Freitag, 27. Juli 2012

Sieben olympische Events, die sich lohnen könnten

Gut. Wir haben uns also wieder einmal für die Spiele entschieden. Was also keinesfalls verpassen?


7. Springreiten


Gerne würde ich sie fragen, wenn sie nur antworten könnten: Macht euch das irgend einen Spaß? Oder ist das alles nur Zwang, Schinderei? Sind Profi-Reitpferde glücklich? Weil ich es überhaupt nicht weiß, steht dieser Punkt unter einem gewichtigen Vorbehalt. Aber unterhaltsam ist es schon, so ein olympisches Reitfinale. ReiterInnen beiderlei Geschlechts (der Reitsport ist mit Ausnahme des Schießens - aber das schaut sich keiner an - der einzige echte Geschlechterkampf bei Olympia) auf Pferden beiderlei Geschlechts und in unterschiedlichen farblichen Ausführungen, die über verschiedene Hindernisse setzen. Und, bei jeder neuen Hürde aufs Neue der bange Blick: geht sich das aus? Das macht fast vergessen, dass der entsetzlichste Bewerb der Spiele ähnliche Ingredienzien beinhaltet (das Dressurreiten, DAS macht nicht nur mir, sondern sicherlich auch den Tieren  keinen Spaß).


6. Marathon

Die Geschichte des Marathonlaufs ist eng mit jener der Olympischen Spiele verwoben. Der erste relevante Wettkampf mit dieser Bezeichnung fand 1896 in Athen, bei den ersten Spielen, statt. Auch die heute gültige - und im Grunde ja völlig absurde - Laufdistanz von exakt 42,195 Kilometern entstand im Zeichen der Ringe. 1908 in London war das die Entfernung zwischen Schloss Windsor und der königliche Loge im Olympiastadion (womit die Absurdität der Monarchie wieder eindrucksvoll belegt ist). Der Marathonlauf ist deshalb schön, weil er in keinem abgezirkelten Bereich, sondern mitten in den Straßen der Veranstalterstadt stattfindet, weil er diese gleichsam in angemessenem Tempo vorbeiziehen lässt (das gilt eigentlich auch für das Gehen, aber da watscheln Männer oder Frauen im Bild herum). Die Atmosphäre des Ortes kommt hier besser zur Geltung als in letztlich doch austauschbaren Hallen und Schwimmbädern.


5. Herrenhandballturnier

Da.

4. Eröffnung

Ab und zu braucht der Mensch ein bisschen Pathos. So eine olympische Eröffnungsfeier (Regie in London: Danny Boyle. Kostenpunkt: 35 Millionen Euro) ist eine gute Gelegenheit, sich damit für, nunja, den Rest des Jahres einzudecken. Und, manchmal, in den guten Momenten einer solcher Feier, könnte man ja wirklich meinen, dass es bei den Spielen darum geht: ein Fest für alle Menschen, ein friedliches Zusammentreffen, bei dem sich alle Völker, Religionen, Fraktionen die Hand reichen. Nehmen wir nur den Einmarsch der Nationen. Er dauert eine gefühlte Ewigkeit und ist in dieser Form ein sonderbares, irrationales Ritual. Und, doch, die Welt sitzt vor dem Fernseher und sieht zu. Vom notwendigen Ausblenden der Bonzen habe ich schon hier geschrieben.

3. Tennis-Finali

Stell dir vor, du gewinnst in Wimbledon. Und bist Olympiasieger. Oder umgekehrt.

2. Frauenfußballturnier

Im Gegensatz zum olympischen Fußballturnier der Männer, das allenfalls bei Talentscouts größere Begeisterungsstürme hervorruft, letztlich aber eher ein schlechter Witz ist, ist jenes der Frauen top besetzt und damit praktisch einer Weltmeisterschaft gleichwertig. Das bedeutet, man darf sich, wenn man die Scheuklappen einmal abgelegt hat, auf guten Fußball freuen, der auch einen entsprechenden sportlichen Wert besitzt.

1. 100 Meter-Sprint-Finali

Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber die 100 Meter - Finali sind doch die Höhepunkte von Olympischen Sommerspielen. Erinnerungen an den Ben Johnson-Skandal hin oder her, aber es liegt etwas Magisches in der Luft, wenn sich die acht FinalistInnen auf der Tartanbahn bereit machen und ihre Haxen in die Startblöcke stecken. Dann ist da dieser unglaubliche Moment kurz vor dem Start, wenn alles gebannt auf das Knallen der Startpistole wartet, wenn das gesamte Stadion, die gesamte Fernsehgemeinde, die ganze Welt gemeinschaftlich den Atem anhält. Eine fallende Stecknadel könnte jetzt ein Trauma auslösen. Und dann der Start, einige Sekunden Raserei und schon ist wieder alles vorbei.




Kommentare:

Ein Winzer hat gesagt…

Soviel kann ich jetzt schon sagen: die Eröffnungsfeier hat sich für mich nicht gelohnt. Alles in allem eine schwache Angelegenheit.

Finette hat gesagt…

Ja leider, bin eingeschlafen dabei, was ich nicht erwartet hatte.