Dienstag, 11. Juni 2013

Blaumachhelme

Den letzten Sinn und Zweck von UNO-Blauhelm-Bataillonen habe ich bis heute nicht verstanden. Sicherlich, es soll um Friedenserhaltung gehen. Konfliktparteien sollen getrennt, Pufferzonen überwacht und die Einhaltung von Vereinbarungen soll beobachtet werden.

Aber, wenn die Zwecke einer solchen Mission in Gefahr geraten und bewaffnete Truppen die Zonen, Grenzen, Abmachungen verletzten, scheint es mir, dass immer einer der folgenden Fälle eintritt:

Erstens, die Blauhelme ziehen sich in ihre Behausungen zurück, während sich vor den Toren ihrer Lager weißgottwas abspielt, Massaker eingeschlossen (Bosnien, Ruanda, Sudan).

Oder zweitens, die Blauhelme machen sich aus dem Staub, bevor es überhaupt soweit kommen kann. Letzteres ist offenbar die Strategie unserer Truppen.

Was allerdings (kostspielige) Friedensmissionen wert sein sollen, die beim ersten Anzeichen von Unfrieden ins innere oder äußere Exil gehen (was jeder potenzielle Unfriedenstifter natürlich auch weiß), muss mir erst einmal jemand erklären.

Kommentare:

Hannes hat gesagt…

Meine Meinung.

Markus Spani hat gesagt…

Ich finde es sehr vertretbar, ein UNO-Mandat abzugeben, wenn ständige Mitglieder des Sicherheitsrates selbst die Konfliktparteien mit Waffen beliefern und damit zur Eskalation direkt beitragen.

Richtig ist, dass UNO-Mission in dieser Form solange sinnlos sind, solange hier nicht auch der nächste Schritt gemacht wird, wenn die Lage sich verschärft - soll heissen 380 Blauhelme werden um 5.000 verstärkt - das Mandat wird ausgeweitet von der bloßen Grenzsicherung auf aktive Missionen zur Friedenssicherung in Abstimmung mit dem Sicherheitsrat. Dazu müsste sich die Staatengemeinschaft aber einig sein, was bekanntlich in den meisten Fällen nicht der Fall ist - daher - Halbherzige Mozartkugelmandate.

Ein Winzer hat gesagt…

Du hast die grundlegende Problematik zweifellos richtig analysiert. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich persönlich nicht glaube, dass Österreich hier vor allem von dem Motiv getrieben war, einen Akt des Protestes setzen zu wollen.

Ich frage mich auch, warum man sich unter diesen Voraussetzungen - außer wegen einer erwiesenen Affinität zu Mozartkugeln - an solchen Mandaten überhaupt beteiligt. Um sich selbst auf die Schulter klopfen zu können, wie viel man als neutrales Land doch für den Weltfrieden tut? Vielleicht bin ich auch etwas zu polemisch und kann die wirklich positiven Beispiele für UNO-Friedensmissionen im Augenblick einfach nicht sehen.