Freitag, 14. Juni 2013

Musikvideo des Monats Mai 2013

In Zeiten nerviger Tanzshows mutet diese Feststellung merkwürdig an, aber es ich empfinde das so: es gibt zu wenige gute Musikvideos, in denen einfach mal solide getanzt wird. Als jemand, dessen Verständnis von dem, was ein starkes Musikvideo ist, generationsbedingt unzweifelhaft auch von Michael Jackson beeinflusst wurde, befängt mich daher zuweilen bei all den gewollt hippen, experimentellen, bemüht-künstlerischen und/oder möchtegern-provokativen Indie-Musikvideos, die ich so Tag für Tag zu sehen bekomme, ein Gefühl der Leere, das von einem Verlangen nach echtem, beschwingten Entertainment gefüllt wird. Da ich freilich mit MJ´s Epigonen im Massen wirksamen R´n´B (-Pop) musikalisch nicht allzu viel anfangen kann, bin ich froh, wenn sich Leute wie Zooey Deschanel und M.Ward (alias She & Him) in Pose werfen. Auch, wenn M.Ward die meiste Zeit eigentlich nur cool da sitzt.




Mit Ehren zu erwähnen sind:

The Lonely Island, die es mit ihrer komischen Persiflage auf die Rapmusik zu Saturday Night Live gebracht haben und auf doch recht unterhaltsame Weise die feine Linie zwischen grobem Unfug und großer Satire entlang wandeln. Egal, ob sie sich jetzt den Freuden des kleinbürgerlichen Erwachsenwerdens, dem Verheiraten von realen Hollywoodstars am Rande des Spring Break (Ed Norton!) oder dem zu Unrecht unterschätzten Semikolon widmen, man weiß vorher nie so recht, was man bei ihnen kriegt, aber das dafür dann richtig. Das neue Album "The Wack Album" enthält Kollaborationen mit: Kendrick Lamar, Billie Joe Armstrong von Green Day, Pharrell Williams, Justin Timberlake, Lady Gaga, Robyn und Hugh Jackman. Alles nur Jux und Tollerei?

Um auf die ganz ernsthafte Seite des Musikplaneten zu wechseln: die alten Pathos-Melancholiker von The National liefern mit "Sea Of Love" ein Video, das am Anfang nicht so spannend anmutet, einen aber dann - wie auch der Song selbst - doch ziemlich reinzieht.

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