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Sonntag, 9. Februar 2014

Der richtige Ort?

Womöglich hat es doch auch sein Gutes, dass die Olympischen Winterspiele in Sotschi stattfinden?

Denn, wie auch die Berichterstattung zu den kommenden Fußballweltmeisterschaften in Brasilien und Katar zeigt, ist es mittlerweile ein regelrechter Sport der internationalen Medien geworden, hinter die Kulissen glanzvoller Sportgroßereignisse zu blicken und das Unerfreuliche und Skandalöse hervor zu holen.

So gesehen macht es nicht den Eindruck, als ob die Konzepte der politischen Selbstdarsteller, die hinter derartigen Events stehen, so ganz aufgehen.

Es scheint ja fast so, als hätte sich etwa Wladimir Putin mit Sotschi höchstpersönlich hinter eine Zielscheibe gestellt, um dann den offiziellen Startschuss für internationale Kritiker zu geben, darauf los zu feuern. Gehen wir davon aus, dass ein autoritär regierender Machthaber auf öffentliche Kritik eher allergisch reagiert, so müssen wir konstatieren, dass er sich den Trubel vielleicht doch etwas anders vorgestellt hat.

Die Frage wird sein, ob und wie die kritischen Stimmen aus dem Ausland in Russland selbst wahr genommen werden. Und, ob es Putin gelingt, diese berechtigte Kritik im Sinne der beliebten Inszenierung vom bösen Aussenfeind, der doch nur den Interessen der russischen Bevölkerung schaden und ihr seine Wertvorstellungen aufzwingen will, zu diskreditieren oder sie gar vor seinen Karren zu spannen.

Insofern ist das Match offen. Aber eines wissen wir, nicht zuletzt dank der Informationsflut im Umfeld der oben genannten Großereignisse: dass Großereignisse in demokratisch wie menschenrechtlich nicht oder schwach entwickelten Staaten offenkundig ohne Rücksicht auf Mensch und Natur exekutiert werden. Dass sie daher sehr unerfreuliche Nebenwirkungen haben können, wie etwa die zwangsweise Räumung von Menschen aus ihren Häusern, die massenhafte Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte, die massive Verschwendung von Steuergeldern (inklusive Korruptionsverdacht), weit reichende Umweltzerstörungen (inklusive dem hemmungslosen Deponieren des Bauschutts in der gesamten Umgebung), sowie das Kaltstellen von Kritikern, wie zB im Falle Sotschi des Umweltschützers Jewgeni Witischko.

So gesehen: Solange die Sportorganisationen nicht garantieren können, dass derartiger Schaden an Mensch und Natur im Umfeld ausbleibt, ist es dann wohl doch besser, wenn Orte wie Sotschi bei der Vergabe künftig außen vor bleiben.

Freitag, 20. Dezember 2013

Keine Amnestie für Putin

Natürlich freut es uns, wenn Putin Gewissensgefangene freilässt. Wenn er Leute pardonniert, die wegen Taten jahrelang eingesperrt sind, die keine Verbrechen sind. Das zeigt auch, dass es ihm - insbesondere im Vorfeld der Prestige trächtigen Spiele von Sotschi - nicht gänzlich gleichgültig ist, welches Bild die Welt von ihm hat. Und, dass internationaler Druck nicht umsonst ist.

Aber, Gnadenakte im Stile von Monarchen ersetzen keinen Rechtsstaat, keine Gesetze, die mit den Menschenrechten im Einklang stehen. Keine sauberen Wahlen. Kein Ende von Diskriminierung.

Daher ist es richtig, wenn Putin es auch weiterhin zu spüren bekommt, dass Inszenierungen wie die Olympischen Spiele oder auch Fußballweltmeisterschaften nichts kaschieren können.

Ich befürworte es daher auch, wenn viele Staaten den nahenden Winterspielen offizielle Delegationen verweigern. Sollen die betroffenen Politiker auch klar sagen, warum? Vielleicht. Andererseits, im Rahmen der Diplomatie können auch "Terminkollisionen" eine klare Botschaft sein, wenn sie von jedem verstanden werden.

Wäre freilich schön, wenn Österreichs Bundesregierung das auch versteht.

Halloween-Special 2025

 Es scheint wir Hexerei. Einmal im Jahr öffnet dieses Blog seine Grabplatte und gibt Zeichen von sich. Das Video zum Fest kommt diesmal aus ...