Samstag, 13. April 2013

Mitgefühl

Irgendwie nimmt man ja immer an, dass Mitgefühl eine zutiefst menschliche Eigenschaft ist und in der rauen Tierwelt keine Existenzberechtigung hat. Etwa unter Katzen, diesen sehr entschiedenen Vertreterinnen des sehr eigenen Standpunktes sowie des eigenen Interesses.

Derzeit verlieren unsere drei Katzen massig Haare, der Frühling kommt jetzt wirklich. Wird ja auch Zeit. Beim Herumtollen kann es da einer Katze schon einmal passieren, dass Haare in die Luftröhre gelangen. Dann fängt die Katze ganz erbärmlich zu keuchen an und schaut ziemlich unglücklich drein. So ist es auch gestern wieder einmal gewesen, nachdem Mottenkugel ihr Begrüßungsritual - um mich herum scharwenzeln und dann senkrecht den Kratzbaum hinauf kraxeln - zelebriert hat.

Da tut einem die Katze leid und man macht sich kurzzeitig Sorgen - und das ist nicht auf Menschen beschränkt.

Kaum hatte Mottenkugel gestern ihren inneren Kampf begonnen, ist ihre Schwester Pyjama zu ihr gehopst (bei dieser Katze kann man das nicht anders ausdrücken) und hat angefangen, ihr beruhigend mit der Zunge über den Kopf zu schlecken. Das hat solange gedauert, bis sich Mottenkugel wieder gefangen hat. Danach wurden die Zärtlichkeiten in die andere Richtung erwidert und Pyjama bekam von der Schwester das Gesicht geputzt. Alles sehr rührend.

Eigentlich soll man sich ja hüten, menschliche Motive, Emotionen und Verhaltensweisen in Tiere hinein zu projizieren. Aber, das ist nicht zum ersten Mal passiert. Ich konnte solch ein Geschehen auch schon in anderen Konstellationen und bei anderen Auslösern (zum Beispiel bei Mottenkugels epileptischem Anfall vor zwei Jahren) beobachten.

Mitgefühl und dessen freundliche Erwiderung unter Katzen..Man lernt nie aus.

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Bild: Sarah Berger
PS: Bevor sich Florian jetzt über die Katzenschnulze beschwert: beim nächsten Posting wird es dann um Fußball gehen.

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