Montag, 21. Oktober 2013

Amsterdam in Buchstaben, A-K

Nach einer Reise ist Alphabet-Zeit! Diesmal im Fokus: Amsterdam.

A wie Amstel

1. Ein in Amsterdam im Jahre 1870 gegründetes und zwischenzeitlich als Bayrische Bierbrauerei Amstel firmierendes Brauereiunternehmen. Mittlerweile ausgewandert in die Provinz sowie vom Heineken-Imperium in Besitz genommen.
2. Der Fluss, der durch Nordholland ins Ijsselmeer fließt und an dessen Mündung - damals noch in die Zuiderzee (s. dazu Z) - im Mittelalter ein Fischerdorf entstanden ist, das Amstelledamme geheißen ward.
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An der Amstel

B wie Brücken

Amsterdam schaut ein bisschen so aus, als habe man Venedig mit einer norddeutschen oder skandinavischen Stadt gekreuzt. Dazu tragen vor allem die vielen Brücken bei. Nur, dass die im Vergleich zu Venedig (siehe hier) völlig barrierefrei sind. Die berühmteste unter ihnen ist die Magere Brug, der hölzerne Nachbau einer mittelalterlichen Brücke gleichen Namens, für dessen Ursprung es nur Theorien gibt.
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Die Magere Brug
 
C wie Coffeeshop

Das mit den Kaffehäusern ist kompliziert, in Amsterdam. Da gibt es die Coffeeshops, bei denen es sich nicht, wie sonst überall auf der Welt, um klinischen Läden für den schnellen Kaffee-Kick handelt, sondern man Säfte und weiche Drogen bekommt. Wobei letzteres nicht legal ist, aber toleriert wird (s. T). Dann gibt es das Koffiehuis, bei dem es sich um ein klassisches Kaffeehaus handelt und man keine Drogen (außer eben Kaffee) bekommt. Und dann gibt es noch die Braunen Cafés, bei denen es sich in Wahrheit um Kneipen handelt. Zum Glück verrät einem schon der Geruch, mit welcher Art von Etablissement man es zu tun hat.

D wie Dam

Auf die Entstehungsgeschichte der Stadt, die buchstäblich aufs Meer geschüttet bzw. gestellt worden ist, verweisen viele Straßennamen. Da gibt es Dämme, Wälle und Deiche. Der Dam ist schlicht der bedeutendste Platz von Amsterdam, auf ihm sind der Königliche Palast, das eher unansehnliche Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges sowie die Nieuwe Kerk zu finden.


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Am Dam. Königliches Palast (links), Nieuwe Kerk (rechts)


E wie Exzess

Amsterdam ist ja ein bisschen das Las Vegas Europas. Insofern, als bekannt ist, dass es hier in mancherlei Hinsicht etwas lockerer zugeht. Im Fall von Amsterdam betrifft das insbesondere die lockeren Frauen (s. P) und den lockeren Rausch (s. schon C). Davon muss man aber nicht unbedingt etwas mitbekommen und man kann sich der schönen Stadt auch ganz als Kulturtourist hingeben. Erst auf unserer Rückfahrt mit dem Zug zum Flughafen kündete eine Gruppe männlicher Engländern, die rochen, als hätten sie gemeinsam in einem Bierfass übernachtet, sowie ein Mann, der beschloss, sich auf meine Schuhe zu übergeben, davon, was Amsterdam eben auch ist.

F wie Friedhof

In einer fremden Stadt schickt es sich, dass ich auch eine Friedhof besuche. Das hat weniger mit mir zu tun, als mit jemand anderem. Die Details sind weniger gruselig, als es jetzt scheinen mag. In Amsterdam bin ich aber gescheitert. Offenbar würden hier die Toten ins Wasser fallen, weswegen die großen Begräbnisstätten vernünftigerweise außerhalb von Amsterdam angelegt worden sind.

G wie Grachten

Als die Gassen des mittelalterlichen Kerns von Amsterdam zu eng wurden, zog man einen Ring von Grachten (Kanäle) um die Stadt und baute Häuserzeilen. Es war das 17. Jahrhundert und damit das "Goldene Zeitalter" der Niederlande. So schauts dann dort auch aus: ein schönes, altes Grachtenhaus neben dem anderen, eine schier nicht enden wollenden Reihe prächtiger Kulturgüter. In eben so einem typischen Grachtenhaus in der Kaizersgracht logierten wir: schmales Gebäude, hohe Räume und eine gewundene Treppe innen drin, Giebel mit Lastenbalken oben drauf, leicht nach vorne geneigt, damit die Ladung beim Hinaufziehen nicht die Fenster zerdeppert.

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Gracht bei Nacht

H wie Hausboot

Wer es sich leisten kann und einen Platz ergattert hat, parkt sein mehr oder weniger schmuckes Schinakl mitten in so einer historischen Gracht (s. G). Da hat man dann mit Glück sogar einen Anschluss von Gas bzw. fließendem Wasser (ha!) und kann sich beim Abendessen von im Touristenboot fahrenden Chinesen fotografieren lassen.

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Kaizersgracht mit Hausbooten
 

I wie I Amsterdam Card

Mit diesem Must-Have für jeden Fernreisenden hat dieser bis zu 72 Stunden freien Eintritt in (fast) jedes Museum (s. M) der Stadt und kann mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Wobei letzteres kaum nötig ist, sofern er halbwegs zentral zuhause ist. Denn Amsterdam ist sehr gut mit ausgedehnten Spaziergängen zu ergehen.

J wie Jüdisches Amsterdam

Weil Amsterdam vergleichsweise früh religiöse Toleranz übte (s. T.) und neben den verschiedensten christlichen Konfessionen auch Juden recht gut behandelte, kamen diese aus ganz Europa hierher. Und revanchierten sich, indem sie den politischen Freiheitsgedanken philosophisch weiter ausargumentierten (Spinoza) oder die Vereinigte Ostindische Handelskompanie (s. O) mitbegründeten (Isaac de Pinto). Was im 21. Jahrhundert geschah, ist traurig und bekannt, das Anne Frank Huis ist eines der berühmtesten Mahnmale dafür. Auch das im ehemaligen jüdischen Viertel nächst dem Waterlooplein gelegene Jüdische Museum, das aus drei ehemaligen Synagogen entstanden ist, ist einen Besuch wert.

K wie Künstler, bildende

In Amsterdam wird ein ziemliches Gewese um zwei Männer gemacht, denen man nachsagt, dass sie die Kunstgeschichte nicht ganz unwesentlich beeinflusst haben: Rembrandt und Van Gogh. Ersterer lebte und schaffte im jüdischen Viertel (s. J), letzterer hatte mit Amsterdam eigentlich nur eher peripher zu tun, wohnte hier, so wie an einem Dutzend anderer Orte, nur für kurze Zeit. Aber dafür hat er jetzt sein eigenes Museum (s. M). Ich finde beide gut, halte sie aber auch für ein kleines bisschen überbewertet. Allerdings brauche ich auch dringend ein neues Brillenglas. Mehr zu Rembrandt und Van Gogh übrigens unter R und V.


L-Z folgt..

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