Donnerstag, 9. Januar 2014

Das Winzer-Experiment # 11: Pálffy-Knödel

Es gibt tatsächlich Dinge, die weiß sogar das Internet (und damit auch die NSA) nicht. Das ist ja irgendwie tröstlich. Etwa, warum der Pálffy-Knödel eigentlich Pálffy-Knödel heißt. Dieses Nicht-Wissen hat möglicherweise damit zu tun, dass es sich bei diesem Knödel um so ein Alt-Wiener Ding handelt, das nur wenige Leute noch zubereiten. Leute zum Bespiel, die ein traditionelles österreichisches Kochbuch ihr eigen nennen und dann per Zufallswahl auf dieses Gericht verfallen.

Allerdings liegt eine Mutmaßung zum Namensursprung nahe. Schließlich bestimmte das Adelsgeschlecht derer von Pálffy die Geschicke Mittel- und Osteuropas über Jahrhunderte mit, weswegen wir auch zum Beispiel in verschiedenen Metropolen noch sehr repräsentative Palais herum stehen haben, die dieser Name schmückt. Während aber im Falle von Gebäuden klar sein dürfte, dass sie so heißen, weil ein Fürst Pálffy den Bau in Auftrag gegeben oder zumindest das Bauwerk in Besitz genommen hat, so ist eher nicht davon auszugehen, dass der Pálffy-Knödel genau so in Auftrag gegeben wurde. Wir tippen eher auf einen im Dienste der Pálffys stehenden oder diesen zumindest wohl gesonnenen, einfallsreichen Küchenmeister.

Was den Knödel selbst anlangt, so weiß immerhin ein Wolfram Siebeck zu berichten, dass es sich um eine "Wiener Spezialität" handle, die "selten gelingt". Nun denn. "Wiener Spezialität" ist aus dem Munde Siebecks ein Vertrauensvorschuss in diese Speise (Siebeck hat ja auch einmal sinngemäß verkündet, dass man in Wien in fast jedem Ecklokal besser isst, als anderswo in einer ganzen Stadt - und er hat recht). Der zweite Teil der Aussage macht aber nachdenklich. Ist der Pálffy-Knödel wirklich so tückisch?

Das Rezept wirkt aber harmlos. Im Grunde genommen ist der Pálffy-Knödel ein Serviettenknödel, der auch Speck enthält. Ein Serviettenknödel wiederum ist ein Knödel, bei dem verhältnismäßig wenig Mehl eingesetzt und die gewünschte Konsistenz stattdessen durch ein Mehr an Eiern sowie Milch bewerkstelligt wird. Was, wie mir meine Hausphysikerin erklärt hat, dazu führt, dass die Knödelmasse vor dem Kochen zusammen gebunden wird, damit sie nicht auseinander fällt. Das hat man früher mit Servietten gemacht. In Zeiten moderner Materialien kann man aber auch Alufolie nehmen, wie wir gleich sehen werden.

Zuerst aber..



..mischen wir Semmelknödel mit etwas Mehl, zerlassener Butter und Speck, dann




..gießen wir eine Mixtur aus nicht weniger als drei ganzen Eiern und Milch darüber und formen daraus einen schönen Knödel.




 
Nachdem es in eine Alu-Rüstung gesteckt und fünfzig Minuten gekocht worden ist, erblicken wir den fertigen Pállfy-Knödel.




"Wie eine Melone" (Kochbuch) aufschneiden, vielleicht noch eine Beilage dazu und dann essen.


Nächstes Winzer-Experiment: Seefisch mit Speck (schon wieder Speck!)

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