Freitag, 16. September 2011

Back in the U.S.A

Vor genau einem Jahr sind wir an diesem Tag über den Highway Nr. 1 gekurvt, den Süden Kaliforniens im Rücken, die alte Heimat Santa Cruz vor uns. Entlang der Küste, vorbei am Hearst Castle, an dichten Wäldern, schroffen Klippen, Buchten und Seeelefanten. Ich erinnere mich noch gut an die irgendwo im Nirgendwo an die Küstenstraße geklebte Whalewatcher-Lodge, wo wir in der schwächer werdenden kalifornischen Sonne einen schmackhaften Burger gespeist und auf den Ozean geblickt haben. Nur Wale gab es zu dieser Jahreszeit keine zu sehen. Ein schöner Ruhemoment in unserer transatlantischen Rastlosigkeit.

Wir waren viel unterwegs im letzten September: eine große Schleife von San Francisco über das Wine Country, Sacramento, die nördliche Sierra Nevada, Lake Tahoe, das Death Valley, Las Vegas, den Hoover Dam. Zum Grand Canyon, dem Monument Valley, danach über den Lake Powell zum Bryce Canyon, dann durch den Mount Zion National Park. Und dann wieder vorbei an Las Vegas in die Mojave-Wüste und zum Joshua Tree National Park. Von dort also dann zurück an die Küste, zuerst in das schöne San Diego, hernach via L.A. (eine Stadt zum Durchfahren) auf den Highway One und nach Santa Cruz, schließlich retour in die Stadt an der Bay.

Unzählige Kilometer mit dem Leihwagen, über asphaltierte Highways ebenso wie über staubige Pisten, über Bergstraßen und Küstenpfade. Vorbei an großartigen, einsamen, wilden und sich immer wieder aufs Wunderlichste verwandelnden Landschaften. Durch gottverlassene Wüsten ebenso wie riesige Städte, über Berggipfel und hinunter in tiefste Täler. Von glühend heißen, trockenen Flächen in dichte, grüne Wälder. Von zerklüfteten Hochebenen an pazifische Strände. Diese Fülle in den Weiten des amerikanischen Westens hat mich stark beeindruckt. Und ein wenig Verständnis geweckt, für das Faible der Amerikaner für motorisierte Gefährte. Ohne unsere riesige amerikanische Karosse wäre das nicht so zu erfahren gewesen.

Wobei das auch anstrengend war. Bis zu 7-stündige Fahrten waren an manchen Tagen zu bewältigen. Oft hätte man sich gewünscht, ein schöner Moment hätte länger verweilen, ein interessanter Ort genauer erforscht werden können. Aber diese gewisse Ruhelosigkeit war der Preis des umfangreichen Programmes. So befing einen freilich zuweilen das Gefühl, das alles verfliege sehr schnell, verflüchtige sich mit den Stundenkilometern dahin, die der Tacho anzeigte.

Doch das ist letztlich nicht eingetreten. Noch heute tauchen Bilder von dieser Reise in meinem Bewusstsein auf, Stimmungen, Atmosphärisches. Zu viel Eindruck hinterließen diese Landschaften, von denen manche wie von einem anderen Planeten schienen (und, ja, das liegt auch daran, das dort tatsächlich Science-Fiction-Filme gedreht wurden). Davon kann ich heut noch zehren. Es ist erstaunlich.

Momentan lade ich eine größere Auswahl von Bildern auf Flickr hoch, drehe und sortiere sie. In den nächsten Tagen werden sie dann hier verlinkt. Vielleicht schaffen sie es, einen Eindruck zu vermitteln, was für mich so eindrücklich wirkte.




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