Mittwoch, 30. Januar 2013

Rückblog 2012 # 3: 25 am besten gehörte Tracks, 25-18

Wie schon im letzten Jahr, ist diese Rückblog-Kategorie, dieses Ranking mit einem Warnaufkleber zu versehen: Das sind nicht die 25 besten Musikstücke des abgelaufenen Jahres. Da ich nicht Redakteur einer periodischen Musikpublikation bin, der seine Zeit ganz dem Anhören von Musik widmen kann, sondern nur ein ganz normaler Musikkonsument, wäre das auch ganz schön vermessen.

Was die Jahres-Top 25 also wirklich sind: eine über das ganze Jahr vorgenommene Auswertung der rechts auf dieser Seite befindlichen Top 25, deren Stand monatlich von mir festgehalten wird. In dieses Ranking kommen ausschließlich Nummern, die sich in meinem MP3-Player befinden, den ich bei jedem Wind und Wetter mit mir führe, weswegen auch die immer kurzlebiger werdenden Kopfhörer (geplante Obsoleszenz? Katzen?) regelmäßig ihren Geist aufgeben. In den Player kommen wiederum hauptsächlich Musikdateien, die ich frei und ganz legal im Internet herunter geladen habe, vereinzelt auch Stück von Alben, die ich besitze.

Weil sich da zuweilen eine doch ganz erkleckliche Zahl von Tracks zusammen findet und ich auch nicht immer zum Hören komme, kann es sein, dass einzelne Nummern ihren Reiz nicht rasch verlieren können, sondern vielmehr lange, manchmal gar Jahre, im Player verweilen. Das Ranking ist demzufolge keine sehr schnelllebige Sache und hat daher mit gängigen Charts wenig gemein. Für das abgelaufene Jahr gilt das ganz besonders. Einige Nummern, die bereits im 2011er-Ranking gut im Rennen waren, haben sich auch 2012 beharrlich vorne festgesetzt und landen folglich auf den vorderen Plätzen.


Die Top 25 des Jahres 2012, 25-18

25 The Blood Arm - Get Ready

Los Angeles, Kalifornien

"All My Love Songs EP" (2010, Snowhite/Pau!)
Garagenpunkpop
Einstieg: 30.5.2011, 25
Peak*: 8
Freier Download: hier.
Zitat: I´m Gonna Teach You How To Rock´n´Roll.
Sonstiges: Auf den Punkt. Monatsmeister.


24 Metric - Gimme Sympathy


Toronto, Ontario

"Fantasies" (2009, Metric Music International)
Wavepop
Einstieg: 15.6.2009, 17
Peak*: 1
Freier Download: nicht mehr verfügbar
Zitat: After all of this is gone. Who´d you rather be? The Beatles or the Rolling Stones?
Sonstiges: Pop, wenn er so ziemlich alles richtig macht.


23 Blitzen Trapper - American Goldwing


  Portland, Oregon

"American Goldwing" (2011, Sub Pop)
Alt Country
Einstieg: 18.6.2012, 22
Peak*: 12
Freier Download: hier.
Zitat: So ride my people ride, with the muskets aimed at the falling rain, cuz the city ain´t no place to hide.
Sonstiges: Auf den Schwingen Amerikas.


22 Royal Liverpool Philharmonic Orchestra - II. Allegro, Schostakowitsch: 10. Symphonie in e-Moll, Op. 93 (Dirigent: Vasilij Petrenko)


Liverpool, England

"Shostakovitch, D.: Symphonies Vol. 4 - Symphony Nr. 10" (2010, Naxos)
Moderne
Einstieg: 2.1.2012, 25
Peak*: 16
Freier Download: hier.
Zitat: keines
Sonstiges: Porträt der Macht, 1953.


21 The Hundred in the Hands - Dressed in Dresden


  Brooklyn, New York

"The Hundred in The Hands" (2010, Warp)
Electro-Pop
Einstieg: 25.4.2011, 25
Peak*: 6
Freier Download: hier.
Zitat: These are our times. The end times.
Sonstiges: Finstere Metaphorik. Monatsmeister.


20 Saedi - Beauty

Wien, Österreich

"Exhale" (2011, Monoscope Productions)
Electro-Groove
Einstieg: 23.1.2012, 25
Peak*: 11
Freier Download: keiner
Zitat: To rest my soul in peace and be tamin´ that inner beast.
Sonstiges: Der Preis der Schönheit.



19 Adolar - Die Auswendigen Muster (Bratze Cover)

 Altmark, Deutschland


Webexklusiv (2011)
Post-Hardcore
Einstieg: 5.12.2011, 25
Peak*: 9
Freier Download: hier.
Zitat: Das ist keine Bewegung, wir passen da nicht rein. Nur, weil es dumm aussieht, muss es das nicht sein.
Sonstiges: Die Kraft der Verweigerung. Monatsmeister.


18 Debbie Clarke - Lay Down

Wye Valley, Wales

"Manhattanhenge" (2012, Starwatch)
Folkpop
Einstieg: 25.6.2012, 24
Peak*: 6
Freier Download: hier.
Zitat: In pastures green I made peace with my soul and I cared not for the night, while my guiding star shone bright.
Sonstiges:  Aus walisischen Wäldern in die Pop-Welt. Monatsmeister.



* bis 31.12.2012

Fortsetzung folgt..

Montag, 28. Januar 2013

Kunstvermittlung

Manchmal sind es die kleinen, fast übersehenen Meldungen, die mich staunen machen. Diese da, zum Beispiel.

Ich meine, ich habe natürlich grundsätzlich Verständnis dafür, dass Künstler etwas dagegen haben, wenn ihr Werk ohne ihre Zustimmung verändert wird. Aber, etwas Fingerspitzengefühl und ein gewisses Maß an Rationalität könnte man vielleicht doch aufbringen.

Wenn ich als Künstler für 100.000 Euro zwei Rolltreppen in die Landschaft vor eine Volksschule stelle und das nicht ganz unerwartet zu Kontroversen führt, es aber immerhin SchülerInnen dazu animiert, sich künstlerisch zu betätigen, reibe ich mir doch die Hände. Mein Kunstwerk hat sich selbst legitimiert. Welchen besseren Zweck soll ein Kunstwerk vor einer Volksschule denn überhaupt erfüllen, als Kinder für Kunst zu öffnen?

Was bringt es, in einem solchen Fall, auf seiner künstlerischen Idee zu beharren? Es ist, bei allem gebotenen Respekt, kaum davon auszugehen, dass die internationalen Kunstschauen und -bände von Bildern der in ihrem Originalzustand befindlichen Korneuburger Rolltreppen überquellen werden. Umgekehrt hätte es den  Künstlern und dem Kunstschaffen an sich viel Sympathie eingebracht, wenn das Tun der Kinder nicht abgewertet, sondern positiv unterstützt worden wäre. Oder ist die Branche jetzt auch schon so weit, dass schlechte Publicity besser ist als gar keine? Hoffentlich nicht.

So aber entsteht mit Sicherheit bei vielen Menschen der Eindruck einer abgehobenen Kunstwelt, dem doch eigentlich die Einbindung von künstlerischen Werken in den öffentlichen Raum entgegen wirken will. Und das ist - allen eindeutigen urheberrechtlichen Wertungen zum Trotz - ziemlich bedauerlich.

Samstag, 26. Januar 2013

Das Winzer-Experiment # 8: Schweinsbraten

Ich bin immer noch stolz auf meinen Schweinsbraten vom letzten Sonntag. Dass, obwohl ich ethische Bedenken haben sollte. Immerhin musste danach jemand ins Krankenhaus und sich die Gallenblase entfernen lassen. Aber, da konnte mein Schweinsbraten nichts dafür, das hatte sich schon vorher abgezeichnet. Dauerhaft schwerer wiegt da schon der Umstand, dass ich eigentlich vom Schweinefleisch Abstand nehmen wollte. Nicht aus religiösen Gründen, sondern weil es mir irgendwie Unbehagen bereitet, Geschöpfe zu essen, die intelligenzmäßig mutmaßlich mit meinen Katzen mithalten können (die übrigens ziemlich schlau sind).

Aber das Ruhm-Kochbuch-Orakel hat zugeschlagen und damit auch seine letzte Manifestation overruled, auf die wir schlicht vergessen haben, weil es einfach schon so lange her ist (ja, das ist meine Schuld). Es hat einen klangvollen Namen aus dem Reich der Fleischgerichte gewählt, der eine erstaunliche Anziehungskraft besitzt. Das bemerke ich jedes Mal, wenn der Braten in unserer Kantine auf den Tisch kommt und sich die Massen an die Essensausgabe drängen. Es gibt Kollegen, die dem Ereignis regelrecht entgegen fiebern.

Ich hätte also eigentlich angenommen, dass die Zubereitung des Schweinsbratens eine komplexe Angelegenheit ist, die viel Kunstfertigkeit erfordert und mich dementsprechend überfordern würde. Das stimmt aber gar nicht. Die größte Kunst besteht offenbar darin, ein gutes Stück Fleisch zu finden. Mir kam dabei zupass, dass sich bei uns ums Eck eine Filiale der letzten echten Fleischer-Kette von Linz befindet.

Nach dem Einkauf im Fachgeschäft folgte das etwas langwierige, aber nicht sonderlich undurchschaubare Koch-Prozedere: das Fleisch wird mit einer Mixtur aus Salz, Kümmel und Knoblauch eingerieben, kommt dann mit etwas Wasser und Knochen in eine Pfanne, die wiederum ins heiße Rohr gestellt wird.

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 Dann heißt es warten, warten, warten. Im Wesentlichen geht es jetzt darum, stundenlang ein Auge auf den Braten zu haben und sicher zu stellen, dass das Wasser nicht gänzlich verdampft. Wenn das Fleisch "genügend weich" (Ruhm) geworden ist und somit fertig gebraten hat, wird aus Knochen und Mehl noch ein Saft fabriziert. Fertig. Klingt nach nicht viel, dauert aber, wie gesagt, Stunden. Insbesondere mit unserem Backofen.

War aber jede Minute wert. Das Fleisch hatte eine gnadenlos gute Konsistenz und seine Kombination mit dem Knoblauch-Kümmel-Aroma schmeckte vorzüglich. Mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke.

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Das Ganze wäre übrigens nicht passiert, wenn ich Sarah nicht zu Weihnachten Gutscheine für 10 Koch-Experimente geschenkt hätte. Das ist bieder, ich weiß. Aber es wirkt! Ich bin immer noch stolz auf meinen Schweinsbraten. Und, kein Mensch braucht eine Gallenblase.

Nächstes Mal: Schwäbischer Apfelkuchen



Mittwoch, 23. Januar 2013

Im Kino # 18: Andreas Kurz - Freiräumen

Ö 2012

In den  Jahren, in denen ich noch mit bunten Bändern am Handgelenk herumlief, die mit dem Schriftzug eines Festivals versehen waren, war die Antwort auf die Frage nach der bevorzugten Veranstaltung schnell gegeben: das Bock Ma´s - Festival. Diese Mixtur aus Musik, verschiedenen Workshops und Vorträgen ging jeweils im August in den Gemäuern der Burgruine Altwartenburg in der Nähe der oberösterreichischen Ortschaft Timelkam über die Bühne. Veranstaltet wurde sie vom Kulturverein Sozialforum Freiwerk aus Vöcklabruck.

Eine durchwegs entspannte Atmosphäre, ein hoher Grad an Bewegungsfreiheit am Festivalgelände, die Möglichkeit, sich jederzeit aus dem ohnehin nicht zu schlimmen Trubel auszuklinken und sich in die Wälder, Wiesen und Äcker zu verabschieden, die das auf einem kleinen Hochplateau gelegenen Areal umgaben - das machte für mich ganz wesentlich den Reiz des Bock Mas aus. Dazu trat das Beste auf, was die alternative Musik des Landes zu bieten hatte und die Einnahmen flossen einer sinnvollen Sache zu, der Ute-Bock-Stiftung.

Als 2010 die Nachricht kam, dass in diesem Jahr das letzte Bock Ma´s stattfinden würde, war ich entsprechend enttäuscht. Umso mehr, als ich in jenem Jahr wegen einer bereits lange geplanten Auslandsreise nicht dabei sein konnte. Es war, wie wenn einem ein lieb gewonnener Freund plötzlich ohne erkennbaren Grund die Freundschaft aufgekündigt und einem nicht einmal die Gelegenheit gibt, sich zu verabschieden. Zwei Jahre zuvor war ich im Zug von Wien nach Linz zufällig neben einer Mitarbeiterin aus dem ehrenamtlichen Organisationsteam des Sozialforum Freiwerk gesessen und von ihr wegen meines Handgelenk-Bandes angesprochen worden. Da war dann viel von schwierigen Sicherheitsauflagen in der alten Burg die Rede, von Fixkosten, die am Gewinn nagen und den enormen persönlichen Einsatz der Ehrenamtlichen hinterfragbar machen würden. Aber deswegen so eine großartige Sache wie das Bock Ma´s aufgeben?

In seiner Dokumentation "Freiräumen" klärt Andreas Kurz auf, warum das Bock Ma´s nach 2010 nicht mehr sein konnte, vielleicht sogar nicht mehr sein durfte. Wer diese Bilder sieht, wird meine oben gemachte Beschreibung nicht wieder erkennen. Finster dreinblickende Securities, hohe Zäune. Das Festival ist zu groß geworden, hat seine Unschuld verloren. Jetzt fühle ich mich vom Exitus des Bock Ma´s nicht mehr gekränkt, ich kann es verstehen.

"Freiräumen" ist freilich beileibe nicht nur eine Dokumentation über das Bock Ma´s. Es wird auch der Frage nachgegangen, wie es um alternative Jugendkultur in der Landgemeinde Vöcklabruck heute bestellt ist. Welche Möglichkeiten, sich abseits von konsumistischer Gehirnwäsche in Einkaufszentren und Zeltfesten die Freizeit zu vertreiben, haben die jungen Leute hier? Wie können sie sich im kulturellen (und vielleicht auch kulturpolitischen) Brachland verwirklichen? Und: Was wurde eigentlich aus dem Sozialforum Freiwerk?

Auch wenn die Ton- und Bilddokumente vom letzten Bock Ma´s manchmal leicht an der Grenze zum "Saturday Night Fever" schrammen, ist "Freiräumen" doch eine empfehlenswerte Doku für alle, die dem Festival verbunden waren und sich fragen, was aus dessen kulturellem Umfeld geworden ist. Der Film von Andreas Kurz zeigt Vorzüge, die auch dem Bock Ma´s zu eigen war: ein entspannter und doch kritischer Tonfall, Offenheit und Transparenz bis in die zuweilen durchaus leidenschaftlich geführten Sitzungen des Sozialforum Freiwerk hinein. Ein guter Abschluss und ein interessanter Ausblick.

Meine Bewertung: 3 aus 5 Sternen.



Montag, 21. Januar 2013

A propos Apostroph

Hm, ich dachte immer, das ist strengstens verboten und böse Zungen sagen dazu sogar "Idiotenapostroph". Aber es muss mittlerweile im Duden stehen, wenn es jetzt sogar von Bildungseinrichtungen affichiert wird:

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Und wirklich: es steht im Duden! Seit der Rechtschreibreform von 1996 ist der Apostroph vor dem "s" beim Genitiv wieder möglich. Und: Wir haben es hier auch gar nicht mit einer Kapitulation vor dem Anglizismus zu tun. Vielmehr war diese Schreibweise bis 1901 auch im Deutschen üblich und zulässig.

Aber: der Apostroph ist nur dann gestattet, wenn das Zeichen vor die Genitivendung "s" gesetzt wird, um damit die Grundform eines Personennamens zu verdeutlichen (Deutsche Rechtschreibregeln, § 97). Das ist im vorliegenden Fall wahrscheinlich sogar gegeben. Schön ist es aber trotzdem nicht - und es steht zu befürchten, dass derartige Schreibweisen auf Plakaten viele Perlen à la "Vater´s Auto" zur Folge haben werden..

Sonntag, 20. Januar 2013

Casting

Die sieben Grundsätze einer Castingshow:

1. Finde ein Thema, dass die Menschen einigermaßen bewegt.

2. Lanciere eine mediale Kampagne, um deine Show vorzubereiten.

3. Baue Antagonisten auf, die sich gegenseitig befehden und berichte ausführlich darüber.

4. Sorge dafür, dass alle permanent darüber diskutieren, wer besser ist und wer gewinnen soll.

5. Gib den ZuschauerInnen das Gefühl, dass sie selbst entscheiden dürfen, wer gewinnt.

6. Beeinflusse die Entscheidung der ZuschauerInnen durch suggestive Fragestellungen.

7. Stelle sicher, dass dich das Ergebnis zu nichts wirklich verpflichtet und du die volle Kontrolle über den Vermarktungsprozess hast.

Samstag, 19. Januar 2013

Donnerstag, 17. Januar 2013

Rückblog 2012 # 2: Im Kino

Neun Mal war ich 2012 im Kino. Das ist einmal öfter als 2011, aber immer noch viel zu selten. So ein Jahr hat doch 52 Wochen, bitte schön! Es wäre allerdings zu billig, jetzt nur dem gleich einer Pandemie um sich greifenden 3D-Kino sowie der TV-Serien-bedingten Renaissance des Zimmerschirmes die Verantwortung zu geben. Nein, die eigene Trägheit, abends das Haus zu verlassen, trägt bei.

Auch bei den Winzars finden die wenigen Kinogänge ihren Niederschlag. So bleibt mir gar nichts anderes übrig, als Mia Wasikowska schon zum dritten Mal einen Winzar zu zuerkennen, ein anderer Preis geht an einen Hund und - ungleich sensationeller - der Ristretto-Trinker bekommt den besten Hauptdarsteller. Gar nichts zu diskutieren gibt es für mich aber hinsichtlich des Films des Jahres. Selbst, wenn ich hundert Mal im Kino gesessen wäre, hätte ich womöglich nichts Besseres gesehen.

Das Ranking der gesehenen Filme, von rückwärts (mit Sternen):


09 Andrea Arnold: "Wuthering Heights"  2

Rezension.


08 Jean-Pierre Améris: "Les emotifs anonymes"  2.5

Rezension.


07 Alison Klayman: "Ai Weiwei. Never Sorry"  3

Rezension.


06 Carey Fukunaga: "Jane Eyre"  3

Rezension.


05 Luc Besson: "The Lady"  3


Rezension.


04 Christopher Nolan: "The Dark Knight Rises"  3.5

Rezension.


03 Michel Hazanivicius: "The Artist"  3.5

Rezension.


02 Alexander Payne: "The Descendants"  3.5

Rezension.


01 Wes Anderson: "Moonrise Kingdom"  4

Rezension.


Und die Winzars 2012 gehen an..

Bester Film: "Moonrise Kingdom"
Beste Regie: Wes Anderson: "Moonrise Kingdom"
Bestes Drehbuch: Wes Anderson, Roman Coppola: "Moonrise Kingdom"
Bestes Ensemble: "The Descendants"
Beste Filmmusik: Diverse, "Moonrise Kingdom"
Beste Hauptdarstellerin: Mia Wasikowska, "Jane Eyre"
Bester Hauptdarsteller: George Clooney, "The Descendants"
Beste Nebendarstellerin: Amelia Clarksen, "Jane Eyre"
Bester Nebendarsteller: Uggie, "The Artist"



Demnächst: Rückblog 2012 # 3: Meine 25 bestgehörten Tracks



Sonntag, 13. Januar 2013

Bundesbahn-Blues

Ach. Ein bisschen Nostalgiedepp sein, wider jede Vernunft..

Früher: Durch Hadersdorf, die alte Heimat, hinausrollen. Den grünen Wienerwald zu beiden Seiten. Purkersdorf, aus dem Zug betrachtet putzig wie ein Spielzeugstädtchen. Die Türmchen des Gemeindeamtes von Tullnerbach. Das halb verfallene Kurhotel in Rekawinkel, das alte Schloss über Neulengbach. Die Kirche in der grünen Wiese in der Nähe von Kirchstetten.

Jetzt: das Tullnerfeld.

So ist das heutzutage: Nicht alles, was schneller wird, wird auch schöner.

Nostalgiedeppmodus wieder aus!


Samstag, 12. Januar 2013

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats Dezember 2012

Morlockk Dilemma - Die Taube
Leipzig, Deutschland
Gewonnene Ränge: + 8

Rapmusik und Hip-Hop-Kultur machen es einem als humanistisch geerdetem Musikkonsumenten nicht immer leicht. Blicken wir in jenes Land, aus dem seit jeher die wirklich relevante rap music herkommt, in die Vereinigten Staaten von Amerika, so stellen wir fest, das mitunter Tracks abgefeiert werden, die jenseits  unserer moralischer Schmerzgrenzen angesiedelt sind - zumal in Zeiten von Schulmassakern. Zwei Beispiele aus den Jahres-Top 100 der Indie-Institution Pitchfork gefällig?

Gunplay (nomen est omen) baut das Gerüst seiner Nummer "Jump Out" aus knallenden Pistolen, ratternden Gewehren, Schreien und Sirenen. Das ist schockierend und brutal, gleichzeitig aber handwerklich verdammt gut gemacht. Dass ihm nun eine Anklage wegen bewaffneten Raubüberfalls bevorsteht, könnte seine Karriere aber doch spürbar bremsen (Quelle). Oder nehmen wir Chief Keef, die Speerspitze der reichlich gehypten drill music aus Chicago. In seinem Unheil schwangeren Song "I Don´t Like" werden reihenweise Polizeispitzel und sonstige Übeltäter verbal liquidiert. Der Hintergrund ist grausam und real: die endemische Gewalt der Gangs in den afroamerikanischen Vierteln der drittgrößten Stadt der USA. Die amerikanische (Indie-)Musikpresse reagiert mit einer Mischung aus soziologischem Diskurs und relativierendem Achselzucken. Entziehen kann sie sich den beats und rhymes von den rauen Straßen aber nicht. Zu aufregend, zu mitreißend, zu innovativ ist das.

Ist das nun ein Dilemma, dass dem hiesigen Gutmenschen nicht widerfahren kann? Orientieren wir uns an den prominentesten Präponenten eines deutschsprachigen "Gangster"-Rap können wir sagen: ja. Die sind in Castingshows oder Musikvideos mit Karel Gott gut aufgehoben und musikalisch ungefähr so spannend wie die Wildecker Herzbuben. Aber, es gibt auch mitten in Europa Straßenrapper von anderem Kaliber.

Morlockk Dilemma etwa. Auch seine Texte sind regelmäßig provozierend, hart, düster. Doch der bürgerlich Falko Luniak Geheißene, dessen Weg als Hip-Hop-Künstler in einer Leipziger Plattenbausiedlung begann, hat Attribute, die ihn hervorheben: seine heisere, unverwechselbare Stimme, sein Atem beraubend schneller und zugleich präziser Vortrag. Und die Fähigkeit, manchmal wirklich beeindruckende Songtexte vorzulegen, wie in "Die Taube", einem gesellschaftskritischen bis dystopischen Panorama, das er auf nostalgischen Beats und Samples und anhand der metaphorischen und realen Eigenschaften des Titelvogels entwirft.


 

Morlockk Dilemma - Die Taube (freier Download im Rahmen eines Mixtape anlässlich 10 Jahre Melting Pot Music)

Donnerstag, 10. Januar 2013

Rückblog 2012 # 1 : Bilder des Jahres 5-1

Fortsetzung von hier.


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Kraftwerk, 29.4.2012, Roßleithen, OÖ

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Found Objects, 17.4.2012, Linz


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Haben wir das bestellt? 2.9.2012, Linz


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Donaustadt, 2.7.2012, Regensburg



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Lichter am Kanal, 23.11.2012, Wien





Demnächst: Rückblog 2012 # 2: Im Kino.

Dienstag, 8. Januar 2013

Rückblog 2012 # 1: Bilder des Jahres, Platz 10-6

Fortsetzung von hier.


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Kunst kommt von Katze, 13.7.2012, Linz


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Am Öresund, 4.7.2012, Öresund


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Im Dom, 2.7.2012, Regensburg

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Im Zentrum, 25.10.2012, Mailand


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Formwandlerin, 19.1.2012, Linz


Fortsetzung folgt..

Montag, 7. Januar 2013

Nerdfutter

Wie schön. Die Hersteller von Trockenkatzenfutter sind anscheinend darum bemüht, der Zielgruppe der Katzen besitzenden Nerds Freude zu machen.


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Samstag, 5. Januar 2013

Rückblog 2012 # 1: Bilder des Jahres, Platz 15-11

Meine bemerkenswertesten Bilder des abgelaufenen Jahres. Ausgewählt und gereiht durch mich, unter Berücksichtigung von Facebook-Reaktionen.



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Aufstieg geschafft! 27.10.2012, Torre Civica, Bergamo


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Tunnelblick, 25.10.2012, Galleria Vittorio Emanuele II, Mailand


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Felicitas, 25.8.2012, Linz


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Gespenst, 14.4.2012, Kahlenberger Friedhof, Wien



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Mis(s)behave, 28.3.2012, Linz






Fortsetzung folgt..

Mittwoch, 2. Januar 2013

Alles hat seinen Preis

Achja, die Preise der diesjährigen Jahresumfrage. Kommet und gewinnet sie!

Preise, die den persönlichen Kontakt mit dem Winzer erforderlich machen:

I
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Ein Menü - vom Winzer persönlich zubereitet. Ein Preis irgendwo zwischen Wagnis und Genuss.



II
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Ein Eventbesuch nach Wahl (im Rahmen des Rechtmäßigen sowie der guten Sitten und bis zu einem Wert von € 25) in Begleitung des Winzers, der außerdem zwei Getränke springen lässt.


III

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Ein Ausflug in Begleitung des Winzers mit unbekanntem Ausgang.


Preise, bei denen euch der persönliche Kontakt mit dem Winzer gegebenenfalls (aber nicht notwendiger Maßen) auch erspart bleiben kann:


IV
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Ein Büchergutschein im Wert von € 15.


V
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Ein individueller Preis. Der Winzer blickt in die Seele und holt ein Geschenk hervor.

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Ein Souvenir von einer Reise des Winzers.

VII

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Etwas Musikalisches aus der Kategorie "Ohren(ge)fälliges"nach Wahl des Winzers unter Berücksichtigung der Vorlieben des Bedachten.


Wie immer gilt: die GewinnerInnen dürfen in der Reihung ihrer Platzierung Preise wählen. Fünf GewinnerInnen werden ausgelost. Die Teilnahme an der Jahresumfrage ist noch bis 31. Jänner möglich.