Sonntag, 25. November 2018

Tildas Top 5 Alben

Was hört die demographisch wichtige Gruppe der Drei- bis Vierjährigen für Musik? Und wie tut sie es?

Lauscht sie den von einem herzlosen Algorithmus marketingtechnisch zusammen gestellten Playlists eines Streaming-Anbieters? Oder huldigt sie gar dem Kult lange überholter Technologien wie, sagen wir einmal, Lochpapier, Wachswalzen oder Vinyl-Schallplatten?

Das Ergebnis einer - vielleicht haarscharf nicht repräsentativen - Erhebung in meinem eigenen Haushalt vermag zu überraschen.

Erstens, um die zweite Frage zuerst zu beantworten: die Zielgruppe greift gerne zur CD. Der heutzutage gerne gering- und unterschätzte Silberling bietet dem Nachwuchs offenkundig ein besonders erfreuliches haptisches Erlebnis. Er kann leicht damit hantieren und auch den CD-Player problemlos selbst bedienen. Panisch einschreitende Hipster-Eltern, die um das Wohl ihres Tonabnehmers besorgt sind, gibt es hier ebenso wenig, wie die irrtümliche Belastung elterlicher Kreditkarten mit, zum Beispiel, freundlich blinkenden Bitcoin-Investments.

Wozu greift die Zielgruppe, nennen wir sie "Tilda", konkret? Hier die 5 am liebsten gehörten Platten in (aus völlig unwissenschaftlichen Gründen) absteigender Reihe:

05 Diana Krall - The Look Of Love
Tildas Bezeichnung: "Die Frau, die im Freien sitzt"
Anmerkung: Hat sie aus einer Lade im Haus der Großeltern gefischt. Gibt es nur dort. Ein Pech.

04 Cat Stevens - Tea For the Tillerman
Tildas Bezeichnung: keine
Anmerkung: Sie singt bei "Wild World" und anderen Titeln lautstark und -malerisch mit.

03 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker - The Beatles in Classics
Tildas Bezeichnung: "Die Männer, die Cello spielen"
Anmerkung: Nach längerer Diskussion konnten wir uns darauf einigen, dass die Männer keine Gitarren spielen.

Platz 2 und Platz 1 nach dem Break..

Samstag, 24. November 2018

Drinking On Heaven´s Door

Hey. Er macht jetzt auch Whiskey.


Und, weil wir dabei sind: manchmal ermüdet er mich jetzt auch. Ja, ich meine Dylan (Jimmy Fallon nervt eher nur).

Klar, er ist eine Musikikone. Er ist die Ikone. Aber: meine dreieinhalbjährige Tochter begehrt dauernd, dass seine Musik aufgelegt wird. Und zwar ausgerechnet das Altherren-Dreifachalbum "Triplicate".

Morgen auf diesem Blog: Tildas aktuelle CD-Hitliste (Spoiler: überschneidet sich teilweise mit meiner).

Samstag, 10. November 2018

Ohren(ge)fälliges: Meine 25 bestgehörten Tracks des Jahres 2016, Platz 11-7

Wo waren wir? Genau. 2016. Fortsetzung von hier.


11

Hookworms - Away/Towards

Leeds, England

Zuallererst stellt sich die Frage: Was ist das überhaupt? Post-Punk in epischer Breite? Melodramatischer Noise Rock? Industrial-Pop mit Drone-Anteilen? Kunst? "Psychedelic Rock", sagen die gängigen Online-Nachschlagewerk. Okay. Aber, "Away/Towards" hat (zumindest über weite Strecken) wenig mit exaltierten, verspielten Formen dieses Genres oder gar mit Zirkus-Orgeln oder schimmernden Gitarren zu tun. Diese Würmer graben sich wie von H.R. Giger kreierte Ungetüme durch die Erden dunkler Planeten wie auch durch die tiefsten, Alptraum-haften Schichten unseres Bewusstseins. Dort höhlen sie riesige Hallen aus, von deren nachtschwarzen Wänden die Echos ihres Tuns zu uns zurück schallen. "Away/Towards" zieht uns an und zugleich richtet es uns eine Warnung aus. Der Eröffnungstitel vom Debütalbum der Hookworms "Pearl Mystic" (2013) ist eine Falltür in ihre Welt.



10

John Fullbright -  Jericho

Bearden, Oklahoma

Nur scheinbar schlicht. In Wahrheit: groß, ergreifend und hintergründig. Ausführlicheres in der Monatsmeister-Rezension.

John Fullbright - Jericho (Albumversion)




Fortsetzung folgt (ja, wirklich)




Samstag, 3. November 2018

Verspätet, aber doch

Da sind man, was von der großen Ankündigungen, dass das Blog sich jetzt wieder revitalisiert, zu halten sein dürfte.

Ich habe glatt das traditionelle Halloween-Post von Alex P. nicht zeitgemäß gebracht.

Zu meiner Entschuldigung sei gesagt: ganz unfrisch aus dem Krankenstand gekommen, hatte ich es gleich mit einer extra-verdichteten Arbeitswoche zu tun und war abends dann geistig abgeschaltet.

Nun aber die gruselige Moritat, welche mir zugetragen wurde. Alex beschreibt sie als "Klassiker von Georg Danzer mit extra makaber-morbidem Wiener-Schmäh-Charme".




Sonntag, 28. Oktober 2018

Licht

Endlich. Nach Jahren des sozialen, ökonomischen, kulturellen und kommunikativen Niedergangs gibt es ein Zeichen der Hoffnung.

Für dieses Blog. Hier ist etwas Unerhörtes passiert. Ein Kommentar eines mir unbekannten Menschen. Und das ausgerechnet zu meiner kurzlebigen wie berühmt-berüchtigten Phase als Kulinarik-Blogger.

Nennt mich ab sofort Jamie Oliver - oder wer auch immer heute in der Zunft der Essens-Erklärer das Sagen hat. Ich hab ja davon erwiesenermaßen keine Ahnung.

Ist das nun das Zeichen, auf das wir alle gewartet haben? Dass es weiter gehen soll mit diesem Blog. Nicht nur als Insider-Kanal, über den ich mich mit einem Freund (Servus Hannes!) darüber austausche, welche Musik ich gerade höre und welche Bücher ich gerade gelesen habe (siehe rechts auf der Seite). Sondern richtig?

Sonntag, 22. April 2018

Amnesty informiert: Das Überwachungspaket 2018, der 50. Bücherflohmarkt der Gruppe 8 Linz und andere aktuelle Themen


Die ehrenamtliche Gruppe von Amnesty International in Linz hat am 14. und 15.4.2018 bereits ihren 50. Bücherflohmarkt abgehalten, um Geld für eine gute Sache, die Menschenrechte zu sammeln.

Und wenn hier steht „die Gruppe“, dann ist eigentlich hauptsächlich ein Gruppenmitglied gemeint: Bani Kastl. Mit ihm haben wir über den Bücherflohmarkt geredet.

Ein weiterer wesentlicher Teil der Sendung befasst sich mit dem Sicherheitspaket der Regierung, das, wenig überraschend, aus Amnesty-Sicht nicht so gut wegkommt.

Gestaltung: Martin Walther, Sarah Walther, Moderation: Martin Walther

Donnerstag, 11. Januar 2018

Amnesty informiert: Hoffnung besiegt Angst - Menschenrechtserfolge 2017

Wenn sich Menschen zusammen tun, dann können sie den Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und ihren Angehörigen Hoffnung geben. Sie können zu Unrecht Eingesperrte befreien. Sie können Unrecht aufdecken und Druck auf Verantwortliche ausüben. Auch im Jahr 2017 ist das immer wieder geglückt.

Davon handelt diese Ausgabe unserer Sendung. Wir erzählen von Menschen, die zu Unrecht in Haft saßen und wieder frei gekommen sind. Von Gerichtsentscheidungen und Gesetzesänderungen im Sinne der Menschenrechte. Von Erfolgen für die Menschenrechte, die mit dem Zutun von Amnesty zustande gekommen sind.

Außerdem berichten wir vom „Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich“ und den Preisträgerinnen und Preisträgern im Jahr 2017. Wie immer haben wir auch einen kurzen Block mit aktuellen Meldungen.

Gestaltung und Moderation: Martin Walther, Technik: Sarah Walther

Sonntag, 31. Dezember 2017

Ohren(ge)fälliges: Meine 25 bestgehörten Tracks des Jahres 2016, Platz 16-12

Fortsetzung von hier.


16

Esta. - Only One (Love Is King)

Los Angeles, Kalifornien

Diese Nummer ist 2016 einige Male hauchdünn am Monatsmeister vorbei geschrammt. Es ist sich immer ums Kennen nicht ausgegangen. Weil: Monatsmeister wird, wer in einem Monat besonders viele Plätze in den Top 25 auf dieser Seite hoch klettert. Und, "Only One" ist kein Speed-Kletterer gewesen. Eher ein eleganter, konsequenter Schleicher. Das wiederum hat vermutlich damit zu tun, dass im Kern des Tracks die zeitlos-stilsichere Soul/Smooth Jazz-Sängerin Sade gesampelt wird ("Sally" vom 1984er-Megaseller "Diamond Life"). Sowie damit, dass Esta. um die Samples herum spannungsvolle Beats und schöne Effekte gebaut hat.




15

The Rural Alberta Advantage - Terrified

Toronto, Ontario

Wehren wollte ich mich. Dieses Folk-Rock-Drama ist von der ersten Note an dermaßen verschwenderisch effektvoll, dass ich mich skeptisch halten wollte. Aber: die rauschöne, charismatische Leadstimme, die prächtigen Harmonie- und Chorgesänge, das virtuose Spiel mit den Tempi und der Dynamik. Und dann, ja dann auch noch diese furiose Rhythmus-Sektion. Keine Chance.




14

Buck Owens & His Buckaroos - I´ve Got A Tiger By The Tail

Bakersfield, Kalifornien

Ich will ja eigentlich nicht materialistisch klingen, aber ein paar der schönsten Kindheitserinnerungen verbinden sich schon auch mit dem völlig überraschenden Beschenktwerden. Nämlich, wenn sich das Beschenktwerden als absoluter Glücksfall und Horizonterweiterung herausgestellt hat. So geschehen vor langer Zeit, als mir mein Vater einmal völlig unterwartet eine Box mit Country & Western - LPs (ja, solange ist das her) mit nach Hause brachte. Ein Spontankauf. Und da war Buck Owens dabei, der Altvater des Bakersfield Sound. Schnörkellos, kraftvoll, schön und gut nach all den Jahren (Text vom 30.12.2015).




13

The Receiver - Transit

Columbus, Ohio

Bitte bereit machen zum Boarding. Einfach das Fenster aufmachen, die fluoreszierende, oszillierende Wolke aus oranger Synthie-Watte wartet draußen schon. Einsteigen und hinauftragen lassen, höher und höher. Der Bordservice wird fragen, ob es so bleiben soll und du wirst sagen: ja, gerne. Aber, da nähert sich der Traum auch schon wieder seinem Abschluss. "Synthphonic Dream-Prog" nennt das Label das gerade heraus. Passt schon.




12

Sleater-Kinney - Bury Our Friends

Olympia, Washington

Ein Antidot gegen apathische Geistlosigkeit. Funkelnde Parolen in zündenden Gitarrenläufen und großen Refrains. Zur Monatsmeister-Rezension!




Fortsetzung folgt.

Dienstag, 26. Dezember 2017

Ohren(ge)fälliges: Meine 25 bestgehörten Tracks des Jahres 2016, Platz 21-17

Fortsetzung von hier.

21

Aero Flynn - Dk/Pi
Eau Claire, Wisconsin

Der glänzend ausproduzierte Indiepop-Sound, zumal angereichert mit viel Elektronik, macht es einem heute nicht mehr leicht. Zu sehr ist er der Kommerzialisierung, ist er der Verwertungsmaschinerie der Konsumgesellschaft, etwa des Werbefernsehens (für die, die das noch sehen) anheim gefallen. Wenn dann einer, der es in der hohen Zeit dieser Musik aus persönlichen Gründen vorgezogen hat, kein Star zu werden, doch noch mit einem neuen Album hinterherkommt, ist das einerseits spannend, macht aber auch skeptisch. Aber, siehe da, es gibt Zukunft (Text vom 30.12.2015).




20

 Bus - Westen (AG Penthouse Rmx)

Berlin, Deutschland

Es gibt Musik, die braucht die genau richtige Mischung aus Achtsamkeit und Sich-Fallen-Lassen. Und dann, dann gibt der Boden nach und es saugt einen hinein in einen gänzlich eigenen, abgeschotteten Klangraum, wo aus allen Richtungen wunderliche Sounds, Klänge, Geräusche kommen. Und sich daraus eine andere Art von (Ambient)-Pop-Wirklichkeit formt.

Bus - Westen (AG Penthouse Rmx) auf Soundcloud



19

 Eleanor Friedberger - He Didn´t Mention His Mother

Oak Park, Illinois

"He Didn´t Mention His Mother" stammt aus jenem historisch-ästhetischen Kontinuum, in dem Folk und früher Rock in Singer-Songwriter-Pop übergegangen sind. Die Akkordwechsel, die Instrumentierung, die Art, wie Eleanor Friedberger ihren gelassen-regierenden, klar und deutlich nach vorne gemischten Gesang setzt, lösen vertraute Echos aus der musikalischen Vergangenheit aus. Nein, natürlich wird hier nix neu erfunden. Aber, kann/will/soll man sich diesem Gesamtsound entziehen, der sich da wie das Äquivalent von warmer Butter ans Ohr schmiegt, gekrönt von dieser Stimme?




18

  Humus - When I Feel Lonely, I Dance

Helsinki, Finnland

Auch das blieb 2016 einige Zeit haften: Ein Hip-Hop-Beats-Bastler aus Helsinki und eine Soul/Jazz-Sängerin vom Polarkreis ergeben zusammen einen funkigen Tanzflächen-Rüttler. Als Untermalung des alltäglichen Sich-Bewegens mit MP3-Player erstaunlich effektiv. Nur leider im Web nirgends mehr auffindbar, außer als Ausschnitt auf einem Album-Sampler (Track 1):

Humus - Sensibility/Sense (Album Sampler) auf Soundcloud


17

  Pete Seeger - If I Had A Hammer

New York City, New York

Ja, wenn es so einfach wäre. Sie einfach heraus hämmern, die allgemeine Nächstenliebe, die Gerechtigkeit auf Erden. Wie ein gewandter Werktätiger oder ein kunstfertiger Skulpteur. Oder sie aber mit einem Song herbeisingen. Freilich: Musik wird das Schicksal der Welt eher nicht entscheiden. Sie kann aber als Brustlöser dienen, nicht nur, aber insbesondere auch bei der Verfolgung gerechter Ziele. Dass der Klassiker von Pete Seeger gerade 2016 ziemlich aktuell erschien, nimmt nicht Wunder.



Fortsetzung folgt.

Montag, 25. Dezember 2017

Weihnachtskatze

Die Buskatze (Tilda: "die Weihnachtskatze") wünscht schöne Festtage.

Umsetzung: Sarah

Samstag, 23. Dezember 2017

GewinnerInnen der Jahresumfragen 2013-Preisauslosung # 5

Weihnachten ist die Zeit, zu der Geschenke verschickt werden. Auf dem Weg ist dieses Jahr auch das "individuelle Geschenk", das S.A. bei der Preisauslosung für alle Teilnehmer*innen der Jahresumfrage 2013 eingeheimst hat.

Soll noch jemand sagen, ich bringe hier nichts zu Ende. Rechtsbeistand, wir brauchen einen Termin! Die Preise für Jahresumfragen 2014 und 2015 sind noch nicht ausgelost.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Ohren(ge)fälliges: Meine 25 bestgehörten Tracks des Jahres 2016, Platz 22

Tja, wer hätte das nur gedacht. Mein ambitionierter Plan, den ich hier ausformuliert habe, ist nicht ganz aufgegangen.

Egal. Es mir ein Bedürfnis, das Jahr 2016 hinter mir zu lassen. Dann kann ich mich der Retrospektive auf 2017 zuwenden.


22
  Hot Chip -Flutes

 
London, England

Ich halte es mit der Theorie, dass Popmusik als eigenständige Kunstform sich dann am besten bewährt, wenn es ihr gelingt, das Unerhörte, das Idiosynkratische, das Kontingente derart in einen Rahmen von vorgefertigten, vertraut-gefälligen Mustern zu setzen, dass dem Besonderen dadurch ein berückender Auftritt gegönnt wird (siehe zB jüngst bei Diederichsen: Über Pop-Musik).

Wenn Popmusik aber zu kalkuliert wird, zu perfekt bestimmte Styles und zeitgemäße Ästhetiken wieder geben will, dann verliert sie diese Kraft. Sowas ist besser in anderen Genres (zB. dem Musiktheater) aufgehoben.

Hot Chip waren mir persönlich immer zu glatt, zu gekünstelt, zu perfekt gespielt. Ein bisschen die Queen des Musiknerd-im-Internetzeitalter (siehe schon der - selbstironische? - Bandname). Dadurch bin ich nie über kurze Hörkontakte hinaus gekommen, die mich dann auch mehr geärgert als erfreut haben.

Aber 2016 war es mit "Flutes" anders. Da war ein gewisser Eskapismus im Spiel - es half, mühsame Außenwelterfahrungen mit einer Performance auf familiärer Ebene in Balance zu bringen. Das konnte mich damals zumindest für eine begrenzte Zeit fesseln. Und auch, wenn das Stück jetzt für mich wieder die übliche Hot Chip´sche Schalheit angenommen hat, muss ich weiterhin zugeben: eine beachtliche Arrangement-technische Leistung ist es schon.

Videoabspieltipp: Mit einem Klick auf das Symbol für das Schließen des Fensters auf der YouTube-Seite verschwindet das Video und man hört nur mehr die Musik. Das ist sehr zu empfehlen.



Die weiteren Nummern liefere ich noch im Schnelldurchlauf. Stay tuned.