Donnerstag, 27. Februar 2014

Musikvideo des Monats Jänner 2014

Diese Rubrik wird es womöglich nicht mehr lange geben.

Nicht deshalb, weil ich so langsam darin bin, die Videos des vergangenen Monats aufzuarbeiten (was auch der Fall ist). Vielmehr deshalb, weil die Verwertungsgesellschaften - anscheinend unter Federführung der österreichischen AKM - einen Feldzug gegen das Einbetten von Videos gestartet haben. Sprich: es wird in Brüssel eifrig dafür lobbyiert, gesetzlich fest zu schreiben, dass für eingebettete Videos künftig Lizenzgebühren fällig werden.

Ob das wirklich im Sinne der eigentlichen Urheber, also der KünstlerInnen ist, scheint hier nicht von Belang. Immerhin kann man davon ausgehen, dass MusikerInnen sowie deren Labels, die Musikvideos höchstselbst und legal ins Netz stellen und die Einbettungsfunktion nicht deaktivieren, im eigenen Interesse wollen, dass sie eine möglichst weite Verbreitung finden. Um den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Nur, dass funktioniert eben nicht mehr wirklich, wenn jede(r), die/der im Internet, insbesondere auch in den Sozialen Medien, Musikvideos postet, potenziell mit ruinösen Klagen konfrontiert wird.

Dabei braucht es genau das Gegenteil: ein modernes Urheberrecht nämlich, das endlich anerkennt, dass wir im Internetzeitalter leben und KonsumentInnen, die Inhalte ohne gewerblichen Interessen einem de facto begrenzten Publikum weiter reichen, vor überzogenen Forderungen von Abmahnanwälten schützt.

Die Verwertungsgesellschaften aber orientieren sich offensichtlich eher retro. Und sägen damit wieder einmal um des kurzfristigen Profites willen am eigenen Image und dem der Musikindustrie.

Schaut euch also die Videos an, solange sie noch da sind.


1



Dir. ?

Die Geschichte der Menschheit, ein 8-Bit-Videospiel und eine nachdenkliche Folk-Ballade sind eine äußert reizvolle Kombination.


2



Dir. ?

Mit der Kurz-Doku als Musikvideo bildet sich so etwas wie ein Sub-Genre heraus (siehe schon hier). Gut so.


3



Dir. ?

Großer Hippie-Kitsch: Neil Young orgelt die Melodie von "The Water Is Wide" als kanadische Anti-Hymne zu Aufnahmen der geschundenen Erde, den Missbrauch des Planeten beklagend. Und natürlich mit Recht.


4



Dir. Japhy Riddle

Ein Paar kommuniziert durch Zeit, Raum und Fotografien.


5



Dir. ?

Noch etwas Politisches: Speziell für die Präsidenten von Russland und Uganda.

Sonntag, 23. Februar 2014

Rückblog 2013, Meine Bilder des Jahres 2013, 5-1

Fortsetzung von hier.


5


Die Lesende, 4.8.2013, 10:53, Kamegg


4


Kalksburger Himmel, 20.5.2013, 13:47, Wien 23


3


Am Prater, 14.12.2013, 17:01, Wien 2


2


Neues Haus, 28.1.2013, 23:58, Linz/Donau


1


Panther-Porträt, 11.8.2013, 10:30, Linz/Donau

Freitag, 21. Februar 2014

Rückblog 2013, Meine Bilder des Jahres 2013, 10-6

Fortsetzung von hier.


10




Postkartenwetter, 26.12.2013, 12:33, Bad Ischl


9



Prag, 25.7.2013, 12:53, Prag


8


 
Als der Winter noch ein Winter war, 19.1.2013, 00:18, Linz/Donau


7



Vorder Gittern, 9.7.2013, 17:42, Linz/Donau


6



Prügelnde Potsdamer Putten, 27.7.2013, 10:23, Potsdam



Fortsetzung und Finale folgt..

Mittwoch, 19. Februar 2014

Amnesty informiert: Russlands bedrängte Freiheit

In Sotschi finden die Olympischen Winterspiele statt. Doch es wird nicht nur über Gold, Silber und Bronze diskutiert, sondern auch über die Lage der Menschenrechte in dem riesigen Land im Norden Eurasiens, insbesondere über die Situation von homo-, bi-, trans- und intersexuellen Menschen. Wir leisten unseren Beitrag und liefern Informationen und Fakten zur Menschenrechtslage in Russland.

Im Gefolge der heftigen Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Wladimir Putin im März 2012 erließ das russische Parlament eine Reihe von Gesetzen, die darauf gerichtet sind, den Spielraum für DemonstrantInnen sowie zivilgesellschaftlich engagierte Menschen einzuschränken. Es folgten Gesetze, die ua gegen öffentliche Äußerungen von homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen gerichtet sind, sowie Bestimmungen, mit denen Kritik an religiösen Lehren und ihren Vertretern kriminalisiert wird.

Der Amnesty-Bericht "Freedom Under Threat. The Clampdown On Freedoms Of Assembly, Association and Expression in Russia" befasst sich mit diesen Gesetzen und der Praxis der russischen Behörden.

Auf Grundlage dieses Berichtes erörtern wir die Menschenrechtslage in der Russischen Föderation anhand der Rechte auf Versammlung-, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit und zeichnen die - beunruhigende - Entwicklung der letzten Jahre nach. Die Sendung schließt wie immer mit aktuellen Meldungen zum Thema Menschenrechte.

Gestaltung und Moderation: Martin Walther

Technik: Sarah Berger

Montag, 17. Februar 2014

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats Jänner 2014

Kylesa - Steady Breakdown
Savannah, Georgia
Gewonnene Ränge: + 3

In der buddhistischen Philosophie bezeichnet "Kilesa" jene Leidenschaften, die den menschlichen Geist verunreinigen. Negative Emotionen, die ihn, in seiner wahren Essenz an sich rein und klar, derart trüben, dass sich der Mensch in falsche Wahrnehmungen und Handlungsweisen verstrickt, was ihn ein ums andre Mal ins Leid führt.

"Steady Breakdown" ist ein Stück der Sludge Metal - Band Kylesa. Um das Scheitern des menschlichen Geistes geht es, wie es scheint, auch hier. Sängerin Laura Pleasants stimmt einen bitteren Klagegesang an: der freie Wille ist in sich zusammen gebrochen, jegliches Streben nach dem Ziel wurde unterlaufen. Warum, wieso, weshalb, das erfahren wir nicht. Auch nicht ganz klar: Geht es um das Scheitern des typischen menschlichen Individuums oder scheitert vielleicht doch das Kollektiv Menschheit als Ganzes?

Egal, wenn das Scheitern so klingt wie hier, dann hat es zumindest seine ästhetischen Seiten. Tiefe Gitarren sägen wuchtig-treibend dahin, im Hintergrund verrichten zwei Schlagzeuger ihr Werk. Zwischendurch meldet sich immer wieder einmal die Sängerin mit ihrem melodramatischen Kommentar zu Wort. Als sie dann ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck verleiht, dass die Dinge so sind wie sie sind, verstummen kurz die Gitarren und tritt vorübergehend ein neues Motiv aus dem Dunkel hervor, eine verträumt-abwesendes, zaghaftes Durchseufzen. Zur Hälfte des Stücks dann der Ansatz eines leicht verzweifelten Gitarrensolos, aber es wird sogleich wieder vom unbarmherzigen Strudel der Ereignisse verschluckt, der sich zum Ende hin noch in bedrohlicher Macht auftürmen wird.

Dieser Geist dürfte seinen Kampf verloren haben. Aber unserer steht bereichert und womöglich sogar bereinigt dar.


Kylesa - Steady Breakdown (auf YouTube)

Freitag, 14. Februar 2014

Rückblog 2013, Meine Bilder des Jahres 2013, 15-11

Fortsetzung von hier.


15




Frühherbst? 4.8.2013, 10:52, Kamegg


14
                                            



Potsdam, Platz. 27.7, 10:05, Potsdam


13




Gute Gracht! 10.10.2013, 19:42, Amsterdam


12



Bambuskuppel, 13.7.2013, 17:44, Linz/Donau


11





Dezemberblüte, 26.12.2013, 12:53, Bad Ischl


Fortsetzung folgt..

Montag, 10. Februar 2014

Alt Rock Ego


Which ’90s Alt-Rock Dude Are You?
You got: Michael Stipe from R.E.M.

You care very deeply about a lot of things – art, politics, sexuality, your many good friends. Your oblique sensibility and general refusal to be defined by others can result in some people not really understanding you, but the people who DO get you think you’re quite profound.

Hmja, das ist eh irgendwie schmeichelhaft. Und irgendwie auch nicht so ganz daneben. Aber darüber, dass ich Michael Stipe bin, muss ich trotzdem noch nachdenken.

Hier ist der Test, den es übrigens auch für Grrrls gibt (einfach weiter runter scrollen).

Via die Facebook-Seite von R.E.M. (Ironie..)

Sonntag, 9. Februar 2014

Der richtige Ort?

Womöglich hat es doch auch sein Gutes, dass die Olympischen Winterspiele in Sotschi stattfinden?

Denn, wie auch die Berichterstattung zu den kommenden Fußballweltmeisterschaften in Brasilien und Katar zeigt, ist es mittlerweile ein regelrechter Sport der internationalen Medien geworden, hinter die Kulissen glanzvoller Sportgroßereignisse zu blicken und das Unerfreuliche und Skandalöse hervor zu holen.

So gesehen macht es nicht den Eindruck, als ob die Konzepte der politischen Selbstdarsteller, die hinter derartigen Events stehen, so ganz aufgehen.

Es scheint ja fast so, als hätte sich etwa Wladimir Putin mit Sotschi höchstpersönlich hinter eine Zielscheibe gestellt, um dann den offiziellen Startschuss für internationale Kritiker zu geben, darauf los zu feuern. Gehen wir davon aus, dass ein autoritär regierender Machthaber auf öffentliche Kritik eher allergisch reagiert, so müssen wir konstatieren, dass er sich den Trubel vielleicht doch etwas anders vorgestellt hat.

Die Frage wird sein, ob und wie die kritischen Stimmen aus dem Ausland in Russland selbst wahr genommen werden. Und, ob es Putin gelingt, diese berechtigte Kritik im Sinne der beliebten Inszenierung vom bösen Aussenfeind, der doch nur den Interessen der russischen Bevölkerung schaden und ihr seine Wertvorstellungen aufzwingen will, zu diskreditieren oder sie gar vor seinen Karren zu spannen.

Insofern ist das Match offen. Aber eines wissen wir, nicht zuletzt dank der Informationsflut im Umfeld der oben genannten Großereignisse: dass Großereignisse in demokratisch wie menschenrechtlich nicht oder schwach entwickelten Staaten offenkundig ohne Rücksicht auf Mensch und Natur exekutiert werden. Dass sie daher sehr unerfreuliche Nebenwirkungen haben können, wie etwa die zwangsweise Räumung von Menschen aus ihren Häusern, die massenhafte Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte, die massive Verschwendung von Steuergeldern (inklusive Korruptionsverdacht), weit reichende Umweltzerstörungen (inklusive dem hemmungslosen Deponieren des Bauschutts in der gesamten Umgebung), sowie das Kaltstellen von Kritikern, wie zB im Falle Sotschi des Umweltschützers Jewgeni Witischko.

So gesehen: Solange die Sportorganisationen nicht garantieren können, dass derartiger Schaden an Mensch und Natur im Umfeld ausbleibt, ist es dann wohl doch besser, wenn Orte wie Sotschi bei der Vergabe künftig außen vor bleiben.

Freitag, 7. Februar 2014

Rückblog 2013 # 1, Meine Bilder des Jahres, 20-16

Fortsetzung von hier.


20



DonAuInsel, 22.5.2013, 13:36, Wien 22


19


Energie, 7.11.2013, 17:52, Linz/Donau


18



Füße hoch, 4.8.2013, 10:43, Kamegg


17



An der Mageren Brug, 12.10.2013, 18:38, Amsterdam


16


Gefaltet und gelegt, 24.5.2013, 12:58 , Wien 14



Fortsetzung folgt.. 

Mittwoch, 5. Februar 2014

Schmerz lass nach

Felix Gottwald, Österreichs erfolgreichster Olympionike, fordert das Verbot von Schmerzmitteln im Spitzensport.

Er hat recht. Es ist keine Heldentat, sich mit Schmerzmittel zuzudröhnen, um die Streifabfahrt bestreiten zu können. Es ist nicht löblich, sich mit Pillen voll zu pumpen, um bei Olympischen Spielen mit dabei zu sein. Es ist nicht erstrebenswert, Rekorde mit kaputten Körpern zu erkaufen.

Es ist vielmehr eine Attacke gegen die eigenen Gesundheit, ein fahrlässiges Ignorieren der Signale des eigenen Körpers. Es ist unsportlich, weil es den Sportler, der sich mit pharmazeutischen Produkten darüber hinweg schwindelt, dass er seinen Körper über die Maßen geschunden hat, gegenüber jenem begünstigt, der achtsamer damit umgegangen ist. Und, es ist ein fatales, verheerendes Signal an den Breitensport und an die Jugend, an die ganze Gesellschaft: Nimm bunte Pillen und du kannst alles erreichen, kannst alles überspielen, deine Körperlichkeit austricksen. Was nachher kommt, spielt keine Rolle. Hauptsache jetzt gewinnen, jetzt weg schießen. Um jeden, späteren Preis.

Sportfunktionäre und - politiker berufen sich gerne auf die angebliche Vorbildwirkung des Leistungssports, wenn sie Fördermitteln, Großveranstaltungen, Infrastrukturen etc. fordern.

Zuerst sollten sie dafür sorgen, dass der Leistungssport auch wirklich zum Vorbild taugt.

Samstag, 1. Februar 2014

Amnesty informiert: "Behandelt uns wie Menschen!" - Migrantinnen und Migranten in Katar

Erschreckend sind die Zustände in der katarischen Baubranche, von denen die Weltöffentlichkeit in den letzten Monaten erfahren hat. Medien haben von lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und Entrechtung der meist aus dem Ausland stammenden Arbeitskräfte berichtet. Ähnlich problematisch wie jene im Bausektor ist die Situation der Hausangestellten.

Amnesty International hat genau hingesehen, sich eingehend mit der Situation dieser Menschen beschäftigt und Bericht erstattet.

In der aktuellen Ausgabe unserer Radiosendung (Jänner 2014) fassen wir die wesentlichen Erkenntnisse zusammen. Darüber hinaus senden wir ein Interview mit Sabine Vogler, die über die Arbeit des Amnesty-Netzwerks Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte berichtet und haben schließlich wie gewohnt auch aktuelle Nachrichten aus dem Bereich der Menschenrechte.

Moderation und Gestaltung: Sarah Berger, Martin Walther