Mittwoch, 31. Juli 2013

Kulturgeschichte der Nerds

Aber nicht nur materiellen Verlust hat meine jüngste Reise nach Berlin gebracht, nein, auch geistigen Gewinn.

Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass es Nerds tatsächlich nicht erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt! Den eindrucksvollen Beweis hierfür liefern die Grabbeigaben einer junger Frau aus dem Römischen Reich der Kaiserzeit, die man in der Antikensammlung des Alten Museums bewundern kann.





Und dann habe ich im Online-Katalog des New Yorker Metropolitan Museum auch noch das gefunden. Krass!

Zur Reise demnächst mehr (auch Bilder).

Dienstag, 30. Juli 2013

Handy aus, Hirn aus

Eine erste Urlaubsbilanz fällt in materieller Hinsicht nicht so gut aus: Handy kaputt, Reisepass weg.

Da hilft ein wenig völlig hirnbefreiter Humor und verschafft Ablenkung.

 

Mittwoch, 24. Juli 2013

Rettungsorganisation

Es ist immer das Gleiche. Wann immer ein Lebewesen vor unserer Tür einsam, verloren und ausgesetzt ist, erbarmt sich Sarah und holt es herein.

Diesmal ist es ein riesengroßer Ficus, den ein Nachbar im Müllcontainer im Hof deponiert hat, obwohl man "dafür im Geschäft 50 Euro zahlt", wie der Mann festgestellt hat, der zufällig gerade seine Corvette aus der angeschlossenen, auf alte Limousinen und Sportwagen spezialisierten Autowerkstatt fuhr, als Sarah ihre Rettungstat beging.

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Ficusse/Ficen/Fici (wie auch immer die Mehrzahl lautet) können sich aber nicht unterwartet vermehren, oder? Wir haben da nämlich so unsere Erfahrungen.

Dienstag, 23. Juli 2013

Über Gebühr

Die britischen Royals und der Österreichische Rundfunk haben etwas gemeinsam: es gibt nicht Wenige, die es fragwürdig finden, dafür zwangsweise zahlen zu müssen.

Zuerst zur Windsor-Sippe. Wäre ich britischer Staatsbürger, wäre ich vermutlich einigermaßen erzürnt darüber, dass mein Steuerpfund in die Erhaltung einer königlichen Familie fließt, die wiederum Zahlungen an die Allgemeinheit eher als gnädig-freiwilliges Almosen verbucht. Aber well, ich bin kein Brite und wenn die Mehrheit auf den Inseln es eben so möchte..Womöglich handelt es sich ja bei Königin & Co wirklich um den teuren Leim, der das morsche Haus noch zusammen hält.

Der Österreichische Rundfunk wiederum ist seit einer "Reparaturaktion" des Nationalrates, mit der eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes overrult wurde, wieder von allen zu bezahlen, die in der Alpenrepublik ein Empfangsgerät aufgestellt habt. Egal, ob nun Assinger und Eberhartinger darin aufblitzen oder nicht.

Ich war freilich nie einer jener elitären SuderantInnen, die bei jedem Musikantenstadl und jeder Seifenoper mit dem GIS-Erlagschein wacheln und die darauf befindlichen Euro zurück fordern. Immerhin wird der Beitrag von allen ÖsterreicherInnen bezahlt und daher halte ich es - "Kulturauftrag" hin oder her - für recht und billig, wenn auch ein Programm für alle gemacht wird. Zudem gibt es ja mit ORF III sowie 3SAT reichlich von unserem Funk (mit)finanzierte Ausweichmöglichkeiten mit Anspruch.

Gestern aber bin ich schwach geworden. Baby-Hysterie in London - und was macht die ZIB 20? Rennt zur "Wahrsagerin" Rosalinde Haller und bittet um eine Prophezeiung für die königliche Zukunft. Bitte, mit "meinen" Gebühren?!

Sonntag, 21. Juli 2013

Hinter Gittern - Zur Menschenrechtslage im Iran

Wer hören möchte, ob ich trotz versagender Stimme eine Radiosendung bewältige und dabei auch noch einiges über die Menschenrechtssituation im Iran erfahren möchte, möge sich auf die folgende Welle begeben.

Freitag, 19. Juli 2013

Höhenrausch 3

Der Höhenrausch im Offenen Kulturhaus von Linz ist zurück. Was im Kulturhauptstadtjahr 2009 begann und zum Publikumsmagnet wurde, geht 2013 in die nunmehr dritte Auflage. Die Menschen kommen überwiegend wegen der spektakulären Aussicht, der Weg dorthin und retour führt sie durch eine Kunstausstellung. Gewieftes Culturetainment. Bei der Kunstausstellung handelt es sich um "herausragende Beispiele der Gegenwartskunst" (Programmheft), die von diversen Biennalen zusammen getragen wurden.

Mein persönlicher Favorit: "Sounds from Beneath" von Mikhail Karikis und Uriel Orlow. Ein Chor von ehemaligen Bergarbeitern, die, umgeben von der wüsten Landschaft ihres längst geschlossenen Bergwerks, die Geräusche und Klänge ihrer vergangenen Arbeitsumgebung mit ihren Stimmen wieder zum Leben erwecken - Gespenstern ihrer verwichenen Profession gleich.



Im Übrigen sind es vor allem die Bauwerke am Dach des OK-Gebäudes, die heraus ragen. Der hölzerne Pfad über den Dächern von Linz ist seit dem letzten Mal noch erweitert worden und nimmt in alle Richtungen bereits beachtliche Dimensionen an und ein. Himmelwärts gerichtet erreicht er dank der Kopie eines Aussichtsturmes neue Rekorde. Visuell nicht minder beeindruckend, wenn auch nicht so hoch aufragend, ist die Bambuskuppel des taiwanesischen Künstlers Wang-Chih Wang.

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Höhenrausch 3, ein Album auf Flickr.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Aktuelle Kamera # 7

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In der Bamboo Cupula (Bambus-Kuppel) von Wen-Chih Wang, Höhenrausch 3 - zu diesem übermorgen mehr.

Montag, 15. Juli 2013

GewinnerInnen der Jahresumfrage 2011 - Preisauslosung # 3

Der M.K-M. ist offenbar eine Spielernatur, hat er doch nach seinem vierten Platz bei der Preisauslosung zur Jahresumfrage 2011 keinen der drei "sicheren" Preise, die noch im Pott waren, gewählt, sondern sich für die Zockervariante entschieden.

Hier noch einmal das Spielreglement des "Alles-oder nichts"-Preis für ZockerInnen" zur Erinnerung:

 Ein Ikosaeder wird geworfen: Bei 20 Teilnahme an der Verkostung des Meistermenüs, 19 ein Ausflug, 18-17 ein Eventbesuch nach Wahl (bis € 20 ohne Getränke), 16-14 ein individueller Preis, 13-10 ein Büchergutschein über € 15, 9-2 ein Preis, der ganz am Ende übrig bleibt, nichts. 

Der Wurf des Ikosaeders fand vergangenen Samstag statt:




Das Ergebnis mutet jetzt ein bisserl ironisch an. Immerhin war der gewonnene Preis unter jenen, die auch dazumals dem Gewinner noch offen standen. Man entgeht seinem Schicksal eben nicht!

Samstag, 13. Juli 2013

Klon

Unsere ziemlich langhaarige Katze Pyjama benötigt gelegentlich Friseurdienste. Beim Bürsten und Schneiden fallen dabei beachtliche Mengen Haare an. So große, dass man sich daraus glatt eine komplett neue Katze bauen kann (Konstrukteurin: Sarah)!

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Freitag, 12. Juli 2013

Musikvideo des Monats Juni 2013

Indiemusikvideos sind voll von schlechtem Benehmen. Da ist hemmungsloses, haltloses Verhalten, auch Gewalt. Und Zerstörungswut, immer wieder auch die Zerstörungswut, die seit dem Tag, an dem sich The Who von der Aktionskunst inspirieren haben lassen, als legitimes Stilmittel der Rockmusik gilt.

So gesehen steht das Video zu "That´s On Me" in einer ehrwürdigen Tradition. Aber während ich mich eher fremdschämen muss, wenn zum zigsten Mal ein Videoregisseur auf die Idee kommt, junge Leute ein Hauseinrichtung zerlegen lassen zu müssen, ist es hier irgendwie eine runde, wohltuende, befreiende Sache. Überdreht ist es aber trotzdem.





Wie der rechte Weg aus dem Sündenpfuhl der Rockmusik aussieht, zeigen uns dafür dankenswerter Weise die Young Adults  auf (noch so eine neue Band mit Young im Namen, schön langsam krieg ich einen Vogel..).

Ein nachgerade majestätisches Video liefern hingegen die Yeah Yeah Yeahs mit "Despair" ab, nicht nur, weil es am Empire State Building endet. Hier beeindruckt eine perfekte Dramaturgie, eine kunstvolle Inszenierung ebenso wie starke Emotionen.

Abschließend mögt ihr euch noch an den irrwitzigen animierten Abenteuern von Sonny & the Sunsets erfreuen - in "Green Blood".



Dienstag, 9. Juli 2013

Bemerkenswerte Namen # 29

Sicher, dem tschechischen Nationalen Wirtschaftsrat wird es vermutlich Powidl sein, wie er sich im Deutschen abkürzt. Aber es passt trotzdem in dieser Rubrik.


NERV

Sonntag, 7. Juli 2013

Wundersame Wandlung?

Der Fall Edward Snowden, so menschlich tragisch er ist, gebiert Wundersames.

Gestern hat die FPÖ im Nationalrat einen Entschließungsantrag eingebracht, dieser möge "alles veranlassen" , damit Edward Snowden Asyl erhält. Dem haben, in einer bemerkenswerten Allianz, die Grünen und das BZÖ zugestimmt, also keine Mehrheit.

Aber, schon beachtlich, wir halten fest: die Freiheitlichen sprechen sich also dafür aus, dass der Zugang zum Asylrecht in Österreich erleichtert wird. Insbesondere treten sie dafür ein, dass man hinkünftig an Österreich gerichtete Asylanträge auch (wieder) außerhalb Österreichs stellen kann!

Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass die Blauen auf subtilere rechtliche Implikationen und Probleme einfach gerne pfeifen. So wie jener "Justizexperte", der in der gestrigen Parlamentssitzung (ich bin erkältet im Bett gelegen und hab damit die Nacht zugebracht) verkündet hat, man könne doch auch einfach den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dahin gehend unter Druck setzen, er möge seine bereits getroffene Entscheidung zur Stiefkindadoption Homosexueller zurück nehmen, ansonsten trete Österreich aus der Menschenrechtskonvention und dem internationalen Menschenrechtsschutz-System aus. So von wegen "pacta non sunt servanda". Recht, erster Abschnitt, nicht genügend, setzten.

Samstag, 6. Juli 2013

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats Juni 2013

Kurt Vile - Waking On A Pretty Day
Philadelphia, Pennsylvania
Gewonnene Ränge: + 7
siehe hier.


Jahan Lennon - Can´t Ruin My Fun
Philadelphia, Pennsylvania
Gewonnene Ränge: + 7

Und wieder Philadelphia, Pennsylvania. Gleichauf mit seinem engeren Landsmann Kurt Vile, der bereits letzten Monat geehrt wurde, ist es diesmal Jahan Lennon, der die meisten Stufen in meiner Top 25-Rangliste geklettert ist. Wobei gleichwohl der kulturelle wie popkulturelle Hintergrund ein gänzlich anderer ist.

Jahan Lennon heißt mit bürgerlichem Namen Jahan Zeb Malik, seine Familie stammt aus Pakistan, von wo die Eltern in den 70er Jahren emigriert sind. Aufgewachsen zwischen einem muslimischen Elternhaus, den rauen Straßen des urbanen Philadelphia der 80er und 90er Jahre mit ausgeprägter Drogenkultur und einer katholischen Schule, fand er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Shoaid und Hassan zur Musik. PO PO hieß das Projekt, das die vielen verschiedenen Einflüsse in einem eigenwillig-experimentellen, einigermaßen verdrogt anmutenden, aber zugleich durchaus gut anhörbaren Format zusammen führte.

Da passierte etwas, von dem die meisten aufstrebenden Bands vergeblich träumen: gleich zwei der ganz großen Namen des Musikgeschäfts wurden via der ersten Demos auf PO PO aufmerksam. Trent Reznor alias Nine Inch Nails nahm sie mit auf Tour und der Musiknerd-in-allen-Gassen der US-Musik, Diplo, holte sie zu seinem Label Mad Decent. Für Reznor mag das politische Statement eine Rolle gespielt haben, eine Gruppe junger Pakistanisch-Amerikaner zu promoten, für Diplo mag es reizvoll erschienen sein, seinen Katalog um eine etwas andere Band aus seiner zweiten Heimat Philadelphia zu ergänzen. Wie dem auch sei, die Brüder betraten die große Bühne und für Jahan folgten nun auch Aufträge als Produzent- für Theophilus London und für Spank Rock.

Nach dem Auseinanderfallen der brüderlichen Truppe macht Jahan solo wieder. Der große Name, den er sich frech ins Künstler-Alias geschrieben hat, deutet an, wohin die Reise gehen mag. Weg vom eklektisch-versponnenen Rock von PO PO, hin zu etwas leichtfüßigerem psychedelischem Poprock. In "Can´t Ruin My Fun" von der gleichnamigen EP begegnet uns ein kleiner Hitentwurf, gezeichnet am Reißbrett der  psychedelischen Musik, stark durchtönt vom Rave-Pop der späten Achtziger/frühen Neunziger Jahre.

Das dazugehörige Musikvideo ist vielleicht ein wenig, hmja, albern geraten (offenbar haben wir es hier mit einer Hommage an die 90er Jahre zu tun). Aber, das ist wohl eben auch ein Aspekt der Vielschichtigkeit des Jahan Lennon.

Dienstag, 2. Juli 2013

Nur zur Sicherheit

Für Spekulationen bin ich normalerweise nicht zu haben, möchte ich doch immer gerne alles klar belegt haben. Irgendwie eine Illusion, eh. Aber, ich vermeide es doch, auf meinem Blog Thesen aufzustellen, für die mir die harten Beweise fehlen.

Aber jetzt die Sache mit den verwanzten EU-Behörden und -Botschaften und der angloamerikanischen Totalüberwachung des Internets: Nicht, dass das alles wahnsinnig überraschend kommt. Aber, wir alle wissen, dass uns die fraglichen Regierungen gerne vortanzen, dass der große Bruder doch nur darauf aufpasst, dass der böse Islamist nicht unsere Nachbarschaft in Schutt und Asche legt. Und das ist eben keine Aufgabe für ausgeprägte Menschenfreude oder Leute mit Scheu vor Kollateralschäden. Dass sich die britische Gesellschaft schon seit ungefähr IRA-Zeiten in eine erstaunliche Terror- und Verbrechensparanoia bewegt, ist die eine Sache, aber das lassen wir jetzt mal.

Wenn man aber jetzt überlegt, dass in den USA die politische und damit auch die militärische und nachrichendienstliche Welt aufs Engste mit der Welt der großen Konzerne, der großen Geschäfte verwoben ist, dann bekommt man schon den Eindruck, dass der enorme Aufwand, der hier in völkerrechtswidrige, Menschenrechte verletzende und schlicht und einfach kriminelle Aktivitäten investiert wird, seine (ökonomische) Rechtfertigung wohl auch aus anderen Zwecken beziehen wird. Also, nicht nur die nationale Sicherheit, sondern viel eher das nationale Geldbörsel.

Und: Ich verstehe jetzt, warum sie dem Clown aus "Ace Ventura" die Rolle des Außenministers gegeben haben. "Das ist nicht unüblich". Genau, das älteste und dümmste Argument: in einer Welt, in der alle böse sind, muss man darin besonders gut sein! Und wir können uns jetzt wochenlang das hämische Grinsen eines  Diktators ansehen, der den Ersten in der Hand hat, der dagegen wirklich aufgestanden ist.

Montag, 1. Juli 2013

GewinnerInnen der Jahresumfrage 2011 - Preisauslosung # 2

Aus Gründen, die keiner kennt, hat das vom Winzer höchstselbst zubereitete Meistermenü den Status des begehrtesten Gewinnes bei der Jahresumfragen-Preisauslosung verloren. So kam es, dass der Fünftplatzierte der Auslosung zur Umfrage zum Jahr 2011 noch die Chance hatte, diesen wagemutigen Ausflug in die Kulinarik zu wählen.

Und ebendas hat P.F. auch getan. Jetzt muss man aber wissen, dass P.F. von guter Küche Ahnung hat, hat er doch immerhin so etwas wie die gehoben-touristische Variante einer Knödelakademie besucht und durchaus seine Erfahrungen auf dem Gebiet des Kochwesens gesammelt. Für den Winzer bedeutete das: Obacht, keine heiklen Experimente! Wenn hier etwas schief geht, dann wird das nicht unbemerkt bleiben! Hinzu kam begrenzte Zeit in einer fremden Küche, weswegen zu einer einfachen aber genialen Speise zuflucht gesucht und gefunden wurde.

            Es ist wirklich ganz einfach: zuerst hackt man Cocktailtomaten über den Haufen.

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Dann gibt man Mozzarella, Öl, Zwiebel, Knoblauch und Würze dazu und das Ganze in den Kühlschrank.

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Couscous wird aufgekocht und es kommt Basilikum dazu.

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Alles zusammen getan und fertig ist der gute Schmaus:

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Das freut auch den Küchenprofi. Gekonnt ist gekonnt!

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