Mittwoch, 29. Februar 2012
Memorable Schlagzeilen # 4
Das Wall Street Journal beweist Humor.
Anscheinend hat das Beten aber nichts genutzt und der Mormone mit dem Heuschrecken-Geld macht gegen den Pollunder-Ayatollah das Rennen. Zumindest sieht das orf.at so. Andererseits hat uns die republikanische Freaksh...pardon, der Vorwahlkampf schon mit genug Volten überrascht. Obama kann es derzeit mit einer gewissen Gelassenheit beobachten. Besonders erfreulich: ein langer und zäher Vorwahlkampf kostet viel Geld.
Dienstag, 28. Februar 2012
Im Kino # 12: Michel Hazanavicius - The Artist
Es ist ein schönes Gefühl, wenn man das Leitmotiv einer Filmrezension schon zu wissen glaubt, bevor man den rezensierten Film gesehen hat. "The Artist" ist ein schwarz-weißer Film ohne Worte, somit ein "stummer" Film. Damit konnte ich zuallererst Stille, Ruhe, fast Entschleunigung assoziieren - ein wohl tuender Gegensatz zur vorangegangenen Arbeitswoche, die laut war und voller Diskussionen, vollgestopft mit Worten.
Aber ganz so war er dann gar nicht. Erstens ist "The Artist" nicht wirklich stumm. Wie in der klassischen Stummfilmära wird er untermalt von Musik, die - je nach Situation - von komisch bis dramatisch changiert. Nur, dass diese von der Leinwand selber schallt und nicht von Kinomusikern beigesteuert wird. Diese Untermalung kann zeitweise durchaus lautstark und leicht aufdringlich tönen und treibt die Handlung zuweilen recht gnadenlos vor sich her. Das verbale Stummsein wiederum beschränkt sich auch nicht darauf, ein ästhetisches Stilmittel zu sein oder eine verspielte Hommage an ein verblichenes Genre (was es selbstverständlich auch ist). Es dient auch als stets gegenwärtige Metapher für das seelische Gefangensein des Titel gebenden Hauptprotagonisten (Filmname: George Valentin, dargestellt von Jean Dujardin), aus dem dieser entkommen muss.
Und damit sind wir bei zweitens: "The Artist" ist nicht ruhig oder betulich, sondern durchaus dramatisch. Ein psychologisches Drama um einen Star der Stummfilmära, den die als sehr abrupt dargestellte Entscheidung seines Studiobosses (John Goodman), auf Tonfilm umzusatteln, auf der Höhe seines Ruhms trifft und persönlich, künstlerisch wie finanziell zu Fall bringt. In einer Drehpause im Jahr 1927 führen sie ihm die neue Technologie vor Augen und Ohren. Inmitten der allgemeinen Begeisterung der Studioleute, die die neuen Vermarktungschancen wittern, steht er, der Künstler, verständnislos wie belustigt angesichts einer einigermaßen unnatürlich zum Mikrophon gebogenen Frau, die ihre Stimme betätigt. Als Künstler kann er darin noch keine Bedrohung erkennen, als Stummfilmstar will er sie nicht sehen. Eine starke und intensive Szene, die Kinogeschichte fühlbar macht.
1929 ist dann das Jahr, in dem die "Talkies" ihren endgültigen Durchbruch erleben und der Börsencrash George Valentins Erspartem den Garaus macht. Was folgt, ist ein recht altmodisches Liebesmelodram, mit elegant inszenierten wie erwartbaren Wendungen. Der französische Regisseur Michel Hazanavicius nähert sich respektvoll der alten Zeit. Das Zeitgeistig-Grelle, das Obszöne, das Zynische bleibt hier ganz außen vor. Dass das Skript eine gewisse Altbackenheit aufweist, gehört ins Konzept, passt ins graumelierte Bild. "The Artist" ist ein schöner Film, nicht mehr und nicht weniger. Die Darsteller tragen dazu bei, sie haben augenscheinlich Freude an dem "anderen" Kino. Neben Hazanavicius´ Lieblingsakteuren Jean Dujardin und Bérénice Bejo (seiner Lebensgefährtin) stellen sich Hollywoodstars wie John Goodman (der in Schwarz-Weiß manchmal ein wenig aussieht wie Heinz Fischer), James Cromwell oder Penelope Ann Miller zur Verfügung. Und natürlich Uggie, der Terrier. Der verdient natürlich ohnehin mindestens einen Oscar.
Humor wird geschickt eingesetzt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, das zu beobachtende, sanfte Persiflieren des alten Genres belächle es zugleich ein wenig. Aber das stimmt meines Erachtens nicht: die Posen sind durchaus alten Vorbildern gemäß und die zeitweiligen ironischen Brechungen sind notwendig, um ihnen im doch anders ausgerichteten Auge des heutigen Betrachters noch mehr Akzeptanz und damit Würde zu verschaffen.
"The Artist" ist aber nicht bloß ein mit Zitaten gespicktes Tribut an eine andere Filmära, es ist natürlich auch - dazu sehe man sich nur die allerletzte Einstellung an - eine Liebeserklärung an das Kino und das Filmemachen an sich. Und letztlich auch an den Wandel in dem selbigen. Er soll voranschreiten, das Kino künstlerisch verändern und bereichern, aber bitte auch dem Alten die gebührende Ehre erweisen.
Welch feine Ironie der Filmgeschichte, dass "The Artist" ausgerechnet einen 3D-Film im Oscarrennen ausgestochen hat (der sich allerdings seinerseits wieder mit den Anfängen dieser Historie beschäftigt).
Meine Bewertung: 3.5 aus 5 Sternen
Aber ganz so war er dann gar nicht. Erstens ist "The Artist" nicht wirklich stumm. Wie in der klassischen Stummfilmära wird er untermalt von Musik, die - je nach Situation - von komisch bis dramatisch changiert. Nur, dass diese von der Leinwand selber schallt und nicht von Kinomusikern beigesteuert wird. Diese Untermalung kann zeitweise durchaus lautstark und leicht aufdringlich tönen und treibt die Handlung zuweilen recht gnadenlos vor sich her. Das verbale Stummsein wiederum beschränkt sich auch nicht darauf, ein ästhetisches Stilmittel zu sein oder eine verspielte Hommage an ein verblichenes Genre (was es selbstverständlich auch ist). Es dient auch als stets gegenwärtige Metapher für das seelische Gefangensein des Titel gebenden Hauptprotagonisten (Filmname: George Valentin, dargestellt von Jean Dujardin), aus dem dieser entkommen muss.
Und damit sind wir bei zweitens: "The Artist" ist nicht ruhig oder betulich, sondern durchaus dramatisch. Ein psychologisches Drama um einen Star der Stummfilmära, den die als sehr abrupt dargestellte Entscheidung seines Studiobosses (John Goodman), auf Tonfilm umzusatteln, auf der Höhe seines Ruhms trifft und persönlich, künstlerisch wie finanziell zu Fall bringt. In einer Drehpause im Jahr 1927 führen sie ihm die neue Technologie vor Augen und Ohren. Inmitten der allgemeinen Begeisterung der Studioleute, die die neuen Vermarktungschancen wittern, steht er, der Künstler, verständnislos wie belustigt angesichts einer einigermaßen unnatürlich zum Mikrophon gebogenen Frau, die ihre Stimme betätigt. Als Künstler kann er darin noch keine Bedrohung erkennen, als Stummfilmstar will er sie nicht sehen. Eine starke und intensive Szene, die Kinogeschichte fühlbar macht.
1929 ist dann das Jahr, in dem die "Talkies" ihren endgültigen Durchbruch erleben und der Börsencrash George Valentins Erspartem den Garaus macht. Was folgt, ist ein recht altmodisches Liebesmelodram, mit elegant inszenierten wie erwartbaren Wendungen. Der französische Regisseur Michel Hazanavicius nähert sich respektvoll der alten Zeit. Das Zeitgeistig-Grelle, das Obszöne, das Zynische bleibt hier ganz außen vor. Dass das Skript eine gewisse Altbackenheit aufweist, gehört ins Konzept, passt ins graumelierte Bild. "The Artist" ist ein schöner Film, nicht mehr und nicht weniger. Die Darsteller tragen dazu bei, sie haben augenscheinlich Freude an dem "anderen" Kino. Neben Hazanavicius´ Lieblingsakteuren Jean Dujardin und Bérénice Bejo (seiner Lebensgefährtin) stellen sich Hollywoodstars wie John Goodman (der in Schwarz-Weiß manchmal ein wenig aussieht wie Heinz Fischer), James Cromwell oder Penelope Ann Miller zur Verfügung. Und natürlich Uggie, der Terrier. Der verdient natürlich ohnehin mindestens einen Oscar.
Humor wird geschickt eingesetzt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, das zu beobachtende, sanfte Persiflieren des alten Genres belächle es zugleich ein wenig. Aber das stimmt meines Erachtens nicht: die Posen sind durchaus alten Vorbildern gemäß und die zeitweiligen ironischen Brechungen sind notwendig, um ihnen im doch anders ausgerichteten Auge des heutigen Betrachters noch mehr Akzeptanz und damit Würde zu verschaffen.
"The Artist" ist aber nicht bloß ein mit Zitaten gespicktes Tribut an eine andere Filmära, es ist natürlich auch - dazu sehe man sich nur die allerletzte Einstellung an - eine Liebeserklärung an das Kino und das Filmemachen an sich. Und letztlich auch an den Wandel in dem selbigen. Er soll voranschreiten, das Kino künstlerisch verändern und bereichern, aber bitte auch dem Alten die gebührende Ehre erweisen.
Welch feine Ironie der Filmgeschichte, dass "The Artist" ausgerechnet einen 3D-Film im Oscarrennen ausgestochen hat (der sich allerdings seinerseits wieder mit den Anfängen dieser Historie beschäftigt).
Meine Bewertung: 3.5 aus 5 Sternen
Montag, 27. Februar 2012
Rückblog # 6: Am liebsten gehörtes Musikalbum 2011, Jahresumfrage
Diesmal in der Rückblog-Jahresumfrage: Das am liebsten gehörte Musikalbum 2011 (muss nicht 2011 erschienen sein).
A.P., Student, OÖ: " Diverse - Total Dicht Mix- Sommer "
A.W., Kreativer, Wien: " Pearl Jam - The Kids Are Twenty "
Ein Winzer, Blogger, OÖ: " Tom Petty - Full Moon Fever "
F.A., Musikpädagoge und Organist, OÖ: " Jacques Offenbach - Hoffmanns Erzählungen " (Kölner RSO/Schock/Szenkár)
G.Z., Student, Wien: " Bonobo - Black Sands "
G.S., Pfleger, OÖ: " Hypocrisy - Into the Abyss "
I.W., Soziologin, Wien: " Franz Schubert - Klaviersonaten D. 894 & D. 960 (Sokolov) "
J.G., Studentenbetreuer, OÖ: "Jesus Culture - Consumed "
J.R., Buchhandelsangestellter, Wien: " The Jam - All Mod Cons "
J.S., Steuerberaterin, OÖ: " Kasabian - Velociraptor "
M.K-M., Filmemacher, OÖ: " Attwenger - Flux "
P.F., Journalist, Wien: " Nightwish - Imaginaerum "
S.B., Studentin, OÖ: " Ein beliebiger 80er Jahre-Sampler "
S.F., Pädagogin, OÖ: " Fran Healey - Wreckorder "
T.F., Journalist, OÖ: " Thees Uhlmann - Thees Uhlmann"
Fortsetzung folgt..
A.P., Student, OÖ: " Diverse - Total Dicht Mix- Sommer "
A.W., Kreativer, Wien: " Pearl Jam - The Kids Are Twenty "
Ein Winzer, Blogger, OÖ: " Tom Petty - Full Moon Fever "
F.A., Musikpädagoge und Organist, OÖ: " Jacques Offenbach - Hoffmanns Erzählungen " (Kölner RSO/Schock/Szenkár)
G.Z., Student, Wien: " Bonobo - Black Sands "
G.S., Pfleger, OÖ: " Hypocrisy - Into the Abyss "
I.W., Soziologin, Wien: " Franz Schubert - Klaviersonaten D. 894 & D. 960 (Sokolov) "
J.G., Studentenbetreuer, OÖ: "Jesus Culture - Consumed "
J.R., Buchhandelsangestellter, Wien: " The Jam - All Mod Cons "
J.S., Steuerberaterin, OÖ: " Kasabian - Velociraptor "
M.K-M., Filmemacher, OÖ: " Attwenger - Flux "
P.F., Journalist, Wien: " Nightwish - Imaginaerum "
S.B., Studentin, OÖ: " Ein beliebiger 80er Jahre-Sampler "
S.F., Pädagogin, OÖ: " Fran Healey - Wreckorder "
T.F., Journalist, OÖ: " Thees Uhlmann - Thees Uhlmann"
Fortsetzung folgt..
Sonntag, 26. Februar 2012
Rückblog # 5: Bester Film, 2011 im Kino gesehen, Jahresumfrage
14 Mutige haben sich dieses Jahr an der Jahresumfrage dieses Blogs beteiligt. Das ist nicht so viel wie in den Rekord verdächtigen letzten beiden Jahren, aber immer noch ein schönes Feedback. Zur Belohnung winken den TeilnehmerInnen jetzt die größten Gewinnchancen ever bei einer Jahresumfragenauslosung: 5 Preise werden unter 14 Personen ausgespielt!
Aber vor den Preisen kommt wie immer die Umfrage. Heute: Bester Film, 2011 im Kino gesehen.
A.P., Student, OÖ: "Frank Coraci - Der Zoowärter"
A.W., Kreativer, Wien: "George Clooney - The Ides of March"
Ein Winzer, Blogger, OÖ: "Tom Hooper - The King´s Speech"
G.Z., Student, Wien: "Marcus O. Rosenmüller - Wunderkinder"
I.W., Soziologin, Wien: "Yasemin Samdereli - Almanya. Willkommen in Deutschland"
J.R., Buchhandelsangestellter, Wien: "Darren Aronofsky - Black Swan"
J.S., Steuerberaterin, OÖ: "Darren Aronofsky - Black Swan (Blu-ray im Heimkino)"
M.K-M., Filmemacher, OÖ: "André Övredal - Trolljegeren"
P.F., Journalist, Wien: "Kenneth Brannagh - Thor"
S. B., Studentin, OÖ: "Karl Markovics - Atmen"
S.F., Pädagogin, OÖ: "War nicht im Kino, im Fernsehen ´Ridley Scott - Legende´"
T.F., Journalist, OÖ: "Lars von Trier - Melancholia"
Damit geht diese Jahresumfrage an "Darren Aronofsky - Black Swan".
Fortsetzung folgt..
Aber vor den Preisen kommt wie immer die Umfrage. Heute: Bester Film, 2011 im Kino gesehen.
A.P., Student, OÖ: "Frank Coraci - Der Zoowärter"
A.W., Kreativer, Wien: "George Clooney - The Ides of March"
Ein Winzer, Blogger, OÖ: "Tom Hooper - The King´s Speech"
G.Z., Student, Wien: "Marcus O. Rosenmüller - Wunderkinder"
I.W., Soziologin, Wien: "Yasemin Samdereli - Almanya. Willkommen in Deutschland"
J.R., Buchhandelsangestellter, Wien: "Darren Aronofsky - Black Swan"
J.S., Steuerberaterin, OÖ: "Darren Aronofsky - Black Swan (Blu-ray im Heimkino)"
M.K-M., Filmemacher, OÖ: "André Övredal - Trolljegeren"
P.F., Journalist, Wien: "Kenneth Brannagh - Thor"
S. B., Studentin, OÖ: "Karl Markovics - Atmen"
S.F., Pädagogin, OÖ: "War nicht im Kino, im Fernsehen ´Ridley Scott - Legende´"
T.F., Journalist, OÖ: "Lars von Trier - Melancholia"
Damit geht diese Jahresumfrage an "Darren Aronofsky - Black Swan".
Fortsetzung folgt..
Samstag, 25. Februar 2012
Freitag, 24. Februar 2012
Zensur
Nicht lange nach dem Start dieses Projekts traf ich eine schwere Entscheidung und rechtfertigte diese hier. Es war ironischer Weise eines der meist kommentierten Postings auf diesem Blog.
Im Lichte der weltweit bei unterschiedlichen Akteuren feststellbaren Begehrlichkeiten, den Inhalt des Web stärkerer Kontrolle zu unterwerfen, möchte das Winzerblog ein Zeichen setzen und die Praxis der Vorzensur abschaffen. Das hat auch damit zu tun, dass der zu Anfang recht lästige Spam aufgehört hat (hier bleibt mir vermutlich gar nichts anderes übrig, als mich bei Google zu bedanken).
In Zukunft wird die Genehmigungsfunktion nur mehr in absoluten Ausnahmefällen aktiviert sein. Also, legt los. Aber lasst euch das Beispiel eines ehemals vehementen Kritikers der Vorzensur eine Warnung sein, der unlängst erfuhr, wie segensreich das unter Umständen auch sein kann.
Im Lichte der weltweit bei unterschiedlichen Akteuren feststellbaren Begehrlichkeiten, den Inhalt des Web stärkerer Kontrolle zu unterwerfen, möchte das Winzerblog ein Zeichen setzen und die Praxis der Vorzensur abschaffen. Das hat auch damit zu tun, dass der zu Anfang recht lästige Spam aufgehört hat (hier bleibt mir vermutlich gar nichts anderes übrig, als mich bei Google zu bedanken).
In Zukunft wird die Genehmigungsfunktion nur mehr in absoluten Ausnahmefällen aktiviert sein. Also, legt los. Aber lasst euch das Beispiel eines ehemals vehementen Kritikers der Vorzensur eine Warnung sein, der unlängst erfuhr, wie segensreich das unter Umständen auch sein kann.
Mittwoch, 22. Februar 2012
Fünf
Give me five! Vor 1.825 Tagen war das da. Der erste Testballon eines önologischen Experiments, das mit jetzt erstaunlicher Weise fünf Lenze zählt. Gedacht war es einerseits als bloße Spielerei, andererseits als Mittel der Kommunikation zu alten Freunden. Ich war damals gerade im Begriff, von Linz nach Wien zu ziehen. Dass sich die beiden Orte dann recht bald wieder vertauscht haben, ist irgendwie typisch, aber nicht zu ändern. Das Blog hat es überlebt, erfüllt es seine Zwecke doch auch in der umgekehrten Position. Natürlich war oft genug der Gedanke da, es bleiben zu lassen, aber vermutlich hat es dann doch zu viel Spaß gemacht.
Mit fehlt freilich die Lust und irgendwie auch der Antrieb, um mich an dieser Stelle über Sinn und Unsinn des Bloggens im Allgemeinen sowie dieses Blogs im Speziellen auszulassen. Oder darüber zu philosophieren, ob und wie das denn für immer so weiter gehen soll.
Stattdessen möchte ich ankündigen, dass ich anlässlich des Fünf-Jahres-Jubiläums eine neue Rubrik einzuführen gedenke. Das Winzerbuch der Rekorde wird in losen Abständen den Anlass begehen.
Dienstag, 21. Februar 2012
Gefährliches Spiel
Das ultimative Ziel der Wissenschaft ist es, der Menschheit Aufklärung zu verschaffen. Ihr einen Ausweg zu zeigen, aus der überwältigende Ahnungslosigkeit, die sie umgibt. In den letzten Jahrtausenden hat sie dabei, dass darf man bei aller Skepsis nicht vergessen, durchaus beachtliche Erfolge erzielt.
Ein Problem, mit dem sie aber bei ihrer Aufklärungsarbeit konfrontiert ist, ist jenes, dass die breite Bevölkerung keine wissenschaftlichen Texte liest bzw. wenn sie es versuchen würde, diese womöglich nicht versteht. Und: fast noch gefährlicher als Unwissenheit ist die pseudowissenschaftliche Verballhornung wissenschaftlicher Thesen. Jedes gute Geschichtsbuch und jede schlechte Esoterikmesse kann schauriges Zeugnis davon ablegen.
Abmildern könnte das freilich ein gut arbeitender Wissenschaftsjournalismus, der sich darum bemüht, wissenschaftliche Erkenntnis seriös an die Frau oder den Mann zu bringen.
Was uns leider wieder einmal zu science.orf.at bringt. Ich habe hier schon einmal über den zuweilen befremdlichen Zugang dieser vermutlich Reichweiten trächtigsten Plattform für Wissenschaftsberichterstattung in Österreich geschrieben. Damals ging es darum, dass ein ganz und gar unempirisches Untersuchungsergebnis als möglicherweise wissenschaftlich verkauft wurde. Es ist aber auch möglich, alleine mit der Schlagzeile Schaden anzurichten, wie dieses Beispiel zeigt:
Ein Problem, mit dem sie aber bei ihrer Aufklärungsarbeit konfrontiert ist, ist jenes, dass die breite Bevölkerung keine wissenschaftlichen Texte liest bzw. wenn sie es versuchen würde, diese womöglich nicht versteht. Und: fast noch gefährlicher als Unwissenheit ist die pseudowissenschaftliche Verballhornung wissenschaftlicher Thesen. Jedes gute Geschichtsbuch und jede schlechte Esoterikmesse kann schauriges Zeugnis davon ablegen.
Abmildern könnte das freilich ein gut arbeitender Wissenschaftsjournalismus, der sich darum bemüht, wissenschaftliche Erkenntnis seriös an die Frau oder den Mann zu bringen.
Was uns leider wieder einmal zu science.orf.at bringt. Ich habe hier schon einmal über den zuweilen befremdlichen Zugang dieser vermutlich Reichweiten trächtigsten Plattform für Wissenschaftsberichterstattung in Österreich geschrieben. Damals ging es darum, dass ein ganz und gar unempirisches Untersuchungsergebnis als möglicherweise wissenschaftlich verkauft wurde. Es ist aber auch möglich, alleine mit der Schlagzeile Schaden anzurichten, wie dieses Beispiel zeigt:
In der besprochenen Studie geht es um die Auswirkungen, die es hat, wenn Kinder verhältnismäßig häufiger mit Spielsachen spielen, die traditioneller Weise eher dem anderen Geschlecht zugeordnet sind - also Mädchen zB mit Spielzeugautos oder Buben mit Puppen. Sie kommt zu dem Schluss, dass Kinder, auf die dies zutrifft, einem höheren Risiko unterliegen, später missbraucht oder misshandelt zu werden und/oder psychischen Schaden zu nehmen. Das ist es also, was die Schlagzeile für uns knallig zusammen fassen möchte.
Wer weiter liest, wird allerdings feststellen, dass die Forscherinnen nicht das Spielen mit dem "falschen" Spielzeug an sich für die ermittelten Korrelationen verantwortlich machen, sondern vielmehr den Umstand, dass die betroffenen Kinder wegen ihres Spielverhaltens mit Abwertungen ihrer Umwelt konfrontiert werden, als wahrscheinlichste Ursache betrachten. Mit anderen Worten: Es ist der immer (noch) allgegenwärtige Sexismus, der glaubt, Menschen Vorschriften machen zu können, wie sie sich entsprechend ihrem Geschlecht zu verhalten haben, dem die Schuld zu geben ist.
Demzufolge plädieren die Wissenschaftlerin auch für Aufklärung in Familien und Schulen und dafür, dass man auch Kinder ganz ungestört andere Rollen ausprobieren lässt.
Unabhängig davon, ob man den Annahmen der Forscherinnen folgt oder nicht: Wer nur die reißerisch zugespitzte, auf die größtmögliche Zahl der Klicks schielende Schlagzeile liest und mithilfe des "Hausverstandes" aufnimmt, ist von solchen Überlegungen ungefähr so weit entfernt wie ein Marsriegel auf der Erde vom gleichnamigen Planeten. Menschen, die ihre eigenen Kinder fertig machen, weil sie sich nicht an das verdammt noch einmal Natur gegebene Rollenbild halten, werden sich durch die Schlagzeile, die ihren Blick streift, ganz einfach bestätigt fühlen. Und weiter lesen werden von diesen Leuten wohl die wenigsten. Kein guter Dienst an der Aufklärung.
Montag, 20. Februar 2012
Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats Jänner 2012
...fällt aus. Zu viel Zeit wurde in das musikalische Jahresranking investiert. Außerdem müsste ich den arithmetischen Monatsmeister (Talco - Sedia Vuota) ohnehin schon wieder disqualifizieren (tut mir leid, aber bei Textzeilen à la "Che Guevara, er starb für die Freiheit" steigen mir die Grausbirnen auf). Leider hinkt das Sprach- dem Musikverständnis immer noch hinterher.
Stattdessen wenden wir uns dem neuesten viralen Trend zu: Musikvideos, bei denen die Instrumente nicht in einer herkömmlichen Weise gespielt werden.
Zum Beispiel bei OK Go (mit freundlicher Unterstützung eines Automobilherstellers):
Dank an Sarah.
Und natürlich dürfen auch die neuen Internet-Lieblinge Walk off the Earth nicht fehlen.
Wenn das Schicksal der Band doch nur bald den Bandnamen erfüllen würde. Alleine wegen dieser Hinrichtung eines Beatles-Songs wünsche ich mir, sie nie, nie wieder zu sehen..
Stattdessen wenden wir uns dem neuesten viralen Trend zu: Musikvideos, bei denen die Instrumente nicht in einer herkömmlichen Weise gespielt werden.
Zum Beispiel bei OK Go (mit freundlicher Unterstützung eines Automobilherstellers):
Dank an Sarah.
Und natürlich dürfen auch die neuen Internet-Lieblinge Walk off the Earth nicht fehlen.
Wenn das Schicksal der Band doch nur bald den Bandnamen erfüllen würde. Alleine wegen dieser Hinrichtung eines Beatles-Songs wünsche ich mir, sie nie, nie wieder zu sehen..
Sonntag, 19. Februar 2012
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