Samstag, 30. Juli 2011

Ohren(ge)fälliges: Monatsmeister des Monats Juni 2011

The Hundred in the Hands - Dressed in Dresden
Brooklyn, New York
Gewonnene Ränge: +3

Falls irgend jemand das schwarze USB-Kabel zu meinem MP3-Player gefunden hat, darf sie/er sich ruhig melden. Das suche ich jetzt schon seit einiger Zeit. Das ist auch der Grund, warum bei mir der Konsum aus dem Netz geladener MP3s ziemlich zum Erlahmen gekommen ist und meine sich schon im Regelbetrieb nur sehr langsam wandelnde Top 25-Liste (etwas weiter unten rechts) momentan ganz inne hält.

Vielleicht ist dieser mangelnde Bezug auch der Grund, warum ich fast auf den Monatsmeister des Juni vergessen hätte.

An "Dressed in Dresden" gefällt mir die gelungene Verbindung des stampfenden, elektronisch verbrämten Rhythmus mit der zumeist klaren, ruhigen Singstimme, die beim ersten, oberflächlichen Hören fast lieblich-folkig erscheinen kann. Unter der nachgerade tanzbaren, disko-esquen Oberfläche liegt aber eine düstere Welt, ein sinistrer Liebessong, der mit Reminiszenzen an ganz finstere historische Momente arbeitet.

Der Song wurde im Dezember 2008 erstmalig im Internet veröffentlicht. Als "Dressed in Dresden" von Jason Friedman und Eleanor Everdell, die ein Faible für Post Punk und Disco sowie andere Musikrichtungen der 70er/80er Jahre teilen, getextet und komponiert wurde, waren die beiden noch in der New Yorker Szeneband The Boggs engagiert. Durch diesen Track entstand etwas Neues, The Hundreds in the Hands. Es dauerte nicht sehr lange, da wurde das angesehene Indie-Electronic-Label WARP Records aus Sheffield auf die New Yorker aufmerksam. Im September 201o erschien dann das Debütalbum des Duos, mit "Dressed in Dresden" als Singleauskoppelung.

Auch das Video zu diesem Stück bringt die oben angesprochene Ambivalenz gut zum Ausdruck.




The Hundreds in The Hands - Dressed in Dresden (freier Download auf der Webseite von WARP Records)

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