Montag, 31. Dezember 2012

Katzenfoto des Monats Dezember 2012

Die Zukunft ist wie eine schwarze Katze. Alles Gute fürs neue Jahr!


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Schwarze Katze

Ein Gespenst ist noch wie eine Stelle,
dran dein Blick mit einem Klange stößt;
aber da, an diesem schwarzen Felle
wird dein stärkstes Schauen aufgelöst:

wie ein Tobender, wenn er in vollster
Raserei ins Schwarze stampft,
jählings am benehmenden Gepolster
einer Zelle aufhört und verdampft.

Alle Blicke, die sie jemals trafen,
scheint sie also an sich zu verhehlen,
um darüber drohend und verdrossen
zuzuschauern und damit zu schlafen.
Doch auf einmal kehrt sie, wie geweckt,
ihr Gesicht und mitten in das deine:
und da triffst du deinen Blick im geelen
Amber ihrer runden Augensteine
unerwartet wieder: eingeschlossen
wie ein ausgestorbenes Insekt. 


Rainer Maria Rilke (1908)

Freitag, 28. Dezember 2012

Das Jahr ist um. Frage..

2012. Was haben wir uns da nicht alles geben müssen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigte uns, wie sehr wir den globalen Märkten, in all ihrer Dysfunktionalität, ausgeliefert sind. Leute wie Frank Stronach hingegen haben ihre Jachten weiterhin im Trockenen und können sich Politik leisten. Diktatoren massakrierten ihr Volk, um es im Griff zu behalten. Felix Baumgartner fiel tief und wünschte sich einen Diktator herbei. Ex-Politiker und Lobbyisten erzählten vor Gericht Geschichten aus Tausendundeinemdeal. In der arabischen Welt kämpfte der Muff von tausenden Jahren mit der Moderne um die Zukunft. Wir bekamen derweil die Vorratsdatenspeicherung. Um Daten ging es auch weiland den Maya, als sie ihre Kalender anlegten. In Kombination mit einigen Wirrköpfen, die ihre eigene Ahnungslosigkeit mit Weisheit verwechselten und JournalistInnen, die nach jedem noch so dürren Strohhalm greifen, bescherte uns das den unnötigsten Medienhype des Jahres. Bei den Olympischen Spielen erlebten wir die übliche, picksüße Selbstbeweihräucherung des Veranstalters (die Sex Pistols - Monarchisten! die Kolonialzeit - welche Kolonialzeit?), die peinlicher Weise noch dafür gelobt wurde, dass sie nicht so peinlich war wie jene vier Jahre zuvor. Boris Johnson wurde wieder Bürgermeister von London, Montenegro verpasste hingegen leider den verdienten Sieg beim Song Contest, bei dem Österreich ähnlich gut ausschaute, wie bei den Olympischen Spielen. In den USA schlotterte und greinte Chuck Norris aus Furcht vor dem Obama-Sozialismus, während Pussy Riot in Moskau in die Kirche und dann ins Straflager gingen.

Alles in allem: ein mühsames Jahr. Aber auch da gab es Dinge, die uns begeistert, aufgebaut, erfreut haben. Die Jahresumfrage 2012 ersucht euch, diese Dinge zu teilen. Es gibt  Kategorien. Wer auch nur eine beantwortet, ist dabei und nimmt an der Jahresumfragen-Preisauslosung teil, bei der es wieder fantastische Preise zu gewinnen geben wird (Vorstellung der Preise: bald auf diesem Blog, Beispiel aus dem Vorjahr). Die Beiträge werden in bewährter Form (Beispiel) veröffentlicht.

Die Kategorien:


Bester Film, 2012 im Kino gesehen

Am liebsten gehörtes Musikalbum 2012 (muss nicht 2012 erschienen sein)

Am liebsten gehörtes Musikstück 2012 (muss nicht 2012 erschienen sein)

Bestes Konzert 2012

Lieblingsbuch 2012


Das Schönste überhaupt im Jahr 2012

Wer wirklich möchte, kann mir auch noch ihr/sein bestes Musikvideo 2012 dazu sagen. Das läuft außer Konkurrenz, da ich nicht abschätzen kann, ob hier genug Rückmeldungen kommen, die ein eigenes Posting rechtfertigen. Wie gesagt, nichts ist obligatorisch! Wer eine Kategorie beantwortet, ist dabei.

Ich bin sehr gespannt auf eure Rückmeldungen. Diese können bis 31. Jänner 2013 abgegeben werden.

Ergänzung: Bitte schickt sie per Mail an einwinzer@gmx.at.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Das Winzerbuch der Rekorde # 9: Die Jahresumfrage und das Jahresumfragen-Gewinnspiel

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Bereits seit 2008 gibt es sie: die Jahresumfrage. LeserInnen dieses Blogs, unschuldige PassantInnen und alle, die unvorsichtig genug waren, einmal mitzumachen, werden alljährlich ersucht, ihr Jahresbestes in verschiedenen Kategorien bekannt zu geben.

Zuletzt waren es 6 regelmäßig wieder kehrende Kategorien, von Musik über Film und Literatur, bis zum Schönsten überhaupt. Stehen Fußballgroßereignisse bevor, werden auch die präsumptiven Gewinner erfragt.

Was motiviert mich zu dieser Ausfratschelei?

Erstens natürlich die pure Neugierde. Zweitens die Aussicht, durch die gegebenen Antworten selbst auf Interessantes gestoßen zu werden. Drittens auch der Umstand, dass Zeilen, die man nicht selber schreiben muss, sondern lediglich abkopiert, eine Arbeitserleichterung darstellen. Viertens ist mit der Jahresumfrage alljährlich eine Preisauslosung verbunden, was mir die Gelegenheit gibt, Menschen mit den gewonnenen Preisen (hoffentlich) eine Freude zu machen.

Einige Zahlen zur Jahresumfrage:

An ihren mittlerweile 4 Austragungen haben insgesamt 24 Personen teilgenommen, davon 18 mehr als einmal und 8 jedes Mal. Die an Rückmeldungen reichhaltigste Umfrage war die Jahresumfrage 2009 mit 19 TeilnehmerInnen, das schwächste Turn-out gab es bei der Umfrage 2008 mit 13. Jedes Mal mit von der Partei: der Rechtsbeistand, dessen Argusaugen die Ziehungen genau im Blick haben.

Die drei erfolgreichsten TeilnehmerInnen der Preisauslosungen waren bisher A.W. (vier Teilnahmen, 10 Punkte), J.R. (vier Teilnahmen, 8 Punkte) und V.S. (drei Teilnahmen, 7 Punkte).

Morgen startet die fünfte Ausgabe der Jahresumfrage samt der Gelegenheit, großartige Preise zu gewinnen.

Winzerbuch der Rekorde - Was soll das?

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Pop-Trivia

Am Montag habe ich das letzte Türchen meines tollen Adventkalenders der Vinyl-Singles geöffnet. Hinter den einzelnen Tagen steckte einiges Wohlbekanntes, aber auch viel Unbekanntes und Kurioses.

Zwar hat Sarah die Platten eher nach Kriterien wie "schaut lustig aus"oder "hat einen lustigen Namen" ausgesucht. Eine genauere Recherche (Wikipedia sei Dank) offenbart aber, dass hinter so manchem weniger bekanntem Namen unerwartet Wissenswertes steckt.

Nehmen wir zum Beispiel Bobby Vee. Seinen Hit "Take Good Care of My Baby " (17.12.) hat jede/r schon einmal gehört. Aber, ich wusste nicht, dass seine Karriere begann, als er im Februar 1959 gerade 15-jährig mit einer eben erst formierten Band von Schulkollegen für die bei einem Flugzeugabsturz in Iowa ums Leben gekommenen Rock´n´Roll- Stars rund um sein großes Idol Buddy Holly einsprang. Er soll den Auftritt mit Tränen erstickter Stimme absolviert haben.

Die Band Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich klingt wie ein schlechter Scherz aus dem Hippie-Zeitalter, hat aber auch einen Platz in der Mythenbildung der Rockmusikgeschichte sicher. Bandleader Dave Dee war 1960 als Polizist an der Stätte jenes Autounfalls im englischen Wilshire zugegen, bei dem der Rock´n´Roller Eddie Cochran getötet und sein Kollege Gene Vincent schwer verletzt worden waren. Er nahm die Gitarre von Chochran an sich, brachte sich auf ihr das Gitarrespielen bei und gab sie dann an dessen Familie  zurück. 1961 gründete er seine Band, deren Singles zwischen 1965 und 1969 mehr Zeit in den britischen Charts verbracht haben als jene der Beatles."Okay! " (18.12.) ist eine davon.

Dank der British Invasion, zu der auch Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich gehörten (nebenbei natürlich die Beatles, die Stones, die Kinks oder die Animals), konnte schnelle, Rhythm´n´ Blues-basierte Musik einige Jahre nach den Tragödien von Iowa und Wilshire im amerikanischen Mainstream wieder Fuß fassen. Der erste Rock´n´Roll-Hit amerikanischer Provenienz dieser neuen Ära war 1965 "Wooly Bully" (19.12.) von Sam the Sham and the Pharaohs, einer Gruppe von Latino-Rock´n´Rollern aus Texas. Sie traten tatsächlich in pseudo-altägyptischen Gewändern auf, eine Sitte, die sie erst nach dem Ausbruch des Sechs-Tage-Krieges ablegten. "Wooly Bully" ist ein ausgesprochener Nonsense-Song, immerhin hat aber der Titel einen realen Hintergrund. Wooly Bully war nämlich eine real existierendes Individuum, genauer gesagt die Katze von "Sam" Domingo Zamudio. Sie muss ziemlich stark behaart und ein ziemlicher Tyrann gewesen sein.

Dass Elvis Costello einen Vater hat, war mir klar, dass dieser aber auch ein relativ erfolgreicher Musiker war, weniger. Mit der Single "Patsy Girl" (22.12.) war Ross McManus am europäischen Festland sehr erfolgreich, am höchsten kletterte die an klassischem Ska orientierte Nummer in Österreich, wo sie 1966 Platz 5 erreichte.

A propos: auch österreichisches Bands tauchen dank Vinyl-Singles wieder aus der Versenkung auf. Zu erwähnen ist die Ende der Sechziger Jahre aktive Folk-Band Jack´s Angels ("The Life I´m Livin´", 20.12.), bei der damals, wie ich feststellen konnte, einer meiner Uniprofessoren die Gitarre gespielt hat. Und: DJ Ötzi muss ich etwas Abbitte leisten. "Do Wah Diddy Diddy" (11.12.) ist schon in der Originalversion von Manfred Mann ein gnadenloser Nervtöter..

Dienstag, 25. Dezember 2012

Aktuelle Kamera # 3

Sarah hat sich wieder Lebkuchen-mäßig betätigt. Diesmal ist es ein Turm geworden. Wahlweise per Sonnenlicht oder per Teelicht zu erleuchten.

Lebkuchenturm / Tag
Lebkuchenturm / Nacht
 

Sonntag, 23. Dezember 2012

Weihnachten zu Hause

Meinen ganz persönlichen Zugang zu Weihnachten habe ich vor Jahren schon einmal auf diesem Blog zu beschreiben versucht und allzu viel hat sich daran seitdem nicht geändert. Und wenn man fünf Jahre lang brav Blog schreibt, dann darf auch ruhig einmal ein alter Beitrag wieder verwertet und auf diesen verwiesen werden.

Zur Symbolik dieses Festes könnte man freilich noch mehr sagen, als ich es damals getan habe: die Lichter gehören selbstverständlich dazu und das Leuchten. Schließlich ist der 25. Dezember nach dem Julianischen Kalender der traditionelle Termin der Wintersonnenwende, nach der die Tage wieder länger werden. Er steht somit auch für den Ausgang aus der Finsternis und der Kälte, für den Beginn einer neuen, lichten Ära. Deshalb war es auch für den römischen Kaiser Aurelian (270-275), einen Verehrer des Sonnengottes Sol, nahe liegend, diesen Termin zum Festtag der Geburt des Sonnengottes zu erheben. An diese Traditionslinie dürften auch die Christen angeknüpft haben, als sie den 25. Dezember zum Geburtstag Jesu erklärt haben, wohl wissend, dass der sich eigentlich kaum im Winter zugetragen haben kann.

Weihnachten soll also nicht alleine ein rituelles Würdigen am Ende des Jahres sein, wie ich es damals beschrieben habe, und wie es im Zusammenkommen, Zurruhekommen (hoffentlich) und Schenken zum Ausdruck gelangt. Es soll auch einen Neubeginn anzeigen bzw. die Chance auf einen solchen. Auf dass die Tage wieder länger werden!

A propos Symbolik. Der geniale Pop-Exzentriker Sufjan Stevens leistet dieses Jahr seinen ganz eigenen Beitrag dazu, den Geist von Weihnachten zu erfassen. In dem zugleich unheimlichen wie schönen Video zu "I´ll Be Home For Christmas" eilt ein kleines Mädchen durch ein Haus, in dem merkwürdige Dinge passieren. Wo will sie hin?



Sufjan Stevens kann man überhaupt mit Fug und Recht als den Weihnachts-Nerd unter den Indie-Musikern bezeichnen. Alljährlich nimmt er eine komplette EP mit Weihnachts-Tracks auf, um seine gesammelten Weihnachts-Werke dann alle paar Jahre als Boxset auf den Markt zu bringen. Wem das freilich dann doch zu viel Musik für eine zu kurze Zeit im Jahr ist, der kann sich von Noisetrade einen 12-Stücke-Sampler mit Stevens-Carols frei herunterladen (freiwillige Spende möglich).

Schöne Weihnachten!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Botschaft

Das ist ein Friedensnobelpreisträger! Erzbischof Tutu liest hier der Homophobie und damit auch seinen homophoben Kollegen die Leviten. Guter Typ.

     

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Montag, 17. Dezember 2012

Musikvideo des Monats November 2012

Etwas spät, ich weiß, aber der Dezember ist ja eine ach so geschäftige Zeit.

Dafür gibt es diesmal gleich mehrere Videos, denn erstens ist da eine ex-aequo-Wertung und zweitens eine Draufgabe. Schließlich ist ja auch die Jahreszeit des Gebens.

Musikvideo Nummer eins ist zwar kein Musikvideo im klassischen Sinn, sondern ein knapp sechs-minütiger Mitschnitt vom Pearl Jam-Konzert in Prag 2012. Aber, erstens verdient das sowieso Respekt, wenn einer aus dem Tumult einer der vorderen Reihe ein Video dreht. Und zweitens ist der Urheber ein guter Freund.




Aus der Kategorie "reguläres Musikvideo" habe ich mich diesmal für jenes zum "Working Elf´s Theme" von der Polyphonic Spree entschieden. Schließlich ist Weihnachtszeit und das ist eine gute Gelegenheit, um zu sagen: Hände weg von Drogen!




Und, wenn wir schon am Geschenke verteilen sind: Tom Scharpling hat noch ein humoriges Musikvideo gemacht, diesmal nicht für Aimee Mann, sondern für Ben Gibbard (The Postal Service, Death Cab for Cutie).

Sonntag, 16. Dezember 2012

Türl Time, die Zweite

Alle, die wirklich wissen wollen, was sich hinter den Türen meines mir von Sarah geschenkten Adventkalenders (s. schon hier) verbirgt, können das jetzt auf Flickr tagtäglich nachvollziehen.

Einfach über das Foto reinklicken.


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Samstag, 15. Dezember 2012

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats November 2012

Aimee Mann - Charmer
Los Angeles, Kalifornien
Gewonnene Ränge: + 9


Nichts ist schwerer, als etwas Schweres leicht aussehen zu lassen, das wissen wir alle. Gleichzeitig will die Erschafferin/der Erschaffer des leicht und locker daher kommenden Schweren sicherlich auch wieder, dass die erbrachte Leistung in all ihrer Tiefe gewürdigt wird. Vielleicht ist ja das auch ein Grund, warum Aimee Mann gerne eine Leidensmiene aufsetzt.

Weil: Aimee Manns Musik ist zwar definitiv kein sich aalglatt durchwindender Bubblegum-Pop, aber doch von einer ziemlich betörenden Eingängigkeit. Auf ihrer aktuellen Platte "Charmer" schafft die in Virginia geborene, in Kalifornien lebenden Musikerin etwas, das selten ist: Popmusik, die man auf Anhieb mitsummen kann und die dennoch einen individuellen künstlerischen Anspruch verkörpert und Klasse hat.

Nehmen wir zum Beispiel der Auftaktsong "Charmer". Inhaltlich geht hier - jawohl - um die inneren Leiden jener, die dazu verdammt sind, dem Publikum stets wohl gefällig zu sein. Um den Betrug, den sie Tag für Tag an sich selbst begehen, um die Ausbeutung ihrer Persönlichkeit, der sie ausgesetzt sind. "Charmer" ist, wie jeder Song von Aimee Mann, stark vom unverwechselbaren und klar hervor tretenden Vortrag der Sängerin geprägt, der hier eine nachdenklich-ernste, fast melancholische Stimmung transportiert. Dem steht aber die sonstige musikalische Ummantelung gegenüber, die mit ihrer vorwärts drängenden, Achtziger-affinen Gitarren-Synthies-Kombination einen ziemlich lupenreinen Popsong ergibt. Ein Spiel mit Gegensätzen, das für mich einen großen Teil vom Reiz dieses Tracks ausmacht.

Dazu trägt freilich auch das Video bei, ein typisch herzerwärmend-komisches Tom Scharpling-Werk, wie wir es etwa auch vom Albumnachbarn "Labrador" kennen (s. schon hier). Während er sich bei jenem aber damit begnügt hat, ein Musikvideo aus den Achtzigern nachzudrehen (in dem Aimee Mann schon damals eine Hauptrolle gespielt hat), verhandelt er diesmal in gerade vier Minuten so klassische Themen wie das Doppelgängertum oder die Androiden-Bedrohung.  Auch diesmal ist übrigens wieder ein Hollywood-Star mit von der Partie (Auflösung).

Aimee Mann - Charmer (freier Download)



Aimee Mann - Charmer from Rob Hatch-Miller on Vimeo.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

In Concert # 34: Steaming Satellites / Two Gallants, 8.12.2012, Posthof, Linz

Die Unmöglichkeit einer (auch nur annähernd) objektiven Rezension: Wenn du am selben Tag zweieinhalb Stunden in der Dezemberkälte gestanden bist und Unterschriften gesammelt hast, geht beim abendlichen Konzert von deinen Beinen eine gewisse Unlust aus. Das vorweg.

Aber der Kopf war schon noch dabei, vor allem zu Anfang noch, als der Konzertabend im Posthof mit den Steaming Satellites begann. Das war womöglich gar nicht einmal optimal, zielt deren Musik doch eher auf, nunja, andere Ebenen des Bewusstseins. Die Steaming Satellites kommen aus Salzburg und haben sich die Devise Space Rock auf die Fahnen geschrieben. Das Programmheft verheißt "intergalaktischen Psych-Pop", der Bandname und einiges aus dem Textschaffen verweisen ebenfalls auf den kosmischen Kontext. Ein Moog-Synthesizer ist im Einsatz und grundiert den Sound, Gitarren, Bass und Schlagzeug treten hinzu und schaffen gemeinsam einen psychedelischen Vibe. Zu Spüren ist die Suche nach dem nicht allein Klang-, sondern auch Effektvollen, ein Gefühl von durchaus Welt zugewandtem Pop schwebt hier über der vermeintlichen galaktischen Abgehobenheit. Ein durchaus beeindruckender Livesound ist das Ergebnis, der in seiner Tragweite wenige Vergleiche zu scheuen braucht. Hier funkt jetzt freilich mein Kopf dazwischen und merkt an, dass eine Aneinanderreihung von schönen Effekten noch keine ganz große Musik macht. Und, stellt eine zu große Glätte fest, die irgendwie (noch) den Blick auf eine individuelle Seele verstellt. Vielleicht liegt dieser Befund aber auch an der Konstellation als Vorgruppe, die sowohl den Musikern als auch seinem Publikum ein tieferes Eindringen in die erstrebte Dimension verweigern muss.

Ein übertriebenes Heischen nach Gefälligkeit kann man jedenfalls den Two Gallants nicht wirklich vorwerfen. Freilich, das ist kein experimenteller Noise Rock, der da von der Bühne brandet, aber dem Konsens verschriebene Durchschnittsmusik ist es auch nicht. Bei den Two Gallants handelt es sich tatsächlich  um zwei junge Männer. Da ist Adam Haworth Stephens, der die Gitarre (meist elektrisch, selten akustisch) betätigt und da ist Tyson Vogel, der das Schlagzeug beackert. Die White Stripes - Formel gewissermaßen, nur dass hier weniger weltläufige Hipness am Werke ist, sondern vielmehr der Staub des amerikanischen Westens an den Stiefeln klebt. Two Gallants sind in der Americana-Musik geerdet, die sie in die Form harter Rockmusik schaufeln. Das ist Hard Folk Rock gewissermaßen, mit einer Cowpunk-Attitüde versehen. Auf ihrem aktuellen, hörenswerten Album "The Bloom and the Blight" haben sie den Rockimpetus noch einmal merklich verstärkt, lassen die Country- oder Folkballade eher beiseite und marschieren mehr in Richtung "Stairway to Heaven". Live wird daraus dann eine scharfkantige, metallisch schallende Musik, die mit der Introvertiertheit und Intimität des Folk nicht mehr viel gemein hat. Drummer Tyson Vogel hämmert frenetisch den Takt, laut und dominant schallt sein Instrument. So dominant, dass es zuweilen die Möglichkeiten der Band in eine selbst gewählte eiserne Maske legt, unter der auch die markante, rauchige Stimme von Adam Stephens abzutauchen droht. Two Gallants in echt, das ist ganz anders, als von der Platte: die Rhythmik ist brachialer (wenn auch zugleich klar und pointiert), die lyrisch-melodische Qualität weniger ausgeprägt. Die Gefahr: eine gewisse Monotonie. Natürlich waren sie aber im Posthof auch da, die großen Two Gallants-Momente: eine inspirierte Version von "Halcyon Days", ein schönes "Steady Rollin´" (der große Indie-Hit der Band), ein würdiger Abschluss im Form der "Waves of Grain". Etwas enttäuschend fand ich hingegen die etwas lustlose Wiedergabe meiner persönlichen Lieblingsnummer vom aktuellen Album, "Ride Away", ein der großen Rockbands der Siebziger würdiges Stück Gitarrenherrlichkeit. Und dann war da noch "Las Cruces Jail", von Tyson Vogel mit einem gleichmäßigen Affenzahn durchgepeitscht, skelettiert bis auf die Blues-Knochen. Tom Waits ließ grüßen.

Montag, 10. Dezember 2012

Wir sind Friedensnobelpreis!

Sie können es nicht lassen.

Der Standard titelt heute mit einem Foto sehr fidel dreinblickender Spitzen der  Europäischen Union (Van Rompuy hat gerade ein Haiku vorgelesen), die den Nobelpreis "stellvertretend für die rund 503 Millionen Einwohner der Union" (O-Ton) entgegen nehmen dürfen.

Diese pauschale Auszeichnung wirft interessante Fragen auf.

Werden sich Gorbatschow und Bischof Tutu endlich vor mir verneigen, wenn ich sie zufällig auf der Straße treffe?

Wird HC Strache seinen Friedensnobelpreis eigentlich annehmen?

Darf sich Josef Fritzl seinen Friedensnobelpreis in seiner Zelle an die Wand hängen?

Spannend.

Sonntag, 9. Dezember 2012

The Dark Trek

Was, noch ein "Dark Knight"-Film? Nein, das ist Star Trek! Wir sind gespannt.

 


Achja, und der Bösewicht kommt uns auch bekannt vor.

Samstag, 8. Dezember 2012

Mailand und Bergamo in Buchstaben L-Z

Fortsetzung von hier.

L wie Leonardo

Der Maestro aus Vinci hielt sich in seinem von wechselnden Arbeitgebern geprägten Leben zweimal für längere Zeit in Mailand auf. Von 1482 bis 1499 stand der Ingenieur, Architekt, Mechaniker, Anatom, Mathematiker, Physiker, Naturphilosoph, Schriftsteller und Allroundkünstler in Diensten von Mailands damaligem Herrscher Ludovico Sforza, genannt "Il Moro". Der hatte Leonardo eigentlich angestellt,damit der toskanische Künstler ihn in einem imposanten Reiterstandbild verewigt. Das Standbild wurde allerdings nie fertig, was einerseits auf Künstlerallüren Leonardos, andererseits aber auch auf seinen fürstlichen Auftraggeber zurück zu führen ist, der das benötigte Bronzematerial letztlich lieber der Waffenherstellung widmete, um seine Haut zu retten. Was ihm aber dann nicht gelang: mit dem Fall Mailands in die Hände der Franzosen endete auch Leonardos erster Aufenthalt in der Lombardei. Untätig ist er freilich in dieser Zeit keinesfalls geblieben: er machte sich als Gründer und Organisator der städtischen Müllabfuhr von Mailand einen Namen, verbesserte und verschönerte das Castello Sforzesco (s. K) und den Dom (s. D) und führte bei den Partys am Hofe Regie. Nebenbei schuf er auch noch nicht ganz unbedeutende Kunst, zum Beispiel das da oder aber ein Secco (nicht: Fresco!), das er an die Wand des Speisesaales des Franziskanerklosters Convento Santa Maria delle Grazie gepinselt hat. Es stellt Jesus und seine Jünger beim letzten Abendmahl dar und man kann es exakt 15 Minuten besichtigen, wenn man entweder Monate im Voraus auf einer (angeblich rein italienisch sprachigen) Webseite Karten erwirbt oder aber vor Ort für € 60 eine Mailand-Halbtagestour bucht (letzteres haben wir gemacht). Dank intensiver Restaurationsarbeit erstrahlt dieses- aufgrund der gewählten Maltechnik eigentlich nicht für immer geschaffene - Werk heute fast wie frisch aus der Hand Leonardos und ist den Aufwand und die zwei Schleusen, die zuerst durchschritten werden müssen, auf jeden Fall wert. In einem vergleichbaren Zustand wird es vermutlich auch 1506 noch gewesen sein, als Leonardo auf Ruf des französischen Vizekönigs ein zweites Mal nach Mailand kam, wo er in der Folge fünf weitere Jahre verbrachte.

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Leonardo und seine Schüler auf der Piazza Scala.

M wie Mode

Prada, Armani, Versace, Dolce & Gabbana, Valentino. Sie alle drucken Milano auf ihr Briefpapier. Wer sich für Mode interessiert, kommt an Mailand  nicht wirklich vorbei, besonders, wenn es um die so genannte Haute Couture geht. Wessen Kreditkarte auch noch sehr belastbar ist, kann dann auch mal im Goldenen Karree (s. G) in deren Läden shoppen gehen. Etwas weniger Sportliche gehen zu Geox (fragt meinen Begleiter W.).

N wie Napoleon

Der sehr kleine Korse mit den sehr großen Ambitionen ließ sich Anno 1805 pompöser Weise im Dom von Mailand mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien krönen. Nachhaltiger als diese Inthronisation war, was er im Brera-Viertel hinterlassen hat: die Pinacoteca di Brera. In ein säkularisiertes Jesuitenkloster, das bereits die Habsburger den Künsten geweiht hatten, verfrachtete er all jene Altarbilder leer geräumter Klosterkirchen, die der Louvre nicht haben wollte. Und, legte damit den Grundstock für die sehenswerte Sammlung dieser Galerie. Spektakulär, wie die Kollektion den Übergang sichtbar macht, von den wunderschönen, aber zuweilen in der Darstellungsweise des Menschen noch etwas Karikaturen haften, spätgotischen lombardischen Altären zur Explosion des Naturalismus der Renaissance. Höhepunkte der Pinakotek von Mailand sind etwa ein, allerdings grotesk verkürzter, Leichnam Christi von Andrea Mantegna, eine phantasmagorische Auffindung der Leiche des hl. Markus von Tintoretto, eine in ihrer bunten Zartheit an Buchillustrationen gemahnende Hochzeit der Jungfrau Maria von Raphael oder ein sehr grungiges Abendmahl zu Emmaus von Caravaggio. Grundstockleger Napoleon wiederum hat sich im Innenhof der Gebäudes in Form eines in doppelter Hinsicht absurden Werkes verewigt: sein Kopf steckt auf einem stattlichen, muskulösen Männerkörper, das Ganze hat er "Napoleon als Friedens stiftender Mars" genannt. Nun denn.  

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Dank des Wappens erkennt man ihn sogar.

O wie Oper

Was heute die Rivalitäten zwischen Milan-Anhang und Inter-Fans sind (s. S), das spielte sich früher im Umfeld der Opernkultur statt. Verdi-Enthusiasten versus Puccini-Tifosi, das war Brutalität. Bei allen Meinungsverschiedenheiten war die italienische Oper in den Zeiten des Risorgimento aber zweifellos auch ein wichtiger, einigenden Faktor in dem eigentlich so unvereinbaren Land Italien. Ein zentrales Element dieser italienischen Opernkultur steht in Mailand: das Teatro alla Scala. Ab 1776 im Auftrag von Maria Theresia erbaut, ist es ein zweckmäßig ausgeführter, nüchtern-grauer, geradezu abweisend wirkender Bau. Etwas enttäuschend, wenn man so will. Beeindruckender ist das Innere: der imposante Saal, die schönen Logen, ein Bühnenbild für "Norma", mutmaßlich. Ein Museum gibt es auch.

P wie Po

An dieser Stelle muss jetzt leider mit einem gängigen Vorurteil aufgeräumt werden: Italien ist nicht überall eine schöne Gegend. Es gibt da auch noch die Po-Ebene. Die ist vor allem eines: flach, langweilig und dicht bebaut. Rund um Mailand hat sich ein gewaltiger Ballungsraum gebildet, der beinahe die Einwohnerzahl Österreichs erreicht. Hier gehen endlose Felder in endlose Reihen von Fabrikshallen, Lagerhäusern und Wohnbauten über. Das war zumindest unser Eindruck.

Q wie Quartiere Isola

Ein altes Arbeiterquartier nahe des Porta-Garibaldi-Bahnhofs, in dessen unmittelbarer Nähe eine riesige Baustelle ins Auge fällt. Hier wird ein komplett neues Viertel aus dem Boden gestampft, das auch das neue Verwaltungszentrum der Lombardei beherbergen und letztlich den Pirelli-Turm in den Schatten stellen soll.

R wie Ringe

Mailand ist wie eine Zwiebel. In der Mitte ist der harte, glänzende Kern in Gestalt des Domes. Um ihn herum dann die kreisförmig oder oval verlaufenden Schalen, Straßenzüge, die oft ehemaligen Befestigungsanlagen oder Kanälen folgen. Zu diesen gehören auch die Viale, lange, stark befahrene Verbindungsstraßen, die man vielleicht mit dem Wiener Gürtel vergleichen kann. An einer dieses Viale war auch unser Appartement situiert. Leider im Erdgeschoss und mit schlecht gedämmten Fenstern, was dem Erholungswert meiner Nächte nicht so zuträglich war.

S wie San Siro

Wenn man Jahr für Jahr mit ansehen muss, wie die beiden Fußballvereine aus Mailand auf hinterlistigste Weise (Catenaccio!) Titel einheimsen, die eigentlich anderen zustehen, kann man schon eine gewisse Voreingenommenheit gegen die Stadt entwickeln. Was natürlich irgendwie ungerecht ist. Daher macht es Sinn, sich, wenn man dort ist, direkt in das Herz der Finsternis zu wagen. Das Herz der Finsternis war in unserem Fall eine mäßig besuchte und fußballerisch ziemlich elende Begegnung zwischen dem AC Milan und dem FC Genua im Giuseppe Meazza-Stadion (allenthalben San Siro gennant), die die Heimischen passender Weise mit 1:0 gewannen. Aber, die Erkenntnis war da, dass es im San Siro, dem größten Stadion Italiens, eigentlich ganz nett ist, sofern man die berühmten, Parkgaragen-artigen Betonschrauben unbeschadet erklommen hat, die zum obersten Rang führen, wo dann offenbar die anwesenden Fußballtouristen aus halb Europa platziert werden. Außerdem sind wir nachher mit der U-Bahn heimgefahren und ich musste erkennen: AC Milan-Fans sind ganz normale, manchmal sogar richtig sympathisch wirkende Männer, Frauen und Kinder. Ganz ohne Hörner und Hufe. Spooky.

T wie Trenord

Eine an der Mailänder Piazza Cadorna ansässige Eisenbahngesellschaft. Wenn ihre Mitarbeiter streiken, kann es passieren, dass die gewohnte Fahrt mit der Schnellbahn ausfällt. Das ist aber halb so schlimm, solange Mailands sonstige städtische Verkehrsmittel noch ihre Kreise ziehen. Die Hauptstadt der Lombardei ist mittels öffentlichem Verkehr gut und für moderate Preise erschlossen. Die Mailänder nutzen das auch, sodass es zuweilen durchaus recht voll werden kann. Es geht sich aber immer irgendwie genau aus.

U wie Umwelt

Mailand bemüht sich. Besonders Luft verstinkende Kfz zahlen Sondergebühren, wenn sie in die Stadt wollen.  Ökologische Bauprojekte finden statt. City Bikes gibt es natürlich auch schon. Trotzdem hat Mailand immer noch einen Ruf wie Linz damals in den Siebzigern. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, beim Einkaufen kreuzte eine Frau mit Michael Jackson-Gedächtnismaske unseren Weg. Hoffentlich ein Zufall.

V wie Bagatti Valsecchi

Stell dir vor, du lebst im 19. Jahrhundert in einem Palast des 15. Jahrhunderts, der aber mit den Annehmlichkeiten des 20. Jahrhunderts ausgestattet ist. Gibts nicht? Gabs doch, nämlich in der Mailänder Via Gesù, unweit der Via Montenapoleone, in der heute die Modehäuser zuhause sind (s. G und M). Der Stadtadel derer von Bagatti Valsecchi dürfte eher nicht so schlecht bei Kassa gewesen sein, konnte die Familie doch ihre Leidenschaft für Kunst und Design der Renaissance mit einer Vorliebe für Warmwasser und elektrischem Strom verbinden. Jedes Zimmer wurde dabei von den zwei der Familie vorstehenden Brüdern als individuelles Kunstwerk begriffen, in welchem jedes Detail auf das andere abgestimmt sein sollte. Sie kauften originale Kunst aus dem Cinquecento und hängten sie neben zeitgenössische Werke, die dessen Stil nachbildeten oder bastelten gar aus dem Alten und dem Neuen eigenhändig ganz eigenes Mobiliar. So schufen sie ein wahres Schatzkästchen, das dank einer Stiftung und einiger Freiwilliger seit einigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich ist. Von den streng dreinblickenden, ehrenamtlichen Signoras, die die Räume hüten, geht dabei keine wirklich ernsthafte Störung aus und der im Palazzo herum geisternde, hauseigene Kunsthistoriker/Kurator/Nerd gibt gerne freundlich über jedes noch so kleine Detail der Wandtäfelungen Auskunft. Ein absoluter (Geheim?-)Tipp. Sofern man sich den Namen merkt - und nicht Valsetti Balsecchi ins Konzept schreibt.

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Hier geht es hinein. Den Rest müsst ihr euch dann selber anschauen.

W wie Wirtschaft

In Mailand macht nicht nur die Mode Moneten. Die Stadt in der Po-Ebene beherbergt auch Italiens wichtigste Börse, die großen Zeitungsverlage, Werbeagenturen und Banken. Ebenfalls in Mailand beheimatet sind der Getränkehersteller Campari (s. C), der Autoreifen-Krösus Pirelli, der der Stadt auch einen markanten Turm geschenkt hat, und Alfa Romeo. Das Viertel mit der womöglichst höchsten Dichte an Schlipsträgern ist die Zona Affari (siehe Z.)

X wie X für ein U

Lasst euch nichts vormachen. Mailand ist jedenfalls einen Besuch wert, auch wenn manch eine(r) etwas enttäuscht zurück kehren mag. Es macht Sinn, nicht mit klischeehaften Vorstellungen von Italien hinzufahren. Mailand ist nicht dolce far niente, sondern eine der schnellsten, geschäftigsten Wirtschaftsmetropolen (s. W) unseres Kontinents. Mailand hat im Vergleich zu den anderen berühmten Städten des Stiefels weniger alte Bausubstanz. Ein paar römische Steine gibts vielleicht noch, einen mittelalterlich geprägten Platz nahe des Doms (die Piazza dei Mercanti), ein Trastevere-artiges Viertel wie die Brera. Aber keine Geschlechtertürme, keine antiken Arenen. Nicht, dass es das nicht gegeben hätte. In Mailand hat es in seiner langen, bewegten Geschichte alles gegeben, sogar ausgedehnte Kanäle wie in der Lagunenstadt Venedig. Doch Mailand ist eben vor allem auch dynamisch und erbaut sich immer wieder neu.

Y wie Y

Ein Buchstabe, um den ItalienerInnen einen weiten Bogen machen. Vielleicht, weil ihn der grausame Diktator Sulla eingeführt hat. Dazu siehe schon hier und auch hier.

Z wie Zona Affari

Das Stadtviertel der Bankenpaläste, zwischen Scala und Piazza Cardusio gelegen, auch "Finanzkarree" genannt (bei so vielen Karrees werde ich hungrig). Hier verstehen sie etwas von brutto und netto, machen die bilancia, füllen sich die cassa und das conto, sammeln capitale an und erleiden hoffentlich nicht banca rotta.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Rückblog 2011 # 13: So haben sie gewählt

Es ist erstaunlich schnell gegangen. Am Sonntag habe ich angefangen, Mails an die GewinnerInnen auszusenden, schon sind alle Preise der Jahresumfrage 2011 ratzeputz weg. Mit einem erstaunlichen Trend: das Meistermenü blieb diesmal fast bis ganz zum Schluss liegen, erst P.F. erbarmte sich seiner. Ist der Ruf meiner Kochkünste doch nicht so unantastbar, wie man annehmen sollte?

Achja, gezockt wird auch. M.K-M. wählte ein Date mit dem Schicksal und einem 20-seitigen Würfel. Das wird spannend.

So haben sich also die GewinnerInnen der Preisauslosung der Jahresumfrage 2011 entschieden:

G.S. wählte Preis Nr. V - das individuelle Geschenk
A.W. wählte Preis Nr. II - den Eventbesuch
I.W. wählte Preis Nr. IV - den Ausflug mit unbekanntem Ausgang
M.K.-M. wählte Preis Nr. VI - das Würfelgezocke
P.F. wählte den Preis Nr. I - das Meistermenü

Ein Winzer wünscht allen PreisträgerInnen viel Freude beim Einlösen der Gewinne und hofft auf ein Neues bei der diesjährigen Umfrage.

Samstag, 1. Dezember 2012

Türl Time

Heute hebt die Zeit der Adventkalender an. Ist Schokolade darin, ist das schon sehr erfreulich (außer für den Zuckerspiegel). Aber, eigentlich könnte einer doch auch Vinyl-Singles hineintun, hat sich Sarah gedacht, und dieselbigen bei diversen Flohmärkten zusammen gesammelt. Und mich dann mit diesem Adventkalender an unserem Medienregal überrascht.

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Schon eine ganz tolle Freundin, die ich da habe.