Montag, 28. November 2011

Curie der Katzen

Ich bin ja schon von einigen Katzen besessen worden, aber die Mottenkugel ist möglicherweise die schlaueste, die mir bisher begegnet ist.

Nicht alleine, weil sie einem immer wieder Gegenstände vor die Füße legt und mit aufforderndem Maunzen unmissverständlich klar macht, dass sie jetzt Apportieren spielen möchte. Das tun ja Hunde auch, und selbst von einigen Katzen mit dieser Angewohnheit ist mir mittlerweile berichtet worden.

Nein, da ist auch noch die eigenartige Sache mit den abgeschnittenen Stoffquasten. Die haben früher ein merkwürdiges Kleidungsstück meiner Freundin geziert und sind jetzt Mottes liebsten Objekte zum Apportieren. Das einzige Problem dabei ist, dass diese fasrigen, weichen Dinger keine ganz optimalen Flugeigenschaften aufweisen. Aber das lässt sich ändern.

In unserem Wohnzimmer, unter der Soundmaster (bei der die Katzen übrigens mittlerweile die vordere Klappe abgebrochen haben), steht eine große Schüssel mit Wasser. Katzen mögen ja sowas, eine Wasserquelle, die sich in gewisser Entfernung zur Futterstelle befindet. Dort wird getrunken und gelegentlich gespielt.

Und wenn dann Mottenkugel Apportieren spielt, werden dort Zwischenstopps eingelegt. Dann werden trockene Stoffteile hineingetunkt und wieder herausgeholt. Und nachher wird mit dem nassen Teil weiter gespielt. Der Stoff saugt das Wasser in sich auf, wird kompakter, die Aerodynamik verbessert sich und vermutlich ändert sich auch die Anmutung des Gegenstandes mehr in Richtung echte Beute.

Was auch immer die exakte Motivation der Katze für diese regelmäßig beobachtbare Aktion ist, es geschieht offensichtlich intentional und mit der Absicht, das Spielvergnügen in weiterer Folge zu steigern. Das ist eigentlich der Gebrauch von Werkzeug. Das ist so etwas wie eine Kulturleistung, die planmäßige Nutzbarmachung physikalischer Zusammenhänge für die eigenen Zwecke. Also, wenn es einen Physik-Nobelpreis für Katzen geben würde, hätten wir hier eine Kandidatin!


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