Mittwoch, 31. August 2011

Rekapitulieren wir

Die nervigsten Gestalten dieses Sommers

5 Der Wetterfrosch

4 Uwe Scheuch

3 HocheggerMeischbergerTelekomMensdorffGrasserPlechStrasserÖBBHuberGorbach

2 Charlotte Roche

1 Ghaddafi und sein Clan

Dienstag, 30. August 2011

Im Kino # 6: Woody Allen - Midnight in Paris

USA 2011

Woody Allen ist kein gewöhnlicher Filmregisseur, er ist eher eine eigene Industrie. Seit 1965 hat er nicht weniger als 45 Werke abgeliefert, das macht nahezu einen Film pro Jahr. Auch im fortgeschrittenen Alter zeigt er keinerlei Anzeichen, kürzer treten zu wollen. In den letzten Jahren hat der New Yorker eine Europatournee gestartet, war in London und Barcelona, dreht in Rom, plant angeblich für München. Dazwischen also Paris. Und die 1920er Jahre.

Schauen wir uns zuerst das Filmplakat an: Owen Wilson, wie er versonnen am Ufer der Seine entlang wandelt, über ihm ein Himmel von Van Gogh. Ein wirklich schönes Plakat, gerade so schön, dass es noch nicht kitschig ist. "Midnight in Paris" heißt der Film und es geht um einen Hollywood-Drehbuchautor (Wilson), der mit seiner Oberschicht-Verlobten Paris besucht und sich hier seinen Sehnsüchten stellen muss: der Sehnsucht, echte Literatur zu schreiben, der Sehnsucht nach kultiviertem Leben, nach Paris, nach einer anderen Zeit, die all dies zusammen führt.

Schlag Mitternacht wird aus der Träumerei Realität. Per Automobil landet unser Held im Paris der Zwanziger Jahre, begegnet Hemingway, F. Scott Fitzgerald, Picasso, Dali und Gertrude Stein. Ein interessanter Plot, zweifelsohne. Aber, vor lauter Ehrfurcht vor den auftretenden Genies scheint Woody Allen ein wenig vergessen zu haben, auf seine eigene Muse zu hören. Die Geschichte fließt phasenweise recht träge dahin, die Dialoge sind für Allensche Verhältnisse wenig inspiriert, echte Pointen bleiben rar gesät. Auf wirklich interessante Einfälle und geglückte Wendungen wartet man vergebens.

Was den Film rettet, sind vor allem seine Darsteller. Adrien Brody etwa ist ein herrlich abgedrehter Salvador Dali, Corey Stoll drischt als Ernest Hemingway gekonnt Phrasen der Männlichkeit und Kathy Bates ist eine gütig-herrschende Gertrude Stein. Auch Owen Wilson vermag mit seinem freundlich-naiv anmutenden Enthusiasmus Sympathien zu gewinnen. So entstehen einige schöne Momente, solide abgefilmt, mit tadellosen Geschmack ausgestattet und musikalisch stilsicher umhüllt.

Wäre dies das charmante Debütwerk eines hoffnungsvollen Jungregisseurs, dürfte man somit möglicherweise gnädig über die zuvor erwähnten Schwächen hinwegsehen. Woody Allen aber kann das - nicht jedes Jahr, aber oft genug - besser. Auf ein Neues also, 2012 in Rom.

Meine Bewertung: 3 aus 5 Sternen.






Sonntag, 28. August 2011

Nicaragua

Gewalt gegen Frauen und Mädchen gibt es auch abseits bewaffneter Konflikte in jedem Land der Welt, ihre schlimmsten Ausprägungen sind die körperliche Misshandlung und der sexuelle Übergriff. Jahrtausendelang galten gewalttätige Übergriffe auf Angehörige der eigenen Familie, insbesondere auf weibliche, als Privatangelegenheit. Erst durch die moderne Menschen- und Frauenrechtsbewegung hat sich das geändert. Nationale Gesetze wurden verabschiedet, internationale Pakte geschlossen, Programme zur Unterstützung von Gewaltopfern ins Leben gerufen. In der Öffentlichkeit vieler Länder der Erde wird diskutiert und analysiert, eine Auseinandersetzung mit der Thematik findet statt.

In vielen Gesellschaften lastet aber immer noch ein schweres Tabu auf dem Schicksal jener Frauen und Mädchen, die in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld sexuelle Gewalt erfahren. Nicaragua ist ein Beispiel dafür. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist hier weit verbreitet, 90% der Taten werden im Familienkreis begangen. Wollen sich Betroffene an die Behörden wenden, sind sie aber nur allzu oft mit Zurückweisung konfrontiert. Was im Rahmen der Familie geschieht, erst recht, wenn es sexueller Natur ist, wird als privat angesehen, wird nicht weiter zur Kenntnis genommen, oder - noch schlimmer - es wird den Opfern selbst die Schuld in die Schuhe geschoben.

Die nicaraguanische Regierung tut zu wenig, um die Situation der Bürgerinnen zu verbessern. Eine öffentliche Diskussion wird vermieden. Mit dem rigiden Abtreibungsrecht, das 2008 eingeführt wurde, wurde die Situation von Vergewaltigungsopfern noch verzweifelter. Abtreibungen sind, getreu dem Katechismus der in hohem Maße einflussreichen Katholischen Kirche, absolut verboten. Auch Frauen, die von ihren eigenen Angehörigen vergewaltigt wurden oder deren Gesundheit durch die Geburt des Kindes in Gefahr ist, dürfen keinen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Gleichzeitig gibt es kaum Initiativen, die allein stehenden Müttern unter die Arme greifen. Frauen, die durch Vergewaltigungen schwanger wurden, stehen in Nicaragua am Rande der Gesellschaft.

Ein Bericht von Amnesty International beleuchtet die schwierige Situation, in der sich viele Nicaraguanerinnen befinden und fordert die politisch Verantwortlichen und die Behörden auf, tätig zu werden. Darüber hinaus ist es aber auch von besonderer Wichtigkeit, jene zu unterstützen, die in Nicaragua versuchen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen.


Am 28.9.2011 findet in Managua eine große Kundgebung von Organisationen statt, die sich für die Rechte der Frauen und deren Schutz stark machen. Dabei werden zehntausende Schmetterlinge (ein Symbol der nicaraguanischen Frauenrechtsbewegung) eingespielt werden, die auf Initiative von Amnesty von Menschen auf der ganzen Welt gestaltet wurden. Sie sollen ein Zeichen der Solidarität sein, ein Zeichen, dass die Frauen in Nicaragua nicht alleine stehen. Durch dieses unübersehbare Auftreten von Frauen mit Rückendeckung von Amnesty und Menschen aus der ganzen Welt wird ein Diskussionsprozess in Gang gesetzt, der sich hoffentlich nicht mehr so leicht abwürgen lässt.

Bis Mittwoch kann noch jedeR mitmachen und selbst einen Schmetterling gestalten, der den nicaraguanischen Frauen Mut macht. Am einfachsten geht das online HIER.






Freitag, 26. August 2011

Schwaben

Es darf einen ja grundsätzlich in Bezug auf menschliches Verhalten nichts wirklich wundern.

Da war ich aber dann doch irgendwie baff.

Vielleicht kann man das aber auch als eindrückliche Bestätigung einer Annahme ansehen: dass es für Fremdenfeindlichkeit weniger darauf ankommt, wie stark sich die Fremden kulturell tatsächlich unterscheiden, sondern mehr darauf, wie sehr die Einheimischen selbst Angst vor sozialer Deklassierung haben und mit mangelndem Selbstwertgefühl kämpfen.

Mittwoch, 24. August 2011

Strache

Gestern war ja wieder Strache-Zeit bei den ORF-Sommergesprächen. Ingrid Turnher soll auch dabei gewesen sein. Ich hab nur kurz reingeschaut, weil ich ehrlich gesagt gar keine Lust auf die immer gleichen Stehsätze und Anwürfe gegen alle anderen hatte.

Aber der kurze Blick auf den TV-Schirm hat mich geschockt. Bin ich der einzige, der den Eindruck hat, dass sich HC peu-a-peu in sein altes Politvorbild Jörg Haider umwandelt? Nicht nur hinsichtlich des Duktus und des Gestus, da war er ja schon immer als Kopist des Goiserers unterwegs (der hat ihm das ja auch einmal in einer Diskussion regelrecht an den Kopf geworfen, soweit ich mich erinnere). Nein, auch physiognomisch und im Outfit nehmen die Ähnlichkeiten irgendwie zu.

Kann es sein, dass sich Jörg Haider langsam aber sicher aus HC Strache herausmorpht?! Und was bedeutet das für uns? Wird er bald im Stadtkrämer gesichtet, wie er mit Stefan Petzner Wodka trinkt?

Gut, ich gebe zu, ich habe nicht sehr viele Bilder der beiden gefunden, die die Annäherung eindeutig belegen. Außer die da von Strache. Aber die sind vielleicht ein wenig unvorteilhaft. Andererseits habe ich nicht sehr lange gesucht, plötzlich war mir irgendwie körperlich unwohl. Muss an der Hitze liegen.

Dienstag, 23. August 2011

Würdigungen

Selten habe ich meinen Facebook-Freundeskreis so aufgeregt gesehen wie angesichts des Ablebens von Herrn Vicco von Bülow. Zitate, Videos und Würdigungen fliegen einem nur so um die Ohren. Klar, er ist ein Teil unserer Jugend. Aber im Gegensatz zu anderen bin ich mir nicht so sicher, ob man Loriot in hundert Jahren noch kennen wird. Kulturgeschichtliches Fortleben ist schwer vorherzusagen, geniale Leistungen, zu ihrer Zeit hochpopulär, geraten in Vergessenheit, manchmal verschwinden sie für lange Zeit völlig in der Versenkung, bis sie wieder entdeckt werden (Vivaldi). Bei Loriot glaube ich ja eher, dass sein Humor, so schön er ist, doch sehr zeitgebunden war. Aber ich mag mich irren.

Bei Jerry Leiber, der ebenfalls eben verstorben ist, bin ich hingegen ziemlich sicher, dass sein Werk für immer - oder sagen wir besser so: so lange es Menschen gibt - fortleben wird. Auch, wenn die wenigsten außerhalb Amerikas und/oder der Musik interessierten Gemeinde ihn zuordnen werden können. Aber, Leiber war eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort und -zusammen mit seinem unzertrennlichen Kompagnon Mike Stoller - an ziemlich erfolgreicher Musik beteiligt.

In diesem Sinne: R.I.P.

Und: Rock n´Roll On Forever..








usw. usf.


Erwähnt werden sollte auch, dass ein gewisser Phil Spector im Studio von Leiber & Stoller sein Handwerk gelernt hat.




Montag, 22. August 2011

Der große Facebook-Showdown # 10



Österreichs Bundesländer. Facebook-Likes pro Kopf (nur die populärste Seite zählt).

1. Wien 0,1307 (224.093/1.714.142)
2. Tirol 0,0997 (70.818/710.048)
3. OÖ 0,0418 (59.079/1.412.614)
4. NÖ 0, 0369 (59.511/1.611.981)
5. Burgenland 0,0311 (8.852/284.897)
6. Salzburg 0,0309 (16.408/531.721)
7. Kärnten 0,0293 (16.350/558.271)
8. Steiermark 0,0254 (30.784/1.210.614)
9. Vorarlberg 0,0197 (7.308/371.384)


Sonntag, 21. August 2011

Schnee

Abkühlung gefällig?



Wenn es, so wie Anfang dieser Woche, auf Neuseelands Nordinsel schneit, ist das etwas Besonderes - das erklärt die Reaktionen der Menschen in diesem Video. Der bis dahin letzte Schneefall in Wellington soll schon 35 Jahre zurück liegen.

Da ist es natürlich wichtig, dass man sich ausländische Berater holt.

Freitag, 19. August 2011

Ars Electronica

Hm, was kommt hier aus dem Computer und was ist echt?

The Third & The Seventh from Alex Roman on Vimeo.



Alles kommt aus dem Computer. Fast schon ein bisschen beängstigend.

Dank an Harald.

Donnerstag, 18. August 2011

Der große Facebook-Showdown # 9


Diesmal: Oberhäupter von Glaubensgemeinschaften.

Aga Khan: 42.424

Ayatollah Khamenei: 24.829

Benedikt XVI. : 54.521

Billy Graham: 298.370

Dalai Lama: 1.863.116

Patriarch Irinej von Serbien: 20.252

President Thomas S. Monson: 33.993

Queen Elizabeth II.: 68.731

Richard Dawkins: 194.431




Mittwoch, 17. August 2011

Einzeltäter

Die wahnsinnigen Einzeltäter aus dem reaktionären Lager beginnen sich in Europa zu häufen.

Hoffen wir, dass draus kein echter Trend wird.

Dienstag, 16. August 2011

Montag, 15. August 2011

Abgebildet

Auszeit. Von all den negativen Schlagzeilen der letzten Wochen (von wegen "Sommerloch", das hat sich mitsamt dem Sommer verabschiedet), von all den schwierigen Diskussionen.

Atmen wir für einmal tief durch und werfen wir einen Blick in den Sternenhimmel. Ja, ich weiß, wir können ihn derzeit meist nicht sehen. Wegen der Wolken. Aber zum Glück gibt es das Hubble-Teleskop.


Einfach nur sehr schön.

Quelle: NASA, Glittering Metropolis

Sonntag, 14. August 2011

Aufklärung

Für David Cameron sind sie einfach "krank". Personen, die sich, indem sie plündern, brandschatzen, gar morden, außerhalb der Gesellschaft stellen. Die er gerne pauschal bestrafen möchte, indem sie "alle ins Gefängnis gehen" und sie mitsamt ihrer Angehörigen ihre Sozialwohnungen verlieren. Auch das Internet, ihre Mobiltelefone und die Nutzung sozialer Netzwerke sollte man ihnen wegnehmen, am besten schon präventiv, noch bevor sie irgendetwas damit anstellen können. Ein britischer Parlamentsabgeordneter soll sogar vorgeschlagen haben, ertappte Unruhestifter mit Farbe zu markieren, damit die Menschheit vor ihnen gewarnt ist.

Aber lassen wir die extremen Auswüchse krankhafter Politikerfantasie wie die beiden letzteren Vorschläge einmal beiseite. Klar ist: es gibt selbstverständlich zuallererst eine Eigenverantwortlichkeit der Täter. Soziale Missständen können keine Morde, Gewaltakte, Brandstiftung in der eigenen Nachbarschaft entschuldigen. Über Plünderungen ließe sich nur im Falle einer echten, von den Behörden ignorierten, Hungerkrise hinwegsehen, die es in England nicht gibt.

Aber: Die Konsequenzen für diese Straftaten hat nicht der Premierminister zu dekretieren. In einem funktionierenden Rechtsstaat gibt es Gerichte und Behörden, die aufgrund bestehender Gesetze in vorgegebenen Verfahren Sanktionen verhängen. Das können Haftstrafen sein, unter Umständen auch der Verlust von sozialen Zuwendungen, solange nicht gänzlich die Lebensgrundlage entzogen wird.

Und: Genauso wenig wie die soziale Lage die individuelle Verantwortlichkeit für schwere Straftaten beiseite schieben kann, darf die Betonung einer individuellen Verantwortlichkeit dazu missbraucht werden, jegliche Diskussion über soziale und sozialpsychologische Ursachen der Taten abzudrehen.

Das ist genau das, was David Cameron derzeit versucht. Dass er mit seiner populistischen Rhetorik Law-and-Order-Bedürfnisse befriedigt, ist die eine Seite. Dass er damit aber auch die Frage nach dem "Warum", nach den auslösenden Momenten der Krawalle, bewusst beiseite zu schieben versucht, die andere. Dazu hat er vermutlich allen Grund.

Dass es zu einer Eskalation kommt, wenn eine frustrierte, im Stich gelassene Exekutive, die mit der massiven Kürzung ihrer Mittel konfrontiert ist, auf ein frustriertes, im Stich gelassenes, perspektivloses Unterschichtsmilieu trifft, das mit einer massiven Kürzung sozialer Zuwendungen konfrontiert ist, ist wohl kein Zufall und nicht eben überraschend. Die Praxis der britischen Politikerkaste der letzten Jahrzehnte, allen voran der Konservativen, ihr Handeln ganz an den Interessen wohlhabenderer Bevölkerungsschichten zu orientieren und mithilfe des Mehrheitswahlrechts über andere drüber zu fahren, wird wohl auch mit den Boden bereitet haben.

Egal, ob man den eben gemachten Überlegungen jetzt im Einzelnen folgen möchte oder nicht, eines steht in jedem Fall fest: nicht nur muss es erlaubt sein, nach den sozialen Ursachen von Straftaten zu fragen, es ist vielmehr sogar eine Verpflichtung einer kritischen Öffentlichkeit wie der Politik. Wer solche Fragen in einer verantwortungsvollen und sachorientierten Weise aufwirft, missbraucht nicht tragische Ereignisse zu politischen Zwecken. Er oder sie tut, was getan werden muss. Denn nur durch die aufklärerische Erforschung der sozialen wie psychologischen Ursachen verwerflichen menschlichen Handelns lassen sich wirklich wirksame Gegenstrategien und Lösungsansätze entwickeln. Ein Polizei- und Überwachungsstaat wird dies hingegen nie zustande bringen. Denn er beseitigt gesellschaftliche Probleme nicht, sondern schafft nur neue.

Wer das nicht glauben mag, darf gerne seinen Blick nach Syrien wenden.





Samstag, 13. August 2011

Part of the Game

Schaut euch diese Analyse an, wie sich Staatsmänner aus der Verantwortung zu winden versuchen:



Und, lest danach den Brief von Uwe Scheuch.

PS: Uwe Scheuch ist selbstverständlich kein mordender Diktator und im Übrigen gilt für ihn die Unschuldsvermutung.

Freitag, 12. August 2011

Party


Heute vor einem Jahr haben die Überraschungsbabies unserer Findlingskatze das Licht der Welt erblickt. Daher war bei uns eine Geburtstagsparty angesagt.

Zu einer Geburtstagsfeier gehört auch eine Geburtstagstorte..

Hühnerherzen. Hey, es sind Katzen, da ist das angemessen.

Herzige Katzen.



Ein Jahr Mottenkugel und Pyjama. Das ist ein Jahr Zeug, das auf mysteriöse Weise verschwindet, ein Jahr Zungen, die einem das Gesicht ablecken,wenn man eigentlich schlafen will, ein Jahr massakrierte Zimmerpflanzen. Das ist ein Jahr pelzige Geschosse, die hinter einander durch die Wohnung jagen und einen beinahe zu Fall bringen.

Wir möchten sie nicht mehr missen. Und ihre Mutter Felicitas natürlich genausowenig.

Donnerstag, 11. August 2011

Tool Time # 8



Das Ding war ursprünglich ein Fehlkauf. Ich wollte ein gutes Headset gehobener Qualität erwerben, habe mich aber im Regal beim Preis verschaut und das womöglich teuerste Teil des ganzen Ladens erwischt. An der Kassa habe ich das natürlich bemerkt, aber beschlossen, es als Wink des Schicksals zu sehen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Zuhause angekommen, musste ich dann aber feststellen, dass der GameCom 777 von Plantronics ganz auf die Bedürfnisse von Computerspielern zugeschnitten ist. Mein Hauptverwendungszweck ist aber das Musikhören und das ist laut mancher Onlinequellen nicht sein Spezialgebiet. Und die liegen auch nicht ganz falsch.

Mittlerweile habe ich aber meinen Frieden mit dem Ding gemacht. An den Sound gewöhnt man sich soweit, das Beste aber ist: unter den großen, gepolsterten Hörern kann man regelrecht abtauchen. Die Umgebung verschwindet, die Wahrnehmung zieht sich in einen eigenen (Klang-)raum zurück.

Ich meine, ich lebe auf meinen 60 Quadratmetern mit vier ganz reizenden jungen Damen zusammen. Aber, ab und zu braucht der Kopf doch ein wenig Ausgang, ohne, dass sich der Körper deswegen vom Fleck rühren muss.

Mittwoch, 10. August 2011

Protest

Protest ist ja derzeit ziemlich in Mode.

Auch unsere Nachbarn im Nordwesten haben nun die Zeichen der Zeit erkannt und einen Wettbewerb für Protestsongs ausgeschrieben. Wie eigentlich zu erwarten war, ist der Sieger deutlich gravitätischer und ernsthafter ausgefallen, als dies bei der schon traditionsreichen österreichischen Veranstaltung gleichen Themas üblicherweise zu erleben ist.





Was mich besonders freut: Brockdorff Klang Labor sind wieder da. Diese Band ist mir schon 2008 positiv aufgefallen.

Dienstag, 9. August 2011

Der Fluch des John Cleese

Vorgestern abend: für das Blog vorgearbeitet.

Gestern morgen nach dem Aufstehen: In die Küche gehuscht, halbdunkel. Einen Colaflasche erspäht. Dunkle Flüssigkeit darin wahr genommen. Gefreut. Flasche schnell zum Mund geführt und getrunken.

Altöl.

Mit grausigem Geschmack im Rachen in die Arbeit gelaufen. Auf Kaffee gefreut. Kaffee bereitet. Sonderbares Geräusch im Kaffeehäferl wahr genommen. Kaffeehäferl geschüttelt um der Sache auf den Grund zu gehen.

Wunder der Zentrifugalkraft erfahren. Kaffee überall.

Legt euch bloß nicht mit John Cleese an. Böser als Tutanchamun und Montezuma zusammen.

Montag, 8. August 2011

John Cleese

Genug geschwiegen. Seit Monaten denke ich mir: "Ein Spot noch und dann rede ich". Jetzt hab ich endlich genug gesehen.

Ich muss ja sagen, John Cleese ist definitiv so eine Art Held meiner Jugend. Humor ist schließlich ganz wichtig, um durch eine Jugend zu kommen, egal durch welche. Und, eigentlich habe ich Cleese stets für nicht mehr und nicht weniger als den witzigsten Menschen des Planeten gehalten. Egal, ob es seine denkwürdigen Auftritte im Kreise der "Monty Pythons" waren oder die Zwerchfell vernichtenden, humoristischen Stunts im "Fawlty Towers"-Hotel. Er machte den "Fisch namens Wanda" trotz habituell unlustiger amerikanischer Nebendarsteller (Kevin Kline, brrr...) zu einem Gewinn und erfreute uns in "Clockwise"in seiner Paraderolle: des perfektionistisch an der eigenen überkorrekten Pose hängenden Briten, der durch ein bösmeinend-anarchisches Geschick gebeutelt wird (siehe auch Basil Fawlty).

Auch außerhalb des Scheinwerferlichtes präsentierte sich John Cleese eigentlich immer als ziemlich charakterfest. So tat er, was jede wirklich anständige britische Berühmtheit tut, er lehnte den "Commander of the Britisch Empire" ab und verwehrte sich bislang entschieden gegen jeglichen Ritterschlag oder Adelstitel ("das würde ja bedeuten, dass ich auch im Winter in England sein müsste"). Auch setzte er sich Zeit seines Lebens für Amnesty International ein und war maßgeblich an den ersten großen Benefizveranstaltungen für Amnesty beteiligt ("The Secret Policeman´s Balls").

Und jetzt macht er Fernsehwerbung für ein großes Wettunternehmen. Es mag ja sein, dass die Briten schon immer gewettet haben und es als Bestandteil ihrer Kultur betrachten. Und, natürlich gibt es viele erwachsene Menschen, die ihr Spielverhalten voll und ganz im Griff haben und damit verantwortungsvoll umgehen können. Trotzdem halte ich das legale Glücksspiel für ein Übel, mag es auch unvermeidlich und notwendig sein. Keine Frage: die Menschen werden wohl immer Mittel und Wege finden, Geld zu setzen und darum zu spielen. Ein totales Verbot hätte deshalb wohl mehr unerwünschte Folgen als einem lieb sein kann.

Aber, das heißt noch lange nicht, dass man das Glücksspiel und die Geldwette propagieren soll. Schon gar nicht das Geschäft des Online-Glückspiels und der Online-Wetten. Hier ist das soziale Korrektiv, das Menschen davon abhalten kann, sich in eine Abhängigkeit zu begeben womöglich noch geringer als beim Gang ins Wettlokal und vor allem ist - allen Beteuerungen der Anbieter zum Trotz - ein echter Jugendschutz nie wirklich gewährleistet. Ich finde es daher gar nicht witzig, wenn eine Respektsperson wie Mr. Cleese ein solches Produkt bewirbt. Wette und Glücksspiel gehören genauso wenig öffentlich beworben wie Tabak und Waffen.

Was diese Spots mir persönlich aber noch zusätzlich vergällt: die Macher unternehmen sogar den Versuch, den komödiantischen Stil der Monty Pythons zu übernehmen und zitieren diese, was bis zu den Terry Gilliam-artigen Animationen am Schluss des bislang letzten Werbespots geht. Das geschieht freilich auf eine sehr plumpe Weise. Und ist im Übrigen überhaupt nicht lustig.

Zumindest dagegen hätte sich John Cleese eigentlich verwehren müssen.





Samstag, 6. August 2011

Donnerstag, 4. August 2011

Im Kino # 5: David Yates - Harry Potter and the Deathly Hallows, Pt. II

Es hat sich also ausgepottert. Ich meine damit, sofern Frau Rowling nicht eines Tages ganz dringend einen großen PR-Coup inszenieren muss (allein am Geld kanns ja eigentlich nicht mehr liegen), ist das nun wirklich die letzte Verfilmung des letzten Romanes über den zaubernden Knaben mit der unvorteilhaften Brille.

Was gut ist. Die Potter-Saga ist - zumindest aus der Sicht des Kinobesuchers - an ihrem logischen Endpunkt angelangt. Nicht nur, weil sich Harry und seine Gefährten jetzt ihrem Endgegner stellen dürfen und der Held den Versuch unternehmen darf, sein Erlösungswerk zu vollbringen. Auch, weil wir auf der Kinoleinwand, seien wir uns ehrlich, keine weiteren Begegnungen mit Harry Potter, Ron Weasley, Hermione und wie sie alle heißen, mehr brauchen. Als sympathisch-humorvolle Gestalten in einer märchenhaften und teilweise mit grandiosem Einfallsreichtum gezeichneten Kinderwelt wurden sie geschaffen, um sich dann Schritt für Schritt davon weg zu bewegen und schließlich, viele Filmminuten später, in einem düsteren Fantasy-Epos zu landen. Diese Gratwanderung geht gerade noch gut, der fliegende Besen wird noch einigermaßen rechtzeitig angehalten.

Gerade noch rechtzeitig, bevor allzu deutlich wird, dass die ihrer Unschuld verlustig gegangenen Rowlingschen Figuren eines sind: nur sehr mäßig interessante Charaktere. Gerade noch rechtzeitig auch, um zu verhindern, dass der zunehmend herumwabernde esoterische Schmus vollständig Besitz ergreift von der Potter-Welt.

Eines macht der zweite Teil der "Deathly Hallows" jedenfalls sehr gut: die vielen Fäden zusammen zu führen und eine im Rahmen des Möglichen - die Vorgeschichte ist doch sehr umfassend - kompakte Auflösung zu bieten. Auch dem Nichteingeweihten, sprich Nichtbuchkundigen, werden die allerwichtigsten Zusammenhänge und tragenden Motive der Saga sauber dargeboten. Eine Erleichterung nach der eher wirr-drögen Erfahrung des ersten Teiles.

Und ja, optisch opulente Fantasy ist das natürlich auch, was man da geboten bekommt. Wer nicht mit allzu überzogenen Erwartungen oder mit Ansprüchen an cineastische Tiefe kommt, kann sich dazu guten Gewissens das Popcorn, die Nachos oder was auch immer man in Hogwarts zu so einem Film konsumiert, reinhauen.

Meine Bewertung: 3 aus 5 Sternen.

Mittwoch, 3. August 2011

Berlusconi

Über ein strafrechtliches Urteil erster Instanz, gegen das noch die Möglichkeit der Berufung offen steht, braucht man eigentlich noch keine allzu großen Worte verlieren. Es ist noch nicht rechtskräftig, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Theoretisch kann sich noch viel bewegen. Da Richter auch nur Menschen sind, die irren oder gar voreingenommen sein können, gibt es in einem funktionierenden Rechtsstaat nachprüfende Instanzen, die imstande sind, solche Irrtümer zu korrigieren.

Es ist aber natürlich zulässig, sachliche Kritik zu üben. Auch die Aussage, ein Gerichtsurteil sei in seiner Gesamtheit fehlerhaft, halte ich per se weder für verwerflich noch für ehrenrührig. Die Justiz ist nicht sakrosankt und muss freie Meinungsäußerungen aushalten.

Die Reaktion der Freiheitlichen auf die erstinstanzliche Verurteilung Uwe Scheuchs, für den nach wie vor die Unschuldsvermutung gilt, hat aber mit sachlicher Kritik nicht mehr viel zu tun. Das ist das übliche, schrille Gezetere, das anhebt, wenn es einem der ihren an den Kragen zu gehen droht. Ein reflexartiges, vorhersehbares Verhalten, bei dem umgehend die anderen für das stattfindende Ungemach verantwortlich gemacht werden, in dem einfach unbewiesene, schwere Gegenvorwürfe hinausgeschleudert und finstere Verschwörungstheorien gestrickt werden.

Die Argumentationslinie erinnert an den Premier unseres südlichen Nachbarlandes. Eigene Verantwortlichkeit wird kategorisch ausgeschlossen, statt dessen wird mantraartig auf eine unbewiesene, diabolische Verschwörung politisch missgünstiger Justizkreise verwiesen.

Unglücklicherweise hat es dieser derart mit dem Rechtsstaat auf Kriegsfuß stehende Mann geschafft, an die Spitze seines Landes zu gelangen. Und versucht seit Jahren Gesetze zu erlassen, die seine eigenen Taten rückwirkend aus der Strafbarkeit angeln sollen. Korruption von oben herab, sozusagen.

Was lernen wir daraus? Leute, die sich offensichtlich systematisch von einer Justiz verfolgt fühlen, die im Rahmen von rechtsstaatlichen Verfahren arbeitet, sind vermutlich nicht die beste Wahl für die Spitzenpositionen eines Gemeinwesens. Das muss jetzt nur noch bis zu deren potenziellen Koalitionspartnern durchdringen.

Montag, 1. August 2011

Bangladesch

Aus Anlass des Jubiläums eines denkwürdigen Konzertes sowie des "UNICEF Month of Giving".





Derzeit kann das "Concert for Bangladesh" auch gestreamt werden, allerdings nur zeitlich begrenzt, bis zum Ende des 1. August 2011: