FINALE
Finale. Die Augen und Gaumen der Welt sind gespannt auf das Duell Elfenbeinküste gegen Niederlande gerichtet. Die Afrikaner sind im Fufu-Zwei-System aufgestellt, die Niederländer setzen ganz auf flüssige Kombinationen. Beiden ist gemeinsam: ihr Auftreten ist schön anzuschauen und zugleich voller Intensität.
Die Elfenbeinküste beginnt verhaltener, die unorthodoxere Spielweise muss erst ihren Weg finden. Doch sie steigert sich, entfaltet zunehmend ein betörendes Aroma. Leichtfüßig und doch mit solider Grundierung marschiert die ivorische Komposition gegen die sich behände ausbreitende holländische Masse.
Ein Duell auf Gaumenhöhe und auf hohem Niveau. Doch es kann nur einen Sieger geben. In der Nachgeschmackzeit macht die ivorische Erdnuss den Titel perfekt.
SIEGER: Elfenbeinküste
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Donnerstag, 21. August 2014
Montag, 11. August 2014
Brasilien 2014 # 8: Die WM der Geschmäcke, Teil 5
Fortsetzung von hier.
Halbfinale
Vs.
SIEGER:
CC BY-SA 3.0, Urheber: Sodacan
SIEGER:
CC BY.SA 3.0, Urheber: Sodacan
Fortsetzung folgt..
Halbfinale
Vs.
SIEGER:
CC BY-SA 3.0, Urheber: Sodacan
SIEGER:
CC BY.SA 3.0, Urheber: Sodacan
Fortsetzung folgt..
Dienstag, 5. August 2014
Brasilien 2014 # 8: Die WM der Geschmäcke, Teil 4
Fortsetzung von hier.
Viertelfinale
VS.
SIEGER: Jenes Land, in dem der Landesname nicht in einer fremden Sprache ausgesprochen werden darf.
SIEGER: Jenes Land, in dem Dörfer eigene gesetzliche Feiertage haben.
VS.
SIEGER: Jenes Land, das mehr Bier exportiert als irgend ein anderes.
SIEGER: Jenes Land, das über die längste Straßenbahnlinie der Welt verfügt.
Auflösung folgt..
Viertelfinale
SIEGER: Jenes Land, in dem der Landesname nicht in einer fremden Sprache ausgesprochen werden darf.
SIEGER: Jenes Land, in dem Dörfer eigene gesetzliche Feiertage haben.
VS.
SIEGER: Jenes Land, das mehr Bier exportiert als irgend ein anderes.
SIEGER: Jenes Land, das über die längste Straßenbahnlinie der Welt verfügt.
Auflösung folgt..
Samstag, 26. Juli 2014
Brasilien 2014 # 8: Die WM der Geschmäcke, Teil 3
Fortsetzung von hier.
Achtelfinale
Erster Gruppe A - Zweiter Gruppe B
VS.
SIEGER:
Spinat und Yams geht einmal gut, beim zweiten Mal nimmt Ndole dann den Hut. Die Pebre-Sauce, die ist recht fein, die kann so vielfältig einsetzbar sein.
Erster Gruppe C - Zweiter Gruppe D
SIEGER:

Beim Gallo Pinto sinken mir die Lider, die Erdnusssauc´ geht immer wieder.
Erster Gruppe E - Zweiter Gruppe F
VS.
SIEGER:
Das Steak, es schmeckt wie Seife, der Käse hat die Reife.
Erster Gruppe G - Zweiter Gruppe H
VS.
SIEGER:

Genug vom Borscht, es merkelt fort.
Erster Gruppe B - Zweiter Gruppe A
VS.
SIEGER:
Die Erbs´ist grün, die Supp´ist herrlich, das Huhn mit Mango vergleichsweise entbehrlich.
Erster Gruppe D - Zweiter Gruppe C
- FREILOS
SIEGER:
Kein Gegner harrt der Briten Speise, der Sieg ist leicht auf diese Weise.
Erster Gruppe F - Zweiter Gruppe E
VS.
SIEGER:
Der Käse rastet schwer im Magen, das wird vom Kabab doch geschlagen.
Erster Gruppe H - Zweiter Gruppe G
VS.
SIEGER:
An Europens Küsten lässt sich schmausen, Portugal ist trotzdem draußen.
Fortsetzung folgt..
Achtelfinale
Erster Gruppe A - Zweiter Gruppe B
VS.
SIEGER:
Spinat und Yams geht einmal gut, beim zweiten Mal nimmt Ndole dann den Hut. Die Pebre-Sauce, die ist recht fein, die kann so vielfältig einsetzbar sein.
Erster Gruppe C - Zweiter Gruppe D
SIEGER:

Beim Gallo Pinto sinken mir die Lider, die Erdnusssauc´ geht immer wieder.
Erster Gruppe E - Zweiter Gruppe F
VS.
SIEGER:
Das Steak, es schmeckt wie Seife, der Käse hat die Reife.
Erster Gruppe G - Zweiter Gruppe H
VS.
SIEGER:

Genug vom Borscht, es merkelt fort.
Erster Gruppe B - Zweiter Gruppe A
VS.
SIEGER:
Die Erbs´ist grün, die Supp´ist herrlich, das Huhn mit Mango vergleichsweise entbehrlich.
Erster Gruppe D - Zweiter Gruppe C
- FREILOSSIEGER:
Kein Gegner harrt der Briten Speise, der Sieg ist leicht auf diese Weise.
Erster Gruppe F - Zweiter Gruppe E
VS.
SIEGER:
Der Käse rastet schwer im Magen, das wird vom Kabab doch geschlagen.
Erster Gruppe H - Zweiter Gruppe G
VS.
SIEGER:
An Europens Küsten lässt sich schmausen, Portugal ist trotzdem draußen.
Fortsetzung folgt..
Dienstag, 22. Juli 2014
Brasilien 2014 # 8: Die WM der Geschmäcke, Teil 2
Fortsetzung von hier.
Gruppe E: Frankreich, Schweiz, Ecuador, Honduras
1. Schweiz - Käsefondue im Brot gekocht

Wenn man in einem Land lebt, in dem an jeder Ecke ein Berg steht, auf dem Kühe Alpenmilch produzieren, ist es irgendwie nahe liegend, dass ein solcher Käse-Vulkan ersonnen wird. Es war mir ein Fresst!
2. Frankreich - Käseplatte mit Bordeaux

Käse, Käse, quel fromage! Schaut sehr schön aus, macht Spaß, schmeckt interessant, der Magen findet es aber etwas anstrengend. Da hilft keine Torlinientechnologie, nichts geht mehr rein.
3. Ecuador - Hornado

Eine südamerikanische Version des Schweinsbratens, immerhin Schwein und nicht Meer- (das wollten wir nicht). Muss man sich trotzdem erst daran gewöhnen. Diesmal noch nicht.
4. Honduras - nicht gekocht
Gruppe F: Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Nigeria
1. Iran - Kabab-Spieße

Der Kabab-Spieß dreht sich traditionsgemäß von Istanbul bis Hyderabad und folglich auch dazwischen im Iran. Kabab ist eben eine sichere Bank und für die Gruppe F reicht das.
2. Argentinien - Steak vom argentinischen Rind

Es war seifig wie ein Messi in Normalform, wenn er durch die gegnerischen Abwehrreihen flutscht. Beziehungsweise schmeckte es so und wir wissen nicht warum. Wurde dennoch in der Nachspielzeit von der Berliner Weißen mit einem Schuss hinunter gezwungen.
3. Bosnien-Herzegowina, Nigeria - nicht gekocht
Gruppe G: Deutschland, Portugal, Ghana, USA
1. Deutschland - Sauerkraut und Berliner Weiße mit Schuss

Kann Deutschland allen Ernstes mit einer Beilage und einem obskuren Getränk (belagern hier ein sich zäh wehrendes argentinisches Steak) den Titel holen? Kann Teamwork also wirklich Berge versetzen? Die Gruppenphase ist mangels allzu großer Konkurrenz zunächst kein Problem.
2. Portugal - Queijada de laranja

Der portugiesische Orangenkuchen zerging im Mund wie die Selecao das Quinas in der Sonne von Salvador. Den Geschmack habe ich nicht mehr so präsent. Auch glaube ich, dass es eine Caldo Verde - Suppe als Hauptgang gegeben hat, aber deren Spuren sind auf mysteriöse Weise von Sarahs Facebook-Konto verschwunden. Ist Caldo Verde etwa heutzutage unanständiger Foodporn? Mangels Spuren und Erinnerungen Platz zwo.
3. Ghana, USA - nicht verkocht
Gruppe H: Belgien, Algerien, Russland, Südkorea
1. Belgien - Moules Frites

Das Muscheln etwas Feines sein können, wenn man einmal die natürliche Skepsis eines Binnenländlers abgelegt hat, weiß ich spätestens seit ich Anno 2006 in Frankreich war. Auch diesmal brauchte es wieder einen inneren Anlauf. Aber dann war dem Moulen-Pulen (fast) kein Ende.
2. Russland - Borschtsch
Der Borschtsch war 2012 - das kann man auch ohne offizielles Ranking sagen - Europameister. Nicht nur wegen des Heimvorteiles. Danach hatten wir ihn ein paar Mal zu Gast, sodass er etwas zu selbstzufrieden wurde, um dem Pacman-artig angreifenden belgischen Muschelmonster Paroli bieten zu können.
3. Algerien, Südkorea - nicht gekocht
K.O.-Phase folgt.
Gruppe E: Frankreich, Schweiz, Ecuador, Honduras
1. Schweiz - Käsefondue im Brot gekocht

Wenn man in einem Land lebt, in dem an jeder Ecke ein Berg steht, auf dem Kühe Alpenmilch produzieren, ist es irgendwie nahe liegend, dass ein solcher Käse-Vulkan ersonnen wird. Es war mir ein Fresst!
2. Frankreich - Käseplatte mit Bordeaux

Käse, Käse, quel fromage! Schaut sehr schön aus, macht Spaß, schmeckt interessant, der Magen findet es aber etwas anstrengend. Da hilft keine Torlinientechnologie, nichts geht mehr rein.
3. Ecuador - Hornado

Eine südamerikanische Version des Schweinsbratens, immerhin Schwein und nicht Meer- (das wollten wir nicht). Muss man sich trotzdem erst daran gewöhnen. Diesmal noch nicht.
4. Honduras - nicht gekocht
Gruppe F: Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Nigeria
1. Iran - Kabab-Spieße

Der Kabab-Spieß dreht sich traditionsgemäß von Istanbul bis Hyderabad und folglich auch dazwischen im Iran. Kabab ist eben eine sichere Bank und für die Gruppe F reicht das.
2. Argentinien - Steak vom argentinischen Rind

Es war seifig wie ein Messi in Normalform, wenn er durch die gegnerischen Abwehrreihen flutscht. Beziehungsweise schmeckte es so und wir wissen nicht warum. Wurde dennoch in der Nachspielzeit von der Berliner Weißen mit einem Schuss hinunter gezwungen.
3. Bosnien-Herzegowina, Nigeria - nicht gekocht
Gruppe G: Deutschland, Portugal, Ghana, USA
1. Deutschland - Sauerkraut und Berliner Weiße mit Schuss

Kann Deutschland allen Ernstes mit einer Beilage und einem obskuren Getränk (belagern hier ein sich zäh wehrendes argentinisches Steak) den Titel holen? Kann Teamwork also wirklich Berge versetzen? Die Gruppenphase ist mangels allzu großer Konkurrenz zunächst kein Problem.
2. Portugal - Queijada de laranja

Der portugiesische Orangenkuchen zerging im Mund wie die Selecao das Quinas in der Sonne von Salvador. Den Geschmack habe ich nicht mehr so präsent. Auch glaube ich, dass es eine Caldo Verde - Suppe als Hauptgang gegeben hat, aber deren Spuren sind auf mysteriöse Weise von Sarahs Facebook-Konto verschwunden. Ist Caldo Verde etwa heutzutage unanständiger Foodporn? Mangels Spuren und Erinnerungen Platz zwo.
3. Ghana, USA - nicht verkocht
Gruppe H: Belgien, Algerien, Russland, Südkorea
1. Belgien - Moules Frites

Das Muscheln etwas Feines sein können, wenn man einmal die natürliche Skepsis eines Binnenländlers abgelegt hat, weiß ich spätestens seit ich Anno 2006 in Frankreich war. Auch diesmal brauchte es wieder einen inneren Anlauf. Aber dann war dem Moulen-Pulen (fast) kein Ende.
2. Russland - Borschtsch
Der Borschtsch war 2012 - das kann man auch ohne offizielles Ranking sagen - Europameister. Nicht nur wegen des Heimvorteiles. Danach hatten wir ihn ein paar Mal zu Gast, sodass er etwas zu selbstzufrieden wurde, um dem Pacman-artig angreifenden belgischen Muschelmonster Paroli bieten zu können.
3. Algerien, Südkorea - nicht gekocht
K.O.-Phase folgt.
Sonntag, 20. Juli 2014
Brasilien 2014 # 8 : Die WM der Geschmäcke, Teil 1
Der letzte Pfiff wurde gepfiffen. Jogi Löw hat die Lebenspartnerinnen seiner Spieler umarmt. Lionel Messi hat den "Goldenen Ball" im nächsten Container entsorgt. Ganz Brasilien fragt sich, was das Ganze gebracht haben soll.
Neben den Deutschen und dem FIFA-Säckelwart gibt es noch einen weiteren klaren Gewinner: meinen Geschmackssinn. Der hat während der Weltmeisterschaft zahlreiche neue Gerichte aus aller Welt kennen gelernt. 19 der 32 Nationen hat Sarah in den Wochen des Turniers in der Gestalt landestypischer Speisen gekocht und durfte ich folglich verkosten.
Wie aber wäre der Wettbewerb ausgegangen, wenn statt Müller, Messi, James und Co eben jene Mahlzeiten in den Ring gestiegen wären? Das habe ich spaßeshalber durchgespielt.
Die Gruppenphase (nicht gekochte kursiv)
Gruppe A: Brasilien, Kroatien, Mexiko, Kamerun
1. Kamerun - Ndole
Ich meine, immerhin hat Sarah erst einmal eine Yamswurzel auftreiben müssen. Im Gemüseregal vom Nahversorger gibt es da nicht. Zum Glück haben wir einen Afrika-Shop ums Eck und die haben ein Telefon und konnten eine Yamswurzel organisieren - nicht direkt aus Afrika, aber es hat doch etwas gedauert (im Original schaut das übrigens so aus). Bei Ndole wird die gekochte Yamswurzel (gut kochen, sonst ist sie toxisch!) in ein Spinatgericht gelegt. Muss ich nicht im Übermaß haben und nicht jeden Tag. Aber für den Gruppensieg gegen die konventionellere Konkurrenz reicht es einmal.
2. Brasilien - Huhn, Mango und Ananas in Kokosmilch
Die Kombination kann nicht allzu viel falsch machen. Platz 2 und die Qualifikation fürs Achtelfinale geht sich aus.
3. Mexiko - Chili sin Carne
Bitte nicht falsch verstehen. Das mexikanische Chili ist imho eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte des Essens und vielleicht der Menschheit überhaupt. Und die fleischlose Variante ist angesichts der Probleme der Welt eine mehr als sinnvolle..äh..Ergänzung. Aber bei einer Weltmeisterschaft geht es ja auch darum, dass man nicht allzu ausrechenbar ist, sondern womöglich mit neuem Spielssystem überrascht. Daher leider raus.
4. Kroatien - nicht gekocht
Gruppe B: Spanien, Niederlande, Chile, Australien
1. Niederlande - Erwtensoep
Eine schöne, schaumige Erbsensuppe. Mit Wurststückchen drin! Gewinnt nicht nur den Preis für das hübschseste Essen, sondern ist auch leicht zuzubereiten und schmeckt famos. Ergo habe ich sogar ich das nachkochen müssen, was was heißen will.
2. Chile - Pebre-Sauce mit chilenischem Wein

In die Pebre-Sauce kommt so ziemlich alles, was für eine gute, scharfe Sauce recht und schön ist: Chili, Knoblauch, Zwiebel und außerdem Koriander (okay, in Punkto "gut" würde mir Sarah bei letzterem widersprechen). Dann braucht man eigentlich nur mehr etwas Festes zum Hineindippen oder -schwenken. Kann man zB auf Grillfeste mitbringen.
3. Australien - Pavlova
Weil landestypisch australisch zu essen bedeuten würde, dass man Tierarten verkochen müsste, die man bei uns legal vermutlich gar nicht bekommen kann, eine Baiser-Torte, die nach einer eingewanderten Balletttänzerin benannt ist. Gut, aber haut den gelernten Österreicher nicht um.
4. Spanien - Andalusischer Salat
Auch nicht so schlecht, aber diese Gruppe war zu stark für Spanien. Eine wahre "Todesgruppe".
Gruppe C: Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste, Japan
1. Elfenbeinküste - Fufu in Erdnusssauce

Yamswurzel hatten wir ja noch übrig (s. Gruppe A). Und der sich nach Maroni-Kartoffel-Hybrid anfühlende Geschmack dieses Gemüses wurde nun in Fufu-Brei gepackt und sodann in vollendeter Weise durch die famose Erdnusssauce aufgefangen. Gibt es irgend etwas, was man nicht in Erdnusssauce tunken kann? Ich kann es mir nicht vorstellen.
2. Kolumbien, Griechenland, Japan - nicht gekocht
Gruppe D: Italien, Uruguay, England, Costa Rica
1. England - Fishfingers and Custard
Oh My God! Sensation! Prinz Charles kratzt sich ungläubig am Ohr. England ist Gruppensieger und das beim einzigen Wettbewerb, wo das noch unwahrscheinlicher erscheint als im Fußball. Und wie meistens bei den wirklich wichtigen Leistungen der britischen Kultur handelt sich eigentlich um einen Witz. Aber das Gericht, das ein hungriger "Dr. Who" in der gleichnamigen Fernsehserie spontan erfunden hat, kann man durchaus essen.
2. Costa Rica - Gallo Pinto

Gallo Pinto ist ein Gericht aus Reis und Bohnen, hier gereicht mit Bananen, Maischips und Rahm, das Costaricaner gerne zum Frühstück verspeisen. Genauso wie Fußballweltmeister (Vizeweltmeister und deren Furcht erregende Ersatztorhüter werden dann zum Problem).
3. Italien, Uruguay - nicht gekocht
Fortsetzung folgt..
Neben den Deutschen und dem FIFA-Säckelwart gibt es noch einen weiteren klaren Gewinner: meinen Geschmackssinn. Der hat während der Weltmeisterschaft zahlreiche neue Gerichte aus aller Welt kennen gelernt. 19 der 32 Nationen hat Sarah in den Wochen des Turniers in der Gestalt landestypischer Speisen gekocht und durfte ich folglich verkosten.
Wie aber wäre der Wettbewerb ausgegangen, wenn statt Müller, Messi, James und Co eben jene Mahlzeiten in den Ring gestiegen wären? Das habe ich spaßeshalber durchgespielt.
Die Gruppenphase (nicht gekochte kursiv)
Gruppe A: Brasilien, Kroatien, Mexiko, Kamerun
1. Kamerun - Ndole
Ich meine, immerhin hat Sarah erst einmal eine Yamswurzel auftreiben müssen. Im Gemüseregal vom Nahversorger gibt es da nicht. Zum Glück haben wir einen Afrika-Shop ums Eck und die haben ein Telefon und konnten eine Yamswurzel organisieren - nicht direkt aus Afrika, aber es hat doch etwas gedauert (im Original schaut das übrigens so aus). Bei Ndole wird die gekochte Yamswurzel (gut kochen, sonst ist sie toxisch!) in ein Spinatgericht gelegt. Muss ich nicht im Übermaß haben und nicht jeden Tag. Aber für den Gruppensieg gegen die konventionellere Konkurrenz reicht es einmal.
2. Brasilien - Huhn, Mango und Ananas in Kokosmilch
Die Kombination kann nicht allzu viel falsch machen. Platz 2 und die Qualifikation fürs Achtelfinale geht sich aus.
3. Mexiko - Chili sin Carne
Bitte nicht falsch verstehen. Das mexikanische Chili ist imho eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte des Essens und vielleicht der Menschheit überhaupt. Und die fleischlose Variante ist angesichts der Probleme der Welt eine mehr als sinnvolle..äh..Ergänzung. Aber bei einer Weltmeisterschaft geht es ja auch darum, dass man nicht allzu ausrechenbar ist, sondern womöglich mit neuem Spielssystem überrascht. Daher leider raus.
4. Kroatien - nicht gekocht
Gruppe B: Spanien, Niederlande, Chile, Australien
1. Niederlande - Erwtensoep
Eine schöne, schaumige Erbsensuppe. Mit Wurststückchen drin! Gewinnt nicht nur den Preis für das hübschseste Essen, sondern ist auch leicht zuzubereiten und schmeckt famos. Ergo habe ich sogar ich das nachkochen müssen, was was heißen will.
2. Chile - Pebre-Sauce mit chilenischem Wein

In die Pebre-Sauce kommt so ziemlich alles, was für eine gute, scharfe Sauce recht und schön ist: Chili, Knoblauch, Zwiebel und außerdem Koriander (okay, in Punkto "gut" würde mir Sarah bei letzterem widersprechen). Dann braucht man eigentlich nur mehr etwas Festes zum Hineindippen oder -schwenken. Kann man zB auf Grillfeste mitbringen.
3. Australien - Pavlova
Weil landestypisch australisch zu essen bedeuten würde, dass man Tierarten verkochen müsste, die man bei uns legal vermutlich gar nicht bekommen kann, eine Baiser-Torte, die nach einer eingewanderten Balletttänzerin benannt ist. Gut, aber haut den gelernten Österreicher nicht um.
4. Spanien - Andalusischer Salat
Auch nicht so schlecht, aber diese Gruppe war zu stark für Spanien. Eine wahre "Todesgruppe".
Gruppe C: Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste, Japan
1. Elfenbeinküste - Fufu in Erdnusssauce

Yamswurzel hatten wir ja noch übrig (s. Gruppe A). Und der sich nach Maroni-Kartoffel-Hybrid anfühlende Geschmack dieses Gemüses wurde nun in Fufu-Brei gepackt und sodann in vollendeter Weise durch die famose Erdnusssauce aufgefangen. Gibt es irgend etwas, was man nicht in Erdnusssauce tunken kann? Ich kann es mir nicht vorstellen.
2. Kolumbien, Griechenland, Japan - nicht gekocht
Gruppe D: Italien, Uruguay, England, Costa Rica
1. England - Fishfingers and Custard
Oh My God! Sensation! Prinz Charles kratzt sich ungläubig am Ohr. England ist Gruppensieger und das beim einzigen Wettbewerb, wo das noch unwahrscheinlicher erscheint als im Fußball. Und wie meistens bei den wirklich wichtigen Leistungen der britischen Kultur handelt sich eigentlich um einen Witz. Aber das Gericht, das ein hungriger "Dr. Who" in der gleichnamigen Fernsehserie spontan erfunden hat, kann man durchaus essen.
2. Costa Rica - Gallo Pinto

Gallo Pinto ist ein Gericht aus Reis und Bohnen, hier gereicht mit Bananen, Maischips und Rahm, das Costaricaner gerne zum Frühstück verspeisen. Genauso wie Fußballweltmeister (Vizeweltmeister und deren Furcht erregende Ersatztorhüter werden dann zum Problem).
3. Italien, Uruguay - nicht gekocht
Fortsetzung folgt..
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