Mittwoch, 25. November 2015

Im Kino # 32: Nikolaus Leytner - Der Tote am Teich

A 2015

Vor mehr als einem Monat war ich zu Gast bei einem sehr sympathischen Regionalmedium im Mühlviertel (nachher sind dann diese Bilder entstanden). Dort war es wirklich sehr nett. Die kleine Stadt, der Bauernmarkt, unaufgeregt freundliche Leute.

Nur einmal war da ein komischer Moment. Ich habe angedeutet gehabt, dass die Ortschaft Ottensheim an der Donau irgendetwas mit dem Mühlviertel zu tun haben könnte. Jetzt liegt Ottensheim ja geographisch gesehen auch tatsächlich in diesem nördlichsten Viertel von Oberösterreich, aber das ist nur Bücherwissen und zielt irgendwie am sozialen Gefühlszustand vorbei.

Die Begebenheit weckte die Erinnerung an einen Film, den ich kurz zuvor im Linzer City-Kino gesehen hatte: "Der Tote am Teich" von Nikolaus Leytner. Auch da kommt diese Ottensheim-Mühlviertel-Verwirrung vor. Die Kommissarin aus Linz (Maria Hofstätter), die im winterlich-abgeschiedenen Windhaag bei Freistadt einen Mord aufzuklären hat, kommt ursprünglich aus Ottensheim. Bei ihren Ermittlungen stößt sie aber auf eine gewisse Resistenz und stellt zwischendurch trocken fest, dass sie genauso gut wie aus Ottensheim auch aus Dschibuti kommen könnte, das würde hier keinen Unterschied machen.

Mit der Authentizität und mit dem Lokalkolorit ist es ja ein knifflige Sache. Es kommt auf kleinste Kleinigkeiten an. Für Außenstehende, ja selbst für Leute, die sich Insider nennen würden, ist es schwierig, diese Phänomene genau zu erspüren und noch schwieriger, sie wahrhaft treffend abzubilden.

Im österreichischen Film, vor allem aber im Fernsehfilm (zu dieser Gattung gehört "Der Tote am Teich") und der -serie krankte es in der Vergangenheit allzu oft daran, dass man sich irgendwie gar keine rechte Mühe gab, ein echtes Gefühl von Echtheit aufkommen zu lassen. Dazu trug nicht zuletzt eine manchmal geradezu babylonische Sprachverwirrung bei. In österreichischen Orten wurde da zwischen Burgtheaterdeutsch, Wienerisch und norddeutschem Idiom so ziemlich alles bunt durcheinander gequatscht, was es im deutschen Sprach(dis-)kontinuum zu finden gibt. Das Authentische wurde dem schauspielerisch Verpflichtbaren unter geordnet.

Auch der nicht so seltene Hang des populäreren österreichischen Filmes, gerne ein wenig ins Groteske, Verzerrende zu tauchen, hilft nicht so beim Realitätscheck.

Natürlich darf man da nicht generalisieren und die Ausnahmen sind natürlich Legion. Aber es gab und gibt eben auch derart krasse Aussetzer, dass dann der "Der Tote im Teich" wieder besonders positiv auffällt.

Bei "Der Tote am Teich" stimmt das Authentizitätsgefühl nämlich. Sicherlich, Einheimische werden Fehler finden, das ist unvermeidlich. Eine Dame hinter uns im Kino beschwerte sich darüber, dass der Name der im Mittelpunkt des Filmes stehenden Familie kein wahrhaft einheimischer sei. Nur, das hat nachvollziehbare Gründe, denn man will ja keine real existierende Menschen in einen fiktiven Mordfall verwickeln.

Dem nähert sich die Kommissarin gemeinsam mit einer jungen Kollegin (Miriam Fussenegger) und einem wegen Burn-Out pensionierten und ins heimische Mühlviertel zurück gekehrten Ex-Polizisten (Josef Hader). Letzterer teilt das Schicksal von zirka jedem serien-amerikanischem Fernsehermittler - er hat eine unaufgeklärte Straftat im emotionalen Gepäck, die seinen ganz persönlichen Lebensbereich betrifft.

"Der Tote am Teich" bedient sich also an schon sehr bekannten Krimi-Sujets und ist auch sonst vor übertriebenen Wendungen oder unvorhergesehenen Verläufen ziemlich gefeit. Das macht aber nichts, denn der Film ist schön gefilmt, pflegt ein angenehmes Tempo und schafft es, einen auf recht intensive Weise in die kleine Welt des Mühlviertler Dorfes hineinziehen. Es hilft dabei natürlich sehr, dass die Hauptdarsteller ihre Wurzeln in dieser Gegend haben.

Der Film ist demnächst am 3.12. um 20.15 auch in der Reihe "Landkrimis" im Öffentlich-Rechtlichen (ORF1) zu sehen.

Meine Bewertung: 3 aus 5 Sternen

Montag, 23. November 2015

Amnesty informiert: Ketten des Unrechts - der globale Diamantenhandel am Beispiel der Zentralafrikanischen Republik

Welche Menschenrechtsprobleme werden durch den internationalen Diamantenhandel ausgelöst? Und was müsste dagegen getan werden?

Diamanten. Kaum ein Gut steht mehr für den menschlichen Wohlstand, für Reichtum und Luxus. Und doch stehen an der Wurzel des internationalen Diamantenhandels einige der ärmsten Regionen und Länder der Welt. Gegenden mit massiven Menschenrechtsproblemen, wie etwa einer unsicheren Sicherheitslage wegen der Aktivitäten bewaffneter Gruppen.

Seit 2000 gibt es den "Kimberley-Process", dem 82 Staaten angehören. Dessen Ziel ist es, zumindest einmal den internationalen Handel mit "conflict diamonds", bei uns auch "Blutdiamanten" genannt, zu unterbinden. Es geht also um jene Diamanten, deren Handel dazu beiträgt, bewaffnete Rebellengruppen zu finanzieren.

Funktioniert dieses System aber wirklich? Und ist sein Anwendungsbereich weit genug, um Menschenrechte zu schützen? Wie bewährt es sich eigentlich anhand eines konkreten Anlasses, wie ihn der kriegerische Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik darstellt?
Diesen und anderen Fragen des internationalen Diamantenhandels geht einer aktueller Amnesty-Bericht nach. Wir stellen ihn in unserer Sendung vor. Wie immer bringen wir auch aktuelle Meldungen und Ankündigungen.

Gestaltung: Martin Walther, Moderation und Musikauswahl: Sarah Walther

Samstag, 21. November 2015

Aktuelle Kamera # 28

Der Herbstfrühling ist vorbei. Klimawandelassoziationen einmal beiseite - ich mochte den Herbstfrühling. Nicht zuletzt, weil ich ja fast den ganzen Sommer eingesperrt war.
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