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Sonntag, 1. August 2010

Südafrika 2010 in Buchstaben, Teil II

N wie Nordkorea: Kim Jong-Il werde - so tönte die Propaganda vor der WM - die Mannschaftsaufstellung höchstpersönlich vornehmen und über ein unsichtbares Mobiltelefon Anweisungen an den Trainer auf der Bank erteilen. Vielleicht erklärt das ja das 0:7 gegen Portugal. Oder meine Theorie trifft zu, dass sämtliche nordkoreanischen Nationalspieler (außer vielleicht jener in Japan lebende Jong Tae-Se, der bei der Nationalhymne vor Rührung geweint hat) nach dem Auftaktspiel getürmt sind und durch bezahlte chinesische WM-Touristen ersetzt werden mussten.

O wie Oesterreich: War durch eine Salzburger Firma vertreten, die für die Holzummantelung des Soccer City-Stadions in Johannesburg verantwortlich zeichnete.

P wie Pokal: Der FIFA-WM-Pokal wiegt 6,2 kg, davon sind 4,9 kg 18-karätiges Gold. Am Ende durften ihn die Spanier in die Höhe recken, verdientermaßen, trotz T. Behalten durften sie ihn freilich nicht, denn der Sieger erhält lediglich eine Bronzekopie für den Trophäenschrank, den FIFA-WM-Siegerpokal.

Q wie Qualität: Seit Italien 1990 hat man keinen so lähmenden Fußball mehr gesehen wie in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010. Es war fast so als hätte José Mourinho mit seinem ermauerten Champions League-Titel für Inter Mailand die Richtung vorgegeben und damit quasi die Weltmeisterschaft verflucht. In Kombination mit der ohnehin etwas bescheideneren Qualität, die Nationenfußball gegenüber Klubfußball aufweist, ergab das einige recht bittere Stunden für den Fußballfreund. Erst in der K.O.-Phase hellte sich das Bild auf, vor allem auch dank einiger denkwürdiger Zwischenfälle (s. zB. B).

R wie Rote Karten: Gab es insgesamt neun. Es war keine überharte WM, was allerdings durch den größtenteils nicht geahndeten holländischen Watschentanz im Finale etwas in Vergessenheit geraten dürfte.

S wie Schweinsteiger, Bastian: Bester Spieler der WM. Auf Augenhöhe: Sergio Ramos, Piqué, Müller, Forlan, van Bronckhorst, David Villa, Iniesta.

T wie Tore: 145, das sind 2,27 pro Spiel. Einen schwächeren Schnitt hatte nur die WM 1990 vorzuweisen. Welmeister Spanien erzielte insgesamt traurige acht Treffer, das ist nicht viel mehr als ein Treffer pro Spiel. Da waren aber auch die gegen die Roten stets besonders Mourinho-mäßig agierenden Kontrahenten mitschuldig.

U wie Usbekistan: ..stellte den meistbeschäftigen WM-Referee: Ravshan Ermatow, fünf Einsätze.

V wie Vuvuzela: s. da.

W wie "Waka-Waka": Der WM-Hit des Wackel-Blondel aus Kolumbien war bei dieser WM omnipräsent. Einmal besetzte der Ohrwurm meine Gehörgänge für gut und gerne 24 Stunde. Hier musste ich zu ganz harten Gegenmaßnahmen greifen.

X wie Xhosa: Zweitgrößte Volksgruppe Südafrikas.

Y wie Ypsilon: Der 25. Buchstabe des deutschen Alphabets.

Z wie Zulu: Größte Volksgruppe Südafrikas.


Komplett und adieu.

Samstag, 24. Juli 2010

Südafrika 2010 in Buchstaben, Teil I

Der Staub hat sich gesetzt, die Emotionen haben sich gelegt. Zeit für einen kleinen Rückblick auf Südafrika 2010 in bewährter ABC-Manier.


A wie Afrika: Der große Gewinner dieser Weltmeisterschaft. Am Anfang der WM wurde von europäischen Medien noch jeder Taschendiebstahl zu einer veritablen Räuberpistole aufgeblasen. Am Ende stand aber die einhellige Meinung, dass die das wirklich verdammt gut gemacht haben, in Südafrika. Damit wurde ein neues Afrikabild in die Köpfe junger Generationen auf der ganzen Welt projiziert - fernab von Katastrophenberichten und Tierdokumentationen. Und das ist ein unschätzbarer, unbezahlbarer Wert, den keine ökonomischen Kosten-Nutzen-Rechnung fassen kann!

B wie Bloemfontain-Tor: Das beste, was der Fußball-Welt passieren konnte. Der Nicht-Treffer, der einer war, ist den stockkonservativen britischen Fußballfunktionären mit ihrer "Fußball-ist-am-schönsten-wie-im-neunzehnten-Jahrhundert"-Attitüde wie ein nasser Waschlappen ins Gesicht gefahren. Sepp Blatter drehte sich danach flugs um seine eigene Achse und das obskure IFAB mit seinen britischen Vetomächten wird wohl folgen müssen. Die Zeiten des Dilettantismus im Fußballsport neigen sich dem Ende zu.

C wie Chelsea-Fluch: Ballack: Innenband- und Syndesmose-Riss, Essien: Knieverletzung, Mikel: Knöchelverletzung, Drogba: Ellenbogen-Bruch, Deco: Hüftverletzung, Lampard: siehe B., Anelka: Raymond Domenech, Spanier oder Niederländer im Chelsea-Kader: Null.

D wie Deutschland: Deutsche Tugenden treffen auf multikulturelle Blutauffrischung. Das sympathischste und sehenswerteste Team der Weltmeisterschaft: Deutschland, wer hätte das gedacht? In Punkto Imagepolitur nur mit A vergleichbar. Früher haben dich die Deutschen einfach nur geschlagen, jetzt schauen sie auch noch gut aus dabei.

E wie England: Siehe B, C und D.

F wie Frankreich: Raymond Domenech oder: Wie mache ich aus einer Ansammlung von Weltklassekickern eine Horde von frustrierten Streithanseln?!

G wie -guay, Uru- und Para- : Zusammen nicht viel mehr Einwohner als Österreich, was zwischen den Weltmeisterschaften dort passiert, weiß keiner, aber dann, bei der WM: oho!

H wie Heimvorteil: Wurde von den Afrikanern im Allgemeinen und von den Südafrikanern im Speziellen nicht weidlich ausgenützt. Letztere brachten es zu einem sehenswerten Treffer gegen Mexiko und einem versöhnlichen Sieg zum Abschluss gegen die zerbröselnde "equipe tricolore", konnten aber sonst fußballerisch nicht überzeugen und fuhren folgerichtig nach der Vorrunde nur deshalb nicht heim, weil sie schon zuhause waren. Aber, viel wichtiger ist ohnehin A.

I wie Irrtümer, folgenschwere: Diese unterliefen den Spielleitern bei dieser Weltmeisterschaft zahlreich. Dabei fiel wieder einmal auf, dass die Pfeifenmänner aus Europa und Südamerika keineswegs viel sicherer agierten als die allzu gerne gering geschätzten und gescholtenen Schiedsrichter-"Exoten" (es lebe die selektive Wahrnehmung). Hilfe brauchen sie alle miteinander (s. auch B).

J wie Jump, Jimmy: Professioneller Flitzer aus Katalonien, der dieses Jahr bereits zwei große Auftritte hatte: beim Eurovision Song Contest, wo er sich zum Bestandteil der Tanzchoreographie des spanischen Beitrages machte, und im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. In letzterem rannte er vor Anpfiff mit einem Anti-Rassismus-Slogan am Shirt aufs Feld und versuchte, dem Weltmeisterschafts-Pokal eine katalanische Mütze aufzusetzen. Das Fernsehpublikum rund um die Welt bekam davon "dank" FIFA-Weltregie-Zensur nichts mit.

K wie Königin: Spaniens Frau König war bei besagtem Finale anwesend, nicht jedoch die Königin der Niederlande. Die ließ sich durch ein Kronprinzenpaar vertreten, das schon im Halbfinale wenig anmutig auf der Tribüne herumgehopst war - vergleichbar den Untertanen unten am Spielfeld. Auch das Duell der Königshäuser ging letztlich deutlich an die Iberer.

L wie Lippi, Marcello: Verkündete nach dem nicht unbedingt vorhergesagten Scheitern Italiens an Paraguay, der Slowakei und Neuseeland ein lautes "Mea Culpa" und entschuldigte sich gar bei seinen Spielern. Dabei wusste jeder: an seinen Fähigkeiten als Cheftrainer kann es am wenigsten gelegen haben.

M wie Maradona versus Müller: Diego, der Junge heißt Müller!

Fortsetzung folgt..

Mittwoch, 14. Juli 2010

Weltmeisterschafts-Rückbricksfilm

Von den dramatischen Momenten des deutsch-englischen Achtelfinalduelles bis zu niederländischen Kampfsporteinlagen im Finale: HIER kann man die großen Szenen der Weltmeisterschaft in Südafrika noch einmal erleben.

Dank an Linda.

Sonntag, 11. Juli 2010

Ein Bierakel

Dass die Niederlande und Spanien das WM-Finale erreichen werden, war aus meiner Rückblog-Umfrage klar herauszulesen. Bleibt noch die Frage, wer es gewinnt.

Um dies zu klären, wird eine neue Zukunftsvorhersagemethode angewandt.


Bierakel, Teil I:



Bierakel, Teil II:




Bierakel, Teil III:

Mittwoch, 7. Juli 2010

Ein Orakel

Ich brauche keinen Kraken namens Paul, um die Fußballzukunft sehen zu können. Ich habe die TeilnehmerInnen meiner Blogumfrage (s. unten, 2. Juli).

Demnächst auf diesem Blog: In welche Aktien investiert ihr im nächsten Halbjahr?!

Dienstag, 6. Juli 2010

Weilheim

Die Stadt Weilheim in Oberbayern, 21.652 Einwohner, ist erstaunlich. Einerseits haben wir es hier mit einer Hochburg des deutschen Indie Rocks zu tun. Dies verdankt die Stadt der innerhalb der Szene weltweit berühmten Band The Notwist und deren musikalischem Umfeld.



Ich schätze The Notwist sehr. Sie sind ein bisschen Radiohead, nur ohne dass Thom Yorke singt.

Andererseits musste ich jetzt feststellen, dass auch der vielleicht beste, mit Sicherheit aber auffälligste Spieler der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft ein gebürtiger Weilheimer ist! Auch wenn er bis vor kurzem noch nicht jedem in der breiteren Öffentlichkeit bekannt war..


Gut Ding will Weilheim haben, quasi.

Interessant ist übrigens auch noch Andreas Görlitz. Er steht wie Müller beim FC Bayern als Profifußballer unter Vertrag (noch), ist in Weilheim geboren und der Gitarrist einer unweit von Weilheim beheimateten Alternative Rock-Band. So schließt sich der Kreis.

Freitag, 2. Juli 2010

Rückblog # 5, Wer wird Fußballweltmeister?

Ja, ich weiß. Es ist verwerflich. Der Jahresrückblick (diesmal auf 2009) ist wieder einmal in der Mitte stecken geblieben. Diese umfangreichen Film-Rezensionen schaffen mich. Mea culpa, mea maxima culpa. Nächstes Mal muss ich das ganz anders angehen, keine Frage.

Um die ganze Angelegenheit wieder etwas in Schwung zu bringen, unterbreche ich meine tiefschürfenden Film-Besprechungen jetzt einmal for something completely different! Fußball.

Bei meiner großen 2009-Jahresumfrage Ende des letzten Jahres habe ich nämlich auch danach gefragt, wer denn 2010 Fuballweltmeister wird. Ich denke, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, diese Umfrage zu veröffentlichen (vielen Dank an Julia für den Gedankenanstoß!). Ich bin selbst ganz gespannt, weil ich nicht mehr weiß, wie ihr euch entschieden habt.


Wer wird Fußballweltmeister 2010?

A.W., Werber: "Oranje Boven" (Niederlande)

C.B., Studentin (Jus): "Natürlich Deutschland (bitte keine Buhrufe!!!)!"

Ednett, Blogger: "Deutschland hoffentlich nicht/Italien und die afrikanischen Länder
leider nicht - gegen Spanien hätte ich nichts einzuwenden"

F.A., Musikpädagoge und Organist: "Brasilien."

G.S., Pfleger: "Oranje, Oranje! Ich hoffe Holland!"

G.Z., Student (Sozialwirtschaft): "Der Meistbietende..."

I.W., Pensionistin: "Österreich, wer sonst???????"

J.G., Studentenbetreuer: "Nigeria."

J.R., Steuerberater in Ausbildung: "Spanien."

J.S., Steuerberaterin: "Niederlande!"

M.K.-M., Filmemacher: "Brasilien."

M.P., Student (Informatik): "Ich habe gar keine Ahnung wer spielt...Österreich wahrscheinlich nicht!"

P.F., PR-Mann: "Nicht Japan. Auch nicht Neuseeland. Drum sag ich mal Spanien."

S.B., Studentin (Mathe und Physik, Lehramt): "Uruguay."

S.F., Pädagogin: "Wir Deutschen natürlich!!!"

S.K., Bildungsreferentin: "Neuseeland natürlich!"

T.F., Redakteur: "Who cares?"


Anmerkungen: Zwei TeilnehmerInnen der Umfrage haben auf diese Frage gar keine Antwort gegeben. Bei "T.F." handelt es sich um Herrn Tobias Führer, er möchte nicht anonym bleiben.

Die Niederlande und Spanien wurden je 3x genannt und führen daher die Rangliste an. Deutschland und Brasilien brachten es auf je zwei Nennungen. Neuseeland, Nigeria, Österreich und Uruquay wurden je einmal für den zukünftigen Weltmeister gehalten.

Interessant ist, dass nahezu alle Ernst gemeinten Tips mit Veröffentlichungszeitpunkt dieses Postings noch in Erfüllung gehen können. In weiser Voraussicht hat niemand die Elfenbeinküste, England, Frankreich, Italien oder Portugal auf der Rechnung gehabt. Sogar Uruguay kann theoretisch noch Weltmeister werden - erstaunlich.

Damit seid ihr deutlich besser gelegen als ich in unserem Arbeits-internen Tippspiel. Da habe ich nämlich auf England gesetzt. Zwar war für mich eigentlich Spanien immer der klare WM-Favorit, gefolgt von Argentinien und Deutschland, aber aus strategischen Gründen (ich habe ernsthafter- und fälschlicherweise gedacht, ich bin der einzige, der auf diese Idee kommt) und auch ein wenig aus Mitleid habe ich dann für die "Three Lions" votiert. Tja, und jetzt sind sie raus und das ist gut so!

Donnerstag, 17. Juni 2010

Atmosphäre

Schrecklich sind sie, diese Vuvuzelas. Tröten monton vor sich hin, erzeugen eine Lärmkulisse wie bei einem Rockkonzert. Scheren sich nicht darum, was auf dem Spielfeld geschieht, kommentieren nicht das Geschehen auf dem Rasen. Warum werden die eigentlich nicht verboten? Warum bringt die FIFA diesen südlichen Afrikanern nicht Manieren bei?

Was sich die erdreisten, ihrer Fußballbegeisterung einfach so auf ihre eigene Art und Weise Ausdruck zu verleihen! Haben hunderte Jahre kolonialer Versklavung und Jahrzehnte braver Apartheid-Pädagogik denn wirklich keine braven, zivilisierten Menschen aus diesen Wilden gemacht? Haben wir ihnen denn nicht beigebracht, wie man den Fußball spielt und wie man ihn zelebriert?

Nun, zum Glück gibt es diese Momente, wo die westliche Zivilisation die Oberhand behält. Heute zum Beispiel, beim Spiel Frankreich gegen Mexiko: Ein französischer Fußballer erobert den Ball, die Vuvuzelas schweigen gerade, ein wahrer Orkan von Buh-Rufen ergießt sich von den Rängen der mexikanischen Zuschauer auf das Spielfeld. Der deutsche Kommentator ist schwer ergriffen: "Endlich richtige Fußballatmosphäre hier, nicht dieses ständige Getröte!"

Genau. Wir wollen wieder kollektive Schmähungen des ballführenden Spielers und des Schiedsrichters hören, wir wollen englische Chöre, die besoffen "God Save the Queen" grölen. Wir wollen deutsche Fans, die die Holländer beschimpfen und umgekehrt. Wir wollen wieder, wie das diese deutsche Moderatorin so schön gesagt hat, "innere Reichsparteitage" feiern! Nicht dieses unbeschwerte afrikanische Getröte und Getrommle! Und, wir wollen, bitte, auf gar keinen Fall, von unserem post-kolonialistischen Thron heruntersteigen und einfach einmal akzeptieren, dass einem kein Zacken aus der Krone fällt, wenn man harmlose Äußerungen fremder Kulturen akzeptiert, ohne gleich zum Halali zu blasen.


PS: Die Vuvuzelas kann man übrigens auch ausschalten, wie man hier nachlesen kann (Dank an Albert). Und dann gibt es auch noch diesen Knopf, der sich Lautstärkenregler nennt. Der hat auch den Vorteil, dass man den Fußballkommentator oder die sprechenden Studioattrappen in der Halbzeitpause nicht mehr so gut versteht.

Dienstag, 15. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, VIII

Gruppe H

Willkommen in Tiki-Taka-Land.


Spanien ist derzeit nicht nur die beste Mannschaft Europas, sondern die beste der Welt. Ein kleiner Beleg dafür gefällig? Im letzten Vorbereitungsspiel panierte "La Furia Roja" Polen, seines Zeichens Teilnehmer der letzten Welt- und Europameisterschaft mit 6:0. Wenn der spielerische Motor der Iberer bei der WM auf Hochtouren kommt, dann kann das für jeden Gegner ganz bitter werden. Aber so eine Weltmeisterschaft ist lang und viele unangenehme Gegner pflastern den Weg dessen, der ganz nach oben will. Wie es gegen die Spanier gehen kann, haben die US-Amerikaner beim letzten Confederation´s Cup gezeigt: Hartes Forechecking, konsequentes Stören des Spielaufbaus, unablässiges, frühes Attackieren - und der kombinationsfreudige spanische "Tiki Taka"-Fußball hat es schwer. Ob aber in der Vorrundengruppe H ein Gegner existiert, der dieses Kunststück zustande bringt, darf bezweifelt werden. Motto: Tiki-Taka-Tor!

Die Schweiz verfügt über eine junge und talentierte Mannschaft. Die Quali hat die "Nati" schwach begonnen (unter anderem setzte es ein peinliches 1:2 gegen Luxemburg), sie hat sich dann aber enorm gesteigert - der Gruppensieg wurde eingefahren. In der Vorbereitung gab es dann aber wieder einige Rückschläge (man unterlag Norwegen, Uruguay und Costa Rica), ein 1:1 gegen das allerdings schwächelnde Italien gab wieder etwas Mut. Hinter der möglichen Performance der Eidgenossen "an der WM" (wie man in unserem Nachbarland sagen würde) steht ein großes Fragezeichen. Motto: Auf Schweizer Uhrwerke ist mehr Verlass..

Honduras gilt als einer der krassesten Aussenseiter in diesem Turnier. Die WM-Qualifikation an sich muss bereits als großer Erfolg für die Mittelamerikaner gewertet haben. Gleiches haben "los catrachos" nämlich erst einmal zuwege gebracht, 1982. Damals schlug man sich übrigens sehr achtbar. Bemerkenswertestes Resultat: ein 1:1-Unentschieden gegen den Gastgeber - Spanien..Motto: Dabei sein ist alles?

Chile wiederum gilt manchen als Geheimtipp für WM-Großtaten. In der Südamerika-Qualifikation wurde "La Roja" Zweite, nur ganz knapp hinter Brasilien. Trotzdem fragt man sich bei einem näheren Blick auf den 23-Mann-Kader der Südamerikaner, wo die Substanz für die ganz großen Taten herkommen soll. Kann diese Mannschaft wirklich an jenes Chile anschließen, das 1998 mit Salas und Zamorano das Achtelfinale erreichte? Motto: Was kommt nach Zamorano und Salas?



Pfff...endlich haben wirs geschafft. Wer dem Blog jetzt noch treu ist, dem sei versprochen: es wird nicht nur um Fußball gehen, in den nächsten Wochen!

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, VII

Gut, von einer "Vorschau" kann man eigentlich nicht mehr sprechen. Da ich beim Radio eingespannt war, hat mich die WM leider überholt.

Aber, was solls, zu Ende bringen will ich die ganz subjektive WM-Vorschau natürlich dennoch. Alles andere wäre den restlichen Mannschaften gegenüber nicht ganz gerecht. Nachdem mir jetzt auch noch die Elfenbeinküste und Portugal den Gefallen getan haben, nicht allzu viel an der Ausgangposition zu verändern, folgt hiermit die

Gruppe G

Ein flotter Dreier um den Aufstieg.


Brasilien hat fünfmal den Weltmeistertitel errungen. Theoretisch könnte Italien diese Zahl mit einer erfolgreichen Titelverteidigung einstellen (wobei..die Skandal-WM von 1934 gehört eigentlich zur Gänze annulliert, aber das ist eine andere Geschichte). Das wird aber wohl eher nicht passieren. Viel wahrscheinlicher erscheint es da schon, dass die "Selecao" zum sechsten Mal den Weltmeisterschaftspokal abräumt. Die Brasilianer verfügen über ein Spielerpotenzial, aufgrund dessen sie mehrere Topmannschaften über einander stapeln könnten. Topfavorit sind sie dennoch nicht, denn Spaniens Mannschaft ist derzeit noch einen Tick besser. Motto: Der immerwährende Favorit.

Die mit Abstand mutigste WM-Wette? Nordkorea erreicht das WM-Finale gegen Südkorea und das Spiel wird zu Ende gespielt. Wenn das wirklich passiert, könnte die "Chollima" auch gleich Weltmeister werden. Die am wenigsten mutige WM-Wette: die Nordkoreaner fliegen in der Vorrunde raus. Damit ist eigentlich zu rechnen. Bleibt nur zu hoffen, dass das für die Spieler nicht ähnliche Konsequenzen hat wie für diesen bedauernswerten nordkoreanischen Wirtschaftsminister. Motto: Links, zwei, drei, vier...

Das Team der Elfenbeinküste gehört von der Qualität der Einzelspielern ausgehend zu den stärksten Teams des WM-Turniers. Ob das Kollektiv dieses Versprechen einlösen kann, bleibt abzuwarten. Beim diesjährigen Afrikacup war nach einer 2:3-Pleite gegen die Algerier bereits im Viertelfinale Endstation. Diese Niederlage in Verbindung mit einer politischen Krise in der Cote d´Ivoire kostete den höchst erfolgreichen Vahid Halihodzic überraschend das Traineramt. Er wurde durch den als Trainer von Nationalteams bislang eher glücklosen Schweden Sven-Göran Eriksson ersetzt. Diese fragwürdige Entscheidung kurz vor der WM belastet die Titelchancen der "Elefanten" ebenso wie die mangelnde Fitness von Didier Drogba und die hohe Erwartungshaltung im eigenen Land, dessen sozialer Friede stark vom Auftreten der Fußballauswahl abhängt. Motto: Viele Talente, viele Bürden.

Die Portugiesen haben diesmal die WM-Qualifikation nur ganz knapp geschafft. Erst das Playoff gegen Bosnien-Herzegowina brachte das ersehnte Ticket. Die Zeiten der "Goldenen Generation" scheinen also trotz Namen wie Christiano Ronaldo und Deco vorüber zu sein. Doch vielleicht ist gerade der Umstand, dass die "Seleccao" diesmal niemand so richtig auf der Rechnung hat, eine Chance für die in der Vergangenheit in den entscheidenden Augenblicken nervlich nicht immer hundertprozentig stabilen Portugiesen. Die Qualität im Team ist nämlich nach wie vor sehr beachtlich. Motto: Die kleine Fußballgroßmacht.

Montag, 14. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, VI

Gruppe F

Ein Solo für Italien?


Ja, es stimmt, die "Squadra Azurra" hat zuletzt nicht wirklich groß aufgezeigt. Die Niederlage gegen Mexiko im letzten Vorbereitungsspiel brachte nicht unbedingt Stimmung ins italienische Lager. Dafür hat es die Auslosung sehr gut mit dem Weltmeister gemeint. Paraguay, Neuseeland, Slowakei, das ist zweifelsohne die machbarste Gruppe, die ein Gruppenkopf bei dieser WM zugelost bekommen hat. Andererseits: besagte Mannschaften werden gerade gegen die Italiener hochmotiviert sein, haben nichts zu verlieren, Italien hingegen alles. Nach der Vorrunden-Pflicht käme dann die KO-Runden-Kür. Und da sollte kein Gegner die - bekanntlich mit hoher Spielintelligenz gesegneten - Italiener unterschätzen. Man spaziert ja schließlich auch nicht mit der Geldbörse in der Gesäßtasche durch Rom. Motto: Nur weil wir nicht in Form sind, heißt das noch lange nicht, dass wir euch nicht schlagen können.

"La Albirroja", die Nationalmannschaft Paraguays hat eine exzellente WM-Qualifikation abgeliefert - dritter Platz, nur ein mageres Pünktchen hinter Brasilien und ganze fünf Punkte vor Argentinien. Dass man die "Guaranies" nicht unterschätzen darf, haben sie aber auch bei den letzten WM-Endrunden immer wieder eindrucksvoll bewiesen. Die Paraguayer sind - ähnlich wie die Nachbarn aus Uruguay - ein kleines Volk, das am Fußballplatz mit äußerstem Einsatz und großer Entschlossenheit zu Werke geht. Das Achtelfinale ist durchaus in Reichweite. Motto: Die dritte Macht am Kontinent.

Neuseelands große Fußballstunde schlug, als sich der große ozeanische Rivale, Australien, der asiatischen Föderation anschloss und damit den Weg freimachte für den Sieg in der Ozeanien-Qualifikation. In dieser bezwangen die "All Whites" Großmächte wie Neukaledonien, Fidschi und Vanuatu und gelangten somit in das Playoff gegen den Vierten der Asien-Qualifikation, Bahrain - auch das ein Gegner, der wohl etwas einfacher zu schlagen ist als die Australier, was auch ganz knapp gelang. Der größte Trumpf der Neuseeländer: Sie haben bei der WM eigentlich nichts zu verlieren (böse Zungen sagen allerdings: nichts verloren). Zuletzt zeigte man in Testspielen durchaus auf. Motto: Nothing to lose.

Auch die Slowaken kommen als weitestgehend unbeschriebenes Blatt zur Weltmeisterschaft - es ist ihr erste - und könnten somit frei aufspielen. Im Gegensatz zu Neuseeland haben sie aber zwei echte Starspieler in ihren Reihen: Martin Skrtel vom FC Liverpool und - vor allem - Marek Hamsik vom SSC Neapel, ein Mann dem die Zukunft gehört. Wer die Slowaken noch vor einigen Jahren gesehen hat, wundert sich über die rasante Entwicklung, die deren Fußball in der Zwischenzeit genommen hat. Es scheint fast, als hätte der Sport mit dem runden Leder in unserem östlichen Nachbarland dem Eishockey den Rang abgelaufen. Achtelfinale, warum eigentlich nicht? Motto: Alle für Hamsik, Hamsik für alle.

Sonntag, 13. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, V

Gruppe E

Alles auf Orange.


Eines ist ziemlich sicher: Die Niederlande werden uns wieder mit kreativem, passsicherem und klugem, kurz: mit schönem Fußball begeistern. Die Frage ist nur: wie lange? Irgendwann einmal im Laufe eines langen Turnieres beginnen sich diese holländischen Individualisten üblicherweise in die Quere zu kommen und dann verhakt sich etwas im Getriebe der "Oranjes". Dann reichen die beschriebenen Talente plötzlich nicht mehr aus, um gegen die stärksten Gegner des jeweiligen Championats zu bestehen. Dabei kann der Fußballfreund eigentlich nicht anders, als sich zu wünschen, dass die "Elftal" lange eine Bühne erhält, um ihre Kunst zu präsentieren. Eine Kunst, die, das muss man hier allerdings einräumen, auch hart erarbeitet ist - auch durch eine nicht immer ganz saubere Gangart und eine ordentliche Portion Aggressivität. Auch an diesem Punkt besteht immer etwas die Gefahr, dass die "Elftal" aus dem Ruder läuft. Man darf gespannt sein, wie lange das diesmal nicht passiert. Die Vorrundengruppe E darf für die Niederlande jedenfalls keine Hürde darstellen. Motto: Wer in Schönheit stirbt, ist auch tot.

Die Dänen kommen diesmal nicht direkt aus dem Urlaub, was - wenn man der Fußballhistorie glauben darf - ihre Chancen auf den ganz großen Wurf stark schmälern wird. Auch gibt es schon lange keine Laudrup-Brüder mehr, die einst die Brasilianer schwindlig spielten. Immerhin haben sich die Dänen endlich wieder einmal für ein Großereignis qualifiziert (zuletzt: 2004) und halten damit die Flagge des in Stagnation befindlichen skandinavischen Fußballs hoch. Personell ist "Danish Dynamite" gar nicht schlecht besetzt, Namen wie Kjaer, Agger, Kroldrup, Poulsen, Jensen, Tomasson, Bendtner und Rommedahl stehen für inernationale Qualität. Das Rennen um Platz 2 in Gruppe E ist offen und Dänemark wird hier sicher mitmischen. Motto: Danish Dynamite - handle with care.

Japan hat zuletzt nicht unbedingt durch große fußballerische Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Bei der letzten Asienmeisterschaft wurde man im Spiel um Platz Drei vom Irak geschlagen und somit nur Vierter, auch die WM-Qualifikationsgruppe konnte nicht gewonnen werden. Trotzdem muss man bei "Nippon Daihyo" immer auf der Rechnung haben: Einsatzwille, Laufbereitschaft, eine Taktik der Nadelstiche. Zumindest eines werden die Japaner sicher immer sein: ein unangenehmer Gegner. Motto: Lauf, Nippon, lauf!

Kamerun wird von vielen Bei-der-WM-schau-ich-Fußball-Menschen immer noch für die beste Mannschaft Afrikas gehalten. Dieses Renommee rührt vom denkwürdigen Auftreten der "unbezähmbaren Löwen" bei der Weltmeisterschaft 1990 her, als man im Auftaktspiel Weltmeister Argentinien mit 1:0 bezwang und dann bis ins Viertelfinale vorstieß. Ich erinnere mich nur zu gut, dass ich damals ins Bett geschickt wurde, als die Verlängerung gegen England anfing und mich sehr darüber ärgerte. Dafür habe ich Kamerun bei jener WM nicht verlieren gesehen. Der ganz große Gewinner war ohnehin der afrikanische Fußball, ab jenem Zeitpunkt musste er ernst genommen werden. Für 2010 haben die Kameruner wieder eine starke Qualifikation gespielt. Und sie haben Samuel Eto´o. Das Achtelfinale wird nicht leicht, es ist aber möglich. Motto: In den Fußstapfen Roger Millas.

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, IV

Gruppe D

Die so genannte "Todesgruppe".

Deutschlands Fußballnationalmannschaft ist in Österreich alles andere als beliebt. Hier ist die Meinung weit verbreitet, dass sie unattraktiv spielen, viel zu viel Glück haben und überhaupt den Erfolg nicht verdient haben, weil sie Deutsche sind. Da kann die DFB-Elf aber nichts dafür, diese Einschätzung wurzelt in einem tief sitzenden Minderwertigkeitskomplex vieler Österreicher. Tatsächlich müsste man Respekt vor den Deutschen habeohen. Ihr balltechnisches Talent gestaltete sich über Jahrzehnte vergleichsweise bescheiden, dennoch hat kaum ein Team so viele große Finale erreicht wie die Deutschen. Die deutsche Fußballnationalmannschaft funktioniert wie eine große Fußballdampfwalze, die sich mit unbeirrbarer Konsequenz und Konsistenz auf ihre Gegner zuschiebt. Die Deutschen machen kaum Fehler und sind körperlich immer in einer Topverfassung. So werden sie wohl auch bei dieser Weltmeisterschaft wieder den einen oder anderen technisch talentierteren Gegner in den Boden stanzen. Aber, halt, der deutsche Fußball ist im Wandel! Zu den altbewährten "deutschen Tugenden" gesellt sich zunehmend auch Ballverliebtheit und technisches Vermögen. Die Multikulturalität der deutschen Gesellschaft und deren zweite Generation ist dafür verantwortlich. Was, wenn eines Tages diese beiden Welten eine vollständige Synergie ergeben? Wird Deutschland dann überhaupt noch zu schlagen sein? Motto: Bitte einsteigen, nächster Halt: WM-Finale.

Australien belächelt heute keiner mehr. Das wahrscheinlich sportlichste Volk der Erde hat sich auch den Fußball erobert. Mit beachtlichem Erfolg. Die Australier pflegen - trotz vieler aus dem südlichen Europa stammender Akteure - eine eher britisch anmutende Spielweise, intensiv und kompromisslos. Bei der letzten WM konnte nur ein inferiorer Schiedsrichter die "Socceroos" daran hindern, Italien - und damit den späteren Weltmeister - aus dem Bewerb zu werfen. Wir erhoffen mehr davon für 2010! Motto: The fifth continent- last but not least!

Die Serben sind ein sehr spezielles Volk, gastfreundlich und herzlich, aber auch voll tiefer Leidenschaften und zuweilen von einem überstarken Nationalismus heimgesucht. Und ihre Fußballer sind entsprechend unberechenbar. Ja, sie brennen für ihr Land, aber wenn es nicht nach Wunsch läuft, dann kann die Leidenschaft allzu rasch in pures Leiden umschlagen und nichts geht mehr. Das fußballerische Vermögen ist bei den "Weißen Adlern" sehr groß, aber es über ein ganzes Turnier umzusetzen, das wird die große Herausforderung sein. Motto: Serbien - Mannschaften für Leidenschaften.

Ghana blickt vor allem unruhig auf das Duell mit den Deutschen. Da wird es zum Aufeinandertreffen der beiden Boateng-Brüder kommen. Der, eine, Kevin-Prince, hat den deutschen Spielmacher Michael Ballack mit einem brutalen Foul im englischen Pokalfinale aus dem WM-Bewerb getreten. Der andere, Jerome, hat den Kontakt zu seinem Bruder für beendet erklärt. Schicksale in einer globalisierten Welt. Der arme Michael Essien kann zwar nichts dafür, aber es stellt vermutlich eine gewisse ausgleichende Gerechtigkeit dar, dass nun auch der Starspieler der Ghanaer bei dieser WM fehlen wird. Nur, dass das vielleicht doch nicht ganz so ausgleichend und gerecht sein könnte. Denn Essien wird den "Black Stars" vermutlich noch mehr fehlen als Ballack den Deutschen. Motto: Brüderzwist im Hause Boateng.

Samstag, 12. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, III

Gruppe C

Pflichtsieg für England.


Es wäre dem Mutterland des modernen Fußballs zu gönnen, wenn es endlich wieder einmal mit dem WM-Titel klappen würde. Und diesmal vielleicht, wenns geht, ohne ein Tor, das keines war. Das wäre auch deshalb erfreulich, weil dann das allgemeine Jammern und Wehklagen in England über vergebene Elfmeter und andere Widrigkeiten endlich ein Ende hätte. Die angelsächsische Seele könnte dringend so eine Politur gebrauchen. Was die Qualität der Einzelspieler betrifft, sind die "Three Lions" zweifellos auf Augenhöhe mit den großen WM-Rivalen. Und: Fabio Capello hat es offensichtlich geschafft, aus der Versammlung von Anführern ein mannschaftliche Einheit zu formen. An Leidenschaft und Einsatzwillen dürfte es englischen Kickern ohnehin nicht gebrechen. Motto: Football ´s Coming Home!

Der härteste Kontrahent der Engländer in der Vorrundengruppe C sind die USA. Die Amerikaner sind in allen Mannschaftsteilen stark besetzt und gehen in der Regel bei Weltmeisterschaften hochmotiviert zur Sache. Die beste Visitenkarte der "Sons of Sam" ist aber ihre Leistung beim letztjährigen Confederation´s Cup, der WM-Generalprobe auf südafrikanischem Boden. Dort schlugen die US-Amerikaner niemand geringeren als Spanien und brachten Brasilien an den Rand einer Niederlage. Mit Vuvuzela-Wall-of-Sound, Höhenlage und den klimatischen Bedingungen im südlichen Afrika kommen die Amerikaner also offensichtlich bestens zurecht. Das Achtelfinale müsste drinnen sein. Motto: Soccer - Alive and Kicking!

Den Algeriern muss ich ankreiden, dass sie im entscheidenden Playoff-Spiel die theoretisch beste Mannschaft Afrikas, Ägypten eliminiert haben. Wobei man es ihnen natürlich nicht wirklich verübeln kann, dass sie damals die notorische Nerven- und Auswärtsschwäche der "Pharaonen" ausgenützt haben. Bei der WM werden die Gegner den "fennecs" (Wüstenfüchsen) solche Gefallen aber nicht tun. Die Urheimat des großen Zinédine Zidane ist Außenseiter und das Erreichen des Achtelfinales wäre schon ein großer Erfolg. Ausgeschlossen ist das freilich auch nicht ganz, denn nordafrikanische Mannschaften sind generell schwer auszurechnen. Motto: Die Wüste lebt!

Für Slowenien gilt ähnliches wie für Algerien. Auch sie haben die Gunst des K.O.-Modus ausgenützt und eine an sich stärkere Mannschaft an der WM-Teilnahme gehindert - in diesem Fall Russland. Die "Grünen Drachen" (das klingt eher nach einem Chinarestaurant als nach einer südosteuropäischen Fußballmannschaft) sind dementsprechend klarer Außenseiter. Motto: Kroatien kriegt Land, dafür fahren wir zu WM.

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, II

Gruppe B

Eine etwas intensivere Aufwärmrunde für Argentinien.

Diego Armando Maradona hat angekündigt, im Falle eines Weltmeistertitels Argentiniens nackt durch Buenos Aires zu laufen. Sein Kotrainer Carlos Bilardo will sich in diesem Fall sogar vom Schützen des Siegestreffers "von hinten nehmen" lassen (Zitat!). Unter diesen Umständen kann man der argentinischen Fußballnationalmannschaft, Argentinien und der Welt nur wünschen, dass Argentinien nicht Weltmeister wird. Mein Tipp: Argentinien kommt ins Finale, verliert dann aber ohne dort einen einzigen Treffer erzielt zu haben. Die personellen Voraussetzungen für den Titelgewinn hätten die Argentinier natürlich, bei den "Albiceleste" werden mehr Weltklasseangreifer auf der Bank sitzen, als bei der Konkurrenz im Kader steht. Gegen die kompromisslosen Defensivkünstler von Südkorea und Griechenland könnte es aber knifflig werden. Motto: Gewinnen verboten..

Die Zeiten, als Nigeria als die ganz große Hoffnung Afrikas galt, sind vorbei. Die "Super Eagles" sind aber nicht zu unterschätzen, beim letzten Afrikacup wurden sie immerhin Dritter. An einem guten Tag kann diese athletisch-elegant auftretende Mannschaft jeden gefährden, aber an der Beständigkeit hat es zuletzt immer wieder gehapert. Wenn sie im Auftaktspiel gegen Argentinien mitzuspielen versuchen, befürchte ich Schlimmes. Falls sie aber ins Tor treffen sollten, hoffe ich, dass sie wieder springen werden wie die Weltmeister.. Motto: Große Sprünge??

Südkorea verbindet man immer noch mit dem starken Auftreten bei ihrer Heim-WM 2002. Mit unbändigem Kampfgeist und auch dank einer gewissen Heimtendenz mancher Referees erreichte man sensationell das Halbfinale und wurde schließlich WM-4. Dieses Bild von den "Taeguk Warriors" verdeckt aber ein wenig, dass es Südkorea bei insgesamt sieben Teilnahmen bei Endrunden sonst nie geschafft hat, die WM-Vorrunde zu überstehen. Der Beweis der Konkurrenzfähigkeit außerhalb der eigenen Landesgrenzen steht also noch aus. Ob aber ein ausgewiesener Starspieler (Park Ji-Sung) dafür ausreicht, bleibt angesichts der zuletzt erzielten Ergebnisse fraglich. Motto: Muss i denn, muss i denn...

Es mag abgedroschen und billig sein, aber man muss es sagen: die Griechen sind offensichtlich Spezialisten darin, über ihren Verhältnissen zu leben. Ich spreche hier selbstverständlich nur vom Fußball. 2004 haben sie - mit der Hilfe von Otto Rehhagel - gezeigt, wie man aus keinem Talent mit eisenharter taktischer Disziplin und eiskalter Konsequenz einen Europameistertitel machen kann. Viele haben sie damals dafür verflucht. Ich zähle mich durchaus dazu (auch wenn mein Respekt für die damalige sportliche Leistung der "Phalanx" mittlerweile deutlich gestiegen ist), hatte ich doch vor dem Viertelfinale ein Gelöbnis getan. Ich versprach, im (zugegeben absurden) Falle eines griechischen Titelgewinnes zusammen mit einem Mitbewohner in meinem damaligen Studentenheim eine große griechische Party zu schmeißen. Und auch zu finanzieren. Irgendwie hab ich da jetzt ein merkwürdiges Déja-Vu. Motto: Wir feiern, ihr zahlt.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Eine ganz subjektive WM-Vorschau, I

Gruppe A

Stark und enorm ausgeglichen. Wird spannend.

Südafrika mag in sportlicher Hinsicht vielleicht der am wenigsten talentierte und aussichtsreiche Fußball-Großveranstaltungsgastgeber aller Zeiten sein - von Pepis Österreichern selbstverständlich abgesehen. Seit der Aufbruchsstimmung zum Ende der Apartheid-Ära samt Afrika-Cup-Triumph ist es mit "Bafana Bafana" eigentlich rapide bergab gegangen. Aber, der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen - getragen von einer Schallwelle von ohrenbetäubendem Vuvuzela-Noise-Rock werden sich die Kapkicker die Seele aus dem Leib rennen. Das Achtelfinale ist durchaus möglich. Motto: Viel Lärm um nichts??

Mexiko war lange Jahre mein Geheimtipp für diese Fußballweltmeisterschaft. Nach den Vorbereitungsniederlagen gegen die beiden europäischen Großmächte Niederlande und England muss man das ein wenig relativieren. Andererseits haben "El Tri" gerade den Weltmeister 2:1 geschlagen und letztes Jahr im Finale des Gold Cup die starken US-Amerikaner in New Jersey - und somit auf eigenem Geläuf - mit 5:0 gedemütigt. Jaja, die Mexikaner schießen scharf und haben auch dieses Jahr das Visier aufs WM-Achtelfinale (dass sie seit 1994 immer erreicht haben) eingestellt. Und, sie haben den Spieler mit dem vielleichten coolsten Namen bei dieser WM: Cuauthémoc Blanco. Motto: Kein schnelles Aus für Mexiko!

Uruguay gilt traditioneller Weise als eine als südamerikanische Fußballmannschaft getarnte Holzfäller-Truppe. Der zweifache Weltmeister (der Tag des ersten Titelgewinnes wurde damals umgehend zum uruguayischen Nationalfeiertag erklärt) verfügt aber über zwei der weltbesten Stürmer (den schusstarken Suarez und den gut gefönten Forlan), was die "Celeste"brandgefährlich macht. Motto: I´m a lumberjack and I´m okay!

Frankreich könnte immer noch um den Weltmeistertitel mitspielen, wenn die "Bleus" nicht vor einigen Jahren in die Hände eines gewissen Raymond Domenech gefallen wären. Wenn er nicht gerade auf einer riesigen, bizarren Orgel spielt, seine tückisch dreinblickende Perserkatze streichelt oder mit seinem Hofastrologen Rücksprache hält, ist er damit beschäftigt eine - immer noch - mit Weltklasse-Spielern gespickte Mannschaft am Siegen zu hindern. So sehr, dass der arme Henry gezwungen ist, die Hand zu Hilfe zu nehmen und sich plötzlich den Anfeindungen von selbst ernannten Fußballmoralaposteln ausgesetzt sieht (dabei müsste man ihm eigentlich dankbar sein, weil er uns Trapattoni bei der WM erspart hat). Frankreich tut sich traditionell schwer mit resolut auftretenden Außenseitern. Parbleu, da haben sie sich die richtige Gruppe ausgesucht! Motto: Honi soit qui mal y pense.

Sonntag, 23. Mai 2010

Das Panini Pickerl Mantra

Irgendwann einmal ist man so erwachsen, dass man sich frei fühlt, Dinge wieder zu tun, die einen als Kind begeistert haben.

Fußballer sammeln und einkleben, zum Beispiel.

Wenn man das nach langer Zeit (war es die WM ´94 oder die Euro ´96 als ich das letzte Mal Pickerlpackerl aufriss?) wieder tut, fällt einem natürlich auf, was sich verändert hat und was nicht.

Das wäre einmal das äußere Erscheinungbildes des Objektes der Sammelleidenschaft. Die Klebebildchen für die Fußballweltmeisterschaft werden immer noch durch die Panini Gruppe lizensiert (ein Konzern mit Sitz in Modena, der auch führende Comicverlage beinhaltet, Sammelkarten herausgibt und Fußballstatistiken verkauft). Der kleine Ritter mit der langen Lanze, der ein bisschen an die Ritter in den "Hägar"-Comics erinnert, schmückt immer noch die Packungen und Sammelhefte.

Die Grundstruktur eines Panini-Sammelheftes hat sich nicht wesentlich verändert. Es gibt immer noch die Stadien, die zusammen geklebt werden müssen, die Embleme der Verbände glänzen aus dem Heft heraus, es gibt Mannschaftsfotos und die gewissen bösen Überraschungen, weil die Hefte soweit im Voraus produziert werden müssen, dass die Kader nicht in allen Belangen zutreffen. So blicken etwa Ballack, Adler, Cambiasso, Zanetti und Benzema optimistisch aus den Heften und freuen sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Auch die mehrsprachigen Länderbezeichnungen sind noch da, die mir als Achtjähriger einen starken Eindruck von der Vielfältigkeit der Welt vermittelt haben.

Nicht mehr dabei sind die Trainer. Das ist schade und zeugt von mangelndem Respekt.



Meine Herangehensweise an das Sammeln der Pickerl hat sich zweifellos verändert. Jetzt möchte ich mein Heft auch wirklich voll bekommen. Damals als Halbwüchsiger war das zwar auch irgendwie mein Ziel, ich war aber nicht bereit, dafür bis zum Äußersten zu gehen. Und das wäre gewesen, fehlende Bilder einfach nachzubestellen. Oder gar, Bilder zu tauschen. Allzu oft habe ich von meinen Schulkameraden erstaunte Blicke geerntet, wenn ich ihnen mit vollem Ernst erklärt habe, dass ich keine Bilder tauschen werde, sondern vielmehr die doppelten Aufkleber aufbehalten will. Die dienten mir nämlich als Basismaterial für die Durchführung meiner eigenen Weltmeisterschaften.

Diesmal bin ich gewillt, in den Tauschhandel einzusteigen. Das heißt, wer Bilder anzubieten hat, möge sich melden! Ja, und für die letzten Bilder werde ich wohl auch einen Brief an die Firma Panini schicken.

Aber nicht nur in strategischer Hinsicht stelle ich eine veränderte Situation fest. Auch in emotionalen Belangen wird die Kindheitserfahrung nicht mehr reproduziert. Damals war jedes Packerl, jedes Klebebild eine durch und durch sinnliche Erfahrung. Der Geruch, die Haptik, die Farben, alles schien ein zutiefst intensives Erlebnis zu sein. Dieses Gefühl von etwas Besonderem übertrug sich in der Folge zweifellos auch auf den Gegenstand des Sammelns: den Fußballsport. Hinzu kam, dass die Sticker förmlich vom Himmel fielen. Sie wurden mir von meinen Eltern nach Gutdünken geschenkt, ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie mir von meinem spärlichen Taschengeld selbst zu kaufen.

Nunmehr verfügt man theoretisch über die Mittel, sich Berge von Bildchen zu beschaffen. Und auch die Sinnlichkeit der Erlebens ist nicht mehr diejenige, die einem in Erinnerung ist. Aber dafür tritt ein ganz neuer Aspekt hinzu: Entspannung. Das Einkleben der Bilder ist eine geradezu meditative Handlung, die einen aus der eiligen Rennerei des Alltags herausholt.

Aus dem berauschenden Erweckungserlebnis wurde somit ein Frieden stiftendes Mantra.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Sir Zidane

Es ist amtlich. Zinedine Zidane hat nicht gegen die Regeln des Anstandes verstoßen, als er Materazzi auf dieselbige beförderte.

Das kann man zumindest hier nachlesen. Auch sonst ein sehr lesenswertes Interview.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Vorfreude

Bald ist es wieder so weit. Rund um den Globus zählen kleine und große Kinder bereits die Tage, die Vorfreude steigt, die Spannung wird täglich größer.

Am 11.6.2010 erfolgt der erste Ankick der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Die Mannschaft des Gastgebers bekommt es in Johannesburg mit Mexiko zu tun. Insgesamt nehmen 32 nationale Auswahlen an diesem Turnier teil.

Irland ist nicht dabei. Und das ist gut so. Nicht, dass ich es den "boys in green" nicht grundsätzlich gegönnt hätte, ich mag den leidenschaftlichen, kämpferischen Fußball, den das irische Team spielt. Aber, wenn die Iren es nach dem französischen Skandal-Tor im letzten Playoff-Spiel tatsächlich über den Grünen Tisch oder ein Wiederholungsspiel zur WM geschafft hätten, wäre das ein fatales Signal für den Fußball gewesen.

Denn angesichts der Präzedenzwirkung einer solchen Entscheidung und der Fülle von Fußballspielen, die durch fragwürdige Schiedsrichterpfiffe entschieden werden, hätten sich die Verbände in Zukunft wohl der Begehrlichkeiten von Verlierern nicht mehr erwehren können. Es ist an sich sinnvoll und gut, dass Schiedsrichterentscheidungen Tatsachenentscheidungen sind.

Das heißt freilich nicht, dass man den Fußball nicht professioneller, besser, ja sogar spannender machen kann, indem man auf die Mittel der modernen Technik zurückgreift, um krasse Fehlentscheidungen zu korrigieren. Was sich im Eishockey, im Tennis oder im American Football gut bewährt hat, kann auch den Fußball nicht kaputt machen. Wenn jedem Trainer eine begrenzte Zahl von challenges während der Partie zugestanden wird, mit denen er eine Korrektur von Schiedsrichterentscheidungen mithilfe der Videoaufzeichnung erreichen kann, fügt das dem Spiel mit Sicherheit keinen Schaden zu, sondern vielmehr ein spannungsvolles und strategisches Element hinzu - die Entscheidung des Coaches nämlich, wann und wie von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden soll.

Auch der Angst vieler Hardcore-Fußballfans, dass der Fußball an Reiz verlieren werde, wenn man nicht mehr über jede Entscheidung diskutieren könne (hinter der wohl oft die unausgesprochene Angst steht, den Schiedsrichter als Projektionsfläche für negative Emotionen zu verlieren), kann leicht begegnet werden: es wird auch über die Videobeweise heftig diskutiert werden. Echte Fußballfanatiker können ohnehin nicht anders.

Jedoch vermag der Videobeweis schwerwiegende Fehlentscheidungen aus der Welt zu schaffen, was nicht nur eine Frage der Fairness ist, sondern in einer Fußballwelt, in der es nicht mehr nur um die Ehre, sondern um gigantische Geldbeträge geht, auch eine massive moralische (wenn nicht gar rechtliche) Verpflichtung darstellt. In keiner Sportart dieser Welt sind derart kleine Handlungen und knappe Entscheidungen ausschlaggebend für derart gewaltige Geldströme. Die jüngsten Wettskandale sollten in dieser Hinsicht eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen lassen.


Aber zurück zur Vorfreude. Ich habe ja bereits im Anschluss an die tolle Europameisterschaft 2008 gemutmaßt, dass das eine ganz große Weltmeisterschaft werden könnte. Einiges von damals ist freilich zu revidieren. So hat es bedauerlicher Weise das hochbegabte russische Team nicht zur WM geschafft, weil es unglücklich im Playoff an den zweifellos tapferen, aber fußballerisch doch eher mediokeren Slowenen gescheitert ist. Ähnliches gilt für meinen geheimen afrikanischen Favoriten, den zigfachen kontinentalen Champion Ägypten, der wieder einmal ein Opfer seiner Nerven und seiner Auswärtsschwäche geworden ist. Auch die Türkei hat sich ziemlich sang- und klanglos bereits zum Abschluss der Qualifikationsgruppe verabschiedet, hat es - wieder einmal - nicht geschafft, Kontinuität zu demonstrieren. Schade ist auch, dass Schweden es nicht gepackt hat, aber nicht wegen der schwedischen Mannschaft, sondern weil dann bei der WM keine Genieblitze von Zlatan Ibrahimovic zu sehen sein werden (dagegen tausche ich gerne eine ganze dänische Mannschaft ein..). Und schließlich steht auch hinter dem Dauer-Favoriten Argentinien ein großes Fragezeichen, werkt doch dort seit einiger Zeit ein nicht sonderlich kompetent wirkender und sich ziemlich unprofessionell verhaltender Trainer, weswegen man auch nur haarscharf an der historischen Schmach der Nicht-Qualifikation vorbei geschrammt ist.

Trotzdem - es wird eine große WM! Erstens, weil sie das erste Mal in Afrika stattfindet, was ein ungemein wichtiger und richtiger Schritt ist. Weil man dort weiß, wie man Feste feiert und wir Zeuge von großer Freude und großem Stolz werden. Weil dort großartiger internationaler Fußball zu sehen sein wird. Weil der Kreis der echten Titelanwärter groß ist, Spanien und Brasilien an der Spitze, gefolgt von Deutschland, England, den Niederlanden, Italien und vielleicht auch Argentinien (wenn Messi auftrumpft). Weil die afrikanischen Teams erstmals am eigenen Kontinent bei einer WM auftreten können und entsprechend angestachelt agieren werden, allen voran die exzellenten Selektionen der Elfenbeinküste und von Ghana, aber auch die heimischen Südafrikaner.

Ich freue mich! Und ich werde die Zeit bis zur WM natürlich auch auf diesem Blog dazu nutzen, Südafrika 2010-bezogene Einträge zu verfassen. Insbesondere werde ich eine WM-Simulation durchführen, allerdings in einer sehr speziellen Weise.

Halloween-Special 2025

 Es scheint wir Hexerei. Einmal im Jahr öffnet dieses Blog seine Grabplatte und gibt Zeichen von sich. Das Video zum Fest kommt diesmal aus ...