Samstag, 13. Dezember 2014

Soundstrukturen

Die Datafizierung macht auch vor den Musiken der Welt nicht halt. Denn ganz unromantisch betrachtet, ist Musik auch nichts anderes als ein Bündel unterschiedlichster Datenpunkte, die miteinander in Beziehung stehen. Dass die Decodierung der musikalischen Welt dabei auch von wirtschaftlichem Interesse ist, versteht sich von selbst.

Nicht von ungefähr hat daher der Musik-Streaming-Anbieter Spotify im März diesen Jahres die auf Musikdaten spezialisierte Analyse-Firma The Echo Nest gekauft. Die wiederum ist aus zwei Forschungsprojekten am MIT entstanden.

Das Ergebnis der Tätigkeiten soll unter anderem dazu führen, das Spotify noch besser in die Lage versetzt wird, seinen Kunden Musik vorzuschlagen, die diese interessieren könnte, was natürlich den Konsum ankurbeln soll. Darüber hinaus ist es aber wie immer bei Big Data: die Anwendungsmöglichkeiten, die noch unter diesem Datenberg schlummern, sind noch gar absehbar. In unseren kühnsten Träumen (oder Alpträumen) können wir sie wohl noch nicht erfassen.

Immerhin, für den Musik interessierten Nutzer fallen Nebenprodukte ab. Auf der Website Every Noise at Once hat The Echo Nest Resultate der Analysen graphisch aufbereitet.

So erfahren wir anhand einer riesigen Begriffswolke in welcher Nahe- oder Fernbeziehung sämtliche Muskgenres, von den verschiedenen Spielarten der Klassik bis zum Techno miteinander stehen. Oder  welche Städte, Länder oder Jahreszahlen mit welcher Musik am stärksten in Verbindung stehen.

Auch wenn man das Ergebnis sicher nicht als wissenschaftlich bezeichnen kann,  ist das doch zumindest amüsant und regt zum Denken an. Da kommt zum Beispiel der volkstümliche Schlager (hier: "Volksmusik") ganze nahe beim Latin Pop und nicht allzu weit vom arabischen Pop und Ska-Punk zu liegen. Hm.


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