosenberg wurde ich nach der Bedeutung des ominösen Symbols "VI" gefragt. Auch die dänischen Monarchen schreibt man im Dänischen mit arabischen Ziffern, was sich zum Teil auch auf den Kronjuwelen und in den königlichen Schlössern wieder findet. Es handelt sich hier wohl um ein Resultat der hiesigen Reformation.

Montag, 8. November 2010

Kopenhagen in Buchstaben, Teil I

A wie Amerikanisierung

Scheint in Dänemark recht weit fortgeschritten zu sein. An jeder Straßenecke gibt es ein "7/11"- Geschäft, Halloween ist eine ganz große Sache und auch der Unfug, zu jeder Jahreszeit einen Stapel Eiswürfel in den Erfrischungsgetränken aufzutürmen, ist weit verbreitet. Womit nur ein paar Beispiele genannt wären. Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen die amerikanische Kultur gar nicht durchdringt (siehe F und G).

B wie Bier

Muss wohl als Nationalgetränk Dänemarks angesehen werden, siehe C.

C wie Carlsberg A/S

Carlsberg, der viertgrößter Brauereikonzern der Welt, ist nicht nur in den Wirtsstuben Kopenhagens stark präsent. Seit mehr als hundert Jahren betreibt dieses Unternehmen eifrig Sponsoring im Bereich der Wissenschaften und der Künste. Infolgedessen gründet sich etwa nicht nur die "Ny Carlsberg Glyptothek" (siehe M) sowie die "Kleine Meerjungfrau"(siehe L) auf Biergeld, auch das bedeutende, von Niels Bohr (siehe N) gegründete Institut für Theoretische Physik der Universität Kopenhagen wurde damit finanziell fundiert. Das wirtschaftlich relevanteste Getränk der Brauerei ist übrigens ein Pilsner, das ganz ordentlich ist, mit seinen böhmischen Vettern aber meiner Meinung nach nicht ganz mithalten kann.

D wie "Den Gyldne Okse"

Gasthaus am Dronninglundvej im Kopenhagener Stadtteil Vanlose, nur wenige Gehminuten von unserem Appartment enfernt. Hier haben wir am letzten Abend sehr gut gegessen. Und festgestellt, dass man ein "Wiener Snitsel" (Wiener Schnitzel) auch mit Fisch und Kren anrichten kann. Die Preiselbeermarmelade wurde dafür meinem Roast Beef beigegeben.

E wie Elefanten

Dem aufmerksamen Wanderer durch die Straßen und Museen Kopenhagens wird auffallen, dass man hier immer wieder auf Elefanten trifft. Schuld daran ist der "Elefantenorden", der höchste Orden Dänemarks, der nur an besonders erlauchte Persönlichkeiten vergeben wird. Und wer so einen Orden erhalten hat, der meißelt sich eben einen Elefanten in die Fassade oder in irgend welchen Zierrat.

F wie Fahrräder

Kaum in einer Stadt habe ich so viele Fahrradgeschäfte gesehen (und thailändische Restaurants, aber das ist eine andere Geschichte) wie in Kopenhagen. Fahrradwege sind auch allerorts zu bemerken.

G wie Gemütsruhe

Die Dänen erlebten wir meist ebenso reserviert wie korrekt. Euphorische Begrüßungen und übertriebenen Eifer am Kunden darf man sich hier eher nicht erwarten. Das war nach meinem dreiwöchigen Aufenthalt in den westlichen USA aber ein durchaus angenehmer Akzent.

H wie Hakenkreuz

Im Oktober 1943 rettete der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz gemeinsam mit einer großen Zahl dänischer Unterstützer 7000 der 8000 dänischen Juden das Leben, in dem er sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion über den Öresund nach Schweden in Sicherheit bringen ließ. Nirgendwo sonst im nationalsozialistisch besetzten Europa wurde ein derart großer Anteil der jüdischen Menschen vor den Vernichtungslagern bewahrt wie in Dänemark. Auf der anderen Seite gab es auch in Dänemark eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen, die sich für den Nationalsozialismus begeisterten. Und die dänische Regierung sowie das Königshaus gingen nach der Besetzung nicht ins Exil, sondern arbeiteten, widerwillig aber doch, auf administrativer Ebene mit den Nazis zusammen. Das heutige Dänemark tut sich etwas schwer mit dem Thema. Anders ist es nicht zu erklären, dass dem Zeitabschnitt im Dänischen Nationalmuseum nur sehr knapper Raum gewidmet ist. Und, dass man immer wieder auf Hakenkreuze stößt - und zwar auf solche der ganz bösen Sorte. So zum Beispiel auf mehrere, die an den Gemäuern der Carlsberg-Brauerei (siehe C) angebracht sind. Vermutlich sind die dänischen Swastikas älter als der Nationalsozialismus und haben somit einen anderen kulturgeschichtlichen Hintergrund. Für den mitteleuropäischen Gast ist die Tatsache, dass sie nie entfernt wurden, aber doch sehr befremdlich, ja schockierend. Wie soll es angesichts dieser Symbole erst Menschen ergehen, die von den Verbrechen der Nationalsozialisten persönlich betroffen waren? Möglicherweise ist es aber auch eine typisch dänische Eigentümlichkeit, dass man die Freiheit der Bilder und Meinungen gerne mal über tiefe Gefühle von Menschen und auch den sozialen Frieden stellt (siehe J)..


I wie Is

Dänisches Wort für "Eis". Ich habe einige Eissalons gesehen, es war aber irgendwie nicht die Zeit und das Wetter, um da hineinzugehen. Darunter war aber überhaupt kein Häagen-Dazs. Diese Firma tut nämlich nur so, als käme sie aus Dänemark.

J wie Jyllands Posten

Jene Zeitung, die dumm genug war, die so genannten Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen. Nicht in Kopenhagen zuhause.

K wie Königin

Mit vollem Namen Margarethe II. Alexandrine Thorhildur Ingrid von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Hat unter einem Pseudonym die dänische Ausgabe von Tolkiens "Herr der Ringe" illustriert und Rechtswissenschaften, Geschichte, VWL und Archäologie studiert. In ihrer Freizeit entwirft sie gerne Kirchengewänder, Theaterkostüme und Bühnenbilder. Berühmt ist auch die "Margarethe-Rührschüssel", die ihr Onkel entworfen und nach ihr benannt hat (Wikipedia). Dem Bautrieb ihrer königlichen Vorfahren verdankt Dänemarks Hauptstadt eine beträchtliche Zahl schöner Schlösser. Die Dänen mögen ihre Königin, also sollte man sich mit Witzen über Rührschüsseln und ähnliches zurück halten.


Hier weilte Ihre Hoheit während Unseres Aufenthaltes in Ihrer Hauptstadt: das durchaus majestätische Schloss Frederiksberg bei Kopenhagen.


L wie "Lille Havefrue"

Das Wahrzeichen Kopenhagens weilte zur Zeit unseres Besuches gerade noch auf der EXPO in Shanghai. In Kopenhagen soll nur eine Videowand zu sehen gewesen zu sein, auf der die "kleine Meerjunfrau" zu sehen war, wie sie sich den Blicken der Chinesen darbietet. Ich kann das weder bestätigen noch dementieren, ich war nicht dort. Egal, Kopenhagen hat wesentlich mehr zu bieten als H.C. Andersens in Stein gehauenes Wasserwesen.

M wie Museum

Kopenhagen ist eine Stadt, die eine unglaubliche Fülle sehenswerter Museen (zB Ny Carlsberg Glyptothek, Dänisches Nationalmuseum, die "Skatkammer" in Schloss Rosenborg [nicht zum Kartenspielen bestimmt, sondern zum Bewundern der Kronjuwelen], Thorvaldsens Museum und viele mehr) beherbergt. Das ist ein wesentlicher Grund, warum man sich in dieser Stadt wirklich viele, viele Tage aufhalten kann.



Alte Marmorschädel in der Neuen Glyptothek.


Fortsetzung folgt..

Samstag, 6. November 2010

Kopenhagen in Bildern

Die kleine Meerjungfrau war in Shanghai, der Tivoli geschlossen und die Hafenrundfahrt hab ich erkältungsbedingt verpasst. Trotzdem war Kopenhagen eine Reise wert. Eine Stadt, die man möglicherweise ein wenig unterschätzt, die aber wahrlich viel zu bieten hat.

Das Wetter war eher trüb, was man auch auf den Bildern sieht, aber das haben wir Ende Oktober/Anfang November nicht anders erwartet.

Anmerkung: Auf den Bildern 58-65 sehen wir nicht Kopenhagen, sondern Malmö.

Freitag, 5. November 2010

Wissenschaftsproduktion

Wissenschaft ist ja so EINFACH! Ich habe zum Beispiel gerade eine Abhandlung zum Thema "An Investigation on RAID Using Opal" verfasst. Ich habe zwar keine Ahnung, worum es darin geht, aber die Arbeit scheint mir doch sehr überzeugend geraten zu sein.

HIER liegt der Schlüssel zu meiner bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistung!

Dank an Sebastian.

Mittwoch, 3. November 2010

Erschreckende Erkenntnisse

Hansi Hinterseer ist auch in Dänemark ein Star.




Die amerikanische Regierung ist wegen Finanznot dazu gezwungen, Bundesstaaten gegen Bezahlung umzubenennen (Quelle: "Der Standard" vom 2.11.2010).